Salsa FATBikes 2015: Bucksaw und Blackborow

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Salsa FATBikes für 2015: Full Suspension und SuperFAT

Erdbebensicher: das 2015er Salsa Bucksaw

Erdbebensicher: das 2015er Salsa Bucksaw

Irgendwie hat uns der Salsa Stand auf der Eurobike 2014 vor allem an eines erinnert: den Salsa Stand auf der Eurobike 2013. Und doch standen da trotz den ähnlichen Setups zwei handfeste Paukenschläge!

Mit dem Bucksaw untermauert Salsa erneut seine Rolle als FATBike Pionier und stellt eines der ersten wirklich funktionsfähigen Full Suspension FATBikes vor.
Mit dem Blackborow betritt Salsa die Bühne der Superfatties – die erstmals montierten 4.8 Zoll Reifen aus dem Hause Surly bieten ausreichend Knautschzone selbst bei härtesten Ritten!

Salsa FATBikes 2015  – schauen wir uns die beiden Neuvorstellungen doch mal genauer an!

Das Salsa Bucksaw bietet die Extraportion Flow

Hinterbau mit Sitzstreben aus Carbon

Hinterbau mit Sitzstreben aus Carbon

Weniger ist manchmal mehr, sagt man. Aber mehr ist immer mehr. Eigentlich ganz einfach. Und so oder so ähnlich haben es auch die Entwickler bei Salsa gesehen. Gut, FATBikes gehören jetzt nicht grundsätzlich zu den Bikegattungen, denen es an Dämpfung und Smoothness mangelt. Aber wie gesagt… Mehr!

Tim Krueger von Salsa hat uns berichtet, dass auch daheim in Minnesota schon sehr früh FATBikes nicht nur im Schnee, sondern auch im Sommer zum normalen Mountainbiken verwendet wurden. Und das stellt ja bekanntlich ganz andere Anforderungen an das Fahrwerk. So gab es schon vor Jahren erste Überlegungen zu (voll)gefederten FATBikes gefolgt von jeder Menge Prototypen. Dabei waren vor allem die Gabeln ein Problem, denn es gab ganz einfach nichts Passendes. So wurden unter anderem Lefties mit extra breiten Gabelkronen versehen und so „Fit for FAT“ gemacht.

Doch auch die Hinterbauten waren ein Problem und anstatt auf die Gabelhersteller zu warten haben die Jungs von Salsa gemeinsam mit Dave Weagle schonmal am Rahmen weiterentwickelt – irgendwann würde schon eine Federgabel kommen!
Denn auch, wenn es banal aussieht: einfach ein MTB Fully mit dicken Reifen bestücken ist nicht. Um einen gefederten Hinterbau mit bis zu 4 Zoll breiten Reifen, einer 170mm Nabe (im Falle des Bucksaw ist diese dank Steckachse sogar 177mm breit) und extrabreiten FATBike Kurbeln zu kombinieren ist erstmal Brain gefragt. Vor allem, wenn der Kram am Ende noch funktionieren soll…

Rock Shox Dämpfer und Bluto im Salsa Bucksaw 1

Rock Shox Dämpfer und Bluto im Salsa Bucksaw 1

Tim hat uns dann auch nicht ganz ohne Stolz davon berichtet, dass die jeweils 100mm Federweg vorn (Rock Shox Bluto) und hinten (Rock Shox Monarch RT3 Federbein) nach etlichen Testreihen so abgestimmt wurden, dass Gabel und Dämpfer übergangslos die Federarbeit von den Reifen übernehmen. Sprich: FATBike Reifen und Federung werden zu einer perfekten Kombination arrangiert, die vom Kieselstein bis zur Eisenbahnschwelle alle Unebenheiten ausfiltert.

Zur Unterstützung dieses Zusammenspiels und um Gewicht zu sparen flanschen die Jungs von Salsa einen Hinterbau mit Sitzstreben aus Carbon an den Aluminium Hauptrahmen. Edel und leicht kommt auch der Antrieb daher: mit einer Mischung aus feinsten SRAM X01 und X1 dürfte weiches Schalten in allen Lebenslagen gesichert sein.
Besonders erfreulich ist, dass sich Salsa endlich auch der Frage nach anständigen Bremsen annimmt! Erstmals verzögert das Bucksaw mit fetten SRAM Guide RS Vierkolben-Stoppern, welche sich vorn und hinten in 180mm große Bremsscheiben verbeißen dürfen.
Eigentlich ist es traurig, das so sagen zu müssen: aber auch bei diesem durchaus wichtigen Detail zeigt sich Salsa als echter Pionier!

Die gute und die schlechte Nachricht: Gewicht und Preis

Die 3.8 Zoll Surly Nate Reifen residieren auf 65mm breiten Surly Felgen, der Lenker ist aus Carbon und Steuerbefehle werden per edlem Thomson X4 Vorbau zum Aluschaft der Rock Shox Bluto übertragen. All diese (und weitere) Maßnahmen drücken das Gewicht des Topmodells auf fast schon sensationelle 14,5 Kilogramm – ein Wert, den so manches ungefedertes FATBike nicht nur knapp verfehlt…
Besonders lobenswert: das Gewicht inkludiert sogar die serienmäßige Rock Shox Reverb Dropper Post Sattelstütze, deren Leitung vorbildlich im Rahmeninneren verlegt werden. Nice!

Aber kommen wir zum Preis, und der hat es in sich. Laut Tim Krueger wird für den Deutschen Markt ein Preis von satten 5.199,- Euro angestrebt. An dieser Stelle zeigt sich Salsa dann wieder ganz von seiner klassischen Seite: man fertigt edle Produkte für alle, die das Besondere mögen – und es sich leisten können. Und wollen. Angesichts der fantastischen Verarbeitungsqualität, der durchweg bis ins Details hochwertigen Ausstattung und nicht zuletzt der schlicht nicht vorhandenen Konkurrenz scheint uns der Preis dennoch irgendwie gerechtfertigt.

Für alle, die vollgefederten FATBike Spaß mit einen etwas schmaleren Preisschild verbinden wollen, bietet Salsa dann ja auch noch das bei Schaltung und Komponenten – nicht aber bei den Bremsen – abgespeckte Bucksaw 2 an, welche in den USA für 3.999,- $ US zu haben ist – und damit satte 1.000,- $ US günstiger als das Topmodell.

Das Salsa Blackborow bietet die Extraportion FAT

Endlich ein Superfatty von Salsa: das Blackborow 1

Endlich ein Superfatty von Salsa: das Blackborow 1

Nur ein kleines Bisschen weniger spektakulär aber dafür wesentlich FATter kommt das Salsa Blackborow angerollt. Laut Tim wollte man bei Salsa mit dem Blackborow für 2015 ein FATBike schaffen, welches das Beste aus beiden Welten vereint: die Wendigkeit und Leichtfüßigkeit des Beargrease und die Performance auf weichem Untergrund des Mukluk.

Und so orientiert sich die Geometrie des Salsa Blackborow eher am Salsa Beargrease. Eine etwas vergrößerte Tretlagerhöhe verbessert dabei die Bodenfreiheit, das dennoch tiefer liegende Oberrohr schafft Platz zum Manövrieren zwischen den stahlharten FATBiker-Beinen. Außerdem wurde noch ein wenig an den Winkeln gefeilt und zack, stand die Trailmaschine am Start!

Der Rahmen besteht aus Salsa’s bevorzugtem 6066 Aluminium. Die Wandstärken der Rohre werden bedarfsgerecht variabel ausgelegt. Neu ist jedoch die 190er Einbaubreite der Hinterradnabe (197mm bei 12mm Steckachse), welche genug Raum für FATte 5 Zoll Reifen schafft. Serienmäßig sind unsere alten Bekannten Bud und Lou auf 100mm breiten Surly Felgen montiert.

Genial variabel!

Und hier nochmal von der anderen Seite

Und hier nochmal von der anderen Seite

Mal abgesehen davon, dass wir das Blackborow schon wegen seiner FATten Reifen lieben, gibt es sogar noch FATte Extrapunkte! Der erste ist die Gabel: ab Werk kommt das Blackborow mit einer „Bearpaw 150“ Stahlgabel. Wie immer bei Salsa kann man da genug Gepäckträger dran schrauben um einen Ausflug mit der ganzen Familie zu machen – mit nur einem Bike. Der Clou: die Gabel „simuliert“ quasi eine Rock Shox Bluto mit 100mm Federweg! Sowohl die Einbaumaße als auch die serienmäßig 150mm breite Nabe mit Maxle Stechachse erlauben einen problemlosen Fork Swap: Bearpaw raus, Bluto rein, Vollgas!

Aber im Gegensatz zu vielen anderen Dingen im Leben ist das Salsa Blackborow vorn UND hinten heiß: den zweiten Extrapunkt gibts für Salsa’s Alternator Drop Outs. Dank denen kann man problemlos das Nabensystem ändern und könnte damit sogar eine Rohloff Speedhub XL Schaltnabe verbauen – wenn sie denn schon in 190mm lieferbar wäre! Egal – wir sagen: Hut ab Salsa, das nennen wir mal durchdacht!

Rohloff Speedhub XL im Salsa Mukluk

Rohloff Speedhub XL im Salsa Mukluk

In Deutschland wird das Salsa Blackborow 1 mit 2×10 Sram Schaltung und durchweg hochwertigen Komponenten (Vorbau & Sattelstütze von Thomson, Cane Creek Steuersatz) für voraussichtlich ca. 3.000,- Euro erhältlich sein. Dafür gibt es dann satte 15.3 Kilogramm Kampfgewicht!

Leider geht Salsa bei aller Innovation unserer Meinung nach an völlig falscher Stelle wieder klassische Wege und verbaut schlappe SRAM BB7S Seilzug-Scheibenbremsen mit äußerst mageren 160mm Bremsscheiben. Allen, die ihr Blackborow auch mal zügig bewegen wollen empfehlen wir dringend den Umbau auf solide Bremsentechnik die Radgröße und Traktion eines FATBikes gewachsen ist!

Einer geht noch: Blackborow DS

 

Quelle: salsacycles.com

Quelle: salsacycles.com

So, Leute, und jetzt wirds crazy. Blackborow DS. Ein waschechtes Dinglespeed! Ein was??? Hm, ja, genau, ein Dinglespeed.
Die Idee: es gibt vorn und hinten je 2 Ritzel. Die Summe der Zähne ist dabei in so fern identisch, als dass vorn links + hinten links gleich vorn rechts + hinten rechts ist. Die Kette wird jeweils entweder auf beide linke ODER beide rechte Ritzel gelegt – nie über Kreuz. Damit ist die benötigte Kettenlänge in beiden „Gängen“ jeweils identisch. Klar? Klar!

So hat man die Wahl zwischen einem kürzerem und einem längere Gang. Um zwischen den Gängen hin und her zu schalten muss man nichts weiter machen, als kurz anzuhalten, das Hinterrad (auch hier wieder mit 12mm Steckachse) auszubauen, die Kette per Hand umzulegen, das Hinterrad wieder einzubauen und weiterzufahren. Dass die Familie dabei von den an der Gabel montierten Gepäckträgern absteigen muss, versteht sich von selbst. So hat man ein „Double Single Speed“ – ein Dinglespeed Bike.

Wo wir diese Idee hinstecken sollen ist uns noch nicht so recht klar. Auf jeden Fall ist sie innovativ, und das mögen wir. Ob Salsa ein paar Mechanikerhandschuhe zum Bike ausliefert konnte Tim uns auch nicht sagen…
Mit 2.299,- $ US ist das Blackborow DS immerhin 500,- Dollar günstiger als das Blackborow 1.

Mukluk Update

So, fast durch. Schnell noch ein Schluck kühles Bier und dann Endspurt! Auch beim Mukluk, dem langjährigen Erfolgsmodell von Salsa, gibt es ein paar News.

Quelle: salsacycles.com

Quelle: salsacycles.com

Weiterhin gibt es das wunderbare Mukluk Ti, dessen ausschließlich mit High End Komponenten bestückter, 3-fach konifizierter Titanrahmen von Engeln in klaren Vollmondnächten zusammengezaubert wird. Und als wäre das alles noch nicht genug, ist in 2015 auch noch eine Rock Shox Bluto an Bord. Und für ein harmonisches Bild wird der vordere Teil des Rahmens in demselben Schneeweiß lackiert wie die Tauchrohre der Gabel. Ein Wort: GEIL!
Sicher ist das Mukluk Ti wie alles im Leben Geschmackssache. Aber falls einer von Euch seines nicht haben will, schreibt mir! Ich biete einsamen Mukluk Ti’s ein liebevolles zu Hause!

Die Erfolgsstory geht weiter: 2015er Salsa Mukluk 2

Die Erfolgsstory geht weiter: 2015er Salsa Mukluk 2

Ach und bevor ich es vergesse: auch das Mukluk 2 wird 2015 mit einer Bluto ausgeliefert. Geblieben ist allen Mukluks die „Medium FAT“ Bereifung mit 3.8 Zoll Surly Nate Reifen. Neu ist hingegen die (endlich!!!) anständig dimensionierte Sram Guide R Vierkolben Bremse, welche zwar im Gegensatz zum Bucksaw hinten (Mukluk Ti: vorn und hinten) mit einer 160mm Scheibe auskommen muss, jedoch dank 4-Kolben Technologie schon einen deutlichen Sprung nach vorn darstellt!

Was bleibt?

2015er Salsa Beargrease: schön! Punkt!

2015er Salsa Beargrease: schön! Punkt!

Salsa hat sein Line Up für 2015 enorm aufgefrischt. Neu sind ein Fully und ein Superfatty. Die bekannten Modelle wurden z.T. deutlich modernisiert und mit dem Blackborow DS ist eine (durchaus etwas schräge) Innovation dazu gekommen. Damit hat Salsa unserer Meinung nach einen wichtigen Schritt getan um nicht nur den Anschluss nicht zu verpassen sondern weiterhin als Pionier den FATBike Markt nach vorn zu bringen.

FATBikes bauen können heutzutage viele Firmen. Salsa das Wasser zu reichen dürfte aber nur wenigen gelingen.

2 Responses

  1. Chris

    Hey richtig Hammer Informationen vielen dank an euch das ihr euch die Mühe macht jedes Bike auf Herz und Nieren zu prüfen und auch noch jedesmal ne Hammer story aber eine Frage hätte ich da noch gäbe es möglicherweise ein FatBike das genauso „krass“ ist wie das Scott Voltage YZ10? Ich weis es sind 2 verschiedene Richtungen aber für diese Info wär ich euch zu tiefst dankbar.
    MfG
    Chris

    Antworten
    • GrossMatt

      Hi Chris,

      vielen Dank für Dein Lob zu unserer Seite! Mit „krass“ beim Voltage meinst Du vermutlich die handliche „Street Style“ Geometrie. Aus dem Stehgreif fällt mir kein FATBike ein, das eine so aggressive Geo hat. Es gibt zwar immer mehr FATBikes, deren Rahmen sich an Racebikes oder Trailbikes orientieren (z.B. das neue Surly Ice Cream Truck) aber so extrem wie das Voltage ist keins das ich kenne.
      Wenn Du keine Touren fahren sondern es nur fliegen lassen willst (mehr dürfte mit dem Voltage auch kaum gehen) kannst Du aber mal eine kleine Rahmenhöhe probieren. Dann hast Du zwar immernoch nicht die aggressiven Winkel aber zumindest mal ein handliches Bike. Ich bin mal testweise mit einem FatBoy ist RH „S“ durch den Wald gemosht, das Ding war gegenüber meiner Rahmenhöhe M schon nett handlich und verspielt. Aber natürlich komplett untauglich für längere Touren.

      Grüße

      Matt

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