Wir berichten ja regelmäßig über neue Parts, die wir zu Testzwecken an unsere Bikes schrauben, so wie vor fast 2 Jahren die Hope Evo Pro 2 Fatsno Naben oder den Hope Kurbeln. Aber was wird eigentlich aus dem Kram? Berechtigte Frage! Es wird Zeit, dass wir unsere Langzeiterfahrungen teilen und ein paar Berichte dazu schreiben.

Hält: Hope Pro 2 Fatsno Vorderradnabe

Hält: Hope Pro 2 Fatsno Vorderradnabe

Fangen wir direkt mit Hope an. Alle Infos zu den Evo Pro 2 Fatsno Naben findet ihr in unserem alten Artikel zum Thema, alles zu den Kurbeln steht hier.
Wir haben uns vor knapp 2 Jahren entschieden, diese Naben in einem unserer FatBoys unterzubringen, weil sie mit mit einem Setpreis von ca. 350,- Euro ein sehr attraktives Preis/Leistungsverhältnis haben. Nicht wenig Geld, aber dafür hervorragende Technik und das auch noch Made in Europe!

Mit ca. 420,- Euro im Set mit 2-fach Spider und Innenlager reißt die Hope Kurbel ebenfalls ein Loch in den Geldbeutel, ist aber auch nicht wesentlich teurer als ein vergleichbares Set von z.B. Race Face.

Was ist dran an „Hope dies last“?

Sag mir was Schmutziges!

Sag mir was Schmutziges!

Hope dies last – so hatten wir damals geschrieben. Stimmt das? Wir haben die Fatsno Naben wie gesagt seit gut 2 Jahre im Einsatz und dabei nicht geschont. Schlamm, Streusalz, eisige Kälte, sengende Hitze und der Erzfeind aller Bike-Puristen, der Hochdruckreiniger, durften sich genüsslich an unseren Naben austoben.
Die Hope Kurbel verrichtet seit Ende letzten Jahres ihren Dienst, hat aber ähnliche Qualen erleiden müssen. Stirbt Hope wirklich zu letzt? Vermutlich ja. Tatsächlich haben sich sowohl Naben als auch Kurbeln wacker geschlagen. Hier die Details.

Nope Pro 2 Fatsno. Das hält!

Fast verschleißfrei: der Freilauf

Fast verschleißfrei: der Freilauf

Zu einem Teil, das hält, gibt es ja außer „Hält!“ wenig zu sagen. Dennoch hier noch ein paar Details. Ein großer Knackpunkt bei vielen Naben sind Lager und Achsen. Die Hope Pro 2 Fatsno Naben laufen auch nach 2 Jahren Dauerstress noch sehr sauber und außerordentlich leicht. Zwar kann man den Lagerlauf inzwischen leicht spüren, wenn man die Achsen in der Hand hält und die Räder dreht. Aber das geht ohne jegliches Hakeln oder gar Geräusche ab. Damit fällt das in die Rubrik „Absolut unkritisch“.

Achse und Zahnkranz sind top!

Achse und Zahnkranz sind top!

Bzgl. den Achsen gibt es ebenfalls keine Ausfälle zu berichten: keine Brüche oder sonstigen Schäden haben uns den Tag vermiest. Im Gegenteil: dank der von Hope angebotenen Umbaukits konnten wir sogar die 135mm Vorderradnabe (der FatBoy kam ja mit Starrgabel aus Carbon und damals noch 135mm Einbaubreite) problemlos weiter verwenden. Adapterplatte unter die Bremsscheibe, andere Achsenden aufgesteckt und weiter gehts!

Adapterplatte zwischen Nabe und Scheibe.

Adapterplatte zwischen Nabe und Scheibe.

Letzer Schwachpunkt moderner Naben sind häufig die Freilaufkörper aus Aluminium. Schön leicht, das spart Gewicht… Aber ist das Alu zu weich, fressen sich die Ritzel der Kassette in den Freilauf und sorgen für top Laune, wenn man mal die Kassette wechseln muss. Auch hier gibts grünes Licht: unsere Kassette hat kaum Spuren hinterlassen und ließ sich spielend leicht entfernen. Aber Achtung: wir empfehlen dringend nur Kassetten zu verbauen, bei denen sich zumindest bei den großen Ritzeln mehrere Zahnräder einen Spider teilen – wie z.B. bei der Shimano XT. Einzelne (große!) Ritzel können hier ordentlich Schaden anrichten.

Sperrklinken und Feder: fast wie neu!

Sperrklinken und Feder: fast wie neu!

Übrigens hat auch das Innenleben des Freilaufs mit seinen mächtigen Sperrklinken den Alltag sehr gut verkraftet. Weder ist eine Sperrklinke noch eine Feder gebrochen und auch allen übrigen Innenteilen sieht man den Verschleiß kaum an.

Hope FATBike Kurbeln – haltbar, aber…

Die Hope Kurbeln haben wir schon geliebt, als sie noch im Karton waren. Und die Dinger haben uns keinen Tag enttäuscht. Der Einbau ist tricky und man braucht ein paar spezielle Werkzeuge. Dafür hatten wir dank des vorgespannten Innenlagers kein einziges Mal mit lästigem Knacken zu kämpfen. Überhaupt ist das Lager ein absolutes Sahnestück. Mit um die 100 Euro ist es zwar kein Schnapper, läuft aber auch nach gut einem Jahr noch absolut perfekt. Weich, rund, leicht – so wie ein Lager laufen sollte!

Optimale Einbaubreite mit 170mm Achse am FatBoy

Optimale Einbaubreite mit 170mm Achse am FatBoy

Dazu kommt, dass die Eloxierung der Kurbeln außerordentlich standfest ist. Während andere Kurbeln bereits nach wenigen Ausfahrten silbrig glänzen (kommt in einem unserer nächsten Langzeittests) sind die Hope Kurbeln immer noch tief schwarz.
In Sachen Belastbarkeit kann es die Hope Kurbel also ohne jede Bedenken mit den Tücken des FATBike Alltags aufnehmen.

Made in UK. Abrieb? Fehlanzeige

Made in UK. Abrieb? Fehlanzeige

Dennoch bleibt leider ein aus unserer Sicht unnötiger Nachteil. Mangels Booster Spider, der die Kettenblätter 3-4mm weiter nach außen bringt, muss man bei 190mm Hinterbauten die breite 190mm Achse verbauen (oder tricksen, wie wir es gemacht haben). Das kann zum einen bei schmerzempfindlichen Knien zusätzlich Probleme machen, zum anderen läuft die Kette zu weit rechts.
Das Problem: Die 170mm Achse reicht zwar i.d.R. auch aus, damit bei Fatties mit 190mm Hinterbau (wie eben an unserem FatBoy) die Kurbelarme nicht an die Kettenstreben schlagen. Nur bekommt man dann keinen 2-fach Spider mehr montiert. Damit können wir die Hope Kurbel weiterhin nur Bikern empfehlen, denen eine etwas breitere Achse keine Probleme bereitet und die tendenziell eher auf den kleineren Ritzeln unterwegs sind.

Wie gehts weiter?

Bisher ist alles glatt gelaufen mit den Parts aus Barnoldswick. Als nächstes werden wir testweise eine Hope Kurbel mit Direct Mount Kettenblatt in ein 1×11 Shimano XT System integrieren. Außerdem haben wir bereits den Nachfolger der Pro 2 Fatsno Naben, die Tech4 Fatsno liegen. Damit werden wir demnächst einen schicken neuen Laufradsatz aufbauen und Euch dabei am lebenden Objekt zeigen, wie man – naja – eben Laufräder baut.

Was bleibt?

Nochmal in Sauber: der Freilauf

Nochmal in Sauber: der Freilauf

Hope dies last. Scheint, was wir bisher sehen, zu stimmen! Sowohl die Kurbel samt Innenlager als auch die Pro 2 Fatsno Naben hinterlassen einen sehr guten Eindruck und sind unserer Meinung nach ihr Geld absolut wert. Es sind keine Schnäppchen, sondern eher eine Art Investition.
Die Hope Evo Pro 2 Fatsno Naben wurden, wie oben schon angedeutet, inzwischen durch das Modell Tech 4 Fatsno abgelöst, welches wir demnächst in den Test übernehmen werden. Die Hope Kurbel wird nach wie vor in der von uns getesten Version gebaut.

One Response

  1. Bernd

    Servus,

    Danke für diesen Bericht.
    Ich finde Dauertests total wichtig und interessant.
    Schon öfters hat mich z.B. ein früh verschlissenes Innenlager oder ein stark
    eingekerbter Freilaufkörper „geärgert“.
    Schön zu lesen, dass es noch haltbare Parts gibt.
    Mittlerweile zerlege ich meine Bikes nach ca. 3 Monaten (intensiver Nutzung), reinige und fette alles neu.

    Ihr seid wirklich auf alle wichtigen Details eingegangen.
    Bitte mehr davon…..

    FATte Grüße

    Bernd

    Antworten

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