Eurobike 2016: FAT mal anders

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Dieses Jahr ist turbulent, und obwohl mit der Eurobike 2016 wieder die weltgrößte Fahrradmesse stattgefunden hat, haben wir es dieses Jahr nicht persönlich dort hin geschafft… Aber wir haben INFORMANTEN! Und die haben uns über die neuesten Trends 2017 informiert, und so können wir zumindest einen Teil der Neuheiten der Eurobike 2016 für euch vorstellen.

Eurobike 2016 ist weniger FATtig als letztes Jahr

Jetzt auch in 27,5 x 3,8": der Maxxis Minion FBF/FBR

Jetzt auch in 27,5 x 3,8″: der Maxxis Minion FBF/FBR

Auch wenn FATBikes auf der diesjährigen Eurobike 2016 wieder eine große Rolle spielen, dürfen wir schonmal festhalten: viele Hersteller bauen auf den neuen Radstandard 27,5 FAT mit um die 3,8 Zoll Reifenbreite. Spätestens damit übertrumpft sich die Bikebranche wieder einmal selbst. Wofür? Wir wissen es nicht, denn bevor Formate wie 27,5+ überhaupt so richtig im Markt angekommen sind, kommt die nächste Innovation – mit neuen Bikes und neuen Parts. Aber gut, das ist eine andere Geschichte.

Dass 3,8 Zoll nicht so richtig FAT ist, dürfte eingefleischten FATBike Fahrern klar sein. Trotzdem freuen wir uns, das sich die Hersteller mit dem Mountainbike weiter dem FATBike annähern und die riesige Kluft der Reifendimensionen weiter verkürzt. Die Grenzen verschwimmen und das FATBike wird wieder ein wenig „sozialverträglicher“.

Da wir auf alles stehen, was FAT ist, werden wir das neue Format demnächst für euch testen. Wir sind neugierig und werden den Reifen dabei genau auf die Noppen fühlen. Mal sehen, wie sie im Vergleich zu unseren Lieblingen jenseits der 4,0 Zoll Schallmauer abschneiden!

Rocky Mountain bringt 27,5 FAT auf die Eurobike 2016

Aus Alt mach Neu: SuziQ (Quelle: Bikes.com)

Aus Alt mach Neu: SuziQ (Quelle: Bikes.com)

Vielleicht hatte es der ein oder andere schon mitbekommen, unsere kleinen und mehr oder weniger versteckten Hinweise, dass ein kanadischer Hersteller hier wohl was neues bringen könnte. Jetzt zur Eurobike 2016 wird es offiziell: die neuen Rocky Mountain Carbon FATBikes sind raus und rennen auf 27,5 FAT Reifen mit einer Breite von 3,8 Zoll durch’s Gelände. Nach dem FATBike Blizzard lässt Rocky ein weiteres Bike vom alten Schlag wieder auferstehen. Suzi Q nennt sich das nagelneue Carbon FATBike aus Kanada. Zwei Modelle stehen zur Wahl, wobei beide mit Carbon Stargabel daher kommen. Das Suzi Q -90° RSL kommt mit Shimano XTR Antrieb, das Suzi Q -50° RSL läuft auf XT/SLX Mix. Die Geometrie ist eher Race-orientiert, ein echter Herausforderer des Specialized S-Works FatBoy.

Was Suzi Q auf der  Pelle hat werden wir versuchen möglichst bald herauszufinden.

Neues FAT Fully im Parcours

Noch schneller: Trek Farley EX (Quelle: Trek)

Noch schneller: Trek Farley EX (Quelle: Trek)

Eigentlich gar nicht mehr so neu, und auch nicht auf der Eurobike 2016 vorgestellt, trotzdem passt es heute hier und jetzt in diesen Beitrag. Trek überrascht auch uns mit dem Farley EX, ein waschechtes FAT Fully. Auch hier zeigt sich das neue Format 27,5 FAT mit 3,8 Zoll breiten Reifen, analog zu den Rocky Mountains. Das Farley EX gibt’s in zwei Varianten, als EX 8 mit Aluminium Rahmen und 120mm Federweg vorn wie hinten, sowie als EX 9.8 mit Carbon Rahmen und ebenfalls 120mm Federweg. Das Topmodell rollt sogar auf hauseigenen Carbon-Laufrädern (die allerdings gar nicht mal so leicht sind) aus dem Shop. Bei der Geomtrie orientiert sich Trek eher in Richtung Trail und legt den Lenkwinkel mit 68,8 Grad verhältnismäßig flach aus. Wir sind gespannt auf das Fahrgefühl!

E! Ihhhh??? Mmmmhhh…

Matt's Huraxdax - hier noch ohne Hilfsmotor

Matt’s Huraxdax – hier noch ohne Hilfsmotor

Und noch ein Trend setzt sich mit unverminderter Härte fort: eFAT. Die Argumente für und gegen Bikes, bei denen der Duracell Hase erregt im Viereck hüpft, sind ja fast unerschöpflich. Fakt ist aber, dass keine Bikegattung so stark wächst wie eBikes, welche mit ein paar (mehr oder weniger) versteckten extra-Watt den Vortrieb unterstützen.
Neben den bereits bekannten Herstellern betritt nun auch die Manufaktur MAXX aus Rosenheim die elektrifizierte Bühne. Und das mit einem echte Kracher: dem Huraxdax EL, einem eFATFully. Der verbaute Brose Mittelmotor wuchtet zusätzlich 250Watt mit 90Nm Drehmoment Leistung auf die Kette.
Aber bevor jetzt wieder gemeckert wird: mal abwarten! Ein eFATFully klingt irgendwie schon wieder irgendwie spannend. Wir kriegen das Teil demnächst zum testen. Und da werden wir unsere „Versehrten-Mobil“ Mentalität mal an den Nagel hängen und schauen, ob man damit nicht ein anständiges Trail-Feuerwerk abfackeln kann! Ein eFATFully hat ja schon ordentlich was von Motocross. Und das ist verdammt cool!

Insgesamt werden wir uns diesem Trend aber auch nicht länger entziehen sondern in Zukunft verstärkt auf eFAT achten. Wir müssen uns noch ein paar Dinge überlegen, wie wir Tests möglichst objektiv und vergleichbar machen. Aber das kriegen wir hin.
Aber keine Sorge – wir machen das zusätzlich, die klassischen  Themen werden natürlich nicht zu kurz kommen.

Was bleibt?

Nur 3.8" aber dennoch FAT! (Quelle: Trek)

Nur 3.8″ aber dennoch FAT! (Quelle: Trek)

Die Welt ist in Bewegung und wir sind mittendrin. Es geht FAT weiter und entgegen aller Vorurteile und Unkrufe hat das FATBike seinen Platz in der Bikewelt inzwischen sicher. Glück gehabt, denn der Weg zurück auf ein Mountainbike wäre echt nicht schön gewesen.
Wir werden in Zukunft aber auch hin und wieder eine Blick über den Tellerrand werfen und freuen uns schon auf 650B+, 27,5 FAT und was noch alles kommt. Und für alle, die jetzt ein komisches Gefühl in der Magengegend verspüren, haben wir noch eine kleine Ankündigung: bald kommt unser Artikel zum FATtesten aller Reifen, dem VeeTire Snowshoe 2XL. Na, wenn das keine FATten Aussichten sind!!!

4 Responses

  1. Michael

    Hallo

    Als ich vor dem neuen Rocky stand, staunte ich nicht schlecht!!!!
    27,5 “ auf FAT?????
    Verstanden habe ich den Sinn bis heute noch nicht.
    Es reicht nun wirklich langsam – meine Kritik richtet sich 100% an die Hersteller.
    Muss denn nun auch noch das Fatbike unterschiedliche Reifendurchmesser bekommen?!! Ich sage ganz klar NEIN!
    Warum?
    Weil selbst den findigsten Produktmanagern eigentlich kein halbwegs glaubhaftes Argument mehr einfallen dürfte, um den Kunden zu einer neuen „Religion“ zu bewegen…
    Nein, im Ernst. Es gibt keinen Sinn dahinter.
    Die Industrie hat nichts gelernt aus der Kaufzurückhaltung des Kunden. Schlimmer noch, sie verstärkt die Ursachen noch.

    Davon abgesehen, war die Eurobike sehr enttäuschend heuer. Im Allgemeinen und im Besonderen zum Thema FAT! Fatbikes musste ich regelrecht suchen wie die Nadel im Heuhaufen. Einzig Salsa war hier ein Lichtblick…

    Anstatt z.B. bessere Federgabeln und Laufräder zu entwickeln wird eine weitere Reifengröße auf den Markt geworfen.
    Das driftet ja schon ins Lächerliche ab. Ernst nehmen kann ich das nun wirklich nicht mehr.

    Demnächst werden dann wohl die ersten Bikestrecken umgebaut oder extra angelegt werden müssen um die signifikanten, bahnbrechenden Evolutionen der Dutzend „Reifensysteme“ erfahrbar zu machen!
    Es wird wohl eigene Segmente dann geben wo man die Versprechen der Produktmanagern „erfahren“ und nachfahren kann. Ein eigener Wurzelpfad z.B. mit – via Lasermessung – eingepflanzten 3D Wurzln in genau definiertem Abstand. Dann fühlt man erst die Vorteile durch die neuen Reifengrößen und den immensen Benefit, den man plötzlich hat.

    Was bleibt?
    Viel Raum für nich mehr Reifengrößen. Man könnte ja eigentlich vom kreisrunden Laufrad Abschied nehmen! warum sind Laufräder und Reifen noch immer so banal rund?
    Ein welliges Profil von Laufrad und Reifen passt sich doch viiiiiiiel besser dem Untergrund an. Advantage!!!

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  2. Beppo Limmer

    Hallo.
    Der Artikel stimmt nicht ganz.
    Trek stellte schon 2015 die Modelle Farley 9, 9.6 und 9.8 mit der Reifengröße 27.5×3.8 für 2016 vor.
    Ich fahre ein Farley 9 und bin von der Reifengröße begeistert.
    Der Bontrager Hodag in 3.8 ist genauso breit wie ein Schwalbe JJ 4.0.
    Ausserdem bringt Trek mit dem Barbegazi einen Fatreifen in 27.5×4.5.
    Der sollte dann endlich „fat-genug“ sein.
    Macht bitte weiter so.
    Die fat-bike-Seite ist klasse.
    Schönen Tag. Beppo

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  3. Wolle

    Schwach. Bzw schwache Informanten 🙁

    Nichts, aber auch gar nichts zu neuen Reifen? Eh nur das wichtigste fûr ein Fat Bike…

    Außerdem soll es noch Menschen#Fat Biker geben, die zwar ein klassisches Fat Bike (Trek Farley 6) haben, aber hinten trotzdem nur 3,8 bzw 4,0 Zoll Reifen reinpassen.

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    • Dan

      Hallo Wolle, Danke für deinen kritischen Kommentar. Wir werden hier nachbessern, versprochen! Natürlich bringen wir auch noch Details zu den neuen Formaten und neuen Reifen, wobei wir unterjährig schon einige vorgestellt hatten. FATte Grüße, Dan

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