Norco Sasquatch 6.2 mit RST Renegade Federgabel im Test

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Irgendwie steckt sie tief in uns, die Liebe zu Kanada. Natürlich stieg die Freude rasant an, als wir endlich mal wieder einen waschechten Kanadier an die Pedalen bekommen haben. Das neue Norco Sasquatch 6.2 haben wir einmal quer durch den verschlammten Wald gepflügt und stellt euch vor, hinterher auch wieder sauber gemacht 😉

Norco Sasquatch 6.2 nach dem Einsatz

Norco Sasquatch 6.2 nach dem Einsatz

Waschechter Kanadier, das Norco Sasquatch 6.2

Norco, die ihren Firmensitz bei Vancouver haben, mischen schon eine ganze Weile mit im FATBike Segment und bieten gleich mehrere Modelle an. Das Sasquatch 6.2 ist dabei die neueste Ausstattungsvariante und kostet beim Händler 1.999 EUR. Dafür gibt es ein gut verarbeitetes Fatty mit Luft für 5 Zoll Reifen und fast schon exotischer Federgabel.

Schalt-/Bremseinheit am Norco Sasquatch

Schalt-/Bremseinheit am Norco Sasquatch

Norco setzt beim Sasquatch auf zahlreiche eigene Anbauteile und stattet das front-gefederte FATBike 6.2 mit vollständiger Norco Sitz- und Lenkeinheit aus, inkl. mächtig breitem 760mm Lenker. Beim Antrieb verbauen die Kanadier eine RaceFace Aeffect Kurbelgarnitur mitsamt Innenlager und genau einem Kettenblatt. Die 10-fach Shimano SLX allerdings funktioniert damit zwar gut, die Bandbreite der sehr kurzen Übersetzung ist aber klar für Schneetouren und schwierige Steigungen optimiert. Mit 2×10 oder 1×11 kann man an dieser Stelle aber schnell Abhilfe schaffen. Wie fast alle Hersteller geht auch Norco für das Sasquatch bei der Kette auf KMC.

Schaltung am Norco Sasquatch

Schaltung am Norco Sasquatch

Gebremst wird das Norco Sasquatch 6.2 mit der Avid DB5 auf 180mm Bremsscheibe vorn und 160mm Scheibe hinten. Angesichts der mit 1×10 zur Verfügung stehenden Übersetzung und der damit eher geringen Maximalgeschwindigkeit reicht dieses Setup.

Rollt FAT

FATte 4,8 Zoll Jumbo Jims am Norco Sasquatch 6.2

FATte 4,8 Zoll Jumbo Jims am Norco Sasquatch 6.2

An den FATBike Laufrädern drehen sich 80mm breite Alufelgen um eine KT Nabe vorn und um eine Novatec Nabe hinten. Bespannt sind die ausgeschnittenen Felgen mit 4,8 Zoll Schwalbe Jumbo Jim in der etwas stabileren aber auch schwereren Snakeskin Variante. Damit ist das Norco Sasquatch ein echtes SuperFAT. Der top verarbeitete Alu-Rahmen nimmt aber sogar Reifen bis zu 5 Zoll auf. Die RST Renegade Federgabel übrigens angeblich auch – wir haben aufgrund des geringene Platzes unter der Gabelbrücke unsere Zweifel. Der Beweis steht hier noch aus.

Vielversprechend oder enttäuschend?

Apropos Federgabel. Mit der RST baut Norco auf einen Exoten im FATBike Bereich. Die RST Renegade mit 150mm Einbaubreite für Steckachse bietet 100mm Federweg, der durch zwei Luftkammern und über die justierbare Öldämpfung eine super Performance abliefert. Aber wie vieles in unserem Leben hat auch die RST Renegade eine Kehrseite. Steifigkeit ist nämlich nicht gerade ihre Stärke, ganz im Gegenteil. Auf dem Trail hat man teils Mühe, das Vorderrad trotzt der guten Federperformance in der Spur zu halten. Allein beim normalen Fahren auf Wald- und Feldwegen ist die Verwindung der Gabel mit bloßem Auge schon erkennbar. Das Ganze wird nicht besser, wenn man mal kräftig den Anker wirft oder ein zackiges Ausweichmanöver startet. Dabei muss man einen gewissen Vorlauf und die Trägheit der schwammigen Gabel einkalkulieren. Schade für die Gesamtnote, denn Ansprechverhalten, Dämpfung, Einstellbarkeit und Progression sind wirklich gut und sogar besser als bei der RockShox Bluto.

Seltener Exot, die RST Renegade FATBike Federgabel am Norco Sasquatch

Seltener Exot, die RST Renegade FATBike Federgabel am Norco Sasquatch

Und auf dem Trail?

Wo wir schon bei der Praxis sind passt es doch gut, auch über die Fahreigenschaften des Norco Sasquatch generell zu berichten. Wie gesagt stößt man mit der 1×10 SLX Schaltung am Anstieg schnell an die Grenzen der eigenen Kräfte. Die Maximalgeschwindigkeit, die man durch eifriges pedalieren erreichen kann, liegt bei nur gut 30 km/h. Das reicht nicht für einen siegreichen Ampelsprint. Für eine entschleunigte Tour im gemäßigten Mittelgebirge kommt man aber letztlich doch irgendwie ganz gut durch.

Wunderbarer Kammweg, eine helle Freude auf dem Norco Sasquatch

Wunderbarer Kammweg, eine helle Freude auf dem Norco Sasquatch

Beim Rahmen und dessen Geometrie kennt der Spaß beim Norco Sasquatch hingegen keine Grenzen. Auffällig unauffällig könnte man an dieser Stelle fast sagen. Die Sitzposition ist ausgeglichen, Agilität ist auf dem Trail gegeben und Steigfähig ohne durchzudrehen besitzt das Norco Sasquatch 6.2 auch. Wie an der Front bietet das Fatty aus Kanada auch am Hinterbau eine Steckachse, hier jedoch im Format 197x12mm.

War wohl schlammig?

War wohl schlammig? Sitzrohr mit Vorbereitung für interne Zugverlegung!

Was bleibt?!

Wir sind durch das kanadische Blut im Norco Sasquatch 6.2 mit Vollgas an den Test herangegangen, mussten aber aufpassen nicht zu überpacen. Die begrenzte Übersetzungsbandbreite und die ca. 15,6kg (ohne Pedale) bremsen doch hin und wieder etwas aus. Hat man sich einmal daran gewöhnt, tut auch die mangelhafte Steifigkeit der RST Renegade Federgabel dem Fahrspaß keinen Abbruch. Für den Preis 1.999 EUR gibt’s in jedem Fall ein vollwertiges Fatty, auf das man gut aufbauen kann.

Sperrzone

Sperrzone

5 Responses

  1. Tom

    Hallo Dan,
    ich persönlich bin mittlerweile von der Lösung mit eineKassette mit kleinsten Ritzel mit 10 Zähnen wieder weg. Beim Fatbike wohl gemerkt. Der Speed mit vorne 30 und hinten 11 reicht mir sogar beim 29er. Bei dem wäre es halt besser mit einem 10er wenn ich mit Bolzern unterwegs bin. Aber ehrlich gesagt will ich nur noch Fat biken. 🙂

    Also zurück zu den Dicken.
    Also 11er hinten reicht mir persönlich.
    Meine Frage wäre an dich, wie fandest du den Speed mit 11er und dem 26er vorne. Bei meinem 1-2 Touren mit dieser Übersetzung hat mir eigentlich nichts gefehlt. Und 26 vorne mit 10-fach plus 41er Versägeblatt wäre zum Klettern geil.

    Happy FAT Trails, Tom

    Antworten
  2. michael groier - sebi

    hallo, bitte bei alles tests preis und gewicht angeben. letzterer bei fatties zwar nicht lebensnotwendig, aber doch sehr interessant.
    vergleichstests wären auch interessant.
    super seite, weiter so
    sebi

    Antworten
    • Dan

      Hey Sebi, Danke für den Hinweis. Den Preis von 1.999 EUR des Norco Sasquatch 6.2 hatten wir ja bereits angegeben. Die Waage zeigt für den Kanadier ohne Pedale 15,6kg an, das haben wir auch im Artikel ergänzt. FATte Grüße und Danke für dein Lob, Dan

  3. Tom

    Hallo zusammen,
    mich würde die Anzahl der Zähne des Kettenblattes interessieren.
    Auf der Norco Seite steht 26T mit 11-36 Kassette. Habt ihr das Bike so gefahren?

    Bin da beim Big Jon auch am experimentieren. Die Übersetzung vom Norco hab ich auch schon gefahren. Aber nur ein oder zwei Touren.’Fand es eigentlich gut.

    Was ist euer Fazit zur Norco Übersetzung?

    Im Moment ist an meinem Big Jon der Antrieb von meinem Fullie zum Test verbaut. Kettenblatt 30T, Kassette 11-36 mit 41T Versägeblatt von Trickstuff.

    Glaube fast dass ich die TopSpeed die mit KB 30T drin ist nicht brauch und lieber KB kleiner wähle zu Gunsten der Klettereigenschaften.

    Happy FAT Trails, Tom

    Antworten
    • Dan

      Hey Tom, Danke für deinen Comment. Ja, wir sind das Norco Sasquatch serienmäßig gefahren. Mein persönliches Fazit zur Übersetzung ist: Zu kleine Bandbreite! Mit einer 11-fach Kassette und 10-42 Zähnen sehe das schon wieder ganz anders aus. Spannend werden jetzt die 12-fach Konzepte, das dürfte genau das Richtige für unsere Fatties sein. FATte Grüße, Dan

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