Für den Sommer hatten wir eine coole Mehrtagestour durch drei Länder geplant, ein kleines Virus machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. Die geplante Tour schieben wir auf 2021. Für adäquaten Ersatz kam uns die Idee, den längsten Tag des Jahres und gleichzeitig den Sommeranfang zu huldigen und die kürzeste Nacht des Jahres noch kürzer zu machen.

Unser Niteride-Video ist aufgenommen mit der GoPro Hero 8 Black Actionkamera.

Klar, natürlich auf unseren FATBikes, über FATte Trails, mit dicken Funzeln bewaffnet durch den dunklen Wald. Unser FATBike Midsommar Niteride war geboren. Gestern Abend, am 20. Juni 2020 um 22 Uhr war es dann soweit.

Kein Witz, unser Blick war zum Start noch nicht so verschwommen wie dieses Foto 😉

Tour in der Mittsommernacht

In Jena trafen Mark und ich uns mit unserem Orthopäden des Vertrauens, Christian, der uns auch auf der letzte Transalp schon begleitet hatte. Johannes, auch Local in Jena war ebenfalls am Start, dazu noch zwei Homies aus Erfurt. Die Truppe war mit 6 FATBikern komplett, wobei die Specialized FatBoys zu dritt klar in der Überzahl waren. Dazu gesellten sich unser Nicolai Argon FAT, ein Trek Farley mit Cannondale Lefty Olaf Federgabel und ein ausgewachsener Canyon Dude.

Alle sechs Nightrider gucken in die Luft.

Also Rösser satteln, Lichtsysteme montieren, und Punkt 22 Uhr erstmal easy einrollen durch Downtown Jena. Die ersten Jubelrufe ereilten uns in der Kneipenstraße. Sechs FATBikes mit Festbeleuchtung machen viel Licht und reichlich Lärm, das fällt auf. Froh waren wir aber, als die ersten Meter Asphalt hinter uns und die folgenden Kilometer feinste Trails vor uns lagen. Bei Temperaturen knapp unter 20 Grad war der anstehende Uphill schon fast ein schweißige Angelegenheit. Beine und Lampen konnten schonmal etwas vorglühen.

So kann’s doch losgehen. Wald, Nacht, FATBike. All you need.

Und da war sie dann, die Saale Horizontale, ein wunderbarer und teilweise schwindelerregender Wanderweg durch die Kernberge rund um Jena. Zu sechst schlängelten wir uns Kurve um Kurve, Meter um Meter an Felsvorsprüngen und Abgründen vorbei. Der Starke Regen der vorherigen Nacht bescherte uns zur Abkühlung auch ein paar üppige Wasserlöcher auf dem schmalen Pfad.

Da wird die Mittsommernacht auf der Saale Horizontale fast zum Tag

Nachts ist es dunkler als draußen? Über den Berg ist es weiter als zu Fuß? Anyway, unser Timer auf 0:00 Uhr lief der Mitternacht entgegen. Da Pfützenwasser nicht unser Geschmack ist, hatte ich einen Six-Pack herbes Pils im Rucksack, alkoholfrei versteht sich, den wir Punkt Mitternacht als kleine Stärkung mit toller Aussicht genießen wollten. Ein Prosit auf den Sommer. Dazu kurzkettige Kohlenhydrate: Kinderriegel!

Ausblick zum Mitternachtsbier, Traum!

Bereits mit Endorphinen überschüttet und vom Adrenalin angespornt vernichteten wir die letzten Kilometer der Saale Horizontale unter unseren Vier/Achtern. Die breiten Lenker mussten teilweise akrobatisch an den Felsvorsprüngen vorbei gezirkelt werden. Bereit für die letzte Abfahrt zurück nach Downtown Jena forderte uns die Natur nochmal abschließend mit reichlich technischen Raffinessen, Felsabsätzen, Wurzelpassagen und steilen lehmigen Trails.

Sammeln, orientieren, und weiter.

Durch die Innenstadt locker kurbelnd entspannten sich Kopf und Waden wieder etwas und waren mit Blick auf das rufende Bett glücklich und zufrieden. Nach insgesamt 41km auf knapp 800 sehr trailigen Höhenmetern durch die Nacht saßen wir um 01:30 Uhr wieder im Auto auf dem Weg nach Hause.

Eingesaut bis unters Dach, die drei FatBoys unseres Midsommar Niterides

Was bleibt?!

Den FATBike Midsommar Niteride werden wir wohl zur Tradition werden lassen, soviel steht fest! Das war eine dicke Nummer, die am Ende trotz fast drei Stunden Fahrzeit viel zu kurz war. Zum Glück konnten wir die Runde im Traum noch etwas fortsetzen.

3 Responses

  1. Jörg

    Hallo Ihr,
    wie viel Stürze gab es denn? Die Strecke ist ja tagsüber schon anspruchsvoll, da es oft sehr knapp zugeht an den Felsvorsprüngen sowie nun zusätzlich auch feuchte Wurzeln überwunden werden mussten…
    Respekt für diese Leistung und den Mut…
    LG Jörg

    Antworten
    • Dan

      Hey Jörg,
      danke für deinen Kommentar und deinen Respekt 🙂
      Gestürzt ist glücklicherweise keiner, vor allem an den Felsvorsprüngen sollte man das auch tunlichst vermeiden. 😉
      FATte Grüße,
      Dan

    • Christian

      Hey Jörg,
      also wenn man sich dort tagsüber schon unsicher fühlt, sollte man Nachts gar nicht erst los fahren.
      Trotz hunderter Kilometer auf der Horizontalen, in jeder Jahreszeit hat es mich dort noch nie abgelegt, an manchen Stellen könnte es dann auch der letzte Sturz gewesen sein.
      Grüße aus Jena Christian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.