Kaufberatung für Dein FATBike

Aus den vielen Anfragen, die wir laufend bekommen, sticht eine heraus: “Ich möchte mir ein FATBike kaufen – worauf muss ich achten?”.
Nun ja, das ist ein wenig kompliziert. Welches Auto soll ich kaufen, wen soll ich heiraten, welches Bier soll ich trinken? Der FATBike Kauf ist ein äußerst sensibles Thema und was dem Einen überlebenswichtig scheint ist dem Anderen herzlich egal. Eine zusätzliche Herausforderung ist für viele FATBike Interessenten, dass das Konzept „Fachhandel“ beim FATBike zu versagen scheint – nachdem, was wir so zu hören bekommen, kennt sich kaum ein Fachhändler ernsthaft mit unseren Lieblings-Wuchtbrummen und ihren Besonderheiten aus. Um grundlegende Fehler zu vermeiden raten wir insbesondere FATBike Einsteigern, sich an spezialisierte FATBike Shops wie beispielsweise unseren Partner Fatbike24 zu wenden.
Aber auch wir haben uns mal ein wenig den Kopf zerbrochen und wollen im folgenden Artikel ein paar Eckpunkte herausarbeiten, die die Richtungsfindung beim FATBikekauf erleichtern sollen.

Ich möchte mir ein FATBike kaufen. Und nun?

Lieblingsbike! FATBike mit E-Antrieb!

Du bist Fan von Specialized, Norco oder Haibike? Dann hast du dafür sicher gute Gründe. Der Blick zur Lieblingsmarke lohnt in jedem Fall. Aber FATBikes sind ein sehr spezielles Produkt, welches von oft sehr speziellen Marken bedient wird. Darunter sind Manufakturen wie Maxx oder FatLab, Klassiker wir Surly oder Salsa* aber auch Preis-Leistungsspezialisten wie Silverback* oder Cube. In unserer Rubrik „Modelle“ haben wir in den letzten Jahren nahezu jedes in Deutschland offiziell erhältliche FATBike vorgestellt oder ausführlich getestet. Ein Blick in unsere Artikel hilft schonmal dabei, ein Gefühl für Marken und Preise zu bekommen. Die grundsätzliche Frage nach dem Budget sollte man sich übrigens gleich ganz am Anfang stellen – einiges lässt sich dann oft schon ausschließen.

Was habe ich damit vor? Rahmenwahl!

Alubomber: Silverback Scoop Double!

Man kann sich ein FATBike vom Weihnachtsmann wünschen. Und soweit wir wissen fährt “Santa” auch voll auf FATBikes ab! Aber wer sich ein FATBike kaufen möchte, sollte sich selbst ein paar Gedanken machen wofür das Bike eigentlich genutzt werden soll. Der aus unserer Sicht alles entscheidende – weil nachträglich nicht mehr zu ändernde – Punkt ist dabei der Rahmen des Bikes samt seiner Geometrie. In unseren Artikeln gehen wir immer wieder darauf ein, wie sich Maße und Winkel der Testbikes in der Praxis anfühlen. Wer Rennen fahren (und vielleicht sogar gewinnen) möchte, sollte sich ein FATBike kaufen, welches einen leichten, steifen und wendigen Rahmen hat. Die innere Stimme schreit “Carbon”, aber ehrlich: es darf auch gern Aluminium sein. Ein steiler Sitzwinkel bringt Druck auf die Kette, ein langes Oberrohr (bzw. Reach) macht die Sitzposition, wie man so schön sagt, „sportlich gestreckt“. Ein Norco Ithaqua oder Specialized S-Works FatBoy sind hier typische Vertreter für pfeilschnelle Race-Fatties.

Oder doch ein gemütliches FATBike kaufen?!?

Im eher alltäglichen Einsatz, oder vielleicht sogar hin und wieder bei einer Bikepacking Tour empfiehlt sich ein eher kurzer Rahmen mit aufrechter Sitzposition und einer Menge Möglichkeiten, Träger und Taschen zu montieren. Hervorragende Touren FATBikes finden sich bei Silverback oder Surly.

Lust auf eine FATBike Tour? (Quelle: derekcrowe.photo/MYAU)

Die richtige Rahmenwahl legt aber auch andere, wichtige Dinge dauerhaft fest. Kann ein Umwerfer montiert werden? Werden die Züge und Leitungen im oder am Rahmen verlegt? Kann eine Dropper Post installiert werden? Wird das Hinterrad mit Steckachse oder Schnellspanner befestigt? Wurde das empfindliche Geröhr in nicht minder empfindlichen Lack oder eine zähe Pulverbeschichtung gehüllt? Und zu guter Letzt gibt der Rahmen auch noch grundsätzlich das Gewicht des Bikes vor. Hier gibt es eine Menge Fragen zu beantworten. Der Rahmen ist das Herz des FATBikes – hier stellt man die Weichen für eine lange Freundschaft!

(K)Eine Frage des Geschmacks: die Ausstattung

Der Erzfeind von schnell: Magura MT Trail mit 203mm Scheibe

Wer sich ein FATBike kauft, möchte in der Regel erstmal eine ganze Weile seine Ruhe haben. Die verbauten Komponenten können dazu beitragen – oder schnell „Anschlussinvestitionen“ nach sich ziehen. Wer z.B. oft schnell fährt, die Alpen überquert, Bikepacking macht oder einfach nur über eine, sagen wir mal, „überdurchnittliche Leibesfülle“ verfügt sollte bereits ab Werk auf ausreichend dimensionierte Bremsen achten. Für den Weg zur Eisdiele reicht dagegen eine einfache Bremse völlig aus. Beim Schalten gilt ein ähnlicher Ansatz: für Stadtindianer ist eine einfache Schaltung präzise und haltbar genug – sportliche Fahrer verspüren dagegen eher den Wunsch nach perfekten Schaltvorgängen, geringem Gewicht und hoher Effizienz.
Moderne 1×11 oder 1×12 Schaltsysteme sparen Gewicht und verringern die Anzahl möglicher Fehlerquellen, schränken aber auch die Bandbreite der Übersetzung ein. Je nach geplantem Einsatzbereich kann man hier bereits beim FATBike Kauf eine gute Vorauswahl treffen.

Mach doch was Du willst!

Rohloff Umbau: Kinderspiel

Ein nachträglicher Umbau auf Rohloff? Oft nicht nur machbar sondern ein Kinderspiel!

Das Beste an der Ausstattung des eigenen FATBike ist aber: man kann sie leicht austauschen. Je nach Budget kann man also entweder gleich zum perfekten Wunschbike greifen. Oder aber man sucht sich den Rahmen seiner Wahl und kauft dann das entsprechende Basismodell, welches man nach und nach aufrüstet. Beispiel Silverback: hier unterscheiden sich die einzelnen Modelle nur in Farbe und Ausstattung. Man kann also ruhigen Gewissens ein Scoop Delight* FATBike kaufen und die Parts nach und nach gegen hochwertige Komponenten ersetzen, sobald sie verschlissen sind oder die Spardose wieder aufgefüllt ist.

Was macht das FATBike zum FATBike?

Vee Tire Fattyslick: der “etwas” andere FATBike Reifen!

Natürlich: die Räder. Und hier sollte man als FATBike Interessent besonders genau hinschauen. Nichts entscheidet so über „Wohl und Wehe“ beim FATBike wie Räder und Reifen. Schwere Laufräder und miese Reifen stellen sich dem Vortrieb entgegen wie eine Wand und machen das Fatty schnell zur kraftraubenden Wanderdüne. Das komplexe Thema “Reifen” haben wir in einem eigenen Artikel abgehandelt (hier geht’s zum Artikel).

Gute Laufräder sind der Fels in der Brandung!

Und auch die Laufräder des Wunschbikes müssen eine ganze Reihe Anforderungen erfüllen – können das aber leider oft nur zum Teil. Wer auf Tubeless verzichten kann, hat es am einfachsten. Mit Schlauch lassen sich alle uns bekannten Laufräder fahren. Wer lieber ohne zusätzlicher Gummiwurst im Reifen unterwegs ist sollte die Tubeless-Tauglichkeit der Räder vorher prüfen. Auf Vor-und Nachteile von Tubeless und wie man sein Bike umrüstet sind wir bereits in mehreren Artikeln eingegangen.
Für häufigen Einsatz im Winter (und Streusalz) sollten die Räder keine nackten Aluminiumoberflächen und idealerweise auch keine Alunippel haben. Speichen aus rostfreiem Edelstahl sind hier ebenso Pflicht wie gedichtete Industrielager.
Sportlich orientierte FATBiker sollten beim FATBike Kauf auf einen leichten und robusten Radsatz Laufradsatz wie dem BR2250 von DT Swiss achten.

Weichmacher am Fatty

Ohne Federgabel vorn dran…

Der zweitbeste Kandidat für eine handfeste Stammtischprügelei (direkt nach der Frage „e-FATBike ja oder nein“) ist die Frage nach Sinn oder Unsinn einer Federgabel am Fatty. Jeder, der sich ein FATBike kaufen möchte, muss diese Frage früher oder später für sich entscheiden. Früher oder später? Ja, den es gibt erstmal Entwarnung: bis auf ein paar wenige Ausnahmen kann jedes halbwegs hochwertige FATBike heutzutage nachträglich mit einer Federgabel ausgestattet werden. Wer Fahrkomfort und Federung erstmal den überbreiten Schlappen überlassen möchte, kann das gerne tun. Viele unser Leser schwören auf den „puren FATBike Effekt“. Nicht zuletzt bieten auch nur Starrgabeln (aber Achtung: längst nicht alle…) die Möglichkeit, zusätzliche Gepäckträger zu montieren.
Wer auf den zusätzlichen Federweg einer Federgabel nicht verzichten kann oder möchte hat heute eine recht breite Auswahl and FATBike Federgabeln. Ob Manitou Mastodon, Rock Shox Bluto, der FatLab Upside Down Gabel, Lauf Carbonara, Cannondale Lefty oder RST Renegade: das Angebot an Gabeln, Federsystemen, Federwegen und Dämpfungstechnologien ist größer als je zuvor. Infos zu den einzelnen Gabeln findet ihr in unseren Artikeln, (fast) alle oben genannten Gabeln haben wir bereits ausführlich getestet.

Was bleibt?

Salsa Mukluk NX1 kann auch Trail

Salsa Mukluk, ein der FATBike Klassiker überhaupt!

Hat man sich entschieden ein FATBike zu kaufen, ist das schon mal die halbe Miete. Und eine gute Entscheidung! Mit welcher Strategie man sein Wunschbike findet, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Unsere Punkte sind längst nicht erschöpfend, es gibt durchaus noch mehr zu berücksichigen. Einige gründliche Überlegungen zu geplantem Einsatz, Budget, Erwartungen und auch den eigenen Fähigkeiten (Fahrtechnik, Kondition, etc.) helfen aber definitiv bei der Auswahl. Auch unsere vielen Tests und Artikel geben einigen Aufschluss und helfen, Bikes zu vergleichen. Unerlässlich für einen erfolgreichen FATBike Kauf ist eine anständige Probefahrt mit einem korrekt eingestellten (Luftdruck!!!) Bike.

Abgesehen davon empfehlen wir, wie oben schon gesagt, einen Blick zu unserem Partnershop Fatbike24*. So wie auch wir hat sich Alex hat sich auf FATBikes spezialisiert und bringt sowohl das nötige Know How als auch Erfahrungen und Teilebestand mit um FATBiker optimal zu versorgen. Leser unseres Magazins bekommen sogar hin und wieder ein extra-Goodie von Alex. Fragen lohnt sich!

 

*Partnerlinks sind wie immer mit “*” gekennzeichnet