Über den Unterschied zwischen einem guten und einem herausragenden FATBike Reifen entscheiden oft nur Details. Aber mit so etwas wie Details braucht sich der Terrene Johnny 5 nicht abzumühen – denn diese Pelle klotzt wo andere kleckern. Klingt einfach. Ist einfach. Wir haben dem Fünfzöller das Letzte abgefordert – und er hat es uns gegeben. Warum der Terrene Johnny 5 einer der heißesten Tipps im FATBike Markt ist – und für wen er alles taugt – erfahrt ihr in diesem Artikel. Also: Lese-Bier einschenken, zurück lehnen und staunen!

Terrene Johnny 5. Johnny FAT im Detail.

Gar nicht so unterschiedlich groß: Johnny und Jim

5 Zoll… IT’S MAGIC! Machen wir uns nichts vor: eine vier/achter Pelle ist eine Respekt einflößende Erscheinung. Vor allem, wenn er neben ein paar 29er Gummischeibchen in Erscheinung tritt. Aber die wahre Königsklasse macht die Fünfe voll und sichert damit maximalen Eindruck.

Schöne Aussichten!

Dabei, und das man muss sich vor Augen halten, beträgt der Unterschied in der Breite gerade mal 0,2 Zoll, also 5mm. Bevor wir darauf eingehen, was das für einen durchschnittlichen FATBike Hinterbau bedeutet, hier erstmal alles Wissenswerte in unserer beliebten TIRE-IN-A-Box:

TIRE-IN-A-BOX (Drück mich!)

Werte auf einer 80mm Felge

Gewicht 1.700 Gramm
Umfang 2.396mm
Höhe (ab Felgenhorn) 94mm
Breite 115mm
Anzahl Stollen 360 (40 Cluster á 9 Stollen)
Höhe Mittelstollen 6,0mm
BB Höhe Schulterstollen 7,0mm
TPI / TLR / Spike Ready 120 / Ja / Ja

5 Zoll. Darf man das???

Wuchtige Erscheinung…

Viele von Euch werden sich noch an FATBikus Schlappus Rex, den König der FATBike Reifen erinnern: den übermächtigen Snow Shoe 2XL von Vee Tire. Was für ein Brocken!!!! Unerreicht in Float und Grip, aber leider auch unerreichbar für die meisten FATBikes: schlank wie ein Elefantenhuf sprengt der König leider für fast alle FATBikes den, im wahrsten Sinne des Wortes, Rahmen. Also war unsere allererste Frage: ist der aus dem FATBike Heimatland USA stammende Johnny 5 ein echter Ami und entsprechend kontaktfreudig? Denn wenn nicht, könnten die meisten hier aufhören zu lesen. Good news: ihr könnt bis zum Ende lesen.

Der Johnny 5 im Norco Ithaqua…
…Specialized FatBoy…
…Canyon Dude mit kurzem Radstand…
…und Mondraker Panzer.

Wir haben den Terrene Johnny 5 auf einer 80mm DT Swiss Felge montiert und problemlos im gesamten Fuhrpark untergebracht. Specialized FatBoy, Norco Ithaqua, Maxx Huraxdax, Mondraker Panzer und Canyon Dude sind definitiv kompatibel. Beim Canyon klappt das sogar bei kurzem Radstand.

In die Mastodon passt er natürlich auch!

Das liegt vor allem daran, dass der Terrene Johnny 5 nicht so extrem hoch baut wie der Snow Shoe 2XL. Was aber nicht heißt, dass das Ding irgendwie bescheiden rüber kommen würde…

Schmidt’s FATte Katze

Wir haben die Johnnies mit knapp 0,35 bar tubeless auf einem Satz DT Laufrädern montiert. Zum Fahrtest dieses mächtigen fünf/nullers wollten wir aber nicht auf schnödem Waldboden rollen, sondern ihn auch mächtig hart ran nehmen. Und weil uns Mond und Mars zu weit weg waren, haben wir uns für die felsige Hölle Finale Ligures entschieden. Die Trails? Hart und anspruchsvoll. Die Oberfläche? Felsig, scharfkantig und staubtrocken. Die Temperaturen? Extrem. Fast wie auf dem Mars. Nur ist in Finale das Bier besser.

Starkes Zeug: die Trails in Finale Ligure.

Und trotzdem hat der Terrene Johnny 5 hier so viel Spaß wie ein Pitbull auf einem Campingplatz. Das alte Vorurteil, Amis würden vor allem Masse statt Klasse produzieren und grobschlächtige Konstruktion durch Hubraum aufpolieren, widerlegt Johnny mit der Lässigkeit eines texanischen Cowboys. Okay, harten Antritten setzt er seine wuchtigen 1.700 Gramm erfolgreich entgegen. Es ist ein schwerer Brocken.

Matt und Johnny im Wunderland

Aber egal, was du dieser Pelle vor die Stollen wirfst – sie beißt rein, kaut es durch und spuckt es aus. Wie absurd hoch die Traktion ist merkst du vor allem dann, wenn du wieder auf einen anderen Reifen umrüstest: der Terrene Johnny 5 beißt auf jedem Untergrund von staubtrocken bis verschlammt absolut gnadenlos zu.

Terrene Johnny 5. Einfach gut gemacht.

Alles Wichtige auf einem Blick

Das liegt wohl daran, dass die Konstruktion eben alles andere als grobschlächtig ist. Die feine 120 TPI Karkasse passt sich dem Untergrund perfekt an, das durchdachte Profil (welches übrigens mit Spikes aufgerüstet werden kann) findet immer ein Eckchen zum reinbeißen und die Gummimischung ist griffig und abriebfest zugleich.

Zähne wie ein Raubtier!

Dazu kommt der niedrige Betriebsdruck: 0,35 bar reichen vollkommen aus. Wenig Druck bedeutet mehr Traktion, mehr Komfort und … mehr Rollwiderstand. Und hier zaubert Terrene einen FATen Hasen aus dem Hut. Denn: weit gefehlt! Wir dachten, die größte Überraschung des Johnny 5 wäre, dass er als Fünfzöller in so viele Bikes passt. Am wenigsten erwartet hätten wir aber, dass das Ding auch noch erstaunlich leicht rollt und trotz geringem Druck kaum unaufgefordert mitlenkt.

Dank Löchern kann man sogar Spikes installieren.

Vergleich gefällig? Die Auffahrt zur berühmten „Base Nato“. Rund 20 ultimativ quälende Kilometer Uphill. 1.000hm auf Asphalt, das meiste davon in der prallen Sonne. Mit dem Johnny 5 (allerdings zugegeben mit leicht erhöhtem Druck von ca. 0,45 bar) haben wir dem anderen Testreifen im Gespann, dem 27,5×3.8 Bontrager Hodag, hier sogar ein paar Minuten abgenommen! Zahlen lügen nicht… Krasse Performance!

Was bleibt?

Der Terrene Johnny 5 ist ein Überflieger. Im wahrsten Sinne des Wortes!

Es bleibt zu erwähnen, dass wir mit dem Johnny 5 trotz härtestem Einsatz nicht eine einzige Panne hatten. Er schont die Fahrzeit, Felgen und Nerven. Ganz ohne Übertreibung: er gehört zu den Allerbesten! Selbst das Profil war nach einer Woche Albtraum noch taufrisch. Der Johnny 5 ist eine eierlegende Wollmilchsau die mit Herausforderungen kurzen Prozess macht. Aber es gibt einen Wermutstropfen: es ist verdammt schwer, ihn in Deutschland zu kaufen. Derzeit kann man ihn nach unserem Kenntnisstand nur bei Maxx ab Werk als Sonderausstattung ordern. Im freien Handel kennen wir keine Quelle. Aber: wir kennen ein Licht am Horizont. Wie sagen wir oft so schön an dieser Stelle: es bleibt spannend. Stay tuned!

Finale Ligure – wie auf dem Mars, aber das Bier ist besser!

4 Responses

  1. Uwe Trettin

    Warum Minions ?
    Weil die Jumbo Jim mir bei Matsch und Schnee zuwenig Traktion bieten . Das der Rollwiderstand erheblich höher ist , ist ok – dafür beißen sich die Minions überall durch , und sind einfach sicherer wenn das Geläuf schwierig wird
    Gruß Uwe

    Antworten
  2. Bernd

    Servus,

    wieder ein interessanter Bericht von Euch.
    Ich kann dem voll und ganz zustimmen und noch etwas hinzufügen:
    Ich konnte den Johnny 5 auf meinem Jagamoasta im Schnee fahren und war ebenfalls begeistert. Grip und Traktion sind hervorragend.

    FATte Grüße

    Bernd

    Antworten
    • Uwe Trettin

      Moin !
      Bringt der Johnny 5 mir als Tourenfahrer echte Vorteile gegenüber den Maxis Minion ?
      Gruß Uwe

    • Matt

      Servus Uwe,

      abgesehen von der Frage, warum du dir als Tourenfahrer einen Klotz wie den Minion antust 😉 – der Johnny 5 dürfte nach unserer Erfahrung leichter rollen, wobei uns zugegebenermaßen der Direktvergleich fehlt. Minion ist ne Weile her, der Johnny rollt aber schon unglaublich gut für das, was er ist.
      Allerdings würden wir sagen, dass ein Umstieg bestenfalls dann lohnt, wenn der Minion ersetzt werden muss. Beides sind erstklassige Reifen und nehmen sich nicht sooo viel.

      FATte Grüße

      Matt

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