Frauen FATBikes: Da fährt die Holde drauf ab

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Tatsächlich gibt es auf dem Markt spezielle Frauen FATBikes, wie wir hier auch schon berichteten. Nun wollen wir uns dem Thema aber mal intensiver annehmen und die Anforderungen von Frauen an ein FATBike beleuchten. FATBikes stehen bei Frauen, einmal ausprobiert, nämlich hoch im Kurs.

Individuelles vorzeige Frauen FATBike von MAXX: Farbe, Geometrie, Austattung. Da ist alles stimmig.

Individuelle vorzeige Frauen FATBikes von MAXX: Farbe, Geometrie, Ausstattung. Da ist alles stimmig.

Zu aller erst gilt für Frauen natürlich das selbe wie für Männer beim FATBike. Ein FATBike entschleunigt, ohne langsam zu sein, es bringt Fahrkomfort und mehr Sicherheit, vorallem für eher ungeübte Fahrerinnen und Fahrer, und es steht Frauen wie Männern. Das beweist nicht nur der Selbstversuch mit unseren eigenen Ladies.

Hoch im Kurs bei den Damen: FAT Fanes von Alutech

Hoch im Kurs bei den Damen: FAT Fanes von Alutech

Die Geometrie bei Frauen FATBikes

Ganz klar, die Parameter eines normalen MTB für Frauen sollten sich auch am Frauen FATBike wieder finden. Für die Wohlfühlhaltung beim Biken sollte die Geometrie etwas an die Frauenkörper angepasst sein. In der Regel haben diese im Verhältnis längere Beine als wir Männer, weshalb der Rahmen eher kürzer sein sollte. Ein etwas flacherer Lenkwinkel vermeidet verfrühte Überschlagsgefühle, ein kurzer Vorbei senkt die notwendigen Lenkkräfte.

Daniela beim Driften mit der Hellga

Daniela beim Driften mit der Hellga

Der Klassiker: Nimm erstmal mein Altes

Der wohl ungünstigste Einstieg in die Materie FATBike, oder Bike allgemein ist der, das Mann seiner Holden für die erste gemeinsame Ausfahrt auf dicken Walzen das ausgediente Fatty zur Hand gibt. Es ist vielleicht nicht nur mega schwer, auch die Schaltung ist unter Umständen schon etwas hakelig, die Bremsen verzögern nur mit enormer Handkraft, und die Geometrie ist ähnlich wie auf einer Streckbank viel zu lang, während der erfahrene und oft auch fittere Mann die Highend-Bude für sich aus dem Keller holt. Versprochen: Diese Frau setzt sich nicht so schnell wieder auf ein FATBike!

Maria mit FATBike Trike zum Südpol

Maria mit FATBike Trike zum Südpol

Der etwas andere Ansatz

Umgekehrt ist genau die richtige Strategie. Leicht, leichtgängig, so läuft’s! Setzt man eine Frau beim FATBike Erstkontakt zum Beispiel auf ein kleines Specialized S-Works FatBoy mit kurzem Vorbau und idealerweise für Frauen geeigneten Sattel, dann braucht es viel Überzeugungskraft die Dame wieder von ihrem hohen Ross herunter zu bekommen. Nach der Tour mit einem solchen Geschoss will die Frau nur noch eines: das eigene MTB verkaufen und schnellstmöglich selber ein FATBike haben.

Das S-Works rennt, und Daniela hat sichtlich Spaß!

Das S-Works rennt, und Daniela hat sichtlich Spaß!

Was nicht passt, wird passend gemacht

Noch hält sich die Auswahl an speziellen Frauen FATBikes in Grenzen, doch mit wenigen Anpassungen erfreuen sich auch die weiblichen Bikerinnen unter uns an einem FATBike. Grundvoraussetzung ist aber wie so oft die Optik, die im Bezug auf das Bike wohl noch höher im Kurs steht als bei Männern. Es gibt von verschiedenen Herstellern FATBikes, deren Farben eher feminin gestaltet sind und in der Richtung sicher Gefallen finden.

Tiefer Einstieg und geile Farbe: Was will Frau mehr?!

Tiefer Einstieg und geile Farbe: Was will Frau mehr?!

Das sind die weiblichen Modelle

Die Frauen FATBikes Hellga von Specialized haben wir ja schon vorgestellt im letzten Jahr. Mit in Deutschland zwei erhältlichen Modellen hat Frau die Wahl. Knallig Orange oder gedeckt in Mattschwarz. Das kleine Schwarze ist etwas besser ausgestattet, bei unserem Test war aber auch eines klar: am Gewicht muss Mann hier noch etwas nachbessern, das Frau auch Spaß damit hat.

Hellga? Hell yeah!

Hellga? Hell yeah!

Von kleineren Herstellern wie Minnesota gibt es auch eine Frauen FATBikes Linie namens Women’s, bis dato in drei Ausstattungsvarianten.

In Deutschland wohl leider schwer zu bekommen, das 2.2 Women von Minnesota

In Deutschland wohl leider schwer zu bekommen, das 2.2 Women von Minnesota

Weitere Hersteller mit tiefem Oberrohr und kurzen Geometrien eignen sich aber auch für die Damenwelt, zum Beispiel das Norco Sasquatch, das Bergamont Deer Hunter oder auch FATBikes von E-LOM, Bulls oder Felt mit E-Antrieb, der die Kraftunterschiede zum meist besser trainierten männlichen Partner spürbar ausgleicht.

Trail-Spaß auf der Hellga

Trail-Spaß auf der Hellga

Was bleibt?!

Wir werden an diesem Thema dran bleiben und natürlich auch Tests in der Richtung bringen. Unsere Erfahrungen mit Frauen auf FATBikes sprechen eine deutliche Sprache, die wir auch weiter transportieren möchten. Erzählt am Besten gleich euren Frauen davon, wenn sie hier bei uns nicht sowieso schon gespannt mitlesen 😉

5 Responses

  1. Guido Knifka

    Hallo Fatbike Team,
    nicht nur Frau fährt auf die dicken Reifen ab!…wir haben uns beide nach einer Testfahrt des Canyon Dude CF 9.0 für Fatbikes entschieden. Nach Anpassungen von Vorbauten und Lenkern und passenden Sätteln, folgten andere Reifen und absenkbare Sattelstreben, fertig sind die für alles geeigneten Touren/Trail Räder für jedes Gelände. Ich bekomme meine Frau nicht mehr vom Rad runter und der Vortrieb des Dudes ist deutlich besser, als meines zuvor gefahrenen Megafully mit 170mm Federweg und sündhaft teuren Edelparts auf 13.8kg fahrfertig incl. Pedalen getunt. Dieses ist mittlerweile verkauft!
    Unser Tip für noch mehr Grip und Vertrauen ist die Verwendung von 3.8er Bontrager Gnarwhal vorne und 3.8 Bontrager Rougarou hinten gepaart mit 26er Conti Freeride Schläuchen. Die Serienmäßigen Schwalbe Jumbo Jim waren uns zu schnell überfordert, speziell bei Nassen und Matschigen Bedingungen und auch das Fahrverhalten war irgendwie zu schwabbelig. Die Bontrager Gnarwhal vorne verbeißen sich regelrecht in den Boden und Sorgen für eine sichere Führung auch bei extremen Bedingungen ohne allzu sehr einzubremsen, der schnell rollende Rougarou hinten sorgt für schnellen Vortrieb und ebenfalls deutlich besseren Grip als die Jumbo Jim speziell bei Matschigen steilen Auffahrten. Zudem Lenken sich die Dudes nun deutlich direkter und haben auch bei Sprinteinlagen nicht den Gummiketten Effekt wie die Jumbo Jims, will heißen sie sitzen strammer auf den Felgen (steifere Seitenwände) und verlieren auch nicht den Fahr- und Federkomfort und bieten zudem einen deutlich besseren Pannenschutz. Das leichte Mehrgewicht kann verschmerzt werden und ist nicht unangenehm merkbar. Kurzum unser Geheimtip für alle die auch bei schlechtem Wetter und Matschigen und Losen Böden ausrücken.
    Schade das Fatbikes bei der Fachpresse oft als Nischenprodukt und als Unsinn bezeichnet werden. Wir sind zwar nirgends die schnellsten Bergab und oft auch nicht Bergauf und auf Betonböden sowieso nicht, aber wir fahren immer und überall und bleiben nirgends mehr stecken…ein echtes Mountainbike und Adventure Bike für ausgedehnte Erkundungstouren mit Spaßgarant…und auch bei Wanderern die den Weg kreuzen lösen Fatbikes ein erstaunlich positives Feedback aus.
    Grüße und Viel Spaß mit Euren Rädern
    Guido

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  2. Michael

    Hallo Peter

    Ich habe Deinen Kommentar sehr interessiert gelesen. Ehrlich gesagt, sogar zweimal!

    Weil ich mir nicht ganz im Klaren war/bin, was Dich auf einem gefederten Rad so eingebremst hat?
    War es das schwere Rad an sich?
    War es die Federung?
    Waren es die auf 172cm verteilten 95kg?
    War es das Gepäck an diversen Aufnahmen?
    War es das überwiegend genutzte Streckenprofil?
    Hat es mit dem Artikel über Damen-Fatbikes zu tun?
    Wenn Federung bremst, warum fahren Profis mit Federung?

    Was bleibt?
    Deine absolut richtiger Tipp, mit einem ungefederten Rad zu beginnen.
    Das schult die Fahrtechnik und lässt erkennen, was Federung leistet und möglich macht, wenn man sie denn dann hat.
    Dann kann man auch ohne Sorgen vom Radweg abbiegen und mit dem Mountainbiken beginnen. So man das denn so haben will.
    Und da ja nicht jeder in den 90gern mit Starrbikes beginnen konnte, gibt es ja die tolle Möglichkeit die Federung zu blockieren um ein ungefederstes Handling zu spüren.

    VG
    Michael

    Antworten
  3. Peter

    Ich muss immer wieder grinsen, wenn ich am Ende von Zuschriften lese, dass das Fully nun im Keller verrottet.
    Vor allem, wenn Mann oder Frau sich für ein Fatty ohne Federung entschieden hat, ist das ganz logisch.
    Es soll ja Leute geben, die den Unterschied noch nie getestet haben aber Räder – egal mit welchen Reifen – rollen wesentlich wilder los, sobald sie nicht von Federungen behindert werden !
    Ich wiege 95 kg auf 1,72 und hatte auch schon mal ein Fully.
    Was hab ich mich mit dem Ding geärgert – so eine Scheiß Krücke von Fahrrad für 2500 € !!
    Unendliches Gewippe, Geschaukel und kein Vorwärtskommen !!
    DT Swiss Zentraldämpfer und Rock Shox 15 cm vorne dran – was für ein Unsinn.
    Will man mal ein paar Kilometer mehr über Land fahren, lässt sich nur vorn ein Gepäckträger montieren und trotzdem muss ein Rucksack den notwendigen Rest aufnehmen.
    Mit diesem Fully hatte ich keinen Spaß am Rad fahren und ich werde nie wieder etwas mit gefederten Rädern beginnen, weil es schlicht und einfach Unsinn ist, wenn man gern Touren fährt.
    Einen Rucksack habe ich nur auf dem Rücken, wenn ich vom Einkaufen komme !!
    WER BEIM RAD FAHREN EINEN RUCKSACK TRÄGT, IST SELBST DRAN SCHULD ! ;O))

    Straße und vor allem Feld- und Waldweg ist mein Terrain.
    Das kann auch mal grober Schotter sein, wenn ein Weg repariert wird.

    Fatbike fahre ich, weil die Symbiose aus dicken Reifen + kräftigen Rahmen und mir, sehr treffend ist.
    Trotzdem ziehe ich ein 29iger mit optimierter Kurbellänge, dem Fatbike vor, wenn es um Radurlaub geht.
    Natürlich grundsätzlich komplett ungefedert ! ;o))

    Wer also nicht oft quer durch den Wald brettern oder Downhill fahren möchte, sondern es eher ruhig und erholsam angehen möchte, sollte zuerst mit einem komplett ungefederten Rad beginnen und sich zB. den SQ Lab Airflow 621 als Sattel auswählen.
    Freilich steigt der Spaß beim Fahren, wenn auch im Detail hochwertige Radkomponenten den Weg ins eigene Rad finden aber zu allererst:

    Bitte ohne Federung !

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  4. Andreas

    Recht habt ihr! 🙂
    Frauchen fährt seit letztem Jahr auf der knalligen Hellga ab. Als Tunning, die fetten und bockschwer laufenden GC’s gegen die Schwalbe 4.0 LightSkin auf DTSwiss + tubeless getauscht. Jetzt läuft’s und sie fühlt sie sich sicherer im Gelände. Zumindestens ist das 26er Fully eingestaubt. 😀

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    • Dan

      Hey Andreas, dein Tuning an der Hellga klingt zielführend. Die Laufräder sind ja eigentlich auch der erste und effektivste Anlaufpunkt zum Gewichtstuning am FATBike. Das dann das Fully nur noch Staub fängt, kein Wunder! 😉 FATte Grüße und Danke für deinen Kommentar, Dan

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