Start:

Edolo

Ziel:

Riva del Garda

Kilometer:

124,33 km

Höhenmeter:

2.650 hm

Tourzeit:

13:01:36 Stunden

Etappe 6

Highs

– Mission completed, endlich am Ziel!

– Fantastische Aussichten auf dem Weg zum Passo di Campo

– Neuer Streckenrekord auf dem FatBoy

– perfektes Wetter

Lows

– Zäher Aufstieg zum Passo di Campo

– Zäher Absteig vom Passo di Campo

– Wieder mal verfahren… (+10km und 300hm)

Fahrbericht

FATBike Transalp

Here we go. Oder besser: here we sit. Am Gardasee. Ab und an eine Tasse Espresso und ein Aperol Spritz zur Erfrischung. Mit einer FATten letzten Etappe haben wir die FATBike Transalp gestern erfolgreich ins Ziel gebracht. Bevor wir aber einen ersten Blick auf den herrlichen Gardasee werfen konnten, mussten wir nochmal ordentlich ranklotzen.

FATBike Transalp

Die 6. und letzte Etappe führte uns über den berüchtigten Passo di Campo. Irgendwie wurden wir am Ende ja vor fast jedem Pass gewarnt – aber vor keinem so nachhaltig wie vorm Campo. Egal. Unser „Tourpate“ Michl Heckmair hat mal zu mir gesagt „Der Passo di Campo isch halt numal da, da musch halt rauf!“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Trotzdem ist das schon ein ordentlicher Brocken, der sich dem Transalp willigen Biker da in den Weg stellt. Wir haben unsere FatBoys satte 3 1/2 Stunden geschleppt, geschoben, gezerrt und manchmal sogar gefahren. Dabei ist es grundsätzlich so, dass man mit dem FatBoy weite Teile der Auffahrt durchaus fahren könnte. Unsere Kondition und die Gesamtlänge der Etappe haben uns aber mal lieber laufen lassen.

FATBike Transalp

Zu laufen hat außerdem den Vorteil, dass man die Natur uneingeschränkt genießen kann. Und das ist für uns auch der größte (und eigentlich einzige) Pluspunkt an dieser Strecke. Bereits unten wartet quasi hinter jeder Kurve ein Wasserfall (und in unserem Fall auch Barny, unser Fotograf). Oberhalb der Baumgrenze hat man dann eine faszinierende Aussicht auf einen türkisblauen , von Felsen umringten Stausee, welcher sein Wasser über einen Wasserfall bekommt, der wiederum aus einem riesigen Schneefeld gespeist wird. Obwohl wir eigentlich keine Zeit hatten – hier war erstmal Pause angesagt. So etwas sieht man nicht alle Tage!

An dieser Stelle wollen wir auch einfach mal kurz Barny sprechen lassen…

FATBike Transalp FATBike Transalp FATBike Transalp

Der Abstieg vom Pass sah von oben noch nach einem formidablen Downhill aus, hat sich aber schnell als extrem verblockter Trail entpuppt. Gerade mit einem 9 Kilo schweren Rucksack auf dem Rücken kommt da kaum Freude auf. Zeitpuffer für Pannen hatten wir auch nicht, also haben wir wieder mal unsere Fatties geschultert und sind runter gelaufen.  Nicht schön, aber selten. Sozusagen. Aber wir wollten es ja auch nicht anders.

Als wir auf der anderen Seite des Passes auf der Asphaltstraße ankamen, standen gerade mal 45 Kilometer auf dem Garmin. Da wir uns auf der Anfahrt zum Passo di Campo noch 1a verfahren hatten stand fest: von den geplanten 115 Kilometern hatten wir erst schmale 35 geschafft. Und wieder mal: Glückwunsch!
Zum Glück war es ja erst kurz nach 5 und so blieben uns noch satte 4 Stunden um die fehlenden 80 Kilometer abzuspulen. Mit dem FatBoy. Na dann mal los, wir lieben Herausforderungen!

FATBike Transalp

Ein Opfer mussten wir leider bringen: den Tremalzo würden wir nicht mehr schaffen. Das stand fest. Der Plan: ab Storo (wo man ja eigentlich das Etappenende setzt, um am nächsten Tag in Ruhe zum Lago zu biken) direkt zum Ledrosee und auf der Straße weiter nach Riva. Allein dieses Stück beinhaltet ja nochmal sportliche 400 Höhenmeter.
Alles in allem keine verlockende Strecke. Aber zumindest kommt man am Ende auf der alten Via Ponale heraus. Und auch, wenn wir da schon 115 Kilometer und eine komplette Transalp in den Beinen hatten – dieses Vergnügen haben wir uns nicht entgehen lassen! Es ging mit lockeren Schwüngen durch die Kurven, während in jedem Tunnel dass laute Surren der FATBike Reifen von den Wänden widerhallte. Und immer wieder den funkelnden Gardasee rechts im Blick. Alles klar – wir waren angekommen!

FATBike Transalp

Die letzten Meter der FATBike Transalp haben uns dann entlang der Strandpromenade von Riva und Torbole geführt. Nach 6 Tagen in der Einsamkeit der Alpen war erstmal posen angesagt… Es ist immer wieder krass, wie sehr unsere FatBoys die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und das liegt sicher nicht nur am Geräusch der Reifen.

FATBike Transalp

Am Ende der gestrigen Etappe hatten wir dann 125 Kilometer, 2650 Höhenmeter und satte 5000 Kalorien auf dem Konto. Und alles mit dem FatBoy. Ein weiterer Beweis: selbst lange Strecken sind mit einem FATBike problemlos zu meistern 😉

Jetzt versuchen wir erstmal, die Erlebnisse der letzten Tage zu verarbeiten und zu sortieren. Selten – wenn überhaupt schon jemals – hatten wir so viele Extreme dermaßen dicht gepackt.

FATBike Transalp

Wir hatten herrliche Singletrails, steile Uphills, schnelle Downhills, Schneefelder und endlose Straßenetappen unter den Monsterwalzen. Wir sind durch einen Schneesturm, acht Stunden im Dauerregen und bei 30 Grad gefahren und haben unsere FatBoys mehrere Stunden auf Felsen, durch Schnee oder in Flussläufen auf Berge geschleppt. Das Heftigste war wohl das Schlappiner Joch, wo wir im Schneesturm, mit sacknassen Klamotten, steif gefrorenen Fingern und mit einem Gewitter im Genick versucht haben, für den anstehenden Downhill zumindest eine Schicht trockene Klamotten anzuziehen. Nur eines war IMMER dabei: Spaß am biken.

FATBike Transalp

Ein ausführliches Fazit unserer Erlebnisse mit den FatBoys gibt es in den kommenden Tage hier auf unserer Seite!

FATBike Transalp

Und, wie an dieser Stelle üblich, noch zwei Dinge. Erstens: in Torbole gab es dann neben der ersehnten Dusche und dem eiskalte Bier … eine Menge Essen und literweise Rotwein.

Und zweitens gibt es diesmal wieder ein Video als Zusammenschnitt der Highlights der Tour!

17 Responses

  1. a_schwaub

    Hallo Jungs!
    Meinen Riesen – Respekt habt Ihr für eure Leistung mit den Fat-Bikes .
    Ich wollte eigentlich die selbe Tour ein paar Tage vorher fahren. Hatte allerdings nur 5 Tage Zeit. Bin am 19.6. los. Die ersten 2 Tage waren bei mir auch noch sehr durchwachsen vom Wetter. Nass und kalt.
    Ich weiss also was Ihr da ausgehalten habt. Ausserdem hatte ich von der Freiburger Hütte runter einen brutalen Abgang. Schon geil was Ihr mit den Fatbikes alles gefahren seid. Verletzungsbedingt, dem Wetter geschuldet und aus Zeitmangel habe ich ab Davos umplanen müssen. Bin dann den großen Schiebe und Tragestrecken etwas aus dem Weg gegangen. In meinem Alter (fast 60) muss man dann etwas vorsichtiger sein.

    Übrigens tolle Bilder. Mein Kompliment an den Fotografen

    a_schwaub

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    • Schneiderlai

      Servus Hans,
      vielen Dank für dein Respekt, den wir uns gern mit unseren FATBikes teilen 😉 Gleiches gebe ich aber auch zurück, keine leichten Bedingungen bei dir. Mit Verletzung geht natürlich nicht viel, hoffe es war nichts Ernstes?! Das Kompliment gebe ich gern an unseren Fotografen Barny (Bernd Widmann von SF Mediarevolutions) weiter.
      Hast du auch schonmal überlegt, dir ein FATBike zuzulegen?
      Viele Grüße,
      Daniel

  2. Tobi

    Hab ich was verpasst???
    Auf den Fotos auf der Montainbike sowie im Video sieht man euch entweder beim hochfahren, schieben oder auf dem Asphalt (noch dazu beim letzten stück vor Riva nicht den trail fahren, sondern auf dem einfachen weg) mag ja sein, dass ihr da schon platt wart, aber wenn man die Bilder so sieht, macht das kein guten Eindruck.

    Ich hab von andren gehört, Fatbikes gehen gut ab 😉 hätt ich gern gesehen…

    Antworten
    • GrossMatt

      Hi Tobi,

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Die gewählte Route enthält tatsächlich viele Abschnitte auf Asphaltstraßen, ist insgesamt aber sehr durchwachsen. Eigentlich ist alles dabei – von Asphalt über flowige Trails, restlos verblockte Trails bis zu Tragepassagen. Also einfach alles, was einem im Bikeralltag so begegnet. Uns war es wichtig FATBikes unter allen erdenklichen Bedingungen zu testen, denn der Einsatz von FATBikes variiert ja extrem stark: von Downhills über Touren bis zu Expeditionseinsätzen.
      Die letzten paar Kilometer zum Gardasee sind wir auf der herrlichen Via Ponale gefahren. Für uns war das ein wunderschöner Abschluss einer sehr anstrengenden Woche und eines harten Tages. Zu beweisen gab es an dem Punkt der Tour eh nichts mehr…

      Das FATBikes gut abgehen können wir übrigens bestätigen ;). Schau mal in unsere Tourberichte und die Videos dort, da gibt’s noch mehr Infos dazu und auch einiges zu sehen.

      Grüße

      Matt

  3. Dorfmann

    Fahre das Fatty von On-One.
    Man gewöhnt sich recht schnell an den Komfort der dicken Reifen.
    Normales Radl geht irgendwie gar nicht mehr, frage mich auch, wie ich jahrelang mit den Spielzeugreifen durch die Gegend fahren konnte 😀

    Antworten
  4. Andreas Albrecht

    Das war eure erste Transalp – Gratulation fürs Durchhalten. Bei der ersten sammelt ihr Erfahrungen. Die zweite könnt ihr dann wahrscheinlich schon genießen.

    Antworten
    • Schneiderlai

      Wir haben nicht nur Erfahrung, sondern auch viele schöne Stunden auf unseren Fatties gesammelt 😉 Wir freuen uns bereits auf die nächste Transalp, die bestimmt irgendwann kommt.

  5. Piet

    So Jungs,

    ihr habt meinen FATten Rspekt für die Mission. Aber Euer Fotohraph Barny hat ein echt FATtes Lob verdient für die klasse Bilder und Spots die er gefunden hat. Es war ein Vergnügen jeden Abend den Etappenbericht zu lesen und die Bildet zu genießen. Es war, als wäre man ein bisschen dabei gewesen. Danke für Euere Arbeit.

    Bis bald in den heimatlichen Gefilden.

    CU BP

    Antworten
  6. Jürgen Buchmann

    Klasse Jungs

    Ich wusste doch , das Ihr das schafft.

    Meine Hochachtung.

    Gruß,
    Jürgen

    Antworten
  7. Dorfmann

    Toller Bericht !
    Bin gespannt, ob euch die Umstellung auf ein Schmalspurbike wieder gelingt.
    Bei mir hats nicht geklappt 😉

    Antworten
    • GrossMatt

      Hi,

      vielen Dank. Der „Weg zurück“ funktioniert bei uns auch nicht. Die anderen Bikes hängen an der Wand. Allein schon die Optik der „schmalen“ Downhillreifen geht irgendwie nicht mehr. Außer man möchte mal wieder biken ohne aufzufallen 🙂

      Was für ein Bike hast Du?

      Grüße

      Matt

    • Schneiderlai

      Hi Dorfmann,
      wir hatten auch bereits in den Tagen vor unserer Tour extreme Probleme mit unseren anderen Mountainbikes, leider. Wenn man da drauf sitzt… das sieht alles aus wie Spielzeug… Ich weiß nicht, was ich damit noch soll… 😉
      Danke für dein Lob zum Bericht.
      Viele Grüße,
      Daniel

  8. Highko

    Werdet ihr jetzt von den federherstellern gehasst? Mega fett! Da zeigt sich mal wieder, dass 70% der Fahrer ausmacht…

    Antworten
    • GrossMatt

      Hi Heiko,

      danke für die Bestätigung! Wir sind auch erstmal happy. Geschichte… Naja, wer weiß – auf jeden Fall haben wir unsere eigene (Bike)Geschichte weitergeschrieben.
      Ich denke, die Federgabelhersteller brauchen uns nicht zu hassen – es gibt ja bald Gabeln für FATBikes. Schneid konnte schon eine Bluto testen und war durchaus angetan.
      Aber wir haben gezeigt, dass man kein 29er eBike Fully braucht um da draußen richtig Spaß zu haben. Wir hoffen zumindest, das diese Message ankam.

      Grüße

      Matt

  9. Highko

    Bin so angefixt, dass ich morgen in nen bikepark nach bischofsmais fahre. Hoffentlich habe die ne Gondel ;).

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