Es ist schon komisch. Manches im Leben begleitet dich sehr lange Zeit. Aber irgendwie kommen die Dinge einfach nicht zusammen. Und das, obwohl – wiederum „eigentlich“ – alles klar auf der Hand liegt. „Gut Ding will Weile haben!“ sagt man dann so oft, you can’t hurry Love! Womit wir bei Canyon wären, eben jener Deutschen Bikemarke, die nicht nur seit Tag 1 an das FATBike glaubt, sondern auch von Anfang an auf ein selbst entwickeltes und, im Gegensatz zu vielen anderen, durchdachtes Bike setzt. Trotzdem, und trotz der Tatsache, dass wir „Made in Germany“ besonders schätzen, war Canyon bisher eher ein Stiefkind in unserem Magazin – wir sind einfach nicht zusammengekommen. Aber das wollen wir nun ändern, wie viele von Euch schon auf unseren Social Media Kanälen Instagram und Facebook gesehen haben dürften.

Canyon FATBikes 2020 – ein feines Line-Up

Tarnkappen-Dude (Bild: canyon.com)

Eins gleich vorweg: wir haben derzeit gleich zwei Canyon Dude FATBikes im Test und werden demnächst unsere geballten Eindrücke mit Euch teilen. Heute geht es uns aber erstmal darum, uns einen Überblick zu verschaffen – denn während sich immer mehr Hersteller verabschieden, hat Canyon noch eine ganze Palette aus drei Dude FATBikes im Programm. Also, Zeit für einen Einblick! Alle der Dude’s basieren auf demselben Rahmen aus Carbon, den Canyon selbst entwickelt hat und zu drei eigenständigen Modellen aufbaut. Die cleveren Details wie eine einstellbare Länge der Kettenstreben, Gewinde und Löcher um vom Umwerfer bis zur Dropper Post eine Menge Zubehör installieren zu können oder die hilfreichen Maßnahmen, um den Rahmen punktuell vor Schäden zu schützen, haben also alle drei. Das werden wir im Detail aber in den Bike Tests beschreiben.

Canyon Dude CF 8.0

Diese Farbe!!! (Bild: canyon.com)

Es wäre unfair, das Canyon Dude CF 8.0 als ein Einstiegsmodell zu bezeichnen. Zwar rangiert es in der Hierarchie aus Dude CF 8.0, Dude CF 8.0 Trail und CF 9.0 Trail formal an unterster Stelle. Aber beim 8.0 handelt es sich schlichtweg um ein sehr klassisches FATBike: keine Federgabel, dafür vier/achter Jumbo Jim Reifen*, und modernen Schnickschnack wie eine versenkbare Sattelstütze sucht man ebenfalls vergeblich. Die Kraftübertragung übernehmen Truvativ Kurbeln gepaart mit einer Sram NX Eagle 12-Gang Schaltung. Für Verzögerung sorgen Shimano Scheibenbremsen – welche Canyon am Bug vorbildlich mit 4 Bremskolben auslegt. Das sorgt für solide Bremsleistung bereits mit der serienmäßigen 180mm Scheibe.

Sram NX (Bild: canyon.com)

Ein Highlight sind die DT Swiss BR2300 Laufräder. Anders als die bekannten BR2250 Räder* setzt dieser Radsatz aber auf ein anderes Freilaufsystem – es kommen Sperrklinken statt Zahnscheiben zum Einsatz. Vorbau und Lenker steuern Race Face bei, die Sattelstütze stammt aus dem Canyon Regal. Nur der Selle Italia Sattel mit seiner gummiartigen Kunststoffoberfläche wirkt billig und mag nicht so recht in’s ansonsten ausgesprochen hochwertige Bild passen. Das Canyon Dude CF 8.0 ist ein Fatty für Puristen, die ein hochwertiges Bike ohne Abstriche suchen. Die in wirklich atemberaubendes Blaze Orange gehüllte Schönheit bietet Canyon aktuell für 1.999,- Euro zu Erwerb feil.

Canyon Dude CF 8.0 Trail

Das kleine Schwarze (Bild: canyon.com)

Der Canyon Dude CF 8.0 Trail ist der Kurvenfresser unter den Canyon FATBikes 2020. Der teils matte und teils glänzende Carbonrahmen verleiht ihm die Optik eines Tarnkappenbombers, zusammen mit den vier/nuller Jumbo Jim ergibt sich ein durchtrainiertes Erscheinungsbild. Fast alle Komponenten sind mit denen des ungefederten Dude 8.0 identisch, jedoch kann der Dude 8.0 Trail auf die Unterstützung einer Rock Shox Bluto bauen und schützt das Vergnügungszentrum des Piloten dank einer versenkbaren Sattelstütze.

Federgabel, Dropper Post und „schmale“ Reifen (Bild: canyon.com)

Außerdem stellt Canyon am Dude 8.0 Trail die Länge der Kettenstreben bereits ab Werk auf die kürzere Einstellung, was ein deutlich knackigeres Handling ergibt, im Gegenzug aber auch ein paar Grad maximale Steigung kostet. Egal – mit dieser Einstellung, den leichten und relativ schmalen Reifen, der Dropper Post und natürlich der Federgabel will der 2.599,- Euro Canyon Dude 8.0 Trail das perfekte Arbeitsgerät für Trailheizer und Kurvenfresser sein. Ob er das drauf hat, sagen wir Euch demnächst.

Canyon Dude CF 9.0 Trail

K-o-m-b-r-o… G-o-m-m-p-r-o… K-o-m-m-b-r-o… Ach egal! (Bild: canyon.com)

Für alle, die das Wort „Kompromiss“ nicht buchstabieren können, hat Canyon das Dude CF 9.0 Trail auf die Räder gestellt. Die Basis ist der, wie gesagt, betörend schöne Rahmen des 8.0 in Blaze Orange. Bei den Komponenten sattelt Canyon aber sprichwörtlich auf: nicht nur der Gummisattel fällt weg. Die eigentlich notorisch überforderte Bluto muss einer überragenden Manitou Mastodon Pro* weichen, geschaltet wird mit der höherwertigeren Sram GX Gruppe.

Das Urvieh von Manitou Diese Farbe!!! (Bild: canyon.com)

Bei den Bremsen darf der Pilot sein Leben den bewährt giftigen Sram G2 Stoppern anvertrauen. Und selbst beim Laufradsatz gibt Canyon beim Dude 9.0 Trail alles und schickt den BR2250 Radsatz in’s Rennen – bespannt mit Schwalbe Jumbo Jim vier/null in der gewichtssparenden (aber leider weder tubeless-fähigen noch sonderlich haltbaren) „Light Skin“ Version.

Vom Feinsten: BR2250 Diese Farbe!!! (Bild: canyon.com)

Der Gummisattel fällt einem hochwertigen Fizik Taiga zum Opfer und selbst an den Lenkerenden packen die Hände Hochwertiges: da steckt ein Satz echter Ergon Griffe drauf. Das Canyon Dude 9.0 Trail spielt definitiv in einer anderen Liga, allerdings auch preislich. Ob die aufgerufenen 2.999,- Euro jedoch unter’m Strich als „teuer“ gelten oder nicht vielleicht doch sogar ein Preistipp sind, klären wir ebenfalls demnächst.

Was bleibt?

Family Business – Dude 8.0 „Rude“ und „Soft“ im Vergleich

Mit dem Programm der Canyon FATBikes 2020 verfügt Canyon nicht über das umfangreichste Line-Up aller Hersteller. Aber dank der aus unserer Sicht gut gemachten Abstufung der Modelle ist für jeden etwas dabei. Was die einzelnen Canyons drauf haben und wie sie sich im Direktvergleich schlagen klären wir derzeit in ausgiebigen Tests. Da gehen wir dann auch auf weitere interessante Details ein, die wir, um nicht gleich alles zu verraten, hier mal noch weggelassen haben. Aber auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an! Also – Stay Tuned!

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4 Responses

  1. Uwe Trettin

    Das Dude ist seit 2016 mein treuer Begleiter, seit 2017 auch für meine Herzdame .
    Läuft prima nachdem wir dann die Tretlager gegen Hope getauscht hatten. Verschleiß und Ärger halten sich in Grenzen. Einziger Nachteil den ich als Tourenfahrer bei den aktuellen Modellen sehe , ist das einfacher Kettenblatt vorne …. da fehlt mir auf Langstrecke die Geschwindigkeit…..

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  2. peter

    sind die felgen beim 2300er Laufradsatz schwerer, als die Felgen beim 2250ziger ?
    diesselben Felgen sind es jedenfalls nicht..

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    • Matt

      Hi Peter,

      es gibt keine offiziellen Angaben zu den Unterschieden, dieser Radsatz dürfte Canyon-exklusiv sein. Soweit wir wissen unterscheiden sich nur die Naben, es wird ein Sperrklinken-Freilauf verbaut statt der DT typischen Zahnscheiben. Die Felgen sind, soweit wir das beurteilen können, bei beiden Radsätzen identisch.

      FATte Grüße

      Matt

    • Roberto Libetta

      Also ich habe auf meinem Dude die Jumbo Jim 4.0 in Liteskin Version auf meinen Kuroshiros tubeless drauf bekommen. Und habe auf Asphalt und Schotter mit 1.0 bar keine Probleme.

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