Der „Keine Kompromisse“ FATBike-Aufbau

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Schon seit Monaten schwirrt uns ein Konzept im Kopf herum, bei dem es um ein FATBike geht, dass keine Kompromisse eingeht, ein FATBike, dass den Ursprungsgedanken vom FATBike verkörpert, aber trotzdem mit der Zeit und der Entwicklung geht. Zugegebener Maßen sind wir uns bis heute etwas unschlüssig, in welche Kategorie unseres FATBike Magazins dieser Plan eigentlich gehört: MeinFATBike, Test&Technik, Modelle, News… Irgendwie passt es überall. Haltbarkeit, hohe Qualität und niedriger Wartungsaufwand sind die Kernziele bei unserem Konzept.

Nicolai-Rohrsätze

Nun lüften wir den Vorhang und zeigen euch vorab schonmal die Gedanken unseres FATBike Aufbau Konzeptes, das wir gemeinsam mit Nicolai und der tollen Unterstützung einiger anderer Marken gemeinsam realisieren dürfen.

Hast du kein Argon FAT, dann hast du kein Argon FAT

Fangen wir beim Herzstück des FATBikes ohne Kompromisse an. Der Rahmen, der FATBike Rahmen. Wir sprachen ja bereits von Nicolai. Die Jungs aus Lübbrechtsen überlassen nichts dem Zufall, jeder Rahmen wird während der Herstellung mehrfach gerichtet und geprüft, sodass am Ende ein High-End Produkt das Nicolai-Gehöft verlässt. Der Argon FAT wird für das Projekt mit individueller Zugverlegung und verschiebbaren Ausfallenden für Rohloff produziert, bekommt Bohrungen für innenverlegte Züge der höhenverstellbaren Sattelstütze. Für maximale Wendigkeit kommt der Argon FAT in Rahmengröße M, die Farbe und das gewählte Dekor verraten wir an dieser Stelle noch nicht.

Nicolai Argon FAT

Auf die geilsten Trails der Welt zusteuern

Am Ende der Vorstellung dieses Projektes werdet ihr verstehen, warum ein solches FATBike ins Trailparadies Finale Ligure, in den North Shore bei Vancouver oder in den Bikepark Winterberg gehört. Gesteuert wird in dem Fall am 750mm breiten Easton Haven 35 Carbon Lenker, der über die immense 35mm Klemmung am gleichnamigen Vorbau Haven 35 verbaut wird. Das garantiert große Hebel und reaktionsschnelle Lenkmanöver.

Easton Haven 35 Carbon Lenker und Haven 35 Vorbau

Easton Haven 35 Carbon Lenker und Haven 35 Vorbau

Gehalten wird der kurze Easton Vorbau an der Gabel mit einem Stück Bikegeschichte, dem ChrisKing Steuersatz, genauer gesagt der semi-integrierte i7. Seit nun mehr 40 Jahren ist Chris King mit haltbaren Steuersätzen im Geschäft, und wenigstens einmal im Leben wollten wir auch mal einen besitzen dürfen.

Schön und haltbar

Schön und haltbar

Das man auch morgen noch kraftvoll reintreten kann

Der Antrieb ist neben dem Rahmen einer der Hauptbestandteile unseres Konzeptes, denn genau der verlangt für üblich die höchste Aufmerksamkeit bei Einstellung, Wartung und Pflege. Die Wahl fiel, wie sich sicher schon jeder denken kann, auf die Rohloff SPEEDHUB XL Nabenschaltung mit 14 Gängen und den Carbon Gates Drive Riemenantrieb.

Rohloff SPEEDHUB XXL mit Carbon Gates Drive Riemenscheibe

Rohloff SPEEDHUB XXL mit Carbon Gates Drive Riemenscheibe

Mehr als einen Ölwechsel im Jahr für die Nabenschaltung bedarf es nicht um mit dieser Kombination sorgenfrei durch Schlamm, Schnee, Großstadtsmog oder Wüstensand zu pedalieren. Bei der Übersetzung haben wir uns in Abstimmung mit Rohloff für 46 Zähne an der vorderen und 24 Zähne an der hinteren Riemenscheibe entschieden. Das ist ein Setup, mit dem sowohl schnelle Abfahrten aber auch knackig steile Uphills bewältigt werden können.

Riemen und Scheibe von Carbon Gates Drive

Riemen und Scheibe von Carbon Gates Drive

Um das Mehrgewicht der Rohloff etwas zu kompensieren setzen wir bei den Kurbeln auf die bewährten RaceFace Next SL Carbon, die über ein 100mm breites RaceFace BSA Innenlager im Nicolai Argon FAT verschraubt wird. Für optimalen Halt beim Antritt sind wir wiedermal bei NC17 gelandet, denn das relativ neue Pedal SudPin IV S-Pro ist leicht, äußerst griffig und dabei noch „Fail Safe“, wie es NC17 nennt.

NC17 SudPin IV S-Pro und RaceFace Next SL Carbon Kurbel

NC17 SudPin IV S-Pro und RaceFace Next SL Carbon Kurbel

Innenlager von RaceFace

BSA-Innenlager von RaceFace mit 100mm Einbaubreite

Abfahren und Abbremsen

Für maximalen Speed im Downhill sind wir etwas exotischer unterwegs und verbauen die FatLab Upside-Down Federgabel* mit 100mm Federweg und 15mm Steckachse. Wir gehen davon aus, dass die systembedingte Steifigkeit der FatLab Upside-Down Federgabel gut den absolut steifen Hinterbau des Nicolai Argon FAT Rahmens ergänzt und ein direktes Zusammenspiel entsteht.

FATBike Upside-Down Federgabel von FatLab

FATBike Upside-Down Federgabel von FatLab

Zum Stehen kommt unser FATBike Aufbau mit der extrem bissigen SRAM Guide RSC, die vorn eine 200mm und hinten eine 180mm Bremsscheibe mit jeweils 4 Kolben kräftig in die Mangel nimmt.

Bissig, wenn's ernst wird!

Bissig, wenn’s ernst wird!

Beim Laufradbau wird auch nichts dem Zufall überlassen. Trotz Rohloff-Nabe am Hinterrad war uns wichtig, vorn und hinten gleiche Felgen zu verbauen, Felgen die robust und dennoch leicht sind. Da DT-Swiss nicht nur Komplettlaufradsätze, sondern auch Felgen und Naben einzeln anbietet, fiel unsere Wahl auf die Schweizer. Neben den Big Ride Felgen haben wir auch DT-Swiss Competition Speichen verbaut, bei der Nabe vorn läuft die BR350 ihrem Rider treu hinterher.

Ein kleines Highlight ist die Steckachse vorn, denn die mitgelieferte Achse von FatLab tauschen wir durch die ultraleichte DC15 RS150 von Tune aus, mit Titan/Carbon Hebel, eine Augenweide für sich!

Edelste Materialien für minimales Gewicht

Edelste Materialien für minimales Gewicht

Machs dir bequem!

Für dauerhaft ungetrübten Fahrspaß sollte der Fahrer gemütlich und Po-konform Platz nehmen, für uns am Besten auf dem Selle Italia SLR TT, der mit gerade mal 135g ein Leichtgewicht darstellt. Mindestens genauso gewichtssparend arbeitet der Schraubwürger von Tune, ein edles kleines Teilchen! Für maximale Flexibilität trotz Sattelklemme mit Verschraubung und Spaß und mehr Sicherheitsreserven auf dem Trail gehen wir bei der Sattelstütze, wie auch schon an der Front, auf Easton.

Hochsitz am Argon FAT

Hochsitz am Argon FAT

Die Jungs von Easton haben bei der Entwicklung der Haven Dropper Post nämlich vorallem an wartungsarmen Betrieb auch bei extremen Bedingungen getüftelt. Mit stufenloser Höhenverstellung bequem vom Lenker aus, eben auch bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, arbeitet die Sattelstütze zuverlässig Tag ein Tag aus.

Auch Kleinvieh macht Mist

In diesem Fall aber gehört der Kleinkram einfach dazu, ein FATBike komplett zu machen. Easton LockOn Griffe und Felgenband von DT-Swiss gehören ebenso dazu wie die FATBike Schläuche von Schwalbe.

Easton LockOn Griffe

Easton LockOn Griffe

Ach ja, die Reifen… Hier sind wir noch etwas unschlüssig, was am Besten zum Konzept passt. Was denkt ihr denn??? Wir wollen zu Anfang mit Schwalbe Jumbo- Jim 4,0 bestücken.

Was bleibt?!

Spannung, auf das wir diese ganzen Teile endlich zu einem FATBike zusammenstecken können, und die Spannung darauf, ob sich die in unserer Theorie erdachten Ansätze auch in der Praxis ankommen. Wir werden euch in den nächsten Wochen beim FATBike Aufbau mitnehmen und genau die einzelnen Schritte erklären. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen, der auch einen individuellen Aufbau plant. Außerdem gibt es dann natürlich den jetzt schon von uns heiß erwarteten Praxistest dieses kompromisslosen FATBikes, einige Monate später dann auch den dazugehörigen Langzeittest. Jede Komponente werden wir dann nach einer gewissen Laufleistung anschauen und berichten, wie sich Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen äußern. Aber auch der Spaß beim Fahren wird beim Berichten nicht zu kurz kommen, davon sind wir fest überzeugt.

16 Responses

  1. Dirk

    Verratet Ihr mir bitte wo ihr eine Fatlab 100mm für 150×15 findet?
    Im Fatbike24 Shop gibts keine 100mm für 150×15!

    Gäbe es sie würde ich sie kaufen 😉 denn dann passts auch mit der Einbauhöhe!

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  2. Günsen

    Howdy!
    So schön… ich bin freu mich schon auf die Details! Kompromisslos hin oder her – schön zu lesen ist es alle mal.
    Ein bisschen Background zum Rahmen, zum Aufbau, usw. – ich hoffe Dan & Matt legen auch nen bissel Hand an, wenn der Rahmen zusammengebrutzelt wird.

    Also Jungs, weiter so, wir sind gespannt!

    Antworten
    • Dan

      Hey Günsen, schön von dir zu hören! Im Grunde wollen wir mit unserem Projekt ja auch inspirieren, anleiten und unterhalten. Keiner muss genau das FATBike nachbauen, aber wenn wir die anderen Punkte erreichen, dann sind wir happy! Ob es gut wäre, wenn wir selbst beim Schweißen helfen wage ich zu bezweifeln, aber vielleicht dürfen wir ja mal pulvern 😉

  3. Hauke

    Kommt Jungs

    jeder hat doch eine eigene Vorstellung von „kompromisslos“. Der eine will kompromisslos leicht, der Nächste stabil, der Dritte schön…. Mein Ideal-Fatbike wäre das momentan nicht, aber ich finds geil, was die Fat-Bike-Jungs da so machen.

    Viel Spass!!

    Hauke

    Antworten
  4. walter

    Servus zusammen… jeder hat beim aufbau SEINES fattys ganz eigene Vorstellungen… Zum Glueck… Sonst wuerden alle mit dem gleichen Bikes rumduesen… Ich find euer Projekt wirklich ne super Idee und interessant…
    und sicher kann der ein oder andere auch wieder SEIN fettes Teil auf eurer HP vorstellen und erklaeren warum er was gemacht hat… Servus ich

    Antworten
    • Dan

      Danke Walter. Du bringst es auf den Punkt, wer ein geiles FATBike Konzept hat und das sogar schon umgesetzt hat, sendet und Details und Fotos dazu, wir bringen es unter MeinFATBike raus.

  5. Thomas

    „Keine Kompromisse“ wird es nicht geben!

    Das fängt beim Rahmen an und hört über Antrieb, sowie Anbauteile bei den Laufrädern auf.
    Was ist z.B. an der Verwendung einer Federgabel bitte kompromisslos?

    Grundsätzlich finde ich Euer Projekt ja ganz nett, auch wenn es meinen Vorstellungen eines „kompromisslosen“ Fatbikes nicht entspricht.

    Zur Reifenbreite sage ich nur: 4.0er Bereifung hat das Fatbike meiner Freundin…

    Viel Spass beim Aufbau!

    Antworten
    • Dan

      Hi Thomas, das mit den Reifen deiner Freundin hat gesessen 😉 Nein, im Ernst, wahrscheinlich werden wir nach einem ersten Test im beschriebenen Setup auch auf 4,8 gehen, mal schauen. Das Thema mit der Federgabel haben wir auch lang diskutiert, aber so ist es einfach ein Bike für einen noch größeren Einsatzbereich. Aber dazu später mehr.

  6. Michael

    Die Schaltgeschwindigkeit hängt nicht vom Getriebe sondern wesentlich von einer guten Zugverlegung ab. Ist die nicht gut, mit engen Bögen oder die Hülle an den Fixierungen gequetscht, steigt die Handkraft an – dabei ist egal ob Pinion oder Rohloff! Habe das Nicolai Argon Fat Bike mit Speedhub XL in Willingen 2015 getested 😉 mit der 14-Gang Nabe im Heck war das Bike gut ausbalanciert..
    Auch wenn der Pinionantrieb zentral im Rahmen steckt, beträgt das Mehrgewicht ca. 700g im Vergleich zur Rohloff – das sollte bei der Betrachtung nicht vergessen werden.

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  7. SLuette

    Wenn ihr die Jungs von 9Point8 bei der Entwicklung der Dropper Post nennen könntet wäre das sicherlich fairer als auf EASTON hinzuweisen.

    Antworten
    • Dan

      Danke für den Tipp. Wir werden dem mal nachgehen und dazu sicher nochmal was bringen. Generell denke ich aber, das es heutzutage fast schon normal ist, die Entwicklung an Spezialisten zu geben, und selber nur noch das Label drauf kleben.

  8. Sebastian Grethe

    Mein Ideal ist ebenfalls ein Fatbike mit Piniongetriebe und Riemenantrieb – was ist mit dem von Conti? – und zwar als Fully. Geht nicht? Das Heisenberg E-Fully gibt es mit Riemenantrieb, nur die Reifen sind eben nicht fat. Und 5 Zoll breite Reifen sollten möglich sein. Das wär‘ was!

    Antworten
  9. Richard

    Da hat man beim Argon schon die Möglichkeit sich für eine Pinion zu entscheiden und wählt dann doch die hecklastige Rohloff? (die nebenbei bemerkt auch nicht ganz so rasant wie die Pinion schaltet, hab den Direktvergleich durch und kann keine negativen Punkte zu Pinion nennen).

    Dann heißt der Titel kompromisslos und überlegt dann ob ein 4,0er Reifen eine Option darstellt? Ich habe nun etwas darauf gehofft, dass der Rahmen soweit angepasst wurde, dass jeglicher Reifen reinpassen würde… o.O
    Daher nehme ich an, dass Nicolai noch immer nicht einmal 4,8″-Reifenbreite garantiert?

    Grüße!

    Antworten
    • Dan

      Hey Richard, Danke für Dein Feedback! Pinion ist sicher eine gute Alternative zur Rohloff, aber wir haben bisher gute Erfahrungen mit Rohloff gemacht, ich selbst fahre Rohloff im MTB schon seit 17 Jahren! Bei den Reifen hast du vollkommen Recht, aber hier wollten wir erstmal schauen, ob das FATBike dann schön agil ist und durch die Federgabel ausreichend gedämpft ist. Wie ich uns kenne, werden wir über kurz oder lang auf 4,8 ausfrüsten 😉

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