MeinFATBike: Specialized FatBoy „Liebherr Edition“ von Christoph

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Diamond Miner: Specialized FatBoy „Liebherr Edition“ mit Lefty von Christoph

Auf diesem Bild ist ein Specialized FatBoy versteckt... (Quelle: Christoph K.)

Auf diesem Bild ist ein Specialized FatBoy versteckt… (Quelle: Christoph K.)

FATBikes sind Eure Leidenschaft? Dann seid Ihr hier richtig! Unsere Rubrik MeinFATBike stellt FATBikes unserer Leser vor und zeigt, mit wieviel Kreativität, Hingabe und Liebe so manches FATBike aufgebaut wird.

In Runde Zwei möchten wir Euch heute einen stattlichen Komplettumbau vorstellen, bei dem vom Ausgangsmaterial nichts mehr zu erkennen ist. Bühne frei!

„…die Fahrfreude und der Umgang mit dem Bike ist erfüllender, wenn man sich wohl fühlt…“

Dieser fast schon philosophische Einstieg ist ein Zitat von Christoph, dem Kopf hinter dem heute vorgestellten Projekt. Und man muss ihm lassen: er hat keinen Aufwand gescheut, um sich auf dem wohl zu fühlen, was mal ein Specialized FatBoy war! Schauen wir uns das Bike und seine Geschichte doch mal genauer an!

Ein Liebherr CKA-007. Kennste?  (Quelle: Christoph K.)

Ein Liebherr CKA-007. Kennste? (Quelle: Christoph K.)

Ein FatBoy mit Lefty?!? Also um eines klar zu sagen: der FatBoy von Specialized ist schon ab Werk eine mächtige Waffe, aber Christoph hat wirklich keinen Stein auf dem anderen gelassen.
Die Geschichte dürfte auch diesmal vielen bekannt vorkommen. Früher Vollblut-BMXer mit Dauerkarte in der Notaufnahme doch irgendwann kam ein Lebensabschnitt anstrengenden Erwachsenwerdens gemeinsam mit aufkeimender Vernunft. Aber der Bike-Virus ist bekanntlich hartnäckig, am Ende saß auch Christoph nach ein paar Jahren Pause wieder auf ’ner DH Maschine.

Bis die Gummikuh nicht mehr ausgereicht hat und etwas FATteres her musste. Und einzigartig sollte es sein… Von Anfang an stand fest, dass das Bike so klar und reduziert wie möglich aufgebaut sein soll. Also wurden ein paar überflüssige und damit störende „Details“ des FatBoy Rahmens direkt mal in Rente geschickt. Wir reden von Dingen wie Zuganschlägen oder der Halterung für den Umwerfer… Braucht man nicht, also weg damit! Christoph hat den Kram einfach runtergefeilt, verschliffen und alle Reste spurenlos entfernt. DAS nenne ich konsequent!

Des Fatties neue Kleider

Und weil danach natürlich die Farbe des Bikes ruiniert war (nicht, dass Christoph die nicht sowieso ändern wollte…) wurde der Rahmen in ein neues Kleid gehüllt: sandbeige mit braunen Einlässen rund um die Verbindungsstellen der Rohre.

Die neue Identität gabs oben drauf!  (Quelle: Christoph K.)

Die neue Identität gabs oben drauf! (Quelle: Christoph K.)

Jetzt mussten aber auch neue Schriftzüge her – und die sind gleich die nächste Geschichte! Liebherr… Liebherr… Die bauen doch Kühlschränke, oder?!? Right! Und tatsächlich stand auch der Kühlschrank in Muttis Küche als Namensgeber Pate – aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Liebherr baut auch schwere Maschinen für den Bergbau.
Zitat Christoph: „…Selbst eingefleischte Kenner fangen an zu grübeln, ob die nicht für irgendeine Diamantenmine so ein Bike gebaut haben…“. Haben sie doch, oder???
Die Typenbezeichnung „CKA-007“ setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von Christophs Kindern und der legendären Dienstnummer des besten Agenten ihrer Majestät, James Bond (oder wie Christoph ihn nennt: „den coolsten Fernsehtypen„). Der Schriftzug findet sich übrigens nicht nur am Oberrohr sondern auch an der Lefty. Moment – ein FatBoy mit Lefty??

Was nicht passt…

…wird passend gemacht! Alte Regel, simpel und gut. Und immer wieder überraschend. Denn wenn eine Lefty von Cannondale für eines ganz sicher nicht gedacht war, dann für ein FATBike. Aber wer hält sich schon mit solchen Kleinigkeiten auf, schließlich liegt die Bluto auch noch nicht sooo lange in den Regalen. Also musste eine alte 140 Lefty herhalten und wurde anständig umgekrempelt.

War SO wohl nie gedacht. Passt dafür aber super!  (Quelle: Christoph K.)

War SO wohl nie gedacht. Passt dafür aber super! (Quelle: Christoph K.)

Christoph sagte mir dazu: „…Die hat nämlich noch abnehmbare Brücken und kann leicht auf 29er umgebaut werden. Craig Smith von Mountaincycle USA lieferte die passenden Gabelbrücken, es ging sehr leicht einzubauen. Nun ersetzt die obere Gabelbrücke gleich die unschönen Spacer und dank gekröpftem Vorbau komm ich trotzdem an der Gabelkrone vorbei.
Der Umbau ging allerdings nur mit einer doppelreihig gespeichten Felge. Denn da die Leftynabe Pflicht ist, muss hierbei asymetrisch eingespeicht werden – bei der Fatboyfelge unmöglich, leider….“

Die Sache mit den Zügen

Ihr seht schon, Christoph ging es nicht darum, seinen FatBoy ein wenig zu pimpen. Es ging darum, etwas ganz Persönliches zu schaffen. Etwas, das passt wie ein Handschuh und so einzigartig ist wie die eigene Unterschrift.
Und als altem BMXer war Christoph klar: der extra breite 800er Azonic Lenker braucht eine Stabilisierungsstrebe (Leute, das war vor 20 Jahren der letzte Schrei!!). Und eine japanische Klingel (Feng Shui!) plus extra kurze Brooks Griffe, welche den Lenker optisch noch breiter wirken lassen. Nur eines durfte da nicht hin: Schaltzüge!

Hier ist alles anders... (Quelle: Christoph K.)

Hier ist alles anders… (Quelle: Christoph K.)

Single Speed scheiterte am aktuellen Trainingszustand, es musste also ein anderes Plätzchen für den Shifter gefunden werden. Aber als ob das allein nicht schon Herausforderung wäre hat Christoph auch noch eine simple Philosophie: „Alles muss aussehen wie Serie und nicht wie nachträglich angebaut!„.
Die Lösung: ein Bowdenzuganschlag wurde an einer der Gepäckträgerverschraubungen befestigt, während der (rasterlose!!) Shifter mittels einer verlängerten Gewindestange an der Sattelklemmung den nötigen Halt fand. Somit ist außer knapp einem halben Meter Schaltzug kein Bowdenzug am Bike verbaut!
Zum Schalten nach unten zu greifen dürfte zwar sicher keinen Preis für die „Beste Ergonomie“ gewinnen. Aber der Aufbau sieht sehr lässig aus!

BMX Kurbeln sorgen für Vortrieb und dicke 203er Bremsen stauchen ihn wieder zusammen.  (Quelle: Christoph K.)

BMX Kurbeln sorgen für Vortrieb und dicke 203er Bremsen stauchen ihn wieder zusammen. (Quelle: Christoph K.)

Selbstredend, dass es auch beim übrigen Drivetrain nicht weniger durchdacht zur Sache ging: „…Die BMX Kurbel verschafft mir ein absolutes Gefühl von sorgenfreier Nachhaltigkeit. ChroMo-Stahl ist halt schon nochmal was anderes. Die 48 zahnige BMX Achse in 6 7/8″ kommt von Profile und passt dank BMX Kugellager optimal in den FatBoy Rahmen. War sehr schnell und einfach umzubauen. Die dazugehörigen Pedalarme habe ich bewusst in nur 160 mm genommen. Der fehlende Hebel wird eh durch die Schaltung ersetzt. Die näher zueinander stehenden Füße sind einfacher bei kleineren Drops und durch die gewonnene Bodenfreiheit kann ich nun „rockcrawlermäßig“ durchs Unterholz wühlen oder auch durch Flussbetten.
Dazu reine BMX Superstar Pedale, welche wie die Pedalarme auch hell sind. Dadurch wird dauerhaft der unschöne Abrieb vermieden…

Aber abgesehen vom 42er Kettenblatt von E13 ist der übrige Antrieb tatsächlich noch die Serienausstattung, welche Specialized dem FatBoy mit auf den Weg gegeben hat.

Noch mehr Inspiration

Sicher ist Euch beim Betrachten der Bilder schon der am MTB eher selten anzutreffende Brooks Sattel aufgefallen. Die Idee dafür stammt von einem frühere Auto Christophs, welches edle blaue Ledersitze hatte. Ledersitz? Lederlenkrad? Klasse Idee! Und wer kann besser Kuhhäute auf Sattel und Griffe ziehen als Brooks?!? So fand das Clubsofa aus englischer Fertigung nebst passenden Griffen seinen Weg an den FatBoy – äh, den Liebherr… Oder… Ach, Christophs Bike einfach!

FATtes Wohnzimmer! Da wird so mancher Beach Cruiser neidisch! (Quelle: Christoph K.)

Individueller gehts nicht. (Quelle: Christoph K.)

Dass die Bremse „nur“ eine Magura MT5 Vierkolbenbremse mit 203er Scheiben ist, liegt im Wesentlichen daran, dass die eigentlich geplante 9 Zoll Tandembremse den FatBoy Rahmen wohl einfach in Stück gerissen hätte. Und da sowohl die Bremssättel als auch das Design der Bremsscheiben sehr klassisch daherkommen war Magura der perfekte Kandidat.

Was bleibt?

Mit seinem „Liebherr CKA-007“ dürfte Christoph vermutlich nicht jeden Geschmack treffen. Aber genau das ist das Besondere daran: who cares?!? Dieses FATBike ist eine absolut konsequente und durchaus auch mutige Kreation mit nur einem Ziel: schöner Wohnen. Denn um den Satz vom Anfang nochmal aufzunehmen: die Fahrfreude und der Umgang mit dem Bike ist erfüllender, wenn man sich wohl fühlt. Glücklich darf sich schätzen, wer diesen Zustand bereits mit einem Serienbike erreicht – das spart Zeit und Geld!
Für alle anderen dürfte Christophs Bike einige Inspiration bereithalten – und wenn es nur die ist, konsequent seinen eigenen Weg zu gehen! Wir wünschen Christoph viel Spaß auf seinem „Diamond Miner“ und bedanken uns, dass wir das Bike vorstellen dürfen! Well done, Christoph!

 

Ihr möchtet Euer Bike hier vorstellen? Dann her damit! Dabei ist es völlig egal, ob Ihr auf einem lange ersehnten Bike im Serienzustand sitzt oder einen komplette Custom Aufbau habt! Schreibt uns

4 Responses

  1. Jörg

    Hallo

    Es das eine 26er Lefty und wie hast du diese umgebaut.
    Vielleicht kannst du mir dazu genauere Infos zusenden.
    Bike sieht nämlich Hammer aus.

    Gruß Jörg

    Antworten
  2. Chris

    Wenn jemals Fatbike, dann SO !!
    Ein klasse Aufbau, breiter Lenker, wenig Züge und ne Lefty mit diesen Pellen…sehr sehr geil 😉

    Antworten

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