Das Silverback FATBikes 2020 Line-Up ist in so fern etwas Besonderes, als dass es überhaupt existiert. Denn zwei Dinge darf man als gegeben akzeptieren:

1) Das FATBike hat sich seinen festen Platz in der Bikewelt erarbeitet.

und

2) So dick die Reifen sind, so dünn ist inzwischen das Angebot.

Die Glücksritter sind verschwunden, geblieben sind die, die es ernst meinen mit dicken Reifen. Und Silverback ist der Szene nicht nur als Anbieter von FATBikes treu geblieben, sondern wirft auch 2020 wieder ein komplettes Programm mit satten 11 (incl. Farbvarianten) vollwertigen Modellen in den Ring. Dazu kommen ein FATFully, ein eFATBike und ein 24″ Kinderfatty. Grund genug für uns, uns auch in 2020 in einem gesamten Artikel den 2020er Silverback FATBikes zu widmen. Abgesehen davon planen wir auch, uns Silverback demnächst mal näher anzusehen und ein paar Blicke hinter die Kulissen zu werfen. Könnte spannend werden.
Heute werfen wir aber erstmal einen Blick in den Prospekt und zeigen Euch, was man 2020 so alles von Silverback kaufen* kann.

Gründlich überarbeitet…

Das schnellste Pferd im Stall: Silverback Synergy FAT (Quelle: Silverback)

…geht es auch in 2020 weiter. Zuerst stellen wir fest, dass sich im 2020er Line Up von Silverback kein einziger Rahmen aus dem in Verruf geratenen 7000er Aluminium findet. Dieses Material neigt aufgrund seiner Härte zu Rissen und uns wurden in den letzten Jahren einige Rahmenbrüche bei Bikes aus 7000er Alu – auch von hochpreisigen Markenherstellern – gemeldet.
Der neue Einheitsrahmen (fast) aller Scoop Modelle setzt auf eine moderne und stabile Steckachse am Heck, ein auswechselbares Schaltauge und sogar einen austauschbaren Gewindeeinsatz für die Steckachse. Ein sinnvolles Details falls es hier mal zum Schaden kommt. Und auch ein klassisches FATBike Detail findet sich an jedem Scoop: Montagemöglichkeiten für Gepäckträger und Trinkflaschen. Ein Highlight von Silverback gibt es auch 2020 wieder: alle Bikes setzen auf kugelsichere Sun Ringle Mulefüt Felgen und sind Tubeless Ready aufgebaut.
Bis auf wenige Ausnahmen setzen in 2020 alle Silverback FATBikes auf hydraulische Scheibenbremsen und hochwertige Vee Tire Bulldozer 4.7 Reifen.

Eine weitere interessante Neuerung ist die Verpackung. So werden in 2020 alle Silverback Bikes in einer smarten Verpackung und bis auf wenige Handgriffe fahrfertig vormontiert geliefert. Ein Teil der Verpackung kann als Fahrradständer verwendet werden, es fällt sehr wenig Abfall an und das Bike wurde bereits bei Silverback fahrfertig eingestellt und getestet. So zumindest das Versprechen des Herstellers…

SYNERGY FAT

Silverback Synergy Fat 2020 (Quelle: Silverback)

Fangen wir mit der Speerspitze im Programm an, dem 3.099,- Euro teuren Silverback Synergy Fat* – eines der wenigen je gebauten FATFullis. Der Hauptrahmen wird weiterhin aus Carbon, der auswechselbare Hinterbau aus Aluminium gefertigt. Die bewährte Mischung aus Shimano XT/SLX Schaltung ist ebenso wieder an Bord wie die Rock Shox Bluto mit 120mm Federweg. Hinten bleibt es bei 110mm und der auswechselbare Hinterbau erlaubt es, beispielsweise einen 650b+ Aufbau zu realisieren ohne gleich ein neues Bike kaufen zu müssen. Das weitestgehend identische Vorgängermodell haben wir hier getestet.

S-Elektro Fat

Silverback S-Elektro Fat 2020 (Quelle: Silverback)

Die andere Speerspitze im Programm von Silverback ist das S-Elektro Fat, ein eFATBike zum absoluten Kampfpreis von nur 2.299,- Euro. Das Bike wird nach unseren Informationen weitgehend ohne Veränderungen in 2020 übernommen, d.h. es gibt einen Bafang Max Fat Antrieb mit 250W/80Nm und 418Wh Nennleistung im Akku. Auch hier gibt es die bewährten Vee Tire Snow Shoe 4.5″ Reifen auf Mulefüt Laufrädern. Als absolutes Highlight darf die Gabel gelten, die vom Scheitel bis zur Sohle aus Carbon besteht. Der Test des Vorgängermodells hat bei uns gemischte Gefühle hinterlassen, dennoch ist das Bike schon allein wegen seines niedrigen Preises* eine Kampfansage.

Scoop Double

Silverback Scoop Double 2020 (Quelle: Silverback)

Für 1.799,- Euro rollt das Silverback Scoop Double 2020* aus dem Laden. Der Zusatz „Double“ weist auf ein „two-by“ Schaltsystem mit 2 Kettenblättern vorn hin. Ein klassischer Aufbau, den wir am FATBike nach wie vor für den sinnvollsten halten. Am Scoop Double 2020 kommt eine Mischung aus Shimano XT (Schaltwerk)/SLX (Rest) Schaltung und einer Surface Kurbel zum Einsatz. Eine Rock Shox Bluto RL ergänzt 100mm Federweg vorn. Steckachsen, Sun Ringle Mulefüt Tubeless Laufräder* und der moderne Rahmen sind, wie bei allen Scoop, an Bord.

Scoop Single

Silverback Scoop Single 2020 (Quelle: Silverback)

Ein traditionelles Fatty für den extremen Einsatz will das 1.599,- Euro teure Scoop Single* sein. Die hoch moderne SRAM Eagle 12- fach Schaltung (NX Schaltwerk, SX Rest) verzichtet dabei auf die potentielle Fehlerquelle Umwerfer und reduziert das Gewicht. Ob nun eine 11- oder 12-fach Schaltung insgesamt robuster ist, konnten wir bis heute nicht abschließend klären. Abgesehen davon verzichtet das Scoop Single auch auf eine Federgabel und setzt statt dessen auf eine Starrgabel aus edlem Carbon samt Steckachse. Für Verzögerung sorgen hydraulische Shimano M6000 Bremsen, deren Scheiben ebenfalls an Sun Ringle Mulefüt Laufräder geflanscht sind.

Scoop SX

Silverback Scoop SX 2020 (Quelle: Silverback)

Ebenfalls mit 1×12 SRAM Eagle Schaltung und Carbon-Starrgabel, dafür mit 1.399,- Euro nochmal ganze 200 Euro günstiger, kommt das Silverback Scoop SX 2020 daher. Abgespeckt wurde hier vor allem bei der Schaltung, die mit einer Mischung aus SRAM SX Eagle (Schaltwerk & Trigger) und SRAM CS Eagle (Kassette) auskommen muss. Bei der Bremse greift Silverback in’s Sram Regal und montiert vorn wie hinten eine Sram Level.

Scoop Fatty

Silverback Scoop Fatty 2020 Orange (Quelle: Silverback)

Klassisch geht’s weiter mit dem 1.199,- Euro teuren Scoop Fatty*, welches in zwei Farben angeboten wird. Hier wird der Scoop Rahmen mit einer Starrgabel aus Aluminum samt Steckachse und einer „Two-by-ten“ Schaltung kombiniert.

Silverback Scoop Fatty 2020 Green (Quelle: Silverback)

Auf den Einen oder Anderen mögen 2×10 Gänge etwas antiquiert wirken, am FATBike sind „two-by“ Schaltungen aber, wie oben schon gesagt, ausgesprochen sinnvoll. Die Mischung aus XT Schaltwerk und Deore „Rest“ ist darüber hinaus sehr ordentlich. Für Verzögerung sorgen Shimano M-315 hydraulische Scheibenbremsen. Natürlich kommen auch hier Vee Tire Bulldozer Reifen* auf tubeless ready Mulefüt Laufrädern zum Einsatz.

Scoop Fatty 1×11

Neu in 2020 ist eine 1×11 Variante des Scoop Fatty. Für ebenfalls 1.199,- Euro bekommt man eine Shimano XT (Schaltwerk)/SLX (Rest) Mischung, die auf Umwerfer und vordere Kettenblätter verzichtet und damit Gewicht und Fehlerquellen einspart. Die übrigen Details decken sich mit dem 2×10 Scoop Fatty: Alu Starrgabel, Mulefüt Laufräder und Bulldozer Reifen. Ein Bild liefern wir hier noch nach.

Scoop Deluxe

Silverback Scoop Deluxe 2020 (Quelle: Silverback)

Der Name mag vielleicht etwas irreführend sein – zumindest wir hätten bei „Deluxe“ etwas besonders Feines erwartet. Für 999 Euro ist das Scoop Deluxe* aber weniger ein luxuriöser, dafür aber ein preisgünstiger und sinnvoller Einstieg in die FATBike Welt. Zur Alu Starrgabel gesellt sich hier eine 1×10 Schaltung, die mit 11-36 Zähnen durchaus Kompromisse in der Übersetzungsbandbreite bedeutet. Auf der Habenseite stehen aber definitiv das Shimano XT Schaltwerk und die FSA Kurbel mit 30er Kettenblatt. Bei der Bremse setzt Silverback auf hydraulische Scheibenbremsen von Promax. Keine Kompromisse gibt’s beim Rahmen und den Laufrädern, beides entspricht den teureren Modellen.

Scoop Delight

Silverback Scoop Delight 2020 Black (Quelle: Silverback)

Das 899 Euro teure Scoop Delight* bildet traditionell den Einstieg in die Silverback Scoop Welt. Trotz des günstigen Preises ist das Scoop Delight mit dem vollwertigen Scoop Rahmen seiner teureren Geschwister ausgestattet und verfügt sogar ebenfalls über Bulldozer Reifen, einen hochwertigen Sun Ringle Laufradsatz und hydraulische Scheibenbremsen von Shimano.

Silverback Scoop Delight 2020 Orange (Quelle: Silverback)

Deutliche Abstriche gibt es hier jedoch bei der Schaltung, bei der Silverback auf eine 2×9 Mischung aus Alivio und Altus aus dem Hause Shimano setzt. Dennoch darf das Scoop Delight als guter Einstieg und sehr fairer Deal gelten!

Scoop Sport

Silverback Scoop Sport 2020 Black (Quelle: Silverback)

Für alle, die sich an das Thema FATBikes erstmal vorsichtig herantasten wollen, oder die sich als, wie Silverback es nennt, „Gelegenheitsabenteurer“ sehen, bietet Silverback das 699 Euro teure Scoop Sport. Als einziges Bike im Programm setzt es auf einen Rahmen mit Aufnahmen für Schnellspann-Achsen.

Silverback Scoop Sport 2020 Green (Quelle: Silverback)

Und auch, wenn der Rahmen aus dem gleichen 6061 Aluminium besteht wie die anderen Scoop Rahmen, bietet er nur Platz für 4.0″ Reifen. Ein absolutes Highlight in dieser Preisklasse sind sind Sun Ringle Mulefüt Felgen mit Tubeless Ready Aufbau. Bei den Reifen verlässt sich Silverback auf Mission Command 4.0 von Vee Tire. Die verbaute Shimano Tourney 1×8 Schaltung und die mechanische Scheibenbremse komplettieren den Aufbau.

Scoop Half

Silverback Scoop Half 2020 (Quelle: Silverback)

Für junge (oder sehr kleine) Einsteiger hat Silverback noch das 629 Euro teure Scoop Half im Programm. Konzipiert als All-Terrain Bike kommen hier 4″ Reifen auf 24″ Laufrädern zum Einsatz. Der Rahmen aus 6061er Alu verfügt über innen liegende Zugführungen, ein „Tapered“ Steuerrohr und Ausfallenden für Schnellspanner. Neben mechanischen Scheibenbremsen kommt eine Shimano Altus 7-Gang Schaltung zum Einsatz. Verrückt: selbst hier finden sich wieder Sun Ringle Mulefüt Felgen und die Vorbereitung für Tubelessmontage der Reifen. Das nennen wir mal konsequent!

Was bleibt?

Das Scoop Double im Test 2017

Silverback war lange der Billigheimer unter den FATBike Anbietern. Und genau genommen sind sie das auch noch. Und diese Strategie scheint aufzugehen. Für Silverback, weil sie zu den wenigen verbleibenden Anbietern gehören. Und für uns FATBiker, weil wir für vertretbare Preise FATBikes kaufen können. Uns begeistern die Bikes schon lange, weil man viel Bike fürs Geld* bekommt und sich selbst im Detail ausgefallene und hochwertige Dinge finden. Was die Modelle im einzeln können werden wir über das Jahr hin testen. Außerdem sind noch ein paar spannende Neuheiten in der Pipeline. Also, stay tuned!

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2 Responses

  1. BikeBär

    Hallo Matt, vielen Dank für diese tolle Preview auf die neue „fatte Produktpalette“ bei Silverback !
    Wie es aussieht, geht Silverback genau den umgekehrten Weg, gegenüber nahezu allen anderen Fahrradherstellern.
    Wenn alle Anderen ein Produkt komplett heraus nehmen, gibt es Einen, der es genau anders herum macht !
    Eine wirklich ausgefuchste Strategie !!
    Denn ein so preiswertes und dazu hochwertig ausgestattetes Fatbike Sortiment, hat sogar 2016 keiner im Angebot gehabt.

    Aufgefallen sind mir die alten Mulefüt Felgen beim Synergie- und beim S-Electro Fat. Habt Ihr da Bilder aus dem Archiv genommen ?
    Die 2020iger Modelle erhalten doch sicher auch die Mulefüt 80 SL v2 ?!

    Ich weiß nicht, warum Silverback mit einigen News noch hinter dem Berg hält aber laut Herrn Schlenker von Silverback, ist dieses Jahr am S – Electro Fat noch mit einem 630 bis 700 Wh starken Akku zu rechnen.
    Und der Bafang Motor soll gegen einen Shimano Steps E 8000 ausgetauscht werden.
    Okay, ein Brose Drive S Mag wäre mir deutlich lieber gewesen aber man kann halt nie alles haben…. !

    Vermutlich gibt es die Neuerungen erst zum Halbjahr, weil vor Mai nicht mit den neuen Modellen zu rechnen ist.

    Echte Freude löst bei mir das Sortiment an Starrgabeln aus !!!
    Denn weil ich nur 1,72 groß bin, versaut mit jede Federgabel die Fahr-Geometrie, weil bei 80 cm Schrittmaß, der Sattel für den hohen Lenker über der Federgabel, einfach zu niedrig ist !
    Außerdem rollen Fatbike Reifen immer schwerer als zB. ein 50iger Marathon Supreme auf dem 29er Tourer, sodass ich kein Gramm meiner Kraft an eine Federung jeglicher Art zu verschenken hätte !!!
    Leider fehlen die serienmäßigen Gepäckträger-Gewindeösen aber das wird Silverback sicher bald ändern.
    Das geht auch bei Carbongabeln.
    Firmen wie Giant oder Trek machen das vor und da die Gabeln von Fatbikes grundsätzlich etwas wuchtiger ausfallen, sollten diese Ösen in Zukunft leicht einzubringen sein.
    Bis dahin hilft die massive Schlauchschelle, wobei hier Highrider mit Ablage über dem Vorderrad der Hit sind, weil sie den stabilsten Verbund ergeben.

    Denn sein wir mal ehrlich – so richtig geil wird’s mit dem Fatbike doch erst auf großer Urlaubstour !!!
    Allein die Gespräche in der Bahn, über das Für und Wider von Fatbikes und dünner bereiften Rädern, sind für mich eine absolute Bereicherung.
    Nur schade, dass die Bahn nicht wenigstens einen Radhalter im Fernzug, auf 10 cm verbreitert, was Fatbike Fahrer dort in die Illegalität drängt, sollten sie es trotzdem wagen (mich hat noch kein Schaffner raus geworfen)……

    Antworten
    • Matt

      Servus BikeBär (cooler Nickname, übrigens!),

      danke für den ausführlichen Bericht. Die Bilder im Artikel stammen fast ausschließlich direkt von Silverback, wir nehmen auch an, dass es sich um ältere Aufnahmen handelt. Sie kamen uns bekannt vor… Wir sind diese Woche direkt bei Silverback vor Ort, mal sehen, was da an News herauskommt!
      Das Thema mit den Gabeln finden wir auch extrem spannende – eine Monocoque Carbon Gabel kostet ja schnell so viel wie ein ganzes Silverback… Viel Bike fürs Geld, ohne Frage!!

      FATte Grüße

      Matt

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