Eines ist Fakt: das FATBike hat sich etabliert und ist für viele Biker nicht mehr weg zu denken. Dennoch ist vielen nach wie vor der Sinn unserer geliebten Dickerchen noch nicht so ganz klar. Insbesondere, wenn noch ein Elektroantrieb dazu kommt, scheiden sich die Geister. Darum werden wir uns in Zukunft verstärkt darauf konzentrieren, Euch auch die passenden Geschichten zu den Bikes zu präsentieren. Denn für viele FATBiker ist es nicht einfach nur ein Bike – es ist ein Arbeitsgerät, ein Wegbereiter oder ein Stück Lebensphilosophie. Und genau die wollen wir hier natürlich teilen!

Sport? Transport? TranSport!

Bike mit Aussicht

Heute steigen wir mal mit der wohl umstrittensten Darreichungsform ein: dem e-Fatty. Denn was gern vergessen wird: oft geht es beim e-Bike weniger um Sport als um Transport. Oder auch darum, Angenehmes und Nützliches zu verbinden. Also haben wir uns mal auf die Suche begeben, wo so ein e-FATBike eigentlich als sinnvolles Transportmittel Mehrwert schafft. Neben dem Einsatz als Lebensretter bei der Bergwacht (darüber hatten wir vor längerer Zeit schon berichtet) haben wir z.B. einen Förster gefunden, der sein Revier mit einem e-Fatty abfährt. Und einen Hüttenwirt, der mit dem e-Fatty statt einem Jeep zu seinem Arbeitsplatz kommt und Vorräte transportiert. Volltreffer. Diese Geschichte fanden wir besonders spannend. Nicht nur, weil der Weg auf eine Almhütte zu den schönsten Arbeitswegen überhaupt gehören dürfte. Sondern auch, weil eben jener Hüttenwirt aus ziemlich hartem Holz geschnitzt ist! Also, ab in die Berge, schauen wir uns das mal näher an!

Strom vor der Hütt’n!

Für uns ein beliebtes Ziel

Die Gegend um Kufstein ist für uns optimal für Biketests – wir sind schnell dort, die Trails sind abwechslungsreich und Anstiege/Downhills gibt’s von zart bis hart. Einige unserer allerersten Testfahrten überhaupt mit e-Fatties im Schnee haben wir dort gemacht. Eine lauschige Berghütte namens „Weinbergerhaus“ hat sich dabei zu einer Art Stammlokal zum Auftanken und Fachsimpeln entwickelt. Dort oben ist die Welt noch in Ordnung: Ruhe, Aussicht und Essen belohnen für den Aufstieg. Außerdem liegt hier der Startpunkt sowohl zu einer wenig befahrenen Skipiste als auch technisch sehr anspruchsvollen Single Trails.

Sportlernahrung!

Die FATBike-Geschichte von Hüttenwirt Tobi begann genau dort, mit einem ungläubigen Blick auf ein Maxx Huraxdax EL Testbike. Und mit der lapidar dahin gemurmelte Frage „Mit so einem Ding müsste man doch eigentlich das ganze Jahr zur Hütte kommen?!?“. Ja, kann man – und so fand erst Tobi zum FATBike und dann ein Huraxdax EL seinen Weg zur Hütt‘n!

Was treibt den Sportler auf’s e-Fatty?

Für uns war das gefundenes Fressen, denn dieses Fatty ist ein Nutzfahrzeug! Und Tobi entspricht auch so gar nicht dem gern beschriebenen Stereotypen des e-Bikers – er hat noch alle Beine, er wiegt keine 120kg, ist keine 80 Jahre alt und keiner, der am Berg absteigt und schiebt. Er ist eher einer dieser Typen, die den Weg zum Berg auf Oma’s Stadtrad abreißen – mit einem Arm auf den Rücken gebunden. Also, warum das Ganze?
Tobi hat es uns in feinstem alpenländischen Dialekt verraten – natürlich haben wir keine Mühe gescheut und alles in’s Hochdeutsche übersetzt!

Der Mann aus den Bergen

So macht das Spaß

Tobi, was machst Du in Deiner Freizeit? Am liebsten Dinge, die was mit Bergen zu tun haben. Im Sommer Berwandern und Berglaufen, am liebsten direkt hier vor meiner Haustür. Im Winter gehe ich Skitouren wobei ich da auch gern mal in Norwegen unterwegs bin. Und natürlich gehe ich gern Mountainbiken. Ich war mit dem Bike schon im Himalaya unterwegs, da sind die Berge einfach noch höher!

Die Stille macht den Unterschied

Aber wie passt das alles mit einem e-FATBike zusammen? Eure Tour ist für mich mein Arbeitsweg, den ich manchmal ein paar Mal täglich fahre. Alles, was uns auf der Hütt’n fehlt, muss von uns vom Tal rangeschafft werden. So gern ich da auch, wann immer möglich, mein Mountainbike hernehme – Zeit ist auch hier in den Bergen oft knapp. Außerdem mag ich meine Gäste nicht völlig verschwitzt bedienen. Früher hieß es dann immer: ab in den Geländewagen, runter in’s Tal und anschließend langsam wieder rauf auf den Berg. Das geht schnell. Aber Spaß macht das keinen!

Auf dem Weg zur Arbeit

Heute schwing‘ ich mich auf den Huraxdax, brenne im Winter wie im Sommer eine meiner Lieblingsrouten runter und anschließend gehts, nach erledigter Arbeit im Tal, wieder nach oben. Dabei kommst fast genauso so entspannt voran, wie mit dem Jeep und bist teilweise sogar schneller. Aber das Schönste ist, dass kein Motor oder quietschender Sitz die Ruhe stört. Als Hüttenbetreiber hast weder im Sommer noch im Winter viel Freizeit, diese Touren sind meine kleinen Highlights!

Sommer wie Winter?

Und so machst Du das das ganze Jahr? Ja, grad im Winter kommst mit dem e-FATBike schnell und grundzuverlässig durch. Früher hab ich da ausschliesslich mein Schneemobil hernehmen müssen, an ein Bike war im Winter garnicht zu denken. Heute freu ich mich das ganze Jahr über auf jede Fahrt in’s Tal – und zurück!

„Viehtrieb“

Und auch im Sommer ist das FATBike eine riesige Hilfe. Wir haben hier oben eine Herde Alpacas, die gern mal ausbüxt. Dann fahre ich mit dem Huraxdax los und sammle sie wieder ein. Jedes Mal ein Riesenspaß für alle Gäste – und mich auch. 

Was bleibt?

Es lohnt sich, etwas länger zu bleiben

Arbeitsweg, Materialtransport und eine Herde Alpacas. Und ein Vollblut-Sportler, der aus gutem Grund ein e-FATBike fährt. „TranSport!“ – schönes Motto. Tobi und sein Huraxdax teilen sich die Arbeit, was Raum für Freizeit und Erlebnis für einen Menschen schafft, der unermüdlich Wanderer, Skitourengeher und natürlich Biker mit Schmankerln und Getränken versorgt. Das könnte man zwar auch alles mit einem herkömmlichen Bike machen. Aber nein, kann man eben nicht. Denn nur ein FATBike zähmt den alpinen Winter und sieht dabei auch noch verdammt heiß aus!
Damit verlassen wir den vermutlich schönsten Arbeitsweg Deutschlands – auch, wenn er ja eigentlich in Österreich liegt – und arbeiten weiter an der nächsten Story!

Du hast auch eine FATte Geschichte für uns, in der ein Fatty das Leben besser macht? Erzählt sie uns! Auf Wunsch veröffentlichen wir sie auch gern und teilen sie so mit der Welt da draußen!

 

4 Responses

  1. Beckus

    Hallo,
    Ich bin Förster und Jäger in Brandenburg. Seit 4 Monaten fahre ich mit einem Haibike Fatsix 6.0 ins Revier. Ausschlaggebend für ein e-Fatty waren nicht unsere hohen Berge 😉 sondern die märkischen Streusandbüchse. Gerade in diesem Sommer haben sich die meisten Waldwege wieder in bodenlosen Treibsand verwandelt. Mit meinem normalen MTB keine Chance! Außerdem komme ich nicht mehr verschwitzt im Wald an und verkühle mir dann den Rücken. Holz, Reh- und Schwarzwild bis ~ 30 kg wird mit einem Burley-Flatbed nach Hause transportiert (für den es auch fatte Bereifung gibt). Das ist nicht nur ökologisch sondern macht auch noch saumäßig Spaß!
    Fatte Grüße,
    Beckus

    P.S.: Die Forstverwaltung NRW hat 2016 zwei Förster mit einem Felt Outfitter und Monoporter ausgestattet, einen Bericht findet man unter http://www.fahrzeit.si/ausgabe-no-062016/

    Antworten
    • Dan

      Beckus, FATten Dank für deinen Kommentar! Das klingt echt sau-spannend 😉
      Schick uns doch mal per Mail ein Bild von deinem Forstfahrzeug, vielleicht machen wir eine Story daraus…
      Grüße, Dan

  2. Uwe Trettin

    Moin Jungs !
    Da sollte ich dem Hüttenwirt doch mal meinen FATten Monoporter zu Testzwecken leihen ….das erhöht die geländegängige Transportkapazität ….Gruß Uwe

    Antworten
    • Matt

      Moin Uwe,

      Guter Plan! Link auf die Hütte ist im Artikel – schreib Tobi mal an! Wenn Du das durchziehst kommen wir mit und machen einen Artikel über die Aktion!!

      FATte Grüße

      Matt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.