Silverback DoubleScoop im Test

Matze ist ja nun schon fest in unserem Redaktionsteam verankert und hat für FAT-Bike.de das Silverback Double Scoop als Umbau auf Herz und Nieren getestet. Damit übergeben wir das Wort ohne lange Vorrede direkt an Matze.

Auf ein Weiteres –

Silverback Double Scoop nach Umbau im Test

Silverback Double Scoop nach Umbau im Test

Komisch, auch ich habe mich für ein Scoop entschieden. Genau genommen ein Double Scoop in quietschgelb! Ich hatte ja bereits in meinem Gastbeitrag geschrieben, dass ich mir ein Fatty bestellt habe. Mittlerweile konnte ich viel Zeit auf meinem Scoop verbringen und bin froh mich für das Bike entschieden zu haben. Es hat mir hervorragend die Zeit vertrieben, während meines FullyFatty Eigenbaus, aber heute dreht sich erst einmal alles um das Double Scoop.

Ich muss zugeben, dass ich ein paar Wochen nach dem Zusammenbau des gelben Renners meine eigenen Ergonomievorstellungen mit habe einfließen lassen. Natürlich wurden mit dem Bike ein paar Touren im Originalzustand gemacht, aber ein Bike von der Stange ist halt immer ein Kompromiss im Bezug auf das persönliche Wohlbefinden.

Warum ist das nicht Serie?

Allerdings gibt es auch zwei Änderungen, die normalerweise serienmäßig schon am Bike verbaut sein sollten.

Die Bremsscheiben sollten anstatt 180/160 mindestens die Maße 180/180 aufweisen und die Sattelklemme sollte einen Klemmhebel an Stelle einer Klemmschraube besitzen, wenn schon keine Variostütze verbaut ist.

180mm Bremsscheibe am Silverback Double Scoop

180mm Bremsscheibe am Silverback Double Scoop

Im Originalzustand entspricht die Geo der eines Tourenbikes. Der Vorbau ist mit 60mm nicht lang, das Oberrohr mit 580mm horizontal gemessen bei einem M-Rahmen gängiges Maß, mir aber etwas zu gestreckt. Der fast gerade 740er Lenker auf einem eher tiefen Lenkkopf erzeugt eine etwas tiefere Sitzhaltung, selbst bei meinen 182 Zentimetern.

Trotz allem bestätigte der Trailcheck dann, was kurze Tests vor meiner Werkstatt bereits ankündigten – Das Scoop macht richtig Laune!

Unser Tölzer Alpenvorland war bei meiner ersten großen Trailtour noch zu 50 Prozent mit Schnee bedeckt, womit das Bike in dem Terrain gefahren wurde, wofür es bestimmt ist. Doch nach und nach, einige Wochen später, wurden die Trails steiler und enger, da wir, mein gelbes und ich, immer höhere Gipfel erklimmen konnten.

Trails auf dem Silverback Double Scoop

Der schwindende Schnee forderte mich allerdings auf, am Bike etwas zu verändern. Die großen Auflageflächen der 4,7 Zoll Bulldozer und die größere Trägheit der riesigen Reifen machen das Bike auf trockenen, schneefreien Trails etwas schwerfällig. Ich baute also um und wechselte auf einen 4.25er H-Billie, auch von VeeTire. Gleichzeitig änderte ich die Vorbaulänge und montierte einen breiteren, höheren Lenker.

Mit einem 40er Hussefelt Vorbau, 780er Funn Lenker, einem Bashguard zum Schutz des Kettenrades, einem Sixsixsick Sattel, sowie einem Satz SQlab 711 MX- Griffen habe ich mir das Bike für ausgiebige Trailnutzung vorbereitet.

Besser als das Original

Das Ergebnis gefällt mir persönlich jetzt noch mehr als das Original.

Auf unseren Hometrails im Flowvalley musste sich das D- Scoop auf den engen Pfaden mit 180° Kehren, Rinnen und Wurzelteppichen beweisen. Natürlich setzen die ruppige Trails am Tegernsee dem Fatty zu, aber sobald es langsamer und technischer wird, macht es richtig Spaß mit dem DS zu spielen. Unter Zuhilfenahme der einfachen, aber wirkungsvoll zupackenden Deore- Bremsen hebt man das Hinterrad spielerisch ums Eck und mit den 175er Kurbeln beschleunigt das kurze Bike auf dem Hinterrad aus der Kurve, wobei man die 16 Kilo inklusive Pedale nicht merkt.

Umbau mit neuen Pedalen und Bashguard

Umbau mit neuen Pedalen und Bashguard

Der solide Rahmen mit seinem 190er Hinterbau, und einer 150 Millimeter breiten Gabel rollt auf 95 Millimeter breiten Felgen. Das hat zur Folge, dass das Bike insgesamt sehr stabil wirkt. Es hält starken Belastungen aufgrund seiner Konstruktion, durch die im Abstand ausreichend breit gehaltenen Kettenstreben und das im Tretlagerbereich oval geformte Unterrohr sehr gut stand. Mehr Steifigkeit könnte man durch Schraubachsen, hinten und auch vorne, erreichen. Das wäre eine meiner Vorgabe in einem Lastenheft zur Konstruktion eines Bikes. Schnellverschlüsse sind meiner Meinung nach in Zeiten von Mini Tools überholt und veraltet. Aber das ist bei diesem Bike jetzt erstmal egal, es ist ja auch so sehr robust.

Funnlenker am Silverback Double Scoop

Funnlenker am Silverback Double Scoop

Fazit

Das Double Scoop ist momentan wohl so ziemlich das günstigste, vollwertige Fatbike, das es bei uns zu erwerben gibt und günstig heißt hier bei weitem nicht billig! Das Bike ist solide ausgestattet. Fangen wir hinten an. Ausgereifte Shimano Technologie, 10-fach SLX Schaltwerk, Cassette Shimano, Bremse Deore, Bremsscheibe zu klein, habe ich auf die 180 vom Vorderrad getauscht, 190er Schnellspannnabe, VeeTire Bulldozer, trailtauglich getauscht gegen H-Billy.

In der Mitte Race Face Zweifachkurbel, Umwerfer SRAM X5, Sattelklemme getauscht. Dazu vorne eine Deore Bremse, die jetzt in eine 203 Millimetern Scheibe beißt, die auf einer 150mm Nabe verbaut ist, Schalthebel Deore 2×10, Lenker und Vorbau getauscht.

Gewogen haben wir das Bike im Originalzustand mit den dicken Bulldozern!

Double Scoop, lehnt lässig am Zaun ;-)

Double Scoop, lehnt lässig am Zaun 😉

Das Double Scoop hat uns überrascht. Die Verarbeitung ist ohne Beanstandung, das Serienpaket absolut top gewählt, die Veränderungen lediglich meine eigenen Ergonomie- Vorlieben und zuletzt die blauen Felgenbänder ein optisches Highlight!

Ich muss übrigens zugeben, dass ich seit dem DS sehr viel Fatbike fahre und das ist mit der Verdienst dieses Bikes. Meine MTBs stehen jetzt schon mal für längere Zeit in meiner Werkstatt.

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