Update: in der Zwischenzeit hat der Hersteller uns die Serienproduktion bestätigt, die ersten Revoloop sollen voraussichtlich Ende April lieferbar sein, ihr werdet sie natürlich bei unserem Partner Alex kaufen können.

Naja, wir alle haben es geahnt: echte Innovationen sind im FATBike Bereich fast so selten wie ein Taco-Stand beim Weight Watchers Treffen… Aber eben nur fast! Denn mit den Revoloop FATBike Schläuchen könnten wir vielleicht bald unser blaues Wunder erleben. Vielleicht, denn was hier bei uns liegt ist bisher nur ein Muster – die Schläuche sind derzeit noch nicht lieferbar aber wir halten Euch auf dem Laufenden!

Die Revoloop FATBike Schläuche – mach mal blau!

Links ein Schlauch. Rechts ZWEI Schläuche!

Als die Prototypen der Revoloop FATBike Schläuche reingeflattert kamen war der erste Gedanke: „Okay Leute, netter Gag. Aber selbst ein kompletter Vollhorst merkt sofort, dass ihr uns ne leere Kiste unterjubeln wollt…“
Also Karton aufgemacht und Schreck gekriegt – da liegen 2 Schläuche drin!!!!

Wir erinnern uns: ein FATBike Schlauch wiegt bisher so um die 400-500 Gramm. Abgesehen von ein paar Experimenten mit Leichtschläuchen packen die zwei Kautschukwürste schnell ein Extrakilo an’s Bike. Um so ungläubiger haben wir die beiden mülltütenblauen Rollen aus der Kiste gefischt und ungläubig hin und her gedreht. Das sollen FATBike Schläuche sein?

Das Waagen-Wagnis

Plastic phantastic: das Ventil.

Tatsächlich erinnert auch die Konsistenz des Materials ein wenig an die berühmten Plastikmüllsäcke und die Wandstärke ist gefühlt nur unwesentlich größer. Laut unserem russischen Präzisionsmesschieber ist ein Revoloop FATBike Schlauch gerade mal 0,7mm dick, was eine Wandstärke von weniger als 0,4mm ergibt! Und um konsequent leicht zu sein besteht sogar der Ventilschaft aus Plastik.

Leicht!

Aber was sagt die Waage? Die staunt und wir wundern uns, denn die Anziehung zwischen Planet und Schlauch-Prototyp ist schwach: schlappe 144 (in Worten: ein hundert vier und vierzig!) Gramm pro Revoloop FATBike Schlauch fallen laut unserer Küchenwaage an. So oft wir uns auch die Augen reiben, die Waage bleibt stehen! Zum Vergleich haben wir einen aktuellen Kenda Schlauch auf’s Plateau gewuchtet: 526 Gramm.

Nicht leicht!

In anderen Worten klingt das so: beim Gewicht eines herkömmlichen Schlauchs kann man sich ganze 3 Revoloop FATBike Schläuche und sogar noch ein Snickers in den Reifen stopfen! Und selbst ein typischer Tubeless Umbau kommt (je nach verwendeter Menge Dichtmilch) hier in’s Schwitzen!

Revoloop? Nie gehört!

Kann man sich mal merken: Revoloop

Nun könnte man ja meinen, dass hier wieder so ein fancy Kram versucht, die Welt zu erobern. Google, das Orakel aus Mountain View, California, kennt die Aachener Firma (ja, Deutschland!) TPUplus GmbH wohl schon etwas länger. Die Homepage des Revoloop Herstellers verrät uns, dass die Schläuche aus Polyurethan bestehen und angeblich deutlich pannensicherer als ihre guten alten Brüder aus Gummi sind. Außerdem sind zwar die Revoloop FATBike Schläuche noch brandneu, für andere Reifenformate gibt es aber bereits eine veritable Auswahl an leichten, besonders leichten oder auch besonders pannensicheren Pellen.

Kann was? Na mal sehen!

Beim aufpumpen geben sie sich störrisch…

Bei aller schnöden Theorie interessiert und aber vor allem, was die Blaumänner aus Aachen überhaupt drauf haben. Und genau das werden wir in den kommenden Wochen in unserem neuen FATten Racer, dem 2018er Norco Ithaqua, testen. Hier treffen die Revoloops auf Kenda Juggernaut Pro Reifen im Format vier/fünf. Wie wird sich das steife Material auf Rollwiderstand und Abrollkomfort auswirken?

Auf die Felge gespannt werden aber echte RevoLOOPS daraus!

Und überstehen sie auch eine harte Gangart ohne Durchschläge? FATBikes sind dank Niederdruckbereifung ja in beiden Punkten echte Prinzessinen. Und was macht man im Pannenfall? Welche Flicken funktionieren? Das alles steht auf unserer Checkliste, finden wir es heraus!

Was bleibt?

Blaumann? Flachmann? Krass, Mann!!!

Wir sagen mal: wir sind vorsichtig beeindruckt. Ein vollwertiger FATBike Schlauch mit 144 Gramm Gewicht. Auch, wenn es sich noch um Muster handelt und das fertige Produkt abzuwarten bleibt: es ist fast zu schön um FAT – ähm, WAHR zu sein. Wir zweifeln aus dem Bauch heraus ein wenig in Bezug auf das Rollverhalten, da ja bekanntlich bereits ein kältestarrer Gummischlauch das Abrollverhalten deutlich verschlechtert. Wenn die Blaubären aber halten, was die Idee dahinter verspricht, dann haben wir es hier mit einer handfesten Revolooption zu tun. Schließlich ließen sich damit gut und gerne 600 Gramm einsparen ohne das Gefummel mit Dichtmilch und Kompressorpumpe. Und selbst auf einer Tour wäre ein Ersatzschlauch mit dem Gewicht einer großen Tafel Schokolade ein krasser Gewinn. Aber das alles klappt nur, wenn TPUPlus das Teil auch in Serie bringt…

Also, Daumen drücken und stay tuned, der Test läuft!

16 Responses

  1. Erik Maurer

    Hallo Leute,

    habe heute meine Revoloop Fat bekommen. Sie kamen in transparent (statt blau)
    Leider handelt es sich bei meinen 2 Stück um 143g puren FRUST. Möchte Euch hiermit etwas ausbremsen, weil es offensichtlich noch ein technisches Problem gibt.

    Im montierten Zustand (mit oder ohne Reifen) steht das Ventil nicht wie erwartet radial zum Reifenzentrum zeigend + parallel zu den Felgenhornen, sondern 20-45° schief zur Reifen-Seitenwandbeschriftung hin zeigend (so als müßte das Ventilloch im Bereich des Übergangs Reifen zu Felge sein). Ein manuelles Verdrehen bringt nichts, die Pelle springt zurück und entwickelt dabei ein hohes Drehmoment. Ich habe 140Minuten alles mögliche ausprobiert, auch unter zu Hilfenahme von Talkum. Ab etwa 0,15bar kippt das Ventil zur Seite und wird eingezogen in die Felge ein und es entstehen enorme Drehkräfte. Bei 0,5Bar schert das Ventilrohr unter den starken Seitenkräften ab.
    Ohne montierten Reifen steht es schief zur Seite, als hätte man einen Schwimmring bestellt und keinen Fahrradschlauch.

    Hier hat offensichtlich die Qualitätssicherung des Herstellers versagt.
    Werde ihn mit den Fakten konfrontieren. Ein Montagefehler schließe ich aus.

    Und nochwas… der Schlauch hat einen so kleinen Innendurchmesser, daß das Einlegen in die Felge nur störrisch und unter VIEL Luft-Druck geht. Dann muß man ihn entleeren, Reifen in die Felgenbettmitte drücken, um den Reifen final aufzuziehen und erneut aufpumpen. Das Ventil ist sehr ungünstig konstruiert, meine Pumpe findet kaum Zylinderlänge ohne Gewinde, um gescheit abzudichten.
    Ich habe noch nie zuvor so umständlich einen Schlauch montieren müssen :-(. In der Werkstatt mit Abstützflächen ging das unter Flüche, im Gelände wäre es eine Herausforderung und Sauerrei gewesen, weil Vollkörperkontakt mit dem Reifen und Muskelmasse notwendig.
    Das schwere Einlegen ist dem Umstand geschuldet, daß es sich hier um einen zu kurzen Endloschlauch handelt, OHNE Krümmung, dessen Enden zusammengeschweißt sind. Unter hohem Luftdruck dehnt sich der Schluch und bildet letztendlich doch noch einen Ring. Dann den Reifen zu montieren ist unmöglich.
    Von mir erstmal „Daumen runter“.

    Überzeugt hat mich die Robustheit des Ventils und des Materials. Meinen Wutausbruch hat es überstanden.

    Schöne Grüße,
    Erik

    Antworten
    • Matt

      Hi Erik,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Hinweise. Wir sind bereits mit dem Hersteller im Kontakt und werden aller Vorraussicht nach morgen einen Artikel zu dem Thema bringen.

      Stay tuned, wir hoffen Euch dann damit weiterhelfen zu können!

      FATte Grüße

      Matt

  2. Tom

    Hallo, gibt es schon etwas neues zum Schlauchtest? Ich denke einige von uns können die Ergebnisse kaum abwarten. Wenn dieser Schlauch in etwa mit den Eigenschaften eines normalen Schlauches mithalten könnte, wäre das ja schon ein Meilenstein.

    Antworten
    • Matt

      Hi Tom,

      klar, gibt es – wir werden das auch demnächst veröffentlichen, wenn die Schläuche lieferbar sind (was sich um ein paar Tage verschiebt). Kurz zusammengefasst: wir sind zufrieden. Platt kriegt man sie trotzdem, dabei verhalten sie sich aber anders als Gummischläuche. Unser Flicken hält, nur bei der Dichtmilch sind wir noch nicht wirklich weiter. Da läuft der Test.
      MITHALTEN können die Revoloops aber locker, soviel sei schonmal gesagt!

      FATte Grüße

      Matt

  3. Claudio

    Hallo,
    kenn mich mit FatBikes noch nicht aus und will mir eines kaufen.
    Kann man den Schlauch auch mit niedrigem Druck unter 0.5 Bar benutzen?
    Oder zieht man sich auf Dauer dann auch das Ventil beim Bremsen raus?

    Danke

    Antworten
  4. Maurer Erik

    Da habt Ihr ein ganz cooles Produkt ausgegraben – Daumen hoch!
    Nach Kontakt mit dem Hersteller wurde mir bestätigt, daß
    – ab Mitte/Ende April die Fat-Schläuche erhältlich sein werden,
    – nach Juni/2018 passende Flicken angeboten werden.

    Kommentar des Herstellers auf meine Frage zur Schlauchreparatur:
    „Bisher greifen wir als Flicklösung auf Patches von Parktool (GP-2) zurück
    Je nach Lage des Durchstichs ist diese Lösung aber nicht immer von Dauer und kann sich im Laufe der Zeit wieder ablösen. Von daher entwickeln wir gerade eine eigene Lösung, die dann einen dauerhaften Schutz vor erneutem Luftaustritt bieten soll. Unsere Lösung wird aber noch ein wenig brauchen, bis sie im Markt ist. Ich vermute mal, dass das Juni 2018 wird.“

    Grüße, Erik

    Antworten
    • Matt

      Hi Erik,

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und die Infos. Das Thema flicken testen wir gerade, TPU hat uns auch Speed Patches empfohlen. Unsere erste Erfahrung war aber, dass die Luft wesentlich langsamer austritt als bei Gummischläuchen, selbst ganz ohne Patch kann man noch eine ganze Weile fahren. Bei patches wollen wir erst sehen, wie lange sie halten. Alternativ gibt’s wohl auch Erfahrungen mit Pattex und einem Stück Gummischlauch als Patch testen wir ebenfalls. Man könnte auch Dichtmilch einfüllen, da gibt aber Sauerei, ist nicht sinnvoll wieder entfernbar und wir wissen nicht, wie lange das PU die Milch überhaupt aushält. Testen wir ebenfalls!

      Gestern kam ein erster Satz Serienmodelle aus einer Vorserie bei uns an, zeigen wir euch kurzfristig.

      FATte Grüße

      Matt

  5. Bernd

    Servus,

    wieder ein sehr interessanter Bericht von Euch.
    Wäre für mich als (Retro) „Schlauchreifenfahrer“ echt eine leichte Alternative.
    Fahre im Sommer wieder eine Alpencross, da zählt jedes Gramm.
    Auch als Ersatz im Rucksack.
    Warte gespannt auf Euren Testbericht.
    Oder sendet mir einfach einen Satz zum Testen……übernehme ich gern für Euch ;-))

    FATte Grüße

    Bernd

    Antworten
    • Matt

      Servus Bernd,

      danke für Deinen Kommentar und das Angebot – vielleicht kommen wir drauf zurück ;). Gerade das Thema „Ersatz im Rucksack“ ist extrem spannend. Nicht nur weil die Teile extrem leicht sind, sondern auch, weil die kaum Platz brauchen. Wir planen gerade eine neue FATBike Transalp und Revoloops gehören definitiv in’s Gepäck!

      FATte Grüße

      Matt

  6. Matt

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die vielen Kommentare. Wir stehen im Kontakt mit dem Hersteller und derzeit ist der Schlauch noch NICHT lieferbar. Anfragen bringen also nichts ;). Aller Voraussicht nach werden die Schläuche gegen Ende April lieferbar sein. Schaut einfach immer bei uns rein, wir halten Euch auf dem laufenden und werden schnellstmöglich einen Satz Serienmodelle testen!

    FATte Grüße

    Matthias

    Antworten
  7. Michael

    Hallo Matt

    DAS ist ja mal echt hochinteressant und spannend!

    Obwohl ich tubeless fahre muss für den Notfall ja dennoch mind. 1 Schlauch mit auf Tour. Unter Umständen auch 2 – Thema Transalptouren ect.

    Und genau da sehe ich einen Riesen Vorteil dieser Schläuche!
    Als leichtes Notfallequipment.

    Mir fällt hier spontan meine Erfahrung mit den Schweizer Eclipse Schläuchen am MTB ein. (Gibts die noch??)
    War das nicht auch so ein Material??
    Ich hatte mehrere davon und sie waren recht unzuverlässig. Ventile undicht und Microlöcher im Material. Das machte sie letztlich unbrauchbar. Und für 50€/Stück auch extrem teuer.

    Insofern wäre interessant zu wissen, ob die Revoloops hier besser sind?
    Und wie verträgt sich das Material mit Dichtmilchresten im Reifen?

    Wenns funktioniert wäre es Klasse!!

    VG
    Michael

    Antworten
  8. Jottka

    Vor allem bei größeren Rad-Durchmessern gibt es TPU-Schläuche schon ein Weilchen. Beispielsweise fahre ich seit Jahren pannenfrei einen FOSS-Schlauch in meinem 36″ großen Einrad. Dort bringen sie auch einen immensen Gewichtsvorteil bringt. Bei kleineren Raddurchmessern oder Reifenbreiten spart man hingegen nicht so viel Gewicht ein.
    Schön zu sehen, dass eine deutsche Firma offenkundig schneller auf die Idee kam, TPU-Schläuche mal in passender Größere für Fatbikes anzubieten!
    Bonus für Gewissensbissige: Biologisch abbaubar ist das PU-Schlauchmaterial auch noch. Vom Ventil abgesehen.

    Antworten
  9. Thomas

    Ich sehe das Potential hier auch im Ersatzteil fuer den Pannenfall. Ich fahre seit einem Jahr tubeless mit fast monatlichem Reifenwechsel und ohne Milch und ohne Druckverlust . Felgen sun und dt. Lediglich die Seitenwand der Dillingerspikesreifen brauchte eine Abdichtung. Hundertfünfzig Gramm Ersatzschlauch? Das ist weniger als meine Proviantpizza wiegt.

    Antworten
  10. Gijs

    Where to order this Reveloop innertube, and whats’s the price. Indeed as backup this one is really promising!

    Antworten
    • Uwe Trettin

      Hi ! You have to wait a little .Yesterday i had a look at the Website of RevoLoop an they don’t offer the fatbike tube actually.

  11. GuF

    Cool, was ihr da ausgegraben habt! Für mich scheinen die Dinger das ideale Setup als „Notschläuche“ bei einem Tubeless-Setup…. das vergrabe ich drei von denen tief in der Rahmentasche auf das ich sie während einer Reise niemals brauche und das zum Gewicht eines herkömmlichen Schlauches … bin gespannt, wann die für jedermann zu bekommen sind!

    Antworten

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