Unsere erste echte Begegnung mit der SRAM GX Eagle war kurz vor dem GX Eagle Umbau am Bergamont Deer Hunter. Seither haben wir nicht nur auf diesem, sondern auch auf anderen FATBikes mit der 12-fach SRAM reichlich Kilometer abgespult, zum Beispiel auf der Alutech FAT Fanes oder dem neuen Norco Ithaqua. Zeit also für eine Zusammenfassung unseres ausgiebigen GX Eagle Test.

War da was?

War da was? Alutech FAT Fanes mit SRAM GX Eagle 12-fach Schaltung

Vom Umbau zum GX Eagle Test

Der Umbau auf die GX Eagle am Deer Hunter lief glatt und sparte gegenüber einer 2×10 Kombi sogar noch Gewicht. Einmal richtig eingestellt, was Anfangs besser funktionierte als vermutet, wechselt die filigrane Kette beim GX Eagle Test verlässlich die Ritzel. Im Grunde ist das Handling zur Justierung analog zu anderen herkömmlichen Kettenschaltungen.

Canyon Dude CF 9.0 unlimited mit 500% Übersetzungsbandbreite durch die SRAM GX Eagle

Canyon Dude CF 9.0 unlimited mit 500% Übersetzungsbandbreite durch die SRAM GX Eagle (Quelle: canyon.com)

Das wichtigste hierbei ist jedoch die Geometrie des Schaltwerks respektive die Umschlingung, die sich über die kleine am Rahmen abstützende Schraube verstellen lässt. Stimmt diese nicht, geht gar nichts. Entweder gibt es Probleme beim Gangwechsel in kleineren oder größeren Gängen. Nur mit der richtigen Einstellung dieser kleinen Schraube und damit dem Abstand zwischen Schaltröllchen und Kassette gelingt es, über die volle Bandbreite präzise Schaltmanöver zu realisieren. Die großen Schaltröllchen führen die Kette mit ihren dünnen Laschen sauber am Ritzel entlang.

SRAM GX Eagle Kurbel der 1x12-fach Schaltgruppe

SRAM GX Eagle Kurbel der 1×12-fach Schaltgruppe

Rastet knackig beim Klettern

Die SRAM-typische, sehr straffe Federspannung des Schaltwerks und die Übersetzung am Trigger erzeugen dieses knackige Schaltgefühl. Jeder Gang rastet förmlich ein, am Trigger und auf der 12-fach Kassette selbst. Auch wenn wir eigentlich sehr harmonisch “Schalter” sind, für Gangwechsel also eher Last vom Pedal nehmen und die Totpunkte der Kurbel nutzen, provozierten wir in unserem GX Eagle Test natürlich auch zahlreiche Gangwechsel unter Last und Volllast. Das Knirschen der Kette, wenn sich diese unter höchster Spannung verwindend versucht über eine der Schaltgassen der Kassette auf das nächst größere Ritzel zu klettern, hört sich in unseren Ohren wie Folter an. Aber, sie klettert! Auch Schaltmanöver auf kleinere Ritzel rasten regelrecht ein.

4-Kolben Magura MT5, DTSwiss Big Ride Laufräder und 12-fach SRAM GX Eagle Anstrieb, da lässt die FAT Fanes Signature keine Wünsche offen

4-Kolben Magura MT5, DTSwiss Big Ride Laufräder und 12-fach SRAM GX Eagle Anstrieb, da lässt die FAT Fanes Signature keine Wünsche offen

Die Selbstreinigung der Kassette ist nach unseren Erfahrungen sehr gut, lediglich die kleinen Ritzel machen bei extremen Bedingungen wie Schlamm oder Eis/Schnee Probleme. Bei 10 Zähnen auf den kleinsten Ritzel ist einfach kein Platz, wo sich Schlamm o.ä. hindrücken kann. Hierbei können wir aber von einem generellen Problem sprechen, das so gut wie jede Kettenschaltung hat. In unserem GX Eagle Test war jedoch der Sitz der schmalen Kette auf dem vorderen Kettenblatt immer äußerst verlässlich, nicht ein einziges Mal sprang die Kette dort herunter!

SRAM GX Eagle Umbau am Bergamont

SRAM GX Eagle Umbau am Bergamont

Reicht hin

Der größte angepriesene Vorteil der 12-fachen GX Eagle ist jedoch die Übersetzungsbandbreite von 500%. Wohingegen wir bei 1×11 Systemen immer etwas am oberen oder unteren Ende vermissten, so zeigt sich im GX Eagle Test eine für jede Situation ausreichende Übersetzung. Damit würden wir uns sogar auf eine FATBike Transalp wagen.

Ein Ritzel groß wie ein Pizzateller – macht 500% Spreizung!

Nur zum Thema Verschleiß sind wir noch nicht soweit, um verlässliche Aussagen zu treffen. Da müssen wir noch ein paar Kilometer einsammeln. Einen sinnvollen Hinweis können wir aber schon geben: lieber häufiger die Kette wechseln, bevor sich die im Verhältnis recht teure Kassette abgenutzt hat. So kann man ihr Leben etwas verlängern.

SRAM GX Eagle Umbau: es ist vollbracht!

Was bleibt?!

In unserem GX Eagle Test bewahrheitet sich, dass die 12-fach Schaltung von SRAM scharfe Zähne hat, und zwar reichlich. Entgegen unserer Erwartungen, dass die schmale Kette wohl sehr anfällig ist, und die Schaltung unpräzise wird, zeigt sich ein doch recht ausgewogenes Paket aus Gewicht, Schaltkomfort, Bandbreite und Belastbarkeit. Im Falle der GX Eagle passt sogar der Preis.

2 Responses

  1. Thomas

    Jungs, ihr seid ein bisschen hinten dran, ich fahre schon seit einem Jahr Eagle auf meinem Farley EX, ich dachte hier stehen Sachen drin wenn sie neu sind…:-)

    Na, nichts für ungut, ich habe jedenfalls vorne ein 26er Kettenblatt montiert und finde die Übersetzung so perfekt, damit kommen wir (meine Frau & ich) so ziemlich alles ‘rauf bis zur Trage-Grenze, sind letztes Jahr den ligurischen Höhenweg damit gefahren und auf Elba und im Socatal, und ich kann sagen, keine Klagen, kann ich jedem nur empfehlen, nie mehr Umwerfer.

    Antworten
    • Dan

      Hey Thomas, danke für deinen Comment! Mit diesem Bericht wollten wir einen Eindruck zur Alltagstauglichkeit und zu den Details vermitteln. 2016 hatten wir die Egale schon vorgestellt, und letztes Jahr sowohl die GX Egale gezeigt (https://www.fat-bike.de/sram-gx-eagle/) als auch den Umbau beschrieben (https://www.fat-bike.de/gx-eagle-umbau/). 12-fach ist nach wie vor Thema, also was spricht dagegen auch nochmal was ausführlicheres dazu zu veröffentlichen?! 😉 FATte Grüße, Dan

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