Seit unserer Vorstellung der German:A Federgabel im Nicolai Argon FAT Anfang April sind drei Monate vergangen, und zahlreiche Testkilometer in verschiedenstem Gelände musste die Flame Wide über sich ergehen lassen. Mit einem Ausflug in einen eher kleineren Bikepark wollen wir euch ein Resumee zur Performance und Haltbarkeit der deutschen Antwort auf Bluto und co. geben.

German:A Federgabel im Bikepark

Soviel vorweg: nach wie vor sind wir vom Konzept der German:A Federgabel überzeugt, sie hat uns bisher nicht enttäuscht geschweige denn den Dienst verweigert. Heiße Sommertemperaturen, widrige Schlammverhältnisse und ruppige Abfahrten, alles war bei den bisherigen Testkilometern dabei. Ganz aktuell konnte die German:A Federgabel auch im Bikepark Wagrein zeigen, was in ihr steckt.

German:A Federgabel muss durch den Bikepark Wagrein

German:A Federgabel muss durch den Bikepark Wagrein

Da wir das Material immer unter möglichst vielen verschiedenen Bedingungen testen wollen, sind wir diesmal nicht in die Gondel eingestiegen sondern sind selbst auf die knapp 2.000 Meter raufgekurbelt. Stupides Bergauftreten mit der Flame Wide ist eine Disziplin, für die andere Hersteller an Ihren Federgabeln Lockouts verbauten, die natürlich auch das Gewicht erhöhen. Mit den gerade mal 1.700 Gramm der German:A Federgabel ein absoluter Vorteil beim Uphill, wo jedes Gramm mit Höhenmeter für Höhenmeter zur schmerzlichen Erfahrung wird.

Stimmig, in Optik und Funktion.

Stimmig, in Optik und Funktion.

Persönlich nutzen wir selbst Lockouts an Gabeln ohnehin eher selten. Meistens vergessen wir es schlicht, aber wir mögen es auch im Uphill, wenn geschmeidig Unebenheiten ausgebügelt werden oder wir im Drehmoment-starken Wiegetritt auch die Sensibilität des vorderen Federelementes spüren kann. Beides macht die German:A Federgabel mit präziser Genauigkeit. Gerade auf engen Spitzkehren hilft das sensible Ansprechverhalten der Flame Wide den Bodenkontakt zum Lenken nicht durch Felsen oder Wurzeln zu verlieren und sauber um die Kurve zirkeln zu können.

Aufstieg zur Spitze

Aufstieg zur Spitze

Auch bergauf zeigt sich, was eine gute Federgabel leistet

Die ganze Zeit arbeitet die German:A Federgabel, was der Fahrer aber eigentlich nur bemerkt, wenn er aktiv darauf achtet. Ansonsten spürt man fast nichts, und schon gar kein Aufschwingen. Trotz ihrer enormen Sensibilität dämpft die Flame Wide immer situationsabhängig perfekt abgestimmt. Neben steilen Rampen auf unserem Weg zum Start der Trails passieren wir auch ziehende Schotter- und Waldwege, mit Querrillen, gröberen Steinpassagen und Wurzelteppichen. Die 100mm Federweg der German:A Federgabel ergänzen die 4,6 Zoll 45NRTH FATBike Reifen ideal.

Guck ins Tal.

Guck ins Tal.

Was allerdings ab und an auffällt ist ein leichtes Klappern an der Front. Es ist ja an der German:A Federgabel lediglich die rechte Seite mit Luft gefüllt, die linke Seite ist passiv, und das die Flame Wide ohne Öldämpfung auskommt auch völlig leer. Da es sich darüber hinaus auch noch um die Scheibenbremsseite handelt, scheint die Gabel mittlerweile etwas Spiel in den linken Führungsbuchsen bekommen zu haben. Das lässt sich aber sicher durch den Tausch selbiger schnell und unkompliziert beheben. Dennoch ist die Gabel auf lange Sicht mit einer aggressiven 4-Kolben Bremse alá Magura MT8 oder SRAM Guide etwas überfordert. Nicht ohne Grund gibt der Hersteller die Flame Wide offiziell nur bis zu einer Bremsscheibengröße von 185mm frei.

Mit der German:A Federgabel ging's nach ganz oben

Mit der German:A Federgabel ging’s nach ganz oben

Hier kriegt die German:A Federgabel die Sporen

Auf ca. 2.000 Meter angekommen werden die Arme nochmal gelockert und der Luftdruck der German:A Federgabel geprüft.  Es wird immer erst die Hauptkammer, dann die Negativ-Kammer befüllt. 120 PSI liegen in der Hauptkammer an, etwas weniger in der Negativ-Kammer, perfekt für unser Kampfgewicht. Jetzt mal checken, was der Bikepark zu bieten hat. Hard Rock heißt der erste knapp 4km lange Trail. Hier wird der German:A Federgabel nichts geschenkt.

Das Ventil für die Hauptkammer der German:A Federgabel befindet sich unten am Standrohr

Das Ventil für die Hauptkammer der German:A Federgabel befindet sich unten am Standrohr

Sie muss das Gewicht des monströsen Vorderreifens handeln, Wurzel wegbügeln, Sprünge schlucken und ruppige Bodenwellen ohne Aufschwingen sauber wegfiltern, und das Ganze auch noch unter massivem Einsatz der 4-Kolben Bremse wegstecken. Es ist verblüffend, wie intelligent die Dämpfung jeweils abhängig von der Einfederungsgeschwindigkeit der Gabel stärker oder schwächer eingreift. Nicht nur ein extrem gut funktionierendes, sondern auch noch äußerst wartungsarmes System, wie es sich für ein FATBike eigentlich auch gehört.

Anlieger und... Sprung!

Anlieger und… Sprung!

Was bleibt?!

Die Hände sind am Ende der Trails nicht viel verkrampfter als nach dem zehrenden Uphill, was in diesem Fall nicht nur den 4,6 Zoll 45NRTH Flowbeist sondern vorallem auch der German:A Federgabel Flame Wide zu verdanken ist. Sie tut das, was sie soll, und das auch noch sehr gut. Unsere ersten Eindrücke im März / April bestätigen sich auch nach unseren zahlreichen Testrides. Perfekte Performance bei geringstem Gewicht, da steht selbst der hohe Preis von über 1.000 EUR kaum noch im Weg.

2 Responses

  1. Bernhard

    Hallo Dan,
    prima Bericht über ein m.E. tolles Produkt mit Alleinstellungsmerkmal. Seid ihr eine etwas höheren Druck im Vorderrad gefahren?
    Viele Grüße
    Bernhard

    Antworten
    • Dan

      Hallo Bernhard, vielen Dank! Am Vorderrad des Nicolai fahren wir mit den 45NRTH REIFEN nach wie vor um die 0,5 Bar, das Zusammenspiel von Reifen und Gabel passt so sehr gut. FATte Grüße, Dan

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