Viele Wochen haben wir unseren lang geplanten Lichttest vor uns her geschoben, wir haben gewartet auf den letzten Protagonisten, der sehr rar ist am Markt. Aber dazu später mehr.

Beim FATBiken jedenfalls, und speziell beim Winterbiken, lässt es sich als normal schaffender Mensch kaum vermeiden, auch durch die Dunkelheit fahren zu müssen. Wobei, müssen ist hier vielleicht das falsche Wort. Erstens, weil so ein Nightride ziemlich FATten Spaß bringt, und zweitens, weil die Nacht mit heutigen Lichtsystemen gar nicht mehr so dunkel bleibt wie man sie eigentlich kennt. Und da wir uns selbst gefragt haben, welche der teils sündteuren aber auch verdammt hellen Bikelampen die Beste zum FATBiken ist, sind wir mit ein paar Modellen in den Wald gezogen und haben es einfach ausprobiert.

Norco Ithaqua auf dunklen Pfaden

Norco Ithaqua auf dunklen Pfaden

Die Referenz beim Lichttest

Eigentlich wollten wir eine Kerze als Referenz verwenden, es wurde aber schnell klar, der krasse Helligkeitsunterschied zwischen Kerze und hellster Funzel würde kein Fotoapparat einfangen können. Also haben wir eine etwas größere Kerze hergenommen, unsere MagLite 5D, getuned mit einer LED statt Hallogen-Glühlampe. Zugegeben, die fast 1,3kg inkl. Batterien sind vielleicht etwas viel zur Montage auf dem Helm. Was aber die Leuchtweit angeht, da ist die Maggy aber weit vorn, dachten wir. Um ein unverfälschtes Bild zu erreichen, wurden weder Belichtungszeit, noch Blende, ISO oder Weißabgleich angepasst. Alle Funzeln mussten die selbe Einstellung an unserer Kamera über sich ergehen lassen.

Nicht nur schwer, sondern auch unpraktisch am Bike, unsere MagLite 5D

Nicht nur schwer, sondern auch unpraktisch am Bike, unsere MagLite 5D

MacLite 5D mit LED als Referenz für unseren Lichttest

Kennt jeder: MagLite 5D mit LED Leuchtmittel als Referenz für unseren Lichttest

Hier haben wir das Lichtschwert der MagLite fokussiert. Gegenüber den anderen Protagonisten lässt sich der Abstrahlwinkel nämlich stufenlos regulieren. Sie leuchtet tatsächlich überraschend weit, aber dafür bleibt es vor dem Bike dunkel, oder umgekehrt. Und der Arm macht nach ein paar Metern auch schnell schlapp, das Ding ist einfach zu schwer. Zur Not taugt sie aber gut, um sich in Alaska die Wölfe vom Leib zu halten.

Was kann NoName-Ware aus Fernost?

Auch diese Frage hat uns interessiert. Nur 24 EUR, inkl. Versand und Zoll ein LED-Lichtsystem mit Akku aus China gekostet. Das ist nichts im Vergleich zu deutschen oder amerikanischen Hochleistungsscheinwerfen. Aber was soll’s, Vorurteile waren noch nie unsere Stärke, also ran an den Exoten.

NoName Funzel aus Fernost. OK für den Preis, aber da geht mehr.

NoName Funzel aus Fernost. OK für den Preis, aber da geht mehr.

Tatsächlich taugt das chinesische Fabrikat für eine Tour durch den Wald. Die Ausleuchtung ist ausgeglichen, das Wichtigste vor dem FATBike hat man im Blick. Durch einen fehlenden Spot in der Mitte des Lichtkegels geht einem aber sicher das ein oder andere Detail auf einem schroffen Trail durch die Lappen und dadurch mit nem Platten auf die Schlappen. Dennoch, Preis-Leistung ist bei diesem Fernost-Modell unübertroffen. Über die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit können wir jedoch nicht viel sagen, plötzlich bei Dunkelheit im Wald zu stehen dürfte aber kaum Freude verbreiten.

Lupine fehlt, aber darf nicht fehlen

Leider war Lupine nicht bereit, uns für den Test ein Lichtsystem zur Verfügung zu stellen. Schade! Trotzdem wollten wir zumindest eine Lupine mit dabei haben, und so half uns unser Orthopäde Christian wiedermal aus und stellte ohne Schamgefühl seine fast 10 Jahre alte Lupine Tesla zum Test auf. Zwischenzeitlich hatte er dieser aber auch schon ein Upgrade verpasst und kurzerhand eine leistungsstarke LED eingesetzt, die gleiche, die Lupine auch in der heutigen Piko verbaut.

Die alte Lupine macht noch ein ganz gute Figur.

Die alte Lupine macht noch ein ganz gute Figur.

Im Bild wird das Konzept von Lupine sehr deutlich. Starker Fokus im Spot, ausreichende Helligkeit direkt vorm Bike, und etwas Restlicht zur leichten Erhellung der Umgebung. Die Leuchtweite im Zentrum des Lichtkegels ist schon beachtlich, auf dem Weg spazierende Rehe ziehen schnell den Blick auf sich. Ein kurz vorm Bike über den Weg springender Rehbock hingegen könnte bei schneller Fahrt aber zum Unfallrisiko werden. Mit dieser Ausleuchtung entsteht schon mal ein Tunnelblick. Als Helmlampe ist eine solche Ausleuchtung aus unserer Sicht aber top geeignet. Die neuen Modelle sind sicher besser, davon konnten wir uns aber leider nicht überzeugen.

All in One mit der Hope R2i

Die kleinste, oder besser gesagt kompakteste Lampe in unserem Test ist zweifelsohne die Hope R2i. In einem gefrästen Aluminiumgehäuse verpackt, finden sich zwei Hochleistungs-LED und auch gleich der Akku. Das ist die Lampe für die Hosentasche, und ein Muss im Notfallrucksack. Hope schafft mit der R2i den Spagat zwischen handlicher Anstecklampe und erwachsenem Lichtsystem.

Die Hope R2i wiegt 252 Gramm, und das inklusive des integrierten 3,1Ah Akkus

Die Schwester von E.T.: die Hope R2i wiegt 252 Gramm, und das inklusive des integrierten 3,1Ah Akkus

Wo nimmt die kleine so viel Licht her, fragt man sich bei der Hope R2i

Wo nimmt die kleine so viel Licht her, fragt man sich bei der Hope R2i, 1.400 Lumen liegen an für 255 EUR.

Die Leuchtweite ist zwar kein Weltrekord, dafür sorgt die R2i für eine recht homogene Ausleuchtung kurz und weit vor dem Vorderrad, und das lt. Hersteller 1:30h bei maximaler Leuchtstärke. Der Abstrahlwinkel ist nicht enorm, Hope konzentriert sich auf das Wesentliche. Über die Lichtausbeute kann man sich nicht beschweren. Kaum zu glauben, das diese Lampe nur 1/3 so groß ist wie unsere Referenz, der MagLite 5D. Damit eignet sie sich auch als vielseitige Handtaschenlampe, und durch das stabile Gehäuse bestimmt auch als Ersatzhammer. Und durch verschiedene Modi lässt sich zudem noch Stromsparen oder blinkend ein Nachbar ärgern.

Ausritt des Nachts

Ausritt des Nachts

Was bleibt?!

Es bleibt die Frage, war das schon alles? Aus purer Rücksicht auf euer wertvolles Augenlicht, wollten wir euch nicht zum Einstieg des Lichttests blenden. Natürlich wartet noch die Vorstellung und der Test unserer eigentlichen Hauptdarsteller, heute war nur Appetizer! In genau einer Woche servieren wir den Hauptgang und bringen euch zum Abendgebet die Erleuchtung.

7 Responses

  1. Peter

    Das war kein Lampentest – allenfalls ein paar Lämpchen zum Aufwärmen….

    Mein Text steht unter dem zweiten Teil zu lesen.

    Lampen aus europäischer Fertigung sind allesamt zu teuer und taugen nicht viel.
    Die Firma Busch & Müller möchte ich hier ausnehmen, allerdings kosten deren Lampen einiges Geld.

    Wer für kleines Geld viel Licht möchte, kommt an asiatischen Produkten, über Ebay eingekauft, nicht vorbei !!

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  2. mike

    hm jungs… ’ne taschenlampe, eine billigste china funzel, ne 10 jahre alte selbstbauoptimierte lupine und ne hope… das als lampentest zu bezeichnen ist echt mutig… aber da kommt ja noch teil2 😉

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    • Frank

      Ich find´s gut. Da sieht man das wichtigste auf den ersten Blick: Den Unterschied in der Ausleuchtung…. Genau so soll´s doch gemacht werden. Wenn man einen Maßstab haben möchte muss mann doch ganz unten anfangen. Und so wie es Dan geschrieben hat, gehört auch noch ´ne Kerze dazu, wenn es die Kamera hätte ablichten können. Was bringt´s wenn man nur die Top 5 vergleicht, die meistens nur anhand von Punktzahlen in einem Labortest ermittelt werden können.
      Da ist es doch viel interessanter einen „rustikalen“ Test in freier Wildbahn mit den unterschiedlichsten Lampen durchzuführen.
      Warten wir mal den 2.Teil ab, der hoffentlich nicht zu sehr Labor-lastig wird 😉
      Gruß Frank

  3. Marcel

    Hatte mir letzten Frühling eine China-Lampe für 40 Euro bestellt und gefahren am Bike. Reicht für Touren im Wald…
    Bin dann aber öfters am späten Abend Freeriden gegangen, so hab ich im Sommer zusätzlich ne Piko für den Helm dazu geleistet. Eingentlich ne gute Combo.
    An Weihnachten hab ich mir nun eine Betty für ans Bike geleistet. 🙂
    Haaaaamer das Teil! Da wird die Nacht zum Tag! Kann mir fast nicht vorstellen, dass es noch hellere Bike-Lampen gibt!?

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  4. Jürgen

    Hallo, ich persönlich fahre ein Hope R4 und meine Frau eine Hope R2 und bin mehr als begeistert. Auch das Zubehör, wie das super bequeme Stirnband hilft z.B. beim Campen sehr. Auch die Lenkerhalterung von Hope ist sehr stabil und super zu handhaben. Den Preis fand ich für die gebotenen Produkte echt fair. Die Lichtausbeute bei Dunkelheit im Wald ist für meine Wahrnehmung super, allerdings fahre ich noch eine kleine Helmlampe um das Umfeld (Wildschweine, Rehe, Dachs etc.) zu begrüßen.
    Bin mal gespannt was noch kommt.

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  5. Frank

    Na, da bin ich auf den nächsten Test sehr gespannt. Bin schon lange auf der Suche nach meinem perfekten Licht. Bis jetzt habe ich auch eine Lampe aus Fernost (die wirklich gutes Licht macht). Zum ausprobieren war der Preis OK. Vielleicht kann man bei eurem Test dann deutlich den Unterschied zu den hochwertigeren Lampen sehen, bevor ich mir dann so eine kaufe…. Gruß Frank

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  6. Christophe

    Schade daß Lupine euch nicht geholfen hat. Ich selbst nutze die Piko und Wilma remote und bin auch mit ihrer ausdauer sehr zufrieden.

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