FATBike Zubehör. Wohin mit der Kettensäge?

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 FATBike Zubehör, das „etwas“ andere Tuning

Cogburn Gewehrhalter

Quelle: http://www.cogburnoutdoors.com/

Spricht man von FATBike Zubehör ist alles anders… Wenn Otto Normalmountainbiker den Fahrradladen betritt gehen ihm Dinge durch den Kopf wie: „Kaufe ich mir diesen schicken Carbon Trinkflaschenhalter? Immerhin ist der super leicht und falls ich doch mal eine Trinkflasche mitnehmen will…“ oder „Hey, dieser neue Bikecomputer teilt ununterbrochen meine aktuelle Position meinen Facebook Freunden mit!“ oder auch „Hm, diese Billy Boy Klingel verschafft mir auf dem Waldweg auf jeden Fall die nötige Aufmerksamkeit!“.

Sicher, das sind alles wichtige Dinge, die kennen wir aus unserem eigenen Leben. Aber die Fragen, welche sich FATBiker beim Zubehörkauf stellen, sind andere. Eher existentieller Natur: „Wohin mit Kettensäge und Zelt?“ oder „Wie viele Finger dürfen maximal abfrieren, damit ich noch sicher nach Hause komme?“. Und, ganz wichtig: „Was tun, wenn vom über offenen Feuer gegrillten Elch mal wieder die Hälfte übrig bleibt?“

Kettensäge, Fingern und Elch kann geholfen werden!

Nach diesem nicht ganz ernst zu nehmen Einstieg wollen wir jetzt mal einen ernsthaften Blick auf FATBike Zubehör werfen.
FATBikes sind das perfekte Material für extreme Einsätze und Expeditionen. Bikes fürs Grobe! Dem entsprechend ist auch das FATBike Zubehör darauf ausgerichtet, reichlich Gepäck durch unwirtliches Gelände zu wuchten. Und mit dem richtigen FATBike Zubehör widersteht man auch extremen Bedingungen.
Fangen wir an – mit der Kettensäge!

FATBike Racks: Gepäckträger für Entdecker

Ein auffälliges Merkmal vieler FATBikes sind die unzähligen Gewinde und Schrauben für die Montage diverser Gepäckträger, dem wohl am häufigsten anzutreffenden FATBike Zubehör. Beginnen wir am „Big Fat Booty“ – den Heck des FATBikes. Bei Auswahl und Montage von Gepäckträgern gilt es einiges zu beachten, vor allem die Fragen rund um die Montierbarkeit: passt die Befestigungsbasis zu den Ausfallenden des Rahmens und gibt es auch an den Sitzstreben die nötigen Bohrlöcher? Was will ich transportieren, reicht die Nutzlast des gewünschten Gepäckträgers aus?

Salsa Alternator Rack

Quelle: www.salsacycles.com

Wichtig ist auch der Hinterbau. Die Hinterbaubreite an sich ist zwar standardisiert, jedoch gibt es im Wesentlichen zwei Maße: FAT und SuperFAT. Einen Gepäckträger für ein 170mm breites Surly bekommt man, sagen wir „nur schwer“ an ein Superfatty à la Specialized FatBoy.
Für Rahmen ohne entsprechend vorbereitete Kettenstreben gibt es hilfreiche Lösungen wie den Surly Rack-Lock, eine Sattelklemme welche Montagemöglichkeit für Rackstays bietet.

FATBikes wären aber keine Expeditionskünstler, wenn hier schon Schluss wäre! Auf dem Weg nach vorn am Bike gibt es unterwegs meist diverse Montagemöglichkeiten für Trinkflaschenhalter. Die meisten FATBikes bieten mindestens Platz für einen Flaschenhalter, gängig sind jedoch bis zu drei Montagestellen: im Gegensatz zum normalen Mountainbike finden sich oft auch an der Unterseite des Unterrohrs Gewinde im Rahmen (sehr sinnvoll wenn man eine Rahmentasche verwenden will).

Moots Front Rack

Quelle: www.moots.com

Spannend wird es aber nochmal an der Front. Da die wenigsten FATBikes Federgabeln haben (was sich wohl bald ändern wird, siehe unseren Beitrag zur Rock Shox Bluto) bietet sich das Front End geradezu an um weiter anzubauen. Ähnlich wie beim Hinterbau gilt es auch hier zu prüfen, ob überhaupt Anbaumöglichkeiten vorgesehen sind und welche Racks kompatibel sind. Salsa bietet mit dem Down Under Rack eine sehr stabile und smarte Lösung. Auf Grund der tiefen Montageposition bleibt der Schwerpunkt niedrig – ein großer Vorteil gerade wenns glatt wird unter den FATBike Reifen!
An der Gabel lassen sich aber auch Trinkflaschenhalter befestigen, falls man das Rahmendreieck für eine Rahmentasche nutzt.

Rocky Mountain Blizzard

Quelle: www.bikerumor.com

A propos Rahmentasche. Dieses ebenfalls enorm nützliche FATBike Zubehör ist in verschieden Größen verfügbar und wird mittels Klettbändern oder ähnlichen Konstruktionen ins Rahmendreieck gespannt. Rahmentaschen bieten auf engstem Raum eine sehr gute Alternative für Stauraum ohne die Breite des Bikes zu beeinflussen. Allerdings haben sie auch Nachteile. Zum einen kann man innerhalb des Rahmendreiecks keine Trinkflaschen mehr verstauen, zum anderen wird das FATBike unhandlich wenn man es mal tragen muss. Trotzdem sind Rahmentaschen ein sinnvolles Zubehör vor allem für kleinere Touren mit wenig Gepäck.

Look Mum, no Hands!

So, Elch, Zelt und Kettensäge sind verstaut. Schonmal ein guter Start. Aber bevor es hinaus geht in die winterliche Eishölle vor den Toren von Castrop-Rauxel will auch der FATBiker korrekt verpackt sein. Und mal ehrlich: kalte Hände und Füße braucht beim biken nun wirklich niemand. Handschuhe und Neopren Überschuhe sind schonmal ein Anfang, aber als FATBiker weiß man nie, wohin es einen verschlägt! Damit alle Finger dran bleiben gibt es den Pogie, eine Art Stulpen fürs Lenkerende. Ein gutes Beispiel ist der Cobrafist von 45NRTH. Es handelt sich dabei nicht einfach um eine Neoprenhülle, in die man seine Hände steckt. Eine Dichtung aus Schaumstoff dichtet den Cobrafist gegen Lenker und Bowdenzüge ab, eingearbeitete Taschen erlauben das Verstauen kälteempfindlicher Goodies (z.B. Energieriegel) und dank Reißverschlüssen ist auch eine Temperaturregelung bzw. Belüftung möglich. Schalthebel und Bremse befinden sich innerhalb der Stulpe und können so sicher bedient werden. Für doppelten Kälteschutz kann man zusätzlich noch ein paar Handschuhe anziehen.

45nrth Cobrafist

Quelle: www.45nrth.com

Einen ähnlich guten Kälteschutz an den Füßen, der auch  noch kompatibel mit Clickpedalen ist, bieten spezielle FATBike Stiefel. 45NRTH bietet mit dem Wölvhammer einen echten Kälteblocker, der mit dicker Isolierung im Vorderfußbereich und speziellem Aerogel in den Einlegesohlen  Fuß und Außenwelt sicher entkoppelt. Stabiles Cordura Nylon gepaart mit Sympatex Membranen sorgen für Atmungsaktivität und hohen Schutz vor Nässe. Und: für alle, die nicht an vereiste Clickies glauben, besteht die Möglichkeit Cleats zu montieren.

Auf dem Rack zum Track

Sicher nicht jedermanns Sache aber dennoch sinnvolles FATBike Zubehör gibt es auch für Autos! Denn während „John Doe“, der prototypische US-Amerikaner, sein FATBike einfach auf den Pick Up Truck schmeißt kann das Packmaß eines Fatty dem Mitteleuropäer schon eher Kopfzerbrechen bereiten.

Tufrack Bike Rack

Quelle: www.tufrack.com

Wenn es also eng wird im Gepäckabteil muss das Fatty draußen bleiben. Nur: wie presst man den Hulk in die schmalen Rillen normaler Biketräger? Ganz einfach: garnicht! Besser man kauft ein spezielles FATBike Rack! Der kanadische Hersteller Tufracks zeigt, wie’s geht! Leider fertigt Tufracks nach US Standard und die nötigen Abnahmen (ABE, TÜV) wird man auch vergeblich suchen. Wir sind aber überzeugt, dass im Zuge der FATBike Offensive bald auch die in Europa bereits erhältlichen Fahrradträger für FATBikes passend gemacht werden.

Last but not least…

So, einen haben wir noch. Elch und Kettensäge sind verstaut, Finger und Füße warm verpackt – Zeit, an die Belohnung für all die Strapazen zu denken: ein kühles Bier!
Aus Aspen erreichte uns folgendes Foto:

FATBike Cupholder

Quelle: S. Pärsch

Ein Dosenhalter am FATBike – das Leben wie es sein soll! Und da wir von FATBike-Transalp nicht nur FATBiker sondern auch FATBikerinnen ansprechen wollen möchte ich hinzufügen: das Ding taugt auch für Latte Macchiato oder ein Gläschen Prosecco!

Also, rüstet Eure Maschinen auf und dann raus in die Wildnis!

6 Responses

  1. Marco

    Ich habe mir ein KHS 4 Season 1000 zugelegt mit 4,9″ Reifen und bin auf der Suche nach einem Gepäckträger, am liebsten wäre mir ein Frontgepäckträger aber ich bin da relativ flexibel. Könnt ihr da einen empfehlen? Die meisten die ich bisher fand gingen nur bis 4,5″. Danke und Gruß aus Nürnberg

    Antworten
    • Matt

      Hi Marco,

      Hm, da müssen wir ehrlich gesagt passen. Wir werden zwar ab sofort mehr auf Bike Packing eingehen, aber bisher haben wir das Thema eher stiefmütterlich behandelt…
      Daher haben wir akut keinen brauchbaren Rat. Sorry…

      FATte Grüße

      Matt

  2. Peter

    Der obige Artikel ist schon recht alt.
    Aber bei Gepäckträgern für das Fatbike:
    Tubus „Fat“ !
    Für den, der vorn richtig was mitzunehmen hat, bietet Surly das „Surly Front Rack“ an, der auch auf normale Tourenräder passt.
    Bei, Einkauf dieses gewiss nicht billigen Lowriders, ist darauf zu achten, dass das komplette Befestigungsset, auch mit den Schlauchschellen nebst Halter, für Gabeln ohne Bohrungen, dabei ist.
    Dieser Lowrider toppt auch alle von Tubus, weil hier wirklich enorm viel Platz für Taschen, Zelt und Schlafsack geboten wird – mehr als man vorn händeln kann !
    Gruß,
    Peter

    Antworten
  3. Uwe Schäfer

    Moin zusammen,

    ich habe mir ein Specialized Fatboy zugelegt und suche einen Reifen, der eher für die Straße geeignet ist.
    Was ist das für ein Reifen an dem grünen Rad mit Dosenhalter?

    Danke für eine Antwort im Voraus!

    Grüße vom Schleppheimer

    Antworten
    • GrossMatt

      Hi Schleppheimer,

      für die Straße würde ich auf einen Surly Black Floyd zurückgeifen. Das ist ein 3.8 Semislick – optimal für Asphalt! Details findest Du hier.
      Außerdem hat VEE Rubber noch 2 sehr gut straßentaugliche Reifen im Angebot, siehe hier.
      Welcher Reifen auf dem grünen Bike (übrigens ein Mongoose Beast, welches in den USA von Wal Mart vertrieben wird) ist, weiß ich nicht. Ich habe nur die Angaben, dass er 4.25″ misst und gute 3 Kilogramm pro Stück wiegt!!! Sicher nicht, was Du suchst ;).

      Grüße

      Matthias

    • Peter

      Hallo Uwe

      Hast Du einen besonders geeigneten Reifen gefunden ?
      Mich würde aktuell interessieren, ob es einen besseren Straßen-Fatty als den Jumbo Jim gibt.
      Im Winter 15/16 gab es für Spikes in Gummi von 45NRTH und Vee für mich.
      Aber Oh-Jee – mit dem Druck bloß nicht unter 1 bar gehen, sonst bekommt man die Teile nicht mehr vom Asphalt !

      Grüße,
      Peter

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