Das legendäre Sea Otter Classic ist in vollem Gange und dort wurde nun auch endlich eine der am heißesten ersehnten Neuigkeiten der letzten Monate offiziell vorgestellt: die Manitou Mastodon. Wir haben alle Infos vom Manitou Mastodon Federweg bis zum Gewicht des Urvieh’s zusammengetragen. Und damit ihr nicht unnötig lange auf diese spannenden News warten müsst, schreiben wir sogar schon mal am Samstagabend – und ausnahmsweise bei einem Glas Rotwein – einen neuen Artikel!

Die Manitou Mastodon im Detail

Bis wir unsere Testgabel bekommen ist es noch ein Stück hin. Heute ist daher noch ein wenig Trockenschwimmen angesagt. Aber selbst das lohnt sich, denn die Manitou Mastodon hat laut Datenblatt einiges auf dem Kasten. Über die 34mm Standrohre hatten wir ja schon berichtet. Laut Manitou soll die Mastodon damit um einiges steifer sein, als was man sonst so kennt. Uns liegen dazu diverse bunte Diagramme vor – ob das alles so stimmt und in der Praxis einen spürbaren Unterschied macht, werden wir aber lieber selbst rausfinden.

Fakt ist aber, dass definitiv keine andere FATBike Federgabel so flexibel und vielseitig einstellbar ist. Zuerst mal wird es die Manitou Mastodon in einer Pro und einer Comp Version geben. Die Versionen unterscheiden sich beim Material der Tauchrohre (Pro: 7050 Alu, Comp: 6066 Alu), der Gabelbrücke (Pro: Hollow Forged Crown, Comp: Forged Crown), der Federung (Pro: Dorado Air, Comp: ISO Air), beim Dämpfer (Pro: MC2 Plattform, Comp: Absolute+) und Preis (gibt’s weiter unten).

Beide Modelle verfügen über ein marktübliches Tapered Steuerrohr und 150mm Einbaubreite für Stechachs-Naben.

Vielfraß Mastodon. (K)Eine haarige Angelegenheit!

Etwas fummelig, aber steif: die HexLock Achse

Wenn wir über ein urzeitliches Mastodon nachdenken, haben wir ein riesiges, zotteliges Biest vor Augen welches durch die Tundra stapft und alles Essbare in sich reinstopft. Und vielleicht war genau DAS auch der Grund für die Namenswahl. Zwar hat die Manitou Mastodon keine Haare, aber sie ist laut Manitou dafür ausgelegt, sogar den übermächtigen Vee Tire Snow Shoe 2XL zu fressen. Damit der Betrieb mit solchen „Über-Schlappen“ überhaupt sicher machbar ist, bietet Manitou die Mastodon in einer sogenannten „EXT“ Variante an. Diese Bauform verfügt bei identischem Federweg über 2cm mehr Bauhöhe als das entsprechende Standardmodell. Ein ähnliches Konzept kennen wir bisher nur von FatLab, bei den übrigen Herstellern sucht man diese Innovation soweit wir wissen vergeblich.

Bietet viel Platz: die Gabelbrücke der Mastodon

Dem entsprechend bietet der Manitou Mastodon Federweg auch Platz für diverse 27,5+/650B+ Reifen. Nach Vielfraß klingt allerdings auch das Gewicht: laut Datenblatt stemmt die Mastodon Pro gesunde 2.210, die Comp sogar üppige 2.430 Gramm auf die Waage. Allerdings muss man diese Werte in Relation sehen: keine der bisher erhältlichen FATBike Federgabeln (außer der Lefty von Cannondale) kann die enormen Belastungen eines FATBikes wirklich problemlos verdauen. Hält die Mastodon ihr Steifigkeits-Versprechen wäre das Mehrgewicht definitiv gut investiert.

Mehr als alle anderen: der Manitou Mastodon Federweg

Äußert variabel zeigt sich die Mastodon laut Datenblatt auch beim Federweg. Es gibt dabei zwei Grundmodelle: eine Mastodon mit 100mm Fedeweg, der auf 80mm heruntergetravelt werden kann und eine Variante mit 120mm Federweg, der auf 140mm erweitertbar ist. Außerdem haben wir bereits eine 150mm Version gesichtet, können aber aktuell noch nicht sagen, ob die auch in Serie gehen wird. Damit bietet die Manitou Mastodon eine der größten uns bekannten Spreizungen beim Federweg und einen der höchsten Federwege überhaupt bei FATBike Federgabeln.

Zumindest gesehen haben wirs schon: 150mm!

Damit dieser enorme Federweg nicht an mangelnder Funktion scheitert, hat Manitou der Mastodon ein besonders reibungsarmes Dichtungssystem mit auf den Weg gegeben. Angeblich bleiben die Dichtungen sogar bis -15 Grad und darunter so geschmeidig, dass die Mastodon besser läuft als der heißeste Mitbewerber. Ganz wie sein rüsseltragender Namensgeber soll Kälte der Manitou also nichts anhaben können. Dazu liegen uns diverse Zahlenvergleiche und Digramme vor – aber darauf geben wir wie üblich nix. Bei der Aussage, ob die Manitou Mastodon wirklich feinfühliger anspricht, steifer ist, präziser lenkt und besser arbeitet als andere Gabeln verlassen wir uns lieber auf unsere eigenen Eindrücke. Kein Datenblatt der Welt kann den knallharten Alltag voller verblockter Single Trails, Schlamm und irrwitziger Bremsen beschreiben. Wir schon 😉

Manitou Mastodon Pro: das Einstellwunder

IVA in der Übersicht (Quelle: Manitou)

Nach unserer Erfahrung würden wir mal sagen, dass sich die Mastodon Comp eher im OEM Bereich finden dürfte, während der gewiefte FATBiker vermutlich eher zur Manitou Mastodon Pro greifen wird. Warum? Weil diese Variante wirklich unfassbar viele Möglichkeiten bietet, sie auf den persönlichen „Ride Style“ abzustimmen. Zum einen wäre da der umfangreich einstellbare MC2 Dämpfer. Damit lässt sich die Dämpfung der Gabel äußerst vielseitig abstimmen und feintunen. Dazu bietet Manitou das sogenannte „Incremental Volume Adjust“ System an, mit dem sich das effektive Volumen der Luftkammer mittels Kunststoffblöcken verringern lässt. Bluto Fahrer kennen vielleicht die sogenannten „Token“ – IVA ist flexibler, macht aber grundsätzlich dasselbe: mehr Progression bei unverändert feinem Ansprechverhalten. Außerdem kann man sein Mastodon nachträglich mit dem „Infinite Rate Tune Kit“ füttern. Dieses Kit erlaubt laut Manitou eine präzisere Abstimmung der Gabel im mittleren Federwegsbereich. Wie immer gilt: probieren wir aus!

Was bleibt?

Grab life by the Stoßzähne!

Wir hatten ja bereits das Vergnügen, eine Manitou Mastodon Comp live in den Händen halten zu dürfen. Erster Eindruck: fein, fein! Die neuesten Informationen zu Steifigkeit, Gleiteigenschaften, Federweg und Einstellbarkeit machen uns Mut, dass wir FATBiker vielleicht endlich mal DIE Perfomance Federgabel bekommen, auf die wir schon so lange gewartet (und die wir – ehrlich gesagt – auch einfach mal VERDIENT) haben!

Wir sind zumindest schonmal verhalten positiv und werden – wenn die Mastodon die großen Versprechen wirklich erfüllt – nach den ersten Testkilometern unserer überschwänglichen Leidenschaft ungebremst Ausdruck verleihen. Verlasst Euch drauf!

In Europa wird die Manitou Mastodon übrigens beim Bike Festival am Gardasee vorgestellt werden. Danach wird man die Gabel für 579,99 Euro (UVP, Comp) bzw. 899,99 Euro (UVP, Pro) kaufen können. Wo sich die „Straßenpreise“ einpendeln bleibt abzuwarten.

Übrigens: eines der ersten Serienbikes überhaupt, welches mit einer Mastodon ausgeliefert wird, ist der Huraxdax EL von Maxx! Wer also eine eigene Probefahrt nicht mehr erwarten kann und mal in der Nähe Rosenheim ist, sollte Uwe und seiner Crew mal einen Besuch abstatten!

 

8 Responses

  1. Matthi

    Hey Jungs,

    könnt ihr was zu den Lieferzeiten sagen? Bestellt wurde sie schon von meinem Händler direkt bei Manitou nur Lieferdatum unbekannt…habt ihr da Connections?

    Grüße Matthi

    Antworten
    • Dan

      Hey Matthi, danke für deine Nachfrage. Leider wissen wir nicht besser als Manitou, wann ihre Gabeln lieferbar sind. Wir wüssten es gern! 😉 Wir drücken die Daumen, das es bei dir nicht mehr allzu lange dauert. Wir kennen das Gefühl nur zu gut! FATte Grüße, Dan

  2. Thomas

    Hallo Matt,

    welche Gabel ist Deiner praktischen Erfahrung nach nun steifer?
    Die Mastodon oder die FatLab?

    Gruss Thomas

    Antworten
    • Matt

      Hi Thomas,

      das können wir hoffentlich in ein paar Wochen sagen. Noch haben wir keine eigene Mastodon in der Werkstatt. Kommt aber bald!!

      FATte Grüße

      Matt

  3. Paul

    hoffe ihr bekommt die für breite reifen, 2xl auf ne 100ter felge und schlauchfrei wäre echt interessant

    Antworten
    • Matt

      Hi Paul,

      wir werden die normale Version testen, die EXT Variante dürfte für die wenigsten FATBiker interessant sein, da kaum jemand den 5.05″ Snow Shoe im Rahmen unterkriegt. Dafür verschlechtert die zusätzliche Bauhöhe unnötig die Geometrie. Allerdings geht es dabei ja nur darum, dass der Reifen bei voll eingefederter Gabel nicht an der Gabelkrone schleift. Wir werden ganz sicher prüfen, ob der 2XL passt, die fehlenden 2cm Bauhöhe der normalen Gabel denken wir uns einfach dazu.
      Allerdings können wir ihn maximal auf 90mm Felgen pressen. Breiter haben wir derzeit nix im Bestand.

      FATte Grüße

      Matt

  4. Paul

    „der höchsten Federwege überhaupt bei FATBike Federgabeln“

    die Fatlab kann doch mehr dachte ich o, O

    grüße aus Franken

    Antworten
    • Matt

      Hi Paul,

      danke für Deinen Kommentar. FatLab kann aktuell ebenfalls bis 150mm, liegt also mit der Mastodon gleich auf. Daher haben wir ja geschrieben „…einer der höchsten Federwege…“ 😉

      FATte Grüße

      Matt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.