Die fünf FATBike Gebote

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Erst letzte Woche haben wir das FATBike einmal aus Sicht eines Mountainbikers beschrieben, der noch nie vorher auf einem Fatty saß. Heute sollen auch die nicht zu kurz kommen, die bereits ein FATBike haben, oder die noch auf ihr bestelltes Fatty warten.

Der Trail am Grat zum Monte Legnone

Der Trail am Grat zum Monte Legnone am Comer See

Mach‘ nicht zu viel Druck!

Was ein FATBike am stärksten charakterisiert sind wohl seine überdimensional fetten Reifen. Doch nur die schiere Reifenbreite allein bringt noch lange kein FATBike-Feeling mit sich. Entscheidend sind wieder einmal mehr die inneren Werte. Um die Möglichkeiten beim FATBike optimal auszureizen sollte der Luftdruck in den Reifen perfekt auf Fahrer, Fahrtechnik und Reifen selbst abgestimmt sein. Nur 0,05 Bar Unterschied können schon zu erheblich veränderten Fahreigenschaften führen.

Immer die Pumpe im Anschlag, Dan mit Platten!

Immer die Pumpe im Anschlag, Dan mit Platten!

Falsches Setup am Kontaktpunkt zum Untergrund kann sich in verschiedener Art äußeren und verdirbt schnell die Laune am FATBike. Bei zu geringem Luftdruck neigen vorallem leichtere FATBike Reifen dazu, in extremen Kurven wegzuknicken, auch die Gefahr von Durchschlägen erhöht sich entsprechend. Mit zu hohem Luftdruck wird es gerade mit Starrgabel sehr schnell unangenehm ruppig, der Komfort geht gegen null.

Leider gibt es wie schon angedeutet keine Empfehlung für den perfekten Druckausgleich. 0,2 Bar sollte man bei HeavyDuty Reifen wie den Surly Bud und Lou allerdings auch nicht unterschreiten, und alles was beim FATBike jenseits der 0,8 Bar liegt gleicht Folter, für Reifen, Felgen und Fahrer. Alles dazwischen sorgt für reichlich Komfort, Traktion und Fahrspaß. Wir selbst fahren unsere Fatties je nach Reifen mit ca. 0,3-0,6 Bar.

Hab‘ Vertrauen in deine Traktion!

Jeder hat es schonmal versucht, einen steilen Stich mit dem Bike möglichst weit zu erklimmen, schnell ergaben sich da kleine Contests. Verdammt denken wir uns heute, warum hatten wir damals vor 20 Jahren noch kein FATBike. Wir wären die Könige im Uphill gewesen 😉

Schieb an! Keine Grenze im Steigungswinkel.

Schieb an! Keine Grenze im Steigungswinkel.

Ein FATBike eröffnet völlig neue Horizonte. Steigungen jenseits des Machbaren werden plötzlich zu kleinen Herausforderungen. Einfach drauf los ist hier die Devise. Nicht zögern, strampeln! Denn endlich limitiert nicht mehr die Traktion den Steigwinkel. Lediglich harmlosere Gegner wie Überschlagsgefühle oder der falsch eingelegte Gang können den Trip Richtung Himmel stoppen.  Das gilt übrigens für jegliche Untergründe wie Schlamm, Erde, Schotter, Wurzeln etc. Aber Achtung: diese Leistung lässt sich nur mit optimalem Luftdruck der Reifen heraus kitzeln, klar, und mit genügend Wumms in den Waden.

Glaube nicht an die Legende!

FATBikes werden oft ohne Federgabel durch’s Gelände bewegt. Für härtere Einsatzgebiete werden aber immer häufiger auch Federgabeln auch an FATBikes montiert. Das bekannteste Modell dürfte die Rock Shox Bluto sein. Wie auf jeder Rock Shox aufgeklebt findet der Fahrer auf dem Tauchrohr der Bluto je nach Gewicht des Fahrers eine Hersteller-Empfehlung zum Luftdruck in der Gabel. Unsere Erfahrung: Die Legende irrt! Ist der Druck der Reifen wie oben beschrieben justiert, ist es ratsam, den Luftdruck der Gabel eher höher aufzupumpen. Der Sensibilität im Ansprechverhalten eines FATBike Reifens kann keine Federgabel der Welt das Wasser reichen. Die Federgabel am FATBike ist eher als Reserve und Erweiterung des Einsatzgebietes zu sehen. Kann der Reifen den Hindernissen nicht genug Federweg entgegenbringen, springt die Federgabel ein. Vorallem bei Bodenwellen oder größeren Löchern auf dem Weg hilft das sehr, und natürlich im schnellen Downhill. um alles andere kümmert sich in gewohnter Souveränität der Reifen.

Die RockShox Bluto, auf der die Druckempfehlung abgedruckt ist.

Die RockShox Bluto, auf der die Druckempfehlung abgedruckt ist.

Bade nicht in Aufmerksamkeit!

… oder gewöhn‘ dich dran. Auf stark befahrenen oder bewanderten Pfaden ist ein vorankommen mit dem FATBike kaum möglich. Jeder will wissen, was das für ein Bike ist, so ein FATBike, und wofür es gedacht ist. Naja, all die Fragen werden aufgeworfen, die wir im letzten Artikel schon versucht haben zu beantworten. Hat man sich aber einmal daran gewöhnt, ständig auf die fetten Reifen angesprochen zu werden, entdeckt man schnell die Freude am erklären der immer selben Sachen.

Sei standhaft gegenüber Ungläubigen!

Wer nie auf einem FATBike durch den Wald gebügelt ist, wird uns FATBiker immer davon überzeugen wollen, wie schwachsinnig so ein FATBike sei. OK, sicher ist nicht jeder so kritisch, unsere Erfahrung ist es aber, das die kritischen Stimmen hierbei oft dem Reiz überwiegen. Dabei müsste man eigentlich jeden Bemitleiden, der sich nicht traut ein FATBike auszuprobieren. Für jeden, der gern auf einem Bike sitzt, ist das sicher eine Erfahrung, die man im Leben einmal machen sollte.

Auffälligkeit geht gegen 100 (Quelle: Frank Z./Fatbikecamp.com

Auffälligkeit geht gegen 100 (Quelle: Frank Z.)

Was bleibt?!

Wir haben es ja schon fast penetriert, der Luftdruck im Reifen steht über allem. Ein FATBike ist nichts ohne den richtigen Druck. Aber bereits hier beginnen die Fehler schon beim Händler, der die FATBike Reifen an FATBikes im Ladengeschäft mit Luftdruck jenseits von 1 Bar foltert. In Kombination mit Federgabeln ist die richtige Wahl des Drucks nicht weniger wichtig.

9 Responses

  1. Ralf Hafner

    ich find eure seite supper es gibt kein anderes bik mehr für mich als das FATBIK was ich seit 2016 fahre macht riesen spass vorallem im schnee bei mir heist die dewiese des du oller des du doller bin baujahr 1964

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    • Andreas

      Schließe ich mich an ich besitze ein Fully Fatbike mit e Motor und bin voll auf begeistert

      Bevor das Geschreie los geht, ja mit e Motor. Aber meistens fahre ich sogar trotz Motor ohne Unterstützung

  2. Matthias

    Hey Jungs,

    Ich fahre auf meinem Fatboy bud&lou und bin immer noch nicht wirklich bei dem optimalen Reifendruck. Entweder ist es Berg hoch zu wenig und runter top oder hoch top und runter zu viel;-) Auch in Sachen Federgabel bin ich noch unschlüssig. Fakt ist, ich brauche definitiv eine…nur welche?
    Manitou Mastodon, Bluto oder doch vielleicht Upside Down? Fragen über Fragen 😉

    Ihr macht gute Arbeit, eure Beiträge sind echt hilfreich und spannend! Weiter so!

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    • Matt

      Hi Matthias,

      danke für Deinen Kommentar – immer schön zu sehen, dass auch unsere älteren Beiträge noch Leser finden 🙂
      Wegen dem Reifendruck ist das wohl leider ein häufiges Problem… Bergab möchte man schon viel Federung, bergauf nervt dann aber der teigige Hinterreifen. Lösung? Haben wir keine. Wir haben ein für uns verträgliches Mittelmaß und, noch viel wichtiger, eine große Portion Ignoranz gefunden. Wenn der Reifen bergauf schlurft einfach weitertreten. Hört irgendwann bestimmt wieder auf…

      In Sachen Federgabel gehen die Konzepte ja weit auseinander und am Ende bleibt damit die Frage des eigenen Geschmacks. In Sachen Funktion ist derzeit die Mastodon das Maß der Dinge. Wir bringen kurzfristig 2 Artikel, wie man das Teil für sich optimal einstellen kann. Und das kann man!

      Ansonsten danke fürs Lob und FATte Grüße

      Matt

  3. Jörg

    Einmal mit dem Fatbike gefahren und schon ist man infiziert
    Und die lauten Reifen haben auch Vorteile: Man spart sich den Griff zur Klingel

    Gibt es irgendwo eine Übersicht über Fatbiker der einzelnen Regionen, um mal gemeinsam durch die Gegend zu rollen?

    Für mich wäre Ruhrgebiet/Münsterland interessant….

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    • Dan

      Hi Jörg, danke für dein Comment und herzlich Willkommen in der FATBike Gemeinde 😉 Deine Aussage können wir nur unterstreichen. Der Hinweis mit der Übersicht ist gar nicht schlecht, wir machen uns dazu mal Gedanken. FATte Grüße, Dan

  4. Bettina

    Hallo erstmal,

    Eure Seite ist Genial 😉 Weiter so.
    Was ist ein Fat Bike nicht, „““ Leise „““
    Ich selber fahre eins und möchte / würde es nie und nimmer wieder Hergeben.
    Gelegendlich fahre mit einer Truppe die nennen sich „“ Liegeradfreunde Ruhr – Lippe „“
    und da sind ein paar Liege-Radler dabei, die sich über mein Fat Bike aufregen.
    Scheinbar Stöhrt die Lautstärke meiner Reifen diesen/ einigen Herrschaften; und es wird mir empfohlen doch mit einem anderen Rad mitzufahren.
    Ich hab schon viele Intolerante Menschen erlebt aber das setzt wirklich ein oben drauf.

    Macht weiter so und viele Grüße,
    Bettina

    Antworten
    • Dan

      Hi Bettina, vielen Dank für Dein Lob! Und was Deine „Liegeradfreunde“ angeht… Ich bin fest davon überzeugt, das keiner von denen jemals auf einem FATBike saß, sonst hätten sie nämlich keine Liegeräder mehr 😉 Im Ruhrgebiet gibt es doch auch noch andere FATBiker, vielleicht solltest du dich diesen besser anschließen. FATte Grüße, Dan

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