Ein e-FATBike Fully – mal GANZ anders!

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Ein e-FATBike Fully – mal GANZ anders!

Huraxdax, EGO Kit, ein Gipfelkreuz - ganz klar: das neue Dienstfahrrad der Bergrettung!

Huraxdax, EGO Kit, ein Gipfelkreuz – ganz klar: das neue Dienstfahrrad der Bergrettung!

Heute gehen wir der Frage auf den Grund, was zwei innovative Bergretter, eine innovative Bikemanufaktur und ein ebenfalls innovativer Hersteller von Elekotrantrieben mit Matt’s zerrissener Hose zu tun haben. Und wir zeigen Euch ein FATFully mit e-Antrieb, welches ein für alle Mal mit ein paar Vorurteilen aufräumt! Aber fangen wir vorn an!

Wer hilft, wenn alles schief geht?

Dienstantritt: Andi und Stefan von der Bergrettung Berchtesgaden

Dienstantritt: Andi und Stefan von der Bergrettung Berchtesgaden

Es ist ein ernstes und wichtiges Thema: die Bergwacht bzw. Bergrettung ist in unseren Breitengraden für viele Wanderer, Bergsteiger, Biker, etc. oft die letzte Rettung wenn’s mal richtig brenzlig wird. Abgesehen von vielen meist glimpflichen Verletzungen, haben die Mädels und Jungs, die ihren Dienst bei den Bergwachten i.d.R. ehrenamtlich tun, auch schon unzählige Leben gerettet (übrigens hier ein Link für alle, die sich informieren oder die Bergwacht unterstützen wollen: www.Bergrettung-Berchtesgaden.de). Meistens arbeiten sich die Retter mit Hubschraubern oder Geländewagen zum Unfallort vor – was aber aus diversen Gründen nicht immer möglich ist.

Unfälle passieren. Vor allem dort, wo man schwer hinkommt…

Durch NICHTS aufzuhalten: der Maxx Huraxdax mit EGO Kits Antrieb

Durch NICHTS aufzuhalten: der Maxx Huraxdax mit EGO Kits Antrieb

Bleibt also die Frage: was tun, wenn der Himmel zu turbulent und die Trails zu schmal sind? Na logisch: FATBike fahren! Das hilft immer! Andi und Stefan von der Bergrettung Berchtesgaden haben gedanklich aber erstmal woanders angesetzt: Motocross-Maschinen! Nur haben die drei enorme Nachteile… Sie sind laut. Und sie stinken. Das ist im Landschaftsschutzgebiet ein No-Go und auch nicht im Sinne der Bergwacht.

Den Trail rauf schleppen - kannste mit'm Mopped vergessen!

Den Trail rauf schleppen – kannste mit’m Mopped vergessen!

Aber vor allem: sie sind zu schwer. Denn im Rettungseinsatz muss das Gefährt eben oft mal geschultert werden. Plan B wäre ein leises, elektrisches Trialmotorrad. Das scheiterte aber an der zu geringen Reichweite und ebenfalls am zu hohen Gewicht.

Durch NICHTS aufzuhalten: Andi und Stefan

Durch NICHTS aufzuhalten: Andi und Stefan

Irgendwann wurden Andi und Stefan dann auf den Salzburger Hersteller von elektrischen Zusatzantrieben EGO Kits aufmerksam. So nahm die Sache – Achtung, Wortspiel – Fahrt auf! Schon die ersten Testrides waren vielversprechend: Leistung satt! Auch in schwierigem Gelände war vorwärtskommen kein Problem. Und auch die Reichweite der Testbikes war stattlich! Doch vor allem war der Betrieb im Gelände praktisch emissionsfrei. Klar, Strom kommt nicht aus der Steckdose, sondern vom Kraftwerk… Aber auf diese Weise lassen sich Lärm und Abgase zumindest aus dem Landschaftsschutzgebiet raushalten! Und das Ergebnis ist wirklich leise: wir konnten beim Fotoshooting trotz Vollgas-Fahrt die anwesenden japanischen Fototouristen laut und deutlich reden hören!

Der passende Rahmen für den Motor

Der Huraxdax geht um ... die Ecke!

Der Huraxdax geht um … die Ecke!

Also: der Plan war klar! Ein EGO Kit musste her. Fehlt das passende Fahrwerk für die Rettungsmission. Normale Mountainbikes scheiden im schweren Gelände aus, den extremen Belastungen sind sie einfach nicht dauerhaft gewachsen. Wir reden hier nicht von klassischen Single Trails, sondern über wirklich unwegsames, alpines Gelände – über welches der Motor das Bike gnadenlos drüber prügelt!
Und worauf greift man gern zurück, wenn es für normales Bikes zu extrem wird? Genau: FATBikes! Und so sind auch Andi und Stefan schnell bei den FATten Schlappen gelandet. Das passende Bike – es sollte natürlich ein Fully sein und der Hersteller musste in der Lage sein, das Bike sozusagen auf Maß umzubauen – wurde dann sogar praktisch in der Nachbarschaft gefunden.

Mit 'nem Fully geht mehr! Mehr Rettung, mehr Spaß!

Mit ’nem Fully geht mehr! Mehr Rettung, mehr Spaß!

Die Rosenheimer Bike Manufaktur MAXX wurde Entwicklungpartner für das Projekt „Lebensretter“. Der MAXX Huraxdax – vorgestern noch in der Leichtbau Version vorgestellt – ist nämlich ein williges Arbeitstier für wenn’s mal ganz, ganz übel wird; und MAXX kann dank Inhouse Fertigung schnell Prototypen bauen. Der Weg zum Bergrettungs e-FATBike Fully war frei!

Geiles Teil!!!

Zu Recht Stolz: das Entwicklerteam

Zu Recht Stolz: das Entwicklerteam

Das Dreigestirn aus Bergwacht, EGO Kits und MAXX hat dann in langer Feinarbeit ein ziemlich beeindruckendes Konzept entwickelt und verwirklicht! Der Rahmen des Huraxdax wurde um die nötigen Aufnahmen erweitert und mit dem eMotor des EGO Kits ausgerüstet. Dieser treibt über eine Kette direkt die Kurbeln an – wobei man dank Freilauf nicht ständig mittreten muss! So bleibt der Antriebsstrang des Bikes praktisch komplett erhalten und kann z.B. bei leerem Akku normal verwendet werden. Im Alltag braucht man ihn aber nicht mehr.
Damit der Rahmen seinem Einsatz perfekt gerecht wird, wurde eine nachtleuchtende Pulverbeschichtung aufgetragen (siehe Bild).

Kein Blitz, kein Photoshop. Das Bike leuchtet tatsächlich im Dunkeln!

Kein Blitz, kein Photoshop. Das Bike leuchtet tatsächlich im Dunkeln!

Die Akkus landen im Rucksack, das erhöht die Flexibilität und hält das Bikegewicht niedrig. Die Kabel wurden durch den Rahmen gezogen und am Lenker finden sich das Bedienteil und der „Gasgriff“ – ja, richtig gelesen! Das Bergrettungsbike ist kein klassisches eBike sondern e-FATBike Fully mit unabhängigem Zusatzantrieb! Ein beherzter Dreh am „Gasgriff“ entfesselt bis zu 3,4 kW (ca. 4,6 PS), was in Verbindung mit schlanken (circa) 22kg Bikegewicht für abartige Fahrleistungen sorgt! Top Speed auf freier Strecke liegt bei gut 60km/h!

Gerade nochmal gut gegangen ;) (Quelle: D. Preining)

Gerade nochmal gut gegangen 😉 (Quelle: D. Preining)

Um „Street legal“ zu bleiben, kann der Antrieb auf Knopfdruck aber auch auf 25km/h Maximalgeschwindigkeit begrenzt werden – das ist ganz wichtig um schnell mal beim nächsten Metzger ein paar Leberkässemmeln für das Team der Bergrettung zu holen! Und um der Bergwacht auch optisch die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen, wurde sogar ein LED Blaulicht montiert. Sehr, sehr geil!

Matt. Ein Aufreißertyp!

Bringen Farbe ins Spiel. Andi und Stefan!

Bringen Farbe ins Spiel. Andi und Stefan!

Aber was hat das nun mit Matt’s Hose zu tun?!? Naja, ich bin vielleicht nicht unbedingt der technisch versierteste Biker auf diesem Planeten… Aber ich bin ganz sicher völlig ungeeignet für alles, was man mit der Hand statt den Füßen schneller macht. Natürlich konnte ich es – wider besseren Wissens – nicht lassen, den EGO Huraxdax zu testen. Erstmal gaaaanz vorsichtig Gas geben – rollt sanft los, fühlt sich gut an! Etwas mehr Gas – geilo, geht ab und ist easy zu kontrollieren! Dann die übliche fatale Entscheidung: VOLLGAS! Wahnsinn, der Bock wirft dich so schnell ab, dass du dich nur wunderst, warum auf einmal überall Himmel ist… So habe ich nicht nur ein paar gute Bilder, sondern auch eine zerrissene Hose und einen FATten blauen Fleck am Hintern mit nach Hause genommen. Aber ich habe auch wieder was gelernt: 5 Pferde sind einfach zu viel, wenn sie ein Esel steuert, hahahaha!
Mit etwas Übung ist das Fahrverhalten aber problemlos und ungewollte Abwürfe bleiben aus.

Was bleibt?

Manche Bilder muss man nicht kommentieren...

Manche Bilder muss man nicht kommentieren…

Begeisterung! Das Bergwacht e-FATBike Fully ist im Wortsinn ein starkes Stück. Die feine Technik des Huraxdax kannten wir schon. Die feine Technik der EGO Kits war uns neu. Die Leistungen der Bergwacht kannten wir bisher zum Glück nur aus Erzählungen. Das Ergebnis der Arbeit dieser drei innovativen Parteien flasht uns aber regelrecht. Das Bike ist eine verdammte Rakete und zermalmt Anstiege und Hindernisse gnadenlos unter seinen mächtigen Reifen. Nichts kann dieses Monster stoppen. Das ist kein Spielzeug – es ist ein Werkzeug für Leute die etwas erreichen wollen. Oder müssen. Und wenn man die Gesichter von Andi und Stefan sieht, weiß man, dass es irrsinnig viel Spaß macht, mit diesem Bike zu fahren.

Wenn Gesichter reden könnten... Ach Moment! Können sie ja!

Wenn Gesichter reden könnten… Ach Moment! Können sie ja!

Wir hoffen, dass das Modell Schule macht und derart ausgerüstete FATBikes bald an vielen Stellen helfen, Leben zu retten! Und wir wünschen Andi und Stefan viel Spaß mit ihren neuen Rettungsgeräten!
Und wer Spaß liebt und Interesse an so einem Teil hat, wendet sich am besten direkt an Maxx in Rosenheim! Und natürlich kann man das Bike auch auf dem Stand von MAXX auf der Eurobike 2015 bestaunen!

FATBiken bis der Mond aufgeht. Genau unser Ding!

FATBiken bis der Mond aufgeht. Genau unser Ding!

15 Responses

    • Matt

      Hi Uwe,

      das Bergwachtbike hat es aufgrund der in Deutschland schwierigen Zulassungsvoraussetzungen nicht in den Serienbetrieb geschafft. Daher gibt es auch keinen Preis – bei Interesse musst Du den Preis für einen Huraxdax plus den eines EGO Kits nehmen.
      Oder Du schaust mal nach dem „normalen“ Huraxdax EL. Wir bringen in den nächsten Wochen einen ausführlichen Testbericht um aktuellen Serienbike. Ist zwar nicht so unbarmherzig wie der Hobel mit EGO Antrieb aber macht auch verschärft Laune!

      FATte Grüße

  1. Ulrich Henschker "Henne"

    Seit Frühjahr 2016 liegt ein Reifenflickzeug auf der Toni-Lenz Hütte am Untersberg bereit !

    Antworten
  2. Schulnig Marko

    Mein Team und ich finden diesen neuen Ansatz sehr gut und es ist gut zu wissen, das sich Bergetter immer wieder Gedanken darum machen noch effektiver zu werden. Gerade bei Sucheinsätzen sehe ich einen deutlichen Vorteil bez. Zeit und Personal…
    Wir würden die Bikes gerne einmal antesten…
    ÖBRD OSLA…

    Antworten
  3. Chris

    Finde das Bike wirklich sehr interessant. Aber wie sieht es mit einer Straßenzulassung aus? Schließlich überschreitet man die Geschwindigkeit von 45km/h.

    Besten Dank für die Auskunft im Voraus 😉

    Gruß
    Chris

    Antworten
    • Matt

      Hi Chris,

      danke für Deinen Kommentar. Bzgl. der Zulassung wende Dich bitte an Maxx. Ich nehme an, dass die selben Regeln gelten wie sonst auch – Versicherungskennzeichen ab einer bestimmten Geschwindigkeit. Die Jungs von Ego Kits haben uns aber auch gesagt, dass man das Bike per Software in der Endgeschwindigkeit begrenzen kann. Aber wie gesagt, die Details zur Zulassung sind uns aktuell nicht bekannt. Wir haben uns beim Bericht auf den emotionalen Teil beschränkt 😉

      FATte Grüße

      Matt

  4. Folker

    Wirklich coole bikes! Durchdacht bis aufs letzte Detail… Der Akku im Rucksack? Was soll das bitte? Brauchen die Retter den nicht für die Erste Hilfe Sachen? Oder fahren die Jungs mit der Adrenalin Spritze zwischen den Zähnen los? Das Gewicht sehr hoch platziert und dazu mit einem Kabel an das bike gebunden? Suboptimal.

    Antworten
    • Matt

      Hi Folker,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Und guter Punkt, haben wir uns auch gefragt. Im Rucksack ist aber tatsächlich genug Platz für das nötige Equipment. Die nachträgliche Anbringung eines Akkus, der einen 3.4kW starken Motor über einen relevanten Zeitraum antreiben kann, ist gerade bei einem Full Suspension Bike schwierig. Optimal ist die aktuelle Lösung wohl nicht… Aber es funktioniert sehr gut. Mal sehen, was sich da noch in der Entwicklung tut. Wäre ja langweilig, wenn es nichts mehr zu verbessern gäbe!

      Übrigens haben die Bergwacht-Jungs die Adrenalinspritze nicht im Mund, sondern im Arm – wenn man die beiden mal auf den Bikes gesehen hat weiß man, was ich meine 😉

      FATte Grüße

      Matt

  5. Michael

    Hallo

    Das ist im Grunde wirklich – rein sachlich betrachtet – absolut sinnvoll.
    Es geht schliesslich darum genau dort hinzukommen, wo klassische Enduro Motorräder eben nicht hinkommen.
    Und deren Einsatz IST begrenzt. Das ist einfach so. Ich habe selbst schon einmal eine Enduro aus dem Sumpf geschoben, (bei einer Bike Trans Alp) weil diese einsank, und der Fahrer sie eben nicht aus dem Loch bekam weil zu schwer.
    Und es muss auch nicht immer der Heli sein um FlipFlop Wanderer zu retten.
    Ein E-Fatbike hat dieses Problem nicht.

    Und ich frage mich ernsthaft, ob dieses Konzept mit diesem Antrieb von EGO – mit Asphaltbereifung – nicht am Ende eine feine Sache für Pendler ist.

    Was bleibt?
    Das es nicht verwerflich ist, Werbung/Vorstellung zu betreiben für innovative Dinge die es verdient haben!

    Antworten
  6. Jonas

    Hey,
    wollte mal fragen ob man die Dinger auch sich leihen kann und man eine Tages Tour in den bergen drehen kann.:)

    Weiter so:)

    Antworten
    • Matt

      Hi Jonas,

      danke für Deinen Kommentar! Gute Frage – wende Dich mal an Maxx direkt bitte, wir wissen nicht ob es da ein Test- oder Vorführrad gibt. Alternativ schau doch mal bei den Jungs von der Bergrettung in Berchtesgaden vorbei – die helfen Dir vielleicht weiter und können Dir gleich einen Icepack auf den Hintern drücken wenn Dich die Leistung genauso überrascht wie mich 😉

      FATte Grüße

      Matt

  7. FBF

    Dieser Werbegag für Maxx-Cycles ist ein großer Schmarrn !
    Für ernsthafte Einsätze gibt es passendere Fahrzeuge …

    Antworten
    • Matt

      Guten Morgen FBF,

      danke für Deinen Kommentar. Die Initiative ging von der Bergrettung aus, Maxx kam erst später dazu. Die Bikes sind auch Eigentum der Bergrettung und sind dort im Einsatz. „Werbegag“ und „Schmarrn“ treffen es nicht. Es ist eine wirklich mal neue Idee, welche sich gerade im Alltag beweisen muss. Und die man auch mal der Welt vorstellen sollte.

      FATte Grüße

      Matt

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