Das Maxx Arctic Setup FATBike. Ein Jagamoasta für das YAU!

Schön draußen! Acht Grad minus, überall Schnee, perfekte FATBike Bedingungen. Aber wie wir ja schon berichtet haben, reicht das manchmal einfach nicht. Florian „Flori“ Reiterberger wird sich in knappen zwei Wochen dem Yukon Arctic Ultra stellen, dem warscheinlich härtesten Ultra-Marathon der Welt.

Daran, wie Flori sich vorbereitet, lässt er uns immer mal wieder in Form von Bildern und kurzen Nachrichten teilhaben. Erst am letzten Wochenende stand sein erster Test-Biwak im Schnee an. Uns es gab VIEL Schnee!

Gerade gemütlich gemacht... (Quelle: Flori)

Gerade gemütlich gemacht… (Quelle: Flori)

Flori, am letzten Wochenende hattest Du nun endlich die Chance, mal einen Testlauf unter winterlichen Bedingungen zu machen. Wie lief’s?

An und für sich gut. Nur der viele Schnee hat für Abbruch gesorgt. Zu gefährlich eventuell im Biwaksack zu ersticken. Luftreserve ist da null. Drum überdenk ich nochmal den Biwaksack und werd sehr wahrscheinlich auf ein Zelt wechseln.

...und fünf Stunden später. (Quelle: Flori)

…und zwei (!!) Stunden später. (Quelle: Flori)

Wie schonmal gesagt, das Yukon Arctic Ultra ist eine ganz derbe Nummer und nichts für schwache Nerven…

Das Bike

Maxx Arctc FATBike

Flori und sein Arbeitsgerät. (Quelle: Flori)

Heute konzentrieren wir uns aber auf Flori’s Arbeitsgerät, den Maxx Jagamoasta im Arctic Setup. An diesem Bike wurde einiges getüftelt und am Ende stand eine Maschine, welche selbst für härteste Einsätze im ewigen Eis gerüstet ist. Leider war das Maxx Arctic Setup FATBike für Flori bereits auf dem Trail, aber Uwe Matthies und sein Team haben das „Arctic Setup“ als Option für alle Jagamoasta in den hauseigenen Konfigurator aufgenommen. Und außerdem ist der Arctic Jagamoasta inzwischen das offizielle YAU FATBike! Die folgenden Bilder stammen also vom ersten in „Serie“ gefertigten Yukon Arctic Ultra FATBike!
Wie bzw. nach welcher Checkliste das Bike ausgestattet ist, haben wir bereits hier im Detail zusammengefasst. Darum zeigen wir Euch heute noch ein paar Bilder vom Aufbau.

Eiskalt erwischt!

Penibel vorbereitet: speziell gefettete Teile.

Penibel vorbereitet: diese Teile erhalten ein Spezialfett. (Quelle: Maxx)

Große Kälte ist vor allem für die Lager ein Problem, da herkömmliche Schmierstoffe verhärten und im schlimmsten Fall ihre Schmierwirkung verlieren. Außerdem haben die Fette noch eine weitere, wichtige Aufgabe: eindringende Feuchtigkeit von den empfindlichen Lagerflächen fern zu halten. Da bei -40 Grad die dünnen Gummilippendichtungen nicht mehr zuverlässig funktionieren, muss der Schmierstoff hier zu Höchstform auflaufen!

Jedes Detail wurde penibel mit SKF Fett abgeschmiert. (Quelle: Maxx)

Jedes Detail wurde penibel mit SKF „Low Temperature“ Fett abgeschmiert. (Quelle: Maxx)

Um die bedingungslose Funktion aller Lager zu gewährleisten, wurden die werksseitig verwendeten Fette aufwändig entfernt und durch ein spezielles Niedrigtemperaturfett von SKF ersetzt.

Nicht ganz dicht? No way!

Die Spannung steigt. So soll es sein! (Quelle: Maxx)

Die Spannung steigt. So soll es sein! (Quelle: Maxx)

Besondere Liebe wurde auch den Laufrädern gewidmet, welche in akribischer Handarbeit aus Sun Ringle Felgen und DT350 Naben aufgebaut wurden. Eine Spezialität von Maxx sind hochwertige Pulverbeschichtungen, so war es natürlich selbstverständlich, dass die Felgen vorm Einspeichen passend zum Rahmen abgetönt wurden. Die Entscheidung für die Sun Ringle Felgen war einfach: bereits in unserem Bericht über die Sun Ringle Mule Füt Laufräder haben wir die außerordentlich gute Eignung für Schlauchlosmontage gelobt. Und genau diesen Vorteil sollen die stabilen Felgen auch im Yukon ausspielen. Denn Schläuche würde in der Kälte aushärten und Fahrkomfort und Effizienz damit massiv negativ beeinflussen.

Das Dichtband gehört zum Lieferumfang der Sun Ringle Felgen! (Quelle: Maxx)

Das Dichtband gehört zum Lieferumfang der Sun Ringle Felgen! (Quelle: Maxx)

Mit dem originalen Dichtband von Sun Ringle wurden die Felgen dann gründlich abgedichtet, bevor die Reifen montiert wurden. Zusammen mit der verwendeten Dichtmilch wird so auch an den Rädern größtmögliche Kälteresistenz und Pannensicherheit erzielt.

Weiße Riesen

Strahlend weiße Beißerchen! (Quelle: Maxx)

Strahlend weiße Beißerchen! (Quelle: Maxx)

Wo wir gerade bei Dingen sind, die in großer Kälte verhärten (das gilt übrigens auch für’s Hirn – also immer schön Mütze auf!)… Die Reifen haben natürlich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Schmierfett oder Dichtungen. Zum Glück kommen aber immer mehr Reifen mit sogenannten Silica Gummimischungen auf den Markt. Hier werden speziellen Zutaten verwendet, um eine Lauffläche zu schaffen, die selbst bei richtig fiesen Temperaturen noch weich und griffig sind. Weil dabei unter anderem auf den sonst üblichen Zusatz von Ruß verzichtet wird, erscheinen die Reifen weiß bzw. hell beige.
Vee Tire ist hier einer der Marktführer, und so finden sich auch FATte Snow Shoe Reifen am Maxx Arctic Setup FATBike. Auf dem Bild oben wird sogar der übermächtige Snow Shoe 2XL in die hautenge Gabel gepresst. Wir testen selbst gerade einen Satz Snow Shoe XL und werden demnächst berichten!

Das Problem verhärtender Dichtungen gilt übrigens genauso für die Bremse, weshalb statt einer hydraulischen Scheibenbremse eine mechanische Avid BB7 Bremse verbaut wird. Und damit die Schalt- und Bremszüge nicht einfrieren, werden auch die zusätzlich mit einer Packung SKF Fett abgedichtet.

Was bleibt?

Blaubär: ein Maxx Arctic Setup FATBike erobert die Arktis! (Quelle: Maxx)

Seltenes Exemplar: ein Weißfüßiger Blaubär erobert die Arktis! (Quelle: Maxx)

Mit dem Maxx Arctic Jagamoasta dürfte zumindest von technischer Seite alles Mögliche getan sein, um beim Yukon Arctic Ultra die begehrte Finisher Medaille zu bekommen. Das Bike wird in liebevoller Handarbeit bis ins Details optimiert und mit größter Sorgfalt aufgebaut. Dabei geht Maxx sogar noch einen Schritt über die sonst schon sehr hohen eigenen Qualitätsansprüche hinaus. Denn: ein technischer Defekt in der Kanadischen Eiswüste kann fatale Folgen haben!
Das Gute an diesem Bike ist, dass es trotz aller Modifikationen uneingeschränkt auch in der richtigen Wüste eingesetzt werden kann. Wer also demnächst eine Weltumrundung mit dem FATBike plant, sollte sich mit Uwe und dem Team von Maxx in Verbindung setzen!

2 Responses

  1. Xaver Hofer

    Super das was der Florian vor hat. Ich wünsche Ihm viel Glück auf seinem Trip. Ich fahre seit 3 Monaten auch ein Maxx Fat-Bike und bin fast jeden Tag ca 60-100km mit ihm unterwegs. Auch gestern früh. Um 7.00 Uhr losgefahren bei 18 ° Minus .(Allgäu Ruderatshofen). 3 Liter Heißgetränk in Thermoskannen im Rucksack. Alle 1/2 Stunde vom Rad abgestiegen u. Hampelmann gemacht um wieder mehr auf Temperatur zu kommen.Ich kann mir jetzt ungefähr vorstellen,was auf Florian zukommt.Nach ca. 70 km war ich an diesem Tag wieder daheim u. es ging gleich unter die Dusche..
    Freue mich tierisch auf die nächsten Berichte.ich kann es kaum erwarten.Vielen Dank für diese wunderbare Fat -Bike Seiten.
    Viele Grüße Xaver.
    P.S.Um 11.00 Uhr schwinge ich mich wieder auf mein Rad.

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  2. Peter gattringer

    Wow …..legen sich richtig ins zeug, die jungs von maxx.
    ……und Flori wünsche ich viel Erfolg und Spaß am rennen.
    Freue mich schon auf die nächsten Berichte von euch fat-jungs.

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