FATBike Tubeless – so gehts!

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Das FATBike Tubeless fahren… Ein Thema, das wir lange nur angeschnitten und weitgehend nicht bearbeitet haben. Dabei haben uns laufende Platten schon vor zwei Jahren die Tour nach Riva und weite Teile unseres Enduro Rennens vergrätzt.

Ein Freund, ein guter Freund... Tobi pumpt Matts Reifen auf.

Alte Bekannte: Tobi und Plattfuß.

Haben wir es also auch endlich verstanden?!? Hat ja mal wieder gedauert… Aber wir hatten einen guten Grund für die Zurückhaltung: bisher haben wir keine brauchbare, wartungsarme, simple und haltbare Lösung gehabt, die auch Laien umsetzen können und die uns dauerhaft überzeugt hat.
In den letzten Wochen haben wir dann viel mit Tapes und Reifen experimentiert und etliche hundert Kilometer ohne Schlauch abgespult. Und endlich mit Erfolg!

Die Vorteile sprechen klar für sich: keine Platten, geringerer Rollwiderstand, mehr Fahrkomfort. Und eine mächtige Gewichtserstparnis von gut 300-400 Gramm – pro Rad!

FATBike Tubeless – ohne Schlauch gehts auch!

Der Knackpunkt an FATBike Tubeless war fast immer das Dichtband. Icusan, Duck Tape, Panzertape & Co dichten die Räder zwar super ab. Aber die Dichtmilch löst deren Kleber. Keine Dauerlösung also. Und wehe, man will den Kram mal wieder runter machen… Aceton, eine Bürste und ein Eimer voll Handcreme sind plötzlich deine besten Freunde.

Auf die Breite kommts an!

Auf die Breite kommts an!

Wir sind zwischenzeitlich bei Hayes Deutschland fündig geworden. Die Jungs vertreiben unter dem Sun Ringle Label ein FATBike Tubeless Tape, welches in mehreren fein abgestuften Breiten erhältlich ist und damit fast alle FATBike Felgen problemlos und unkompliziert abdichtet. Da es ein spezielles FATBike Tubeless Band ist, kann Dichtmilch ihm nichts anhaben. Wie man es anwendet, haben wir unten beschrieben.

Inzwischen hat unser Partnershop das Tape gelistet, ihr könnt es hier* kaufen. Die unten empfohlenen Bänder von Fattystripper hat Alex inzwischen auch aus den Staaten geholt, gibts hier*.

Eine Sache noch…

Ganz ohne Warnhinweise gehts aber nicht. Nicht jede Felge taugt für Tubeless. Es muss sichergestellt sein, dass der Reifen fest sitzt, am besten in einer Tubeless-Rille. Test dazu: Luft aus dem Schlauch lassen und die Reifenflanken nach innen drücken. Lässt sich der Reifen leicht demontieren: Finger weg! Nur, wenn der Reifen auch ohne Luftdruck fest auf der Felge sitzt, eignet sich das Rad für den Umbau.

Pflichtprogramm: eine Rille im Felgenbett

Pflichtprogramm: eine Rille im Felgenbett

Wir raten in jedem Fall zu äußerster Vorsicht – rutscht der Reifen von der Felge (was deutlich schneller geht als beim MTB) ist Bodenkontakt vorprogrammiert. Wir empfehlen sicherheitshalber, mit erhöhtem Luftdruck zu starten und sich dann langsam nach unten zu „tasten“.
In jedem Fall solltet ihr die Herstellerangaben des Felgenherstellers beachten, viele (wie z.B. DT Swiss) haben noch keine Freigabe für FATBike Tubeless erteilt.

FATBike Tubeless: so gehts!

Hier haben wir euch eine Anleitung zum Umbau zusammengestellt. Da unser Sandman Indus FR Testbike ohne Felgenband und Schläuche geliefert wurde, haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und kurzerhand diesen Radsatz umgebaut. Die verwendete Hohlkammer Carbonfelge ist in mancher Hinsicht speziell und einfacher umzubauen als gängige Alufelgen. Wir haben an entsprechenden Stellen darauf hingewiesen. Los gehts!

1. Reinigung!

1. Reinigung!

Ersten: die Felge gründlich reinigen. Wir nehmen Bremsenreiniger (a.k.a. Entfetter). Vorsicht bei Carbonfelgen, die vertragen das oft nicht.

2. Ansetzen

2. Ansetzen

Bei einwandigen Felgen muss unter das Tubeless Tape unbedingt normales Felgenband – sonst bohren sich die Nippel durch. Nicht gut! Die Breite muss ausreichen, damit das Band von Felgenhorn zu Felgenhorn reicht. Devise: „Lieber etwas breiter!“ – damit der Reifen auf dem Dichtband sitzt!
Dann wird, wie hier gezeigt, das im 45° Winkel angeschnittene Band mittig aufgesetzt. Start ist gegenüber dem Ventil!

3. Drumwickeln

3. Drumwickeln

Das FATBike Tubeless Band wird unter Spannung um die Felge gewickelt. Eine Lage reicht.

4. Abschneiden

4. Abschneiden

Am Ende wird das Tape abgeschnitten. Wieder mit 45° und ca. 10-20cm Überlappung. Achtung! Das Band NICHT festdrücken!

5. Loch bohren

5. Loch bohren

Mit einem heißen Nagel oder ähnlichem wird das Ventilloch eingeschmolzen. Tipp: schmelzen, nicht einschneiden! Das Band könnte sonst einreißen.

6. Reifen montieren

6. Reifen montieren

Jetzt kommt der Reifen drauf. Mit Schlauch. Aufpumpen auf 1,5 – 2 bar (bitte prüft, was Eure Reifen und Felgen aushalten!) und einen Moment stehen lassen. Der Schlauch drückt jetzt das Dichtband rundum gleichmäßig fest.

Schlauch raus, Tubeless Ventil rein!

7. Schlauch raus, Tubeless Ventil rein!

Zum Entfernen des Schlauchs reicht es, den Reifen einseitig abzuziehen. Das erleichtert die weitere Montage. Tubeless Ventile müssen ggf. von außen mit Unterlegscheiben befestigt werden, da sie nicht für dünne einwandige Felgen gedacht sind. Das Ventil muss FEST eingeschraubt sein.

8. Aufpumpen

8. Aufpumpen

Aufpumpen bis der Reifen fest im Felgenbett sitzt. Das Bild oben zeigt wie es aussieht, wenn es noch nicht so weit ist…

9. Ventileinsatz auschrauben

9. Ventileinsatz ausschrauben

Mit einem Ventilschlüssel wird der Ventileinsatz rausgeschraubt.

10. Dichtmilch einfüllen

10. Dichtmilch einfüllen

Wir füllen die Milch durchs Ventil ein. Alternativ kann man sie auch direkt in den Reifen kippen. Spart einen Arbeitsschritt, macht aber auch mehr Sauerei. Wir verwenden ca. 100 bis 150ml. Was halt grad da ist…

11. Ventil wieder einschrauben

11. Ventil wieder einschrauben

Jetzt kommt das Ventil wieder rein, und dann: AUFPUMPEN!!! Und zwar bis zum Maximaldruck, das hilft der Milch beim Abdichten eventueller Löcher.

FATBike Tubeless 19

Schicke Socken hat Matt da an…

Zu Letzt muss die Milch verteilt werden. Dazu hat es sich bewährt, das Rad wie einen Ball zu „dribbeln“, damit die Milch wirklich in jede Ritze kommt! Das Ganze über Nacht stehen lassen, Druck anpassen, FERTIG!

Was bleibt?

Na geil, geht doch!!! Leichtgutsicherkomfortabelläuftleicht – so kann man die Vorteile von Tubeless mit einem Wort beschreiben und mit dem passenden Dichtband in der richtigen Breite ist FATBike Tubeless endlich ohne Bastelei machbar. Leider kann nicht jede Felge verwendet werden, aber vielleicht ist das endlich das nötige Argument, warum nun unbedingt ein neuer Radsatz her muss!

37 Responses

  1. Sam

    Hallo,
    Ich habe die alexrim blizzerk 80 und den jumbo jim EVO 26″ 4″.
    Habt ihr hier Erfahrung zu was den Umbau auf tubless betrifft? Ich wollte das Original Felgenband drin lassen und mit Siloklebeband abdichten und natürlich tubless Ventile einsetzen.
    Ps. Der Reifen ging übrigens sehr schwer runter, ist aber auch mein erstes fatty

    Antworten
    • Matt

      Hi Sam,

      danke für Deinen Kommentar. Leider haben wir mit der Felge keinerlei Erfahrung und können Dir daher nichts Verbindliches sagen. Einige Hinweise dazu, worauf es ankommt und wie man alternativ vorgehen kann, findest Du aber in unseren Artikeln zum Thema Tubeless und den Kommentaren darunter.
      Mit Silotape haben wir mittelfristig keine guten Erfahrungen gemacht, da die Dichtmilch den Kleber löst und das Zeug nur noch mit größter Mühe von der Felge zu lösen ist. Das Sun Ringle Tape oder Silikonbänder von Fatty Stripper sind auf jeden Fall die besseren Lösungen.

      Hoffe, das hilft Dir!

      FATte Grüße

      Matt

    • Sam

      Danke Matt,

      Die Silikon Bänder von Fattystripper habe ich leider nirgends gefunden. Wo bekomme ich denn das Sun Ringle Tape her?

  2. Peter

    Fortsetzung…..
    Habe Alex von Fatbike24.de angeschrieben, dass er mir für die 50 mm Fatlabfelgen passende Felgenbänder zeigt.
    Die normalen 47 mm von Schwalbe sind viel zu lang und schlabbern an der Felge herum.
    Eigentlich hatte ich vor, mit tubeless weiter zu machen aber oh Schreck, wie sah mein Rad nach dem Urlaub aus…. !!!
    Nicht nur Felgen und Speichen, auch der Rahmen waren zum großen Teil mit einem Gemisch aus Dreck und Tubelesskleber vollgesaut !
    Allein diese Arbeit, das Zeug da überall wieder herunter zu bekommen, vor allem, wenn man drei verschiedene Dichtmittel verwendet hat, ließ in mir den Entschluss reifen: „Dass machste nicht noch einmal“ !!!
    Tubeless kann mich mal !!!
    Eine Menge Geld und noch viel mehr Zeit am Fahrrad verwerkelt, in der ich hätte Rad fahren können, wenn ich beim Schlauch geblieben wäre !!!
    Der Revoloop Schlauch ist die richtige Entwicklung – bitte weiter machen.

    PS: Welches Lösemittel kommt mit allen Dichtmitteln zurecht ?
    Bremsenreiniger schafft das leider nicht.
    Ich hatte Doc Blue, Stans NoTube und OneShot im Reifen drin.
    OneShot lässt sich gut herunter rubbeln aber sobald Doc Blue damit gemischt wird, wird es schweinisch !

    Antworten
    • Matt

      Hi Peter,

      schade, dass Du mit Tubeless nicht zu brauchbaren Ergebnissen kommst. Wir sind gerade mit 3 Tubeless Fatties pannenfrei (!!) über die Alpen gekommen, inklusiver einem Ausflug auf das Biest vom Gardasee, den 601.
      Warum verwendest Du 50mm Felgen? Und wo genau ist die Milch ausgetreten?
      Nach unseren Erfahrungen lässt sich getrocknete Dichtmilch am besten mit einer Wurzelbürste und warmen Wasser entfernen. Das Wasser löst zwar nichts, verhindert aber, dass es weiter pappt und wäscht die Reste weg. Lösungsmittel sind nach unserer Erfahrung eher machtlos – oder greifen den Lack an.

      Revoloop geht übrigens weiter, da sind wir dicht dran.

      FATte Grüße

      Matt

  3. Peter

    Tubeless und der dafür notwendige Aufwand….

    Ich habe 55 mm Fatlab Felgen, mit Halo Naben, in mein Bulls Monster verbaut.
    Die Folge davon ist: 2 kg weniger rotierende Masse !
    Das Sun Ringle Tape ist einfach zu steif und spröde und auch wenn es doppelt verklebt wird, kann es durch den Reifen beim aufpumpen über den Speichenösen in der Fatlab Felge, eingerissen werden.
    Hier müsste also wirklich ein stabiles Felgenband darunter eingezogen werden.
    Die Speichenösen, welche wie Schlitzschrauben sehr hoch in die Felge stehen, verhindern auch ein Abdichten zwischen Felge und Reifen, weshalb ich zuerst einen Schlauch einbringen musste, um den Reifen wenigstens auf einer Seite komplett im Hump zu haben. Erst danach lies sich der Jumbo Jim an der Felgenwand zum Abdichten bewegen.
    So weit, so gut.
    Ich habe dann im Urlaub einfach mal den Mecklenburgischen Seenradweg mit dem Fatty gefahren.
    Für mich ist bei der Tubeless Sache der größte Haken allerdings, die Abhängigkeit vom Durchmesser eines Durchstiches !
    Diesen handelte ich mir am Ende der Tour, auf dem Bergrücken von Bansin nach Ückeritz ein und er hatte einen Durchmesser von einem Millimeter.
    Ich frage mich, ob Doc Blue von Schwalbe überhaupt jemals irgend wo funktioniert hat.
    Es ist mein zweiter Versuch mit dieser Dichtmilch und sie bekommt einfach kein Loch dicht !!!
    So lange noch Milch im Reifen umläuft, öffnet sich das Loch immer wieder.
    Also immer wieder aufpumpen.
    Die für mich beste Dichtmilch ist One Shot .
    Am Vorderrad hat sie das wackelige Ventil erfolgreich abdichten können.
    Warum werden die Tubeless Ventile nicht alle mit tieferen Überwurfringen ausgeliefert ???
    Der durch die Ventilbohrung ragende Gummi am Ventilsitz, verhindert ein Festschrauben des Ventils !!
    Aber beim Hinterrad half auch One Shot nicht – ich bekomme den JJ-Addix nicht mehr dicht !
    Ich werde mir nun ein dickes Schwalbe Felgenband kaufen und wieder einen Schlauch einziehen, weil ich so viel Stress mit der Luft im Reifen nie hatte und ich keine Lust mehr habe, hier weiter zu basteln !!!
    Tubeless bleibt eine Dauerbaustelle, weil die Technik nicht ausgereift ist.

    Erwähnen muss ich hier noch, dass durch die 55 mm Felge, der Reifen grundsätzlich, vorn und hinten, über ein Bar gefahren werden muss, um ein gutes Abrollen zu ermöglichen.
    1,2 Bar vorn und 1,5 Bar hinten fahren sich ziemlich gut.
    Mit der Urlaubszuladung bin ich hinten mit 1,9 Bar, an die mechanische Grenze von Felge und Reifen gekommen.
    Ob das mit Schlauch auch möglich ist, bleibt abzuwarten.
    Das es bei diesem Druck einfacher zu einem Durchstich kommt, ist klar.
    Da aber immer wieder auf Teer- oder Betonwegen gefahren wird, ist dieser hohe Druck für mich Praxis näher.

    Thema Revoloop Blue Fatbike Schläuche:
    Ist eigentlich keinem bisher aufgefallen, dass diese Schläuche einfach viel zu teuer sind ???

    Ich teste nun wieder ganz normale Schläuche und bin gespannt, ob dies Stress freier abläuft.

    Antworten
    • Matt

      Hi Peter,

      danke für Deinen ausgiebigen Kommentar und Deine Erfahrungsberichte. Bzgl. Tubeless Felgenband empfehlen wir grundsätzlich immer, eine Lage herkömmliches Felgenband direkt auf die Felge zu montieren. Lediglich bei Hohlkammerfelgen, welches im FATBike Bereich aber extrem selten sind, kann man ggf. darauf verzichten. Bei einwandigen Felgen sind stabile Felgenbänder notwendig damit alles auf Dauer hält.
      Die Sache mit den Ventilen nervt uns auch ohne Ende, wir machen von außen ein paar Unterlegscheiben unter die Rändelmutter. Das ist zwar nicht sexy, hat sich aber bewährt.
      Sehr spannend ist Deine Erfahrung mit der Dichtmilch. Doc Blue stammt von Stan’s, und Stan’s ist eigentlich als äußerst zuverlässig bekannt – zumindest, so lange das Zeug noch halbwegs frisch ist. Ab ca. 1/2 Jahr (je nach Luftvolumen und Witterung) lässt die Wirkung erheblich nach. Ist die Dichtmilch klar, hat sie keine Wirkung mehr und muss erneuert werden.
      Normale Stan’s Dichtmilch packt unserer Erfahrung nach 2-3mm große Löcher. Für fiese Touren empfiehlt sich Stan’s Race Sealant, das Zeug dichtet (angeblich, hatten wir noch nie) bis 5mm ab.
      Wenn Doc Blue bei Dir nichtmal ein 1mm großes Loch verschließt ist irgendwas faul. Löcher in dieser Größe sollte man im Fahrbetrieb eigentlich überhaupt nicht bemerken.
      Außer zu alter (oder zu wenig) Dichtmilch fällt uns aber gerade auch nicht ein, woran es liegen könnte. Fakt ist aber: der von Dir geplante Butylschlauch dichtet einen Einstich ganz sicher auch nicht ab. Aus unserer Sicht lohnt nochmal eine Fehlersuche, denn das Verhalten, welches Du schilderst, ist defintiv nicht normal.
      Wir selbst waren ja anfangs extrem skeptisch bzgl. tubeless am Fatty. Aber inzwischen fahren wir bis auf ein Bike, in dem sich Revoloops drehen, den gesamten Fuhrpark (ca. 10 Bikes) ohne Schlauch. Die Reifenmontage nervt ab und an, aber wir halten korrekte Systeme aus TLR Reifen und TLR Felgen für uneingeschränkt alltagstauglich. Egal ob unendliche Asphaltrennen, Downhills, Alpenüberquerung, Yukon Arctic Ultra oder was auch immer.

      Bzgl. dem Preis für die Revoloop kann man sicher streiten. Ein in Kleinstserie in Deutschland entwickeltes und gefertigtes Produkt wird aber immer teurer sein als Masse aus Taiwan oder China. Das Team von Revoloop muss ja auch von was Leben 😉

      FATte Grüße

      Matt

  4. Peter

    Ich habe den hier empfohlenen tubeless Umbau beim Standard Bulls Monster (Starrgabel) probiert und nach anfänglichen Erfolgen, kann ich berichten, dass die hier vorgestellte Version mit dem Klebeband, nicht funktioniert !
    Nicht, weil der Reifen schlecht auf dem Felgenhorn sitzt oder der Reifen nicht tubeless tauglich ist – ist er nämlich, weil Serien mäßig der Jumbo Jim Evolution verbaut ist und der ist tubeless fähig.
    Nein, es lag am mangelnden Halt, den das Dichtband auf der nach innen abgestuften Felge findet.
    Dazu die permanent umlaufende Dichtmilch, bringt die ganze Schoße (Dichtband und Felgenband) ins rutschen, sodass sich nie eine wirkliche Dichtigkeit einstellen konnte, weil beide Bänder durch die runden Ausstanzungen gepresst wurden und am Ende die Luft immer entweichen wird !!
    Es müsste also ein sehr massives Felgenband (oder zwei) unter das Fatty Stripper Latexband gezogen werden, um die runden Ausstanzungen bei der Bulls Felge dicht zu bekommen.
    Aber dann bliebe immer noch der Stress mit dem Nachfüllen und dem Auswaschen der Dichtmilch, wenn ein Jahr herum ist.
    Ob tubeless Wintertauglich ist, bezweifle ich, was mich dazu bringt, dass Tubeless für mich einfach zu aufwendig ist, weil ich nie wirklich sicher sein kann, ob mir nicht doch unterwegs der Reifen von der Felge fliegt.
    Das sind die paar Gramm Unterschied zum Schlauch, einfach nicht wert !!!
    Ich habe nun genug Geld verballert und montiere einen leichten Schlauch, denn den kann ich wenigstens unterwegs flicken oder einen neuen montieren, was alles weniger Platz weg nimmt, als eine Standluftpumpe oder gar die Bonträger auf Tour mitzunehmen.

    Antworten
    • Matt

      Hi Peter,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Allerdings ist uns nicht ganz klar, wie Du Deine Felgen nun umgebaut hast. Das sehr steife Sun Ringle Band funktioniert tatsächlich nur dann gut, wenn das Felgenbett nicht zu weit nach innen abgesenkt ist. In diesem Fall presst der Luftdruck das Dichtband in’s Felgenbett und zieht es dabei aus dem extrem kritischen Bereich zwischen Reifen und Felgenhorn weg. Dann ist natürlich nichts mehr dicht.
      Beim Fattystripper sollte dieses Problem deutlich geringer sein, da das Latexband wesentlich elastischer ist. Hier bleibt aber das von Dir beschriebene Problem, dass sich die Milch nicht so einfach erneuern lässt (was beim Sun Ringle Band kein Problem ist). Wir raten ja konsequent immer wieder, nur geeignete Felgen auf Tubeless umzurüsten – in den Kommentaren gibt es aber einige sehr gute Tipps, wie man sich bei nicht-Tubeless Felgen helfen kann.

      Die Wintertauglichkeit ist übrigens kein Problem, im Gegenteil. Durch die extreme Kälte verhärten sich die Schläuche und erhöhen den Rollwiderstand noch zusätzlich. Der Effekt ist deutlich stärker ausgeprägt als beim MTB da beim Fatty Mantel und Schlauch stärker gegeneinander arbeiten. Entsprechende Tests und Erfahrungswerte hat Flori Reiterberger währen dem Yukon Arctic Ultra gesammelt (wir hatten dazu mehrere Artikel, in einem ging es speziell um das Bike und auch um Tubeless: https://www.fat-bike.de/maxx-arctic-setup-fatbike/). Flori’s Fazit ist, dass Tubeless bei großes Kälte, wie man so schön sagt, in Sachen Rollwiderstand, Fahrkomfort und Pannensicherheit alternativlos ist. Die Dichtmilch hält die Temperaturen im Mitteleuropäischen Winter locker aus.

      FATte Grüße

      Matt

  5. Tscho

    Hallo,
    wie sieht es mit der Weinmann HL-102 Double-Wall Alloy 32H Felge aus? Die sind auf meinem neuen 2016er SE BIKES F@R verbaut. Ich würde die gerne mal tubeless umrüsten. Reifen sind die 4,7″ VeeTires Bulldozer.
    Ob das funktioniert?

    Gruß
    Tscho

    Antworten
    • Matt

      Hi Tscho,

      wie auf Deinen anderen Kommentar bereits geschrieben: leider keine Erfahrung mit den Felgen unsererseits. Aber zumindest beim Reifen können wir Dir sagen, dass der sehr gut für Tubeless taugt! 🙂

      FATte Grüße

      Matt

    • Xaver

      Kann man bei denen getrost vergessen da die Reifen zu locker drauf sitzen. Ich hatte sie auf meinem Felt DD70 drauf, sobald die Luft raus ist fällt der Mantel förmlich von der Felge. So kann es nicht klappen. Ich habe erfolgreich meine DT Swiss mit Latexfelgenband umgerüstet: 1. Surly/DT Swiss robustes Felgenband um die Austanzungen zu blockieren, 2. Latexband, 3. Rille mit Vaseline einschmieren damit die Flanke problemlos reinflutschen kann, 4. JJ Snakeskin 4.0 drauf, 5. Ventilkern entfernen, 6. mit einer großvolumigen Pumpe (zB JoeBlow Dualie) beherzt auf pumpen. Man muss drauf achten dass der Mantel schon beidseitig nah an der Rille liegt und keine Luft entweicht, hierzu kann man auch einen alten 28″/29″ Schlauch über den Mantel ziehen.

  6. Markus

    Mal noch eine Frage zu den selbstklebenden farbigen Dichtbändern wie die Fatty Stripes.

    Da bleibt doch der ganze Dreck hängen, gibt es da eine Lösung für?

    Antworten
    • Matt

      Hi Markus,

      Du musst bei einwandigen und gelochten Felgen unbedingt ein normales Felgenband zwischen Felge und Dichtband machen. Das verhindert zum einen, dass sich die Nippel durch das Dichtband arbeiten. Zum anderen kommt so auch kein Dreck an die Klebestellen.
      Fatty Stripper Bling (die farbigen) montierst Du ja mit der farbigen Seite zur Nabe hin. Bei diesen Bändern haben wir nur auf ca. 10-15cm das Schutzband abgezogen und die Fattystripper dann überlappen geklebt. Das verhindert, dass die gesamte Seite zum Reifen hin klebrig ist.
      Wir werden demnächst nochmal eine Anleitung für eine DT Felge nachliefern.

      FATte Grüße

      Matt

    • Markus

      Hi Matt,

      ja, da war ich zu schnell – das normale Felgenband habe ich weiter verwendet, dies war für mich schlüssig.

      Die haben recht mau geklebt, daher war ich froh, dass die überhaupt gehalten haben…auf die Idee es quasi immer nur am Anfang und Ende zu kleben bin ich nicht gekommen…nun habe ich den Salat 🙂

      Ansonsten war es recht easy mit dem Set von Jim/Fattystripper die AlexRims vom Haibike dicht zu bekommen.

      Leider hatten die JJ´s nach nur wenigen km so viele Löcher, dass es die Milch nur raus gejagt hat. Habe mir jetzt die Fast Track bestellt…kann nur besser werden 🙂

    • Xaver

      Die BlingStrips reissen nach einer Weile eh. Würde ich nicht empfehlen… Die Latexbänder sind die beste Lösung, ohne Zweifel.

    • Matt

      Hi Xaver,

      danke für Deinen Kommentar. Welche Strips hast Du genommen (Farbe)? Wir haben die dunkelgrauen seit dem Artikel im Einsatz uns bisher keine Probleme damit.

      FATte Grüße

      Matt

  7. Hans

    Hi Zusammen, wollte nur Danke für die Anleitung sagen!
    DT Laufrad mit dem Sun Ringle Tape und Dunderbeist hat auf Anhieb geklappt (Montage mit Schlauch, eine Seite raus und dann mit Kompressor ohne Ventileinsatz und offener Seite nach unten liegend … plopp :-))

    Antworten
    • Matt

      Hi Hans,

      danke für den Kommentar! Top, freut uns, wenn es funktioniert!!

      FATte Grüße

      Matt

  8. Marc

    Hallo Dan und Matt,

    ich habe aktuell eine sehr interessante und praktische tubeless-Variante an meinem Bike getestet: Bei fatbike24.de gibt es das „Fattystripper Fatbike Latexdichtband“. Da das von euch in einem Mai-Artikel angepriesene Sungringle-Tape nicht vorrätig war, bin ich auf die Fattystripper umgestiegen. Ausgangsmaterial: DT-Swiss-Felgen, Surly Bud&Lou, 1 Paar Latexdichtbänder, 2 Tubeless-Ventile, Dichtmilch. Einbau: Das Original-Felgenband verbleibt auf der Felge, das Latexband wird über die Felge gezogen (an den Felgenhörnern überlappend), Ventile einbauen, Reifen aufziehen, aufpumpen Dichtmilch rein und fast fertig. Lediglich die außen überstehenden Reste der Fattystripper müssen noch abgetrennt werden; kein Kleben, kein Schneiden und keine weiteren Hilfsmittel oder Werkzeuge nötig. Zeitaufwand pro Reifen: mit etwas Geschick ca. 10 Minuten. Da Bud und Lou nicht unbedingt als tubeless-ready gelistet sind, habe ich ca. 150 ml Milch reingekippt. Alles war sofort dicht, weniger Milch hätte sicher auch genügt. Mit echten Tubeless-Reifen würde das wahrscheinlich auch ganz ohne Milch funktionieren. Im Praxiseinsatz hat sich die Kombi bewährt, ich fahre mit 0,45 Bar den Bud und hinten mit 0,55 Bar den Lou ohne Probleme im Up- und Downhill (bei 100kg Fahrergewicht). Die Reifen sind seit Wochen absolut dicht, kein (wirklich kein!) Nachpumpen nötig. Das Latexband wird vom Reifen derart in die Felgenrillen eingepresst, dass es hier zusammen mit ein wenig Dichtmilch eine absolut haltbare und dauerhafte Verbindung eingeht. Die Demontage ist ebenfalls super einfach und erspart lästiges Reinigen: Die Felge bleibt absolut sauber, da kein Kleber verwendet wird und die Dichtmilch zwischen Latexstrippern und Reifen verbleibt. Die Latexbänder lassen sich einfach vom Reifen lösen, sind allerdings in der von mir montierten Variante nicht mehr nutzbar und müssen bei einer erneuten Montage ersetzt werden; bei ca. 20 € pro Paar ein zu verschmerzender Kompromiss.
    > Der Einbau ging so schnell, dass ich leider vergessen habe Fotos zu machen. Aber eventuell könnt ihr diese Tubeless-Variante auch einmal vorstellen. Von mir ist sie auf jeden Fall zu empfehlen.

    FATte Grüße

    Marc

    Antworten
  9. Thomas

    Hallo,
    ich habe ein Stevens Mobster (Oxygen Felgen) mit Maxxis Minion Reifen. Ich habe das Problem, dass die Seitenwände der Reifen sich quasi gegenseitig anziehen und dann in der Mitte der Felge liegen. Die Dichtfläche wird erst vom Schlauch an den Felgenrand gedrückt, und dafür brauche ich schon mindestens 2 bar. Ich würde die Reifen bei Tubeless also garnicht erst befüllt kriegen. Haben von ähnlichen Problemen auch schon bei 29er Reifen gehört. Gibts da einen Trick wie man das in den Griff kriegt?

    Gruß
    Thomas

    Antworten
    • Dan

      Hey Thomas, gute Frage, das ist uns noch nicht untergekommen. Wir schauen mal, ob wir dazu eine Lösung herausfinden können. Hat vielleicht sonst jemand von euch diese Erfahrungen gemacht? Grüße, Dan

  10. Michael Schmidt

    Hallo,
    habe nach 10 erfolglosen Versuchen meine DT Swiss BR 2250 mit Gorillatape oder ähnlichem dicht zu bekommen das oben beschriebene Sun Ringle Label ausprobiert und es hat sofort geklappt.Vielen Dank auch noch für die super Anleitung,damit war es ein Kinderspiel.
    Viele Grüße,
    Michl

    Antworten
  11. daniel

    hello Matt,
    die felge auf dem bildern ist eine fatlab80 lt. beschriftung und sieht so aus als die doppelwandig ist wobei die nippel nicht uber das innenwand durschschauen. das ware fur tubeless umbau optimal.
    auf web seite von euere freund sind die selbe felgen, aber sieht so aus als es nur einwandige waren, da die nippel sind komplett in felgenbett drinnen.
    also ist in dieses artikel irgendeine specielle version, oder nur neueres model??

    danke dir, daniel

    Antworten
  12. Alexander Dietz

    Moin,ich kann euch das Latexdichtband von Fattystripper absolut empfehlen! Super easy,absolut dicht…sauber aufgezogen,Britt Stift als Montagehilfe,passendes Ventil…und 60ml Milch reichen für die DT Swiss &Schwalbe 4.8 völlig aus
    Die Bänder sind bei fatbike24 zu bekommen

    Antworten
    • Alexander Dietz

      Kleines Update! Specialized Felge & Ground Control 4.6 sind pro LR mit 40ml Milch absolut dicht

    • Matt

      Hi Alexander,

      danke für Deinen Erfahrungsbericht. Wir haben direkt mal einen Link zu Alex‘ Shop oben eingefügt. Hast Du die Schaumstoffbänder von Fattystripper mit verwendet?

      FATte Grüße

      Matt

  13. Hans Breitsameter

    in der Motocross-Welt sind Moosgummiringe im Einsatz.
    Gibts sowas für unsere Fatbikes auch?

    Antworten
    • Harti

      Das ist definitiv viel zu schwer! Im Downhill Bereich gab es mal vom technomousse ein paar Test Exemplare!

  14. Harald

    Hallo Matt

    Ich habe im Winter meine Specialized Fatbike Felgen mit den 4.6 Ground Control Reifen ( keine Bliss ) auf Tubeless umgerüstet.
    Ich habe dazu Panzertape mit 100mm Breite benutzt.
    Bei den Specialized Felgen befinden sich jeweils 10 Löcher im Felgenrand.
    Die Löcher müssen unbedingt gut abgedichtet werden…..ich habe sie mit Klarlack zusätzlich versiegelt.
    Die Reifen waren sofort Dicht.
    Wenn man die Reifen wieder demontiert löst sich das Panzerband mit von der Felge.

    Antworten
  15. Robert

    Servus Matt

    könntet ihr vielleicht eine Liste machen, welche Felge mit welchem Reifen erfolgreich auf „tubeless“ umgerüstet wurde? Evtl. mit welchen Materialien/Hilfsmitteln.

    Bin jetzt schon seit einiger Zeit am suchen und lesen bzgl. meiner Stout XC90 mit Ground Control. Werde vermutlich den Selbstversuch starten, wäre nur interessant die Erfahrungen von anderen zu haben, die das ganze schon umgesetzt haben.

    Vielen Dank und macht weiter so!

    Robert

    Antworten
    • Matt

      Hi Robert,

      danke für Deinen Kommentar. Die Idee ist gut, aber auch sehr aufwändig. Sagen wir so: am Reifen scheitert es selten – Ground Control halten z.B. auch in der alten Version dicht, man braucht keine 2Bliss Ready Variante. Das Problem sind fast ausschließlich die Felgen. Reifen und Dichtband müssen bombenfest sitzen damit der Umbau in allen Lebenslagen voll belastbar ist. Wir haben es z.B. erst vor kurzem mit einer Synchros Felge an einem Scott Big Ed probiert, mussten aber irgendwann aufgeben weil das Dichtband auf dem schmalen Felgenrand nicht gehalten hat. Es gibt einfach zu viele Kombinationsmöglichkeiten…
      Die Stout würden wir wegen mangelnder Rille für den Reifen nicht umrüsten, gerade die Ground Control sitzen da zu locker um in hart angebremsten Kurven sicher die Luft zu halten. Wenn Du es probieren willst brauchst Du 90mm breites Dichtband. Das normale Felgenband bleibt dabei drin.
      Dazu ca. 100-150ml Milch, nach unserer Erfahrung reicht das aus.

      Hoffe, das hilft Dir ein wenig!

      FATte Grüße

      Matt

  16. Tobias

    Hallo Matt,

    bin noch Neuling auf dem Fatbike-Gebiet, daher habe wollte ich fragen ob es auch mit einer DT Swiss BR710 Felge möglich ist auf tubeless umzurüsten?!

    Hatte Grüße

    Tobias

    Antworten
    • Matt

      Hi Tobias,

      danke für Deinen Kommentar! Die BR710 Felge entspricht der Felge des ST Swiss BR2250 Laufradsatzes. Es handelt sich dabei um die einzeln erhältliche Version der Felge. Umrüstung und Handling funktionieren identisch!
      Viel Spaß und Erfolg beim umbauen!

      FATte Grüße

      Matt

  17. Paul

    Hallo Matt,
    Könntest du mir eine online-adresse geben wo ich das tape kaufen kann, Hayes Deutschland beliefert leider nur Händler…
    Danke im voraus und beste Grüsse,
    Paul

    Antworten
    • Matt

      Hi Paul,

      wir haben das Thema schon mit Alex (Fatbike24.de) besprochen, der wird versuchen es kurzfristig zu listen!

      FATte Grüße

      Matt

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