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Wenn es im Bereich der e-FATFullies ein leuchtendes Beispiel gibt, dann ist das wohl der Maxx Huraxdax EL 2018. Das liegt natürlich ganz offensichtlich an der extrem lässigen Glow-In-The-Dark Beschichtung. Aber auch neben diesem coolen Effekt pflügt der Huraxdax das Feld der e-FATFullies gründlich um! Dank laufender Verbesserungen an Fahrwerk und Antrieb rollt mit ihm in 2018 der Meister des Electro-Funk auf die Bühne. Also los, play that funky music, wild boy!

Maxx Huraxdax EL 2018 – alter Freund ganz neu

Huraxdax EL – halb MTB, halb Motocrosser

Um bei Music zu bleiben: so ein e-FATFully ist schon was Eigenartiges… Als würde man Frank Sinatra und Notorious BIG mischen. Ja, das gibt es – und es klingt verdammt elegant FAT! So verhält es sich auch beim e-FATFully. Die Kombination aus (verhältnismäßig) brachialem Antrieb und bombensicherem Fahrwerk im Stile einer Motocross Maschine und dem Handling und geräuschlosem Vortrieb eines Mountainbikes schafft völlig neue Möglichkeiten. Geschmacksache, vielleicht. Aber immer einen Versuch wert!

Jetzt neu: Fox Dämpfer

Der Maxx Huraxdax EL wird seit seiner Erstauflage laufend verbessert und optimiert. Nachdem die notorisch überforderte Rock Shox Bluto bereits im letzten Jahr auf’s Altenteil geschoben wurde muss nun auch der Monarch Dämpfer aus gleichem Hause weichen. Für den smoothen Swing am Hinterrad sorgt nun ein speziell auf e-Bikes abgestimmter Fox Float DPS Dämpfer. Entgegen der ersten Modellreihe setzt Maxx beim Antrieb inzwischen auf den Brose Motor „Drive S“ mit optimiertem Temperaturmanagement und Software.

2018er MuleFüt V2 Felgen

Heavy Metal gibt es dagegen bei den Laufrädern: robuste DT Swiss 370 Naben mit Stahl-Freilauf werden mit brandneuen Sund Ringle Mule Füt V2 SL verzurrt. Anders, als bei Aluminium-Freiläufen möglich quittiert der Freilauf aus Stahl das über ihn hereinbrechende Drehmoment nicht mit plastischer Verformung.

Das Testbike: rundum-sorglos Paket

Exklusive DT Swiss 370 Naben

Im Grundpreis von 5.599,- Euro sind bereits alle wichtigen Annehmlichkeiten enthalten. Mastodon Comp, besagte Laufräder mit 4.0 Jumbo Jim Reifen, eine Magura MT5 Bremsanlage, Vorbau/Lenker/Griffe von Race Face, etc. Dem Preis entsprechend sitzt man bereits mit dem „Basismodell“ in der ersten Reihe. Unserem Testbike wurde im hauseigenen Konfigurator dagegen der VIP Backstage Pass verpasst: XT Shifter, Acros Pedale, übermächtige Magura MT7 Bremsen, Ergon Griffe, eine Kindshock Dropper Post, Manitou Mastodon Pro, Schwalbe Jumbo Jim 4.8 tubeless und Busch & Müller Scheinwerfer, der sogar über eine Straßenzulassung verfügt.

Leuchtendes Vorbild dank Night Glow Beschichtung

Dazu kam noch das, nennen wir es mal „Optikpaket“ für den coolen Auftritt nach Sonnenuntergang: Night Glow Pulverbeschichtung und Felgen in Rahmenfarbe. So aufgerüstet müssen sich am Ende ein Rudel aus 6.934,- Euros auf dem Ladentisch versammeln, will man den Maxx Huraxdax 2018 mit nach Hause nehmen. Dafür kann man sich ein Auto kaufen? Ja, aber das wurde nicht in Handarbeit montiert und kann auch keine Single Trails.

Hier spielt die Musik

Zentrale Kontrollkonsole

Das schöne an e-Bikes im Allgemeinen ist, dass es so viel zum Spielen und Entdecken gibt. Über neue Marquardt „Comfort“ Bedienteil dirigiert der Pilot nicht nur die Leistung des Brose Motors sondern schaltet auch das Bühnenlicht und informiert sich über wichtige Telemetriedaten. Besonders lässig finden wir die Anzeige der Fahrerleistung. So sieht man, wie viel man selbst zum Vortrieb beiträgt. 300, 500, 800 Watt? Das taugt zur effektiven Trainingskontrolle genauso wie als zusätzliche Motivation. Eine zeitgemäße Kopplung mit dem Handy ist möglich, im Moment funktional aber noch zu eingeschränkt. Die Grundbedienung per Tasten und Joystick ist simpel, weitgehend intuitiv und kompatibel mit dicken Handschuhen. Eine Portion Extrakomfort bringt die eingebaute Lichtautomatik, welche über einen Sensor den Bordscheinwerfer steuert. Schade ist an dieser Stelle, dass kein Rücklicht im Paket ist.

Lights on – by Busch & Müller

Anders als bei Bosch gibt es bei Brose keine dynamische Leistungsregelung. Die vorhandenen Stufen sind aber praxisgerecht gewählt und können von Maxx bzw. deren Service Partnern individuell angepasst werden. Außerdem verfügt der Brose Motor über enormes Drehmoment und schiebt bereits in der niedrigsten Stufe außerordentlich kräftig nach vorn. Da Brose ohne zusätzliches Getriebe auskommt arbeitet der Antrieb kaum hörbar und sehr effizient. Nur unter Vollast hört man ihn surren – im Direktvergleich zu anderen Antrieben darf der Maxx Huraxdax EL 2018 aber als flüsterleise gelten. Hier wird Smooth Jazz statt Techno gespielt!

Perfekte Illusion

Das Brose-Powerhouse

Die Illusion, dass man selbst über Bärenkräfte verfügt, gelingt dem Maxx Huraxdax EL 2018 auf dieser Basis perfekt. Von der unglaublichen Leichtfüßigkeit von 250W und 90Nm und der Ausdauer von fast 500Wh hört man kaum etwas. Und dank der sehr guten Abstimmung fühlt sich einfach alles so organisch an als wären es deine eigenen Beine, die dich nach vorn pumpen. Wie gut das funktioniert, zeigt sich am besten im umgekehrten Fall: steigt man ab und an auf ein normales Bike um wirkt das auf eine eigenartige Weise „kaputt“.

Auf geht’s!

Das Fahrverhalten insgesamt ist dabei absolut tourentauglich. Man sitzt entspannt in einer angenehmen Haltung zwischen aufrecht und gestreckt. Lenk- (68°) und Sitzwinkel (74°) bieten eine moderne Kombination aus effizientem Treten und agilem Lenkverhalten. Mit seinen knackigen fast 25kg Kampfgewicht (incl. Pedale und Dichtmilch) ist das Handling natürlich meilenweit von einem ausgecheckten Race Fatty entfernt. Bunny Hops kannst du vergessen. Und das bisschen, was geht, sieht albern aus. Allerdings sind bei den gebotenen 150/140 mm Federweg (vorn/hinten) ausgefeilte Fahrkünste keine zwingende Voraussetzung um zügig voran zu kommen.

Ausleuchtung des Bordscheinwerfers

Dabei ist vieles dem nahezu perfekten Duett aus Mastodon Federgabel und Fox Float DPS Dämpfer zu verdanken. Von der Tour zum Lieblings-Café bis zum brettharten Downhill ist für jeden Einsatz eine passende Einstellung nur ein paar Clicks entfernt. Zu Antrieb und Fahrwerk passt auch die unglaubliche Magura Bremse, die auf Wunsch die Bremskraft einer in’s Vorderrad gesteckten Eisenstange entfaltet. Würden wir ein FAT-Bike.de Verdienstkreuz vergeben – hier wäre es verdient!

Allein, allein – die Meckerecke

Wenn wir nicht meckern glaubt’s wieder keiner… Aber hier fällt es wirklich schwer. Das Gewicht… Für uns weiterhin schwer vermittelbar. Dieses Problem teilt sich der Huraxdax EL mit allen aktuellen eFatties und eine Lösung für die schweren Systemkomponenten ist nicht in Sicht. Und vielleicht könnte man mit etwas größeren Hauptlagern am Hinterbau noch eine Ecke mehr Steifigkeit aus dem Rahmen herauskitzeln. Einen Versuch wäre es, insbesondere mit Blick auf den ersten Punkt, wert…

Gorilla im Nebel. Zu meckern gibt es fast nichts.

Ach ja, und die Reifen. Der Jumbo Jim ist in keiner Ausbaustufe ein Traktionsmonster. Er rollt leicht und spart Strom, aber gerade im Winter ist er mit der Umsetzung der ankommenden Kraft schnell überfordert. Seit kurzem ist aber auch der Vittoria Cannoli (hier geht’s zum aktuellen Test) bei Maxx verfügbar – den empfehlen wir allen, die die volle Power auch unter extremen Bedingungen umsetzen wollen.

Was bleibt?

Der Maxx Huraxdax EL war von Anfang mehr als eine Solokonzert: er vereint das Beste aus verschiedenen Richtungen auf einer Bühne. Damit ist er ein Bike für alle, die ihre Möglichkeiten und Einsatzbereich erweitern wollen. Dabei ist es unerheblich, auf welchem Stand sich Kondition und Fahrtechnik befinden – mit dem Huraxdax EL geht immer mehr. Und wenn nicht mehr, dann auf jeden Fall Anderes. Die serienerprobte Kombination aus bärenstarkem Antrieb, leistungsfähigem Fahrwerk und individuellem Aufbau ist schlichtweg einzigartig und ergibt das für uns derzeit beste e-FATFully Gesamtpaket.

Allein, allein – Der Huraxdax EL hat derzeit nicht wirklich Konkurrenz

 

 

5 Responses

  1. Piet

    Ich kann die Kommetare von meinem Namensvetter hier nicht mehr ertragen und sollte vielleicht über eine Namensänderung nachdenken. Ich vermute dein Wissen basiert rein auf dem Lesen von irgendwelchen Pseudoberichten (neudeutsch: Fakenews).
    Die Jungs hier testen in real-life! Ich selbst durfte in den Genuss kommen genau dieses Bike zu fahren und kann nur schwärmen. Mittlerweil parkt mein zweites Fatty im Fuhrpark und man kommt von den Dingern nicht los. Aber was MAXX hier an den Start stellt, macht süchtig!!! Auf Stufe 1 kompensierst du genau das Mehrgewicht zum CC-Fully und hast Reichweiten von 50km und mehr. Und genau an dieser Stelle spielt das Gewicht keine Rolle mehr. Selbst im Schlepptau eines Zweiten Bikers bei voller Unterstützung auf einem 3km Uphill, gab es keine Probleme, im Gegensatz, nur grinsende Gesichter und offen Münder über diese potenten Fahrmaschine. Ich selbst bin früher oft im Wald mit der Crosser unterwegs gewesen, dies hier ist die absulot bessere Wahl, weil legal und spaßiger!

    Also Junge, erstmal selbermachen/-testen und dann meckern!

    Greetz Piet

    Antworten
  2. Peter H.

    Wo bleiben eigentlich Fatbikes mit TQ Antrieb ? Der hat 120 NM und ist DER Motor für das Fatbike schlechthin !

    Grüße, Peter H.

    Antworten
  3. peter

    Vielleicht sollte man auch noch erwähnen, das der deutlich leichtere s-mag-Motor deswegen nicht eingebaut ist – (was bei einem schweren E-Fully Pflicht wäre) – weil er noch nicht verfügbar ist. Was die daran so lange herumdoktern, weiß ich jetzt schon, es ist das ewige thermikplroblem das die Brosemotoren haben, bei Stellmotoren im Auto war das ja kein Problem, bei stundenlanger Bergbelastung halt schon..
    Und ob das hochsenible Magnesiumgehäuse auch hochbelastungen Bruchfrei durchhält, wird sich auch noch weisen…

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    • Matt

      Hallo Peter,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Dass der S-Mag Antrieb nicht verbaut ist, weil er noch nicht verfügbar ist, klingt tatsächlich plausibel. Die Entwicklungsstände und -probleme bei Brose sind uns jedoch, im Gegensatz zu Dir, nicht bekannt. Und da wir hauptsächlich über Dinge berichten, die man auch tatsächlich kaufen kann, gibt es nicht viel zu erwähnen außer dem generellen Hinweis auf das hohe Gewicht. Sobald es die technischen Upgrades aber in die Serie schaffen wirst Du es bei uns lesen.
      Und noch ein Wort zur Thermik: wir testen alle e-Bikes (und nicht nur die) bis zu unserer persönlichen Belastungsgrenze. Es mag an unserer mangelnden Fitness oder einfach Glück liegen – bisher ist uns aber weder ein Motor wegen Hitzeproblemen ausgestiegen noch gab es relevante Einschränkungen durch Leistungsreduktion. Das gilt für alle Hersteller, ob nun Bosch, Brose, Bafang oder Yamaha. Wäre es passiert, hätten wir das geschrieben. Wenn Du mit dem Huraxdax EL andere Erfahrungen hast würden wir uns freuen davon zu hören.

      FATte Grüße

      Matt

    • Jürgen

      Hallo Peter,
      ich fahre seit ca. 3 Jahren E-MTB´s ausschließlich mit Brose Motor und kann die schlechten Kritiken nicht mehr hören (in Summe 3 Bikes). Mein aktuelles Bike hat nun 8000km auf der Uhr und hatte noch nie Probleme gemacht bis auf etwas Wasser am Stecker, was leicht zu beheben ist (Neue Dichtung).
      Da du so viele Kommentare zu den Themen schreibst (leider aussschließlich negativ), wäre doch mal interessant mit welchen Fuhrpark du so Deine Erfahrungen gemacht hast. Ich finde die Website toll, da es inspiriert wie Jemand sein Ding lebt. Wir sind hier denke ich nicht beim Testlabor sondern bei einer Community, die sich für eine Sache begeistert. Da muss es auch mal Probleme geben und die dafür passenden Lösungen, das macht ein Hobby spannend.
      Sorry aber das musste ich nun mal loswerden.

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