MeinFATBike: Maxx Jagamoasta Custom Single Speed FATBike von Michael

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MeinFATBike: Maxx Jagamoasta Custom Single Speed FATBike von Michael

Maxx Jagamoasta Single Speed FATBike

FATBikes sind Eure Leidenschaft? Dann seid Ihr hier richtig! Unsere Rubrik MeinFATBike stellt FATBikes unserer Leser vor und zeigt, mit wieviel Kreativität, Hingabe und Liebe so manches FATBike aufgebaut wird.

Diesmal haben wir etwas wirklich Ausgefallenes für Euch: Michael P. hat sich einen Custom Made Maxx Jagamoasta aufgebaut, und zwar als Single Speed FATBike! Wie es dazu kam und was man damit macht erzählt Michael Euch selbst. Daher halten wir mal wieder die Klappe – bzw. die Finger still – und übergeben das Wort!

Der lange Weg zu einem Gang

Maxx Jagamoasta Singlespeed

(Text und Bilder von Michael P.)

Also, wie alles begann: vor circa 4 Jahren bin ich durch Zufall im Internet auf Räder mit dicken Reifen gestoßen. Nach kurzer Recherche standen zwei Dinge fest:

  1. Es handelte sich um FATBikes!
  2. Ich musste eins haben (MTB Reifen waren mir noch nie dick genug)…

Nach weiterer Recherche kam dann aber die Ernüchterung, eine Audienz beim Papst ist einfacher zu bekommen als ein FATBike (oder Teile davon) in Deutschland. Und so geriet die Idee erst mal in Vergessenheit.
Während einer Reise durch die Alpen 2014 sprach mich dann ein Freund durch Zufall wieder auf ein FATBike an. Und so entflammte die Idee erneut. Diesmal ergab die Recherche ein anderes Resultat! Es gab nicht nur FATBikes zu kaufen, ich fand sogar ein Modell welches allen meinen speziellen Anforderungen genüge tat (interne Leitungsverlegung, Steckachse an beiden Rädern, und Bremszangenaufnahme zwischen Sattel- und Kettenstreben)!
Der Fat Rat von KTM wurde bestellt!

Das KTM FatRat (Quelle: Michael P.)

Soweit, so gut. Der Fat Rat (übrigens ein sehr geiles Bike), der 9 Monate später geliefert wurde, hat auch bei der Findung der bevorzugten Übersetzung für mein neues Projekt geholfen. Denn dieses wurde in der Zwischenzeit geboren: ein FATter Singlespeeder mit Gates Riemenantrieb!

Selbe Location, anderes Bike: der Maxx Jagamoasta

Denn während der langen Wartezeit wurde viel gesurft und geträumt und der Maxx Jagamoasta, welcher die perfekte Plattform dafür bot, hatte es mir nämlich zwischenzeitlich angetan. Dieser hat zwar, anders als von mir favorisiert aber systembedingt erforderlich, offene Ausfallenden. Dafür hat er aber ein Rahmenschloss für den Riemeneinbau.

Durch diese hohle Gasse muss er kommen. Nicht Godot. Aber Gates!

Es sollte ein hochwertiges aber auf ein Minimum an Ausstattung reduziertes FATBike werden da ich eine aufgeräumte Optik kombiniert mit Robustheit mag.

Maxx Jagamoasta Cockpit 2

Die Idee ist sicherlich nicht neu. Aber selten (zumindest in dieser Qualitäts Kategorie). Unter Verwendung zwielichtiger Argumentation (z.B. dass meine Frau ja mit ihrem Trekkingrad hoffnungslos aufgeschmissen sei wenn der erste Schnee kommen würde) wurde der Jagamoasta Rohloff Rahmen und somit ein zweites FATBike bestellt.
Da Maxx dem Kunden ein Maximum an Flexibilität bietet und auf Wunsch fertigt, wurde der Rahmen in matt Oliv (bin 100%-iger Pazifist, der Assoziation mit dem Militär ist rein zufällig) mit einem glänzenden Maxx Logo (Shadow Effekt) ausgeliefert.

Dezentes Logo, sehr edel! (Quelle: Michael P.)

Einziger Kritikpunkt zum Rahmen: die Leitungsverlegung durch das Steuerrohr finde ich etwas unglücklich, da die Leitungen sich hier den Platz mit dem Gabelschaft teilen müssen. Das klappt leider nicht ohne Reibung.

Kennen wir, mögen wir: das Maxx Logo (Quelle: Michael P.)

Der gesamte Aufbau sollte dann circa ein halbes Jahr dauern, was hauptsächlich an geringer Verfügbarkeit der Teile lag, und verlief ohne besondere Hürden… Naja, bis auf die Riemenlinie. Für mich als Laie ein leidiges Thema…

Maxx Jagamoasta Riemenlinie

Der Rahmen nimmt zwar Reifengrößen bis 5.0 auf. Aber die Kettenlinie der Race Face Kurbel und die 170er Hinterrad-Einbaubreite des Jagamoasta sind, laut Race Face Tabelle, dafür zu eng. Angeblich war ein 4.0er Reifen da das Maximum. Wie gesagt, als Laie war ich da verunsichert und es hat ein paar Tage gedauert bis ich herausfand, dass die Angaben über die Breite des Hinterbaus in der Artikelbezeichnung der Kurbel lediglich als Empfehlung für optimale Kettenlinien zu sehen sind. Für Singlespeeder und Nabenschaltungen sieht die Welt ja bekanntlich etwas anders aus: hier kann die optimale Linie oft viel weiter außen liegen! Installiert wurde letztlich die Race Face Evolve Kurbel für 190mm Hinterbauten.

Maxx Jagamoasta Race Face Kurbel

Die Hope-Naben habe ich nach Eurem Artikel ausgesucht ;). Gut, ein weiterer Grund war: ich wollte mir die Klingel sparen (Stichwort Minimal-Ausstattung) und da musste eine laute Nabe dran! Dass beide Naben vom gleichen Typ bestellt wurden ist natürlich Ehrensache. Und in die 710er DT Swiss Felgen hatte ich mich schon vor langer Zeit verliebt… Eingespeicht habe ich die Räder dann selbst, nur das zentrieren habe ich dem Profi überlassen.

Um die Riemenlinie einzustellen wurde das Riemenrad nach innen versetzt und das Riemenritzel unter Verwendung von reichlich (Velosolo) Spacern maximal nach außen versetzt.

Hope Hinterradnabe

Voila, Platz für den 4.8 Schwalbe Jumbo Jim war geschaffen und für das Riemenrad hat es auch gerade so gereicht. Eine höhere Übersetzung wäre nicht möglich gewesen da hinten bereits das kleinste erhältliche CDX Ritzel (20 zähne) verbaut ist und ein größeres Riemenrad vorn (aktuell 50 Zähne) am Rahmen schleifen würde.

Maxx Jagamoasta Rahmen-Riemenrad Spalt

Nun wartet der Jagamoasta auf die Jumbo Jim Lieferung denn (ich kann den Reifentest absolut bestätigen) der Rollwiderstand des Juggernaut ist im Vergleich zum Jumbo Jim katastrophal.

Abgesehen davon fährt sich das Bike großartig! Agil in den Kurven und eine von MTBs unerreichte Spurtreue. Wenn ich gefragt werde trage ich oft den Vergleich zum Motorrad vor. Aber das scheint mir generell so bei den FATBikes zu sein ;). Speziell im Falle des Jagamoasta muss ich sagen, dass ich überrascht bin wie wenig man die verschiedenen Gänge vermisst (hier im Flachland absolut unnötig- wie gesagt, Geschmacksache). Dabei sind es nicht die kurzen Gänge die einem fehlen: wenn es beim Anfahren mal schnell gehen soll reichen drei Kurbelumdrehungen im Wiegetritt. Es fehlen eher die Langen, da der Vorwärtsdrang irgendwann nur noch durch die Trittfrequenz begrenzt wird. Hier muss man sich selber etwas zum „Chillen“ zwingen. Mit der derzeitigen Übersetzung ist es dann aber auch schon ne angenehme Reisegeschwindigkeit (>20kmh) und entspricht, soweit ich das bisher gesehen habe, auch fast der längsten Übersetzung der meisten FATBikes.

Was bleibt?

Ein Single Speed FATBike – großes Kino! Michael hat uns außerdem verraten, dass das Bike sehr agil beschleunigt und auch mit nur einem Gang absolut alltagstauglich ist. Wir finden es vor allem sehr schön und wirklich gelungen. Und exotisch, denn Single Speed FATBikes sehen selbst wir nicht alle Tage!
Vielen Dank an Michael für den tollen Bericht und, dass wir sein Single Speed FATBike vom Maxx hier vorstellen durften!

 

Ihr möchtet Euer Bike hier vorstellen? Dann her damit! Dabei ist es völlig egal, ob Ihr auf einem lange ersehnten Bike im Serienzustand sitzt oder einen komplette Custom Aufbau habt! Schreibt uns an mail@fat-bike.de

2 Responses

  1. Michael

    Hallo Bernd,
    Danke! Huraxdax auch sehr cool! Nein, bisher war der Riemen nur nass und hatte einige Grashalme gequetscht. Alles ohne Probleme oder eine Veränderung zu verursachen. Bislang scheint mir sehr robust das ganze. Allerdings wurde der Jagamoasta in einer Umgebung bewegt wo man „schweres“ Gelände wie die Nadel im Häuhaufen suchen muss.

    Grüße,
    Michael

    Antworten
  2. Bernd Matzke

    Hi Michael,

    Echt tolles Radl. (Hab auch ein Jagamoasta und ein Huraxdax)
    Der Gates Riemanantrieb interessiert mich , hast Du schon Erfahrungen in Matsch und Schlamm sammeln können……wie macht der Riemen das mit?

    Grüße

    Bernd

    Antworten

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