Neben vielen Artikeln und Tests rund um das FATBike erhalten wir immer wieder Leseranfragen zur FATBike Kaufberatung mit immer ähnlichen Fragen. 4 Zoll oder lieber 4,8 Zoll? Brauche ich eine Federgabel? Soll ich mir überhaupt ein FATBike kaufen? Macht E-Antrieb am FATBike Sinn?
Wenn Du auf der Suche nach Antworten auf genau solche Fragen bist, dann ist das hier deine Seite! Mit mehr als 6 Jahren geballter FATBike Erfahrung im Kreuz möchten wir hier etwas Orientierung bieten. Außerdem haben wir, da wir unmöglich auf alles eingehen können, haufenweise Artikel mit Hintergrundinformationen verlinkt. Viel Spaß bei der Lektüre!

Inhaltsverzeichnis
FATBike oder Mountainbike
Reifen und Laufräder
Federgabel oder Starrgabel, Fully oder Hardtail
Rahmen und Geometrie
Schaltung
Bremsen
E-FATBike oder unmotorisiert
Zubehör
Kaufpreise und Tuning

Klar, das auch am Nicolai der FAT-Bike.de Sticker nicht fehlen darf. Die kantige Kettenstrebe ist wie gemacht dafür!
Klar, das auch am Nicolai der FAT-Bike.de Sticker nicht fehlen darf. Die kantige Kettenstrebe ist wie gemacht dafür!

Übrigens: genau so wie das Angebot von FAT-Bike.de selbst ist natürlich auch diese FATBike Kaufberatung ein kostenloses Angebot. Da aber auch wir uns irgendwie finanzieren müssen, haben wir einige, mit „*“ gekennzeichnete Partnerlinks in den Artikel gepackt. Die Nutzung dieser Links unterstützt unsere Arbeit. Wer uns auch ohne Konsum unterstützen möchte, kann dies gern über den Spendenbutton auf unserer Startseite tun.

FATBike oder Mountainbike? (K)Eine Frage des Geschmacks?

Kaum eine Frage hören wie so oft wie diese: brauche ich überhaupt ein FATBike? Wo liegen die Vorteile zum Mountainbike? Berechtigte Frage… Denn unser Leitsatz lautet: FATBikes sind KEINE Mountainbikes. Die sehen nur so ähnlich aus. Und: FATBikes überrollen Vorurteile. Die riesigen Reifen mit geringem Luftdruck am FATBike bringen Traktion, Komfort, Fahrsicherheit und Ganzjahresqualitäten, von denen ein MTB nur träumen kann. Denn wo ein MTB unmotiviert durch die Welt schlittert, zieht ein FATBike souverän seine Spur. Alle, die viel im Winter, im Schlamm oder auf Sand fahren, werden ihr FATBike lieben: dort, wo Mountainbikes schon lange ins Rohr gucken, ist man auf einem FATBike noch überaus komfortabel und zielsicher unterwegs.

Die Protagonisten im B+ vs. FAT Vergleichstest: Norco Torrent 7.1 und Norco Ithaqua 6.2
Die Protagonisten im B+ vs. FAT Vergleichstest: Norco Torrent 7.1 und Norco Ithaqua 6.2

Dieses Gefühl von Unbezwingbarkeit erkauft man sich vor allem mit einem etwas höheren Gewicht, einem merklich weniger agilen Handling und einem, je nach Reifen, z.T. deutlich höheren Rollwiderstand als beim MTB. Auch nicht zu verachten ist der sehr viel höhere Auffall-Faktor: FATBikes sind nichts für introvertierte Menschen.
Die Frage ob FATBike oder Mountainbike entscheidet also auch am Ende Geschmack (z.B. für komfortbewusste Fahrer oder solche, die einfach gern mal auffallen) , vor allem aber am geplanten Einsatz. Auf Schnee, Schlamm, Sand oder allem, was rutschig ist, überkompensieren die Vorteile die Nachteile im Alltag deutlich.

FATBike Transalp: Matt und Dan kurbeln auf den Pass
FATBike Transalp: Matt und Dan kurbeln auf den Pass

Reifen und Laufräder: wer die Wahl hat…

Ob ein FATBike für den gewünschten Einsatz taugt, entscheidet sich wesentlich an den Rädern. Gängige FATBike Reifen beginnen bei ca. 3.8 Zoll Breite und wachsen bis auf 5.05 Zoll beim Vee Tire Snow Shoe 2XL, dem derzeit breitesten Reifen. Das Standard Maß für den Raddurchmesser ist 26″, seit einiger Zeit ist aber auch 27.5″ (auch bekannt als 650b FAT, stellen wir hier vor) und sogar 29″ FAT (mehr hier) im Kommen. Bei den Felgen haben 80mm Breite als Standard etabliert, wobei Reifen unter 3.8″ auch auf Felgen um 60mm, solche ab 5″ auch mal auf 100mm breiten Felgen montiert werden. Wir empfehlen aber praktisch alle gängigen Reifen auf 80mm Felgen. Im Großen und Ganzen kann man nachträglich fast alle Größen am eigenen Bike nachrüsten, allerdings gibt es ein paar Einschränkungen abhängig von den Naben. Darauf gehen wir weiter unten nochmal ein.

Zeit für eine Diät!

Bei der Auswahl der richtigen Rad-/Reifen Kombination sollte man, abgesehen vom Platz im Rahmen, folgende Faustregel berücksichtigen: schmale Reifen laufen und lenken leichter, dicke sind komfortabler und haben mehr Grip. Außerdem ist entscheidend, ob man Spikes braucht und ob ein Tubelessumbau gewünscht ist. Denn gerade für diesen sind passende Tubeless Ready Reifen und vor allem Felgen unerlässlich, Ansonsten gilt: für lange Touren sollte man auf leicht laufende Reifen wir den Schwalbe Jumbo Jim* oder Panaracer FatBNimble* zurück greifen, in schwerem Gelände funktionieren hoch profilierte Reifen wie der Maxxis Minion* oder 45NRTH Flowbeist*/Dunderbeist* optimal. Eine Übersicht im Dschungel aus Reifen und Rädern bieten unsere Kategorien Räder und Reifen.

Feines Bike mit feinen Teilen

Brauche ich eine Federgabel?

Der Legende nach haben sich an dieser Frage schon Stammtisch-Prügeleien entzündet: braucht ein FATBike eine Federgabel? Kurz gesagt: jede pauschale Aussage dazu ist falsch. Punkt. Schon ohne Federung sind FATBikes außerordentlich leistungsfähig, aber sie können nicht zaubern. Für eine Federgabel spricht ganz klar der weiter erhöhte Fahrkomfort und die drastisch erhöhten Reserven des Bikes wenn’s mal wild zugeht. Denn natürlich kann ein FATBike Reifen mit entsprechend geringem Luftdruck einiges wegstecken. Aber große Einschläge oder Hindernisse, die genau der Form eines Rades entsprechen (z.B. Senken oder große Querrillen) überfordern das Bike schnell. Auf der anderen Seite erhöht eine Federgabel den Wartungsaufwand, ist eine weitere mögliche Fehlerquelle, ist schwerer und bietet keine Möglichkeit Gepäckträger anzubringen. Hier muss man sich also überlegen, für welchen Einsatz das FATBike gedacht ist.

Aktuell eine der am besten abstimmbaren FATBike Federgabeln: die Mastodon Pro

Entscheidet man sich für eine Federgabel ist wichtig zu wissen, dass nicht jede Gabel dem (FATBike-typischen) Einsatz bei großer Kälte gewachsen ist. Hier sind insbesondere die Manitou Mastodon* und die schicke Wren UpSide Down* Gabel mit speziellem Winter-Dämpfer zu empfehlen: beide wurde gezielt entwickelt, um selbst bei extrem niedrigen Temperaturen einwandfrei zu arbeiten.

Die Frage nach dem Fully, also einem FATBike mit zusätzlicher Hinterradfederung, lässt sich mit praktisch denselben Vor- und Nachteilen analysieren. Ob man das braucht? Gute Frage. Aus eigener Erfahrung können wir aber sagen, dass ein vollgefedertes FATBike wie z.B. der Huraxdax von Maxx ein völlig anderes Erlebnis ist.

Salsa kann schöne FATBikes. Und übertrifft sich mal wieder selbst! (Quelle: salsacycles.com)

Rahmen: Größe und Geometrie

Herzstück auch beim FATBike ist natürlich der Rahmen. Egal ob aus Stahl, Aluminium, Carbon oder gar Titan gefertigt, wichtig ist, dass Geometrie und Rahmengröße auch zum Fahrer passen.

Dabei gelten als Faustregeln:

  • große Rahmen mit langem Sitzrohr für Höhergewachsene sind insgesamt auch länger
  • steile Sitzwinkel jenseits der 71° sind vortrieborientiert, flache Lenkwinkel unter 68° eher Abfahrtsorientiert
  • Bikes aus Stahl gelten als unverwüstlich, als komfortabler aber auch schwerer als Aluminium, Carbon ist meist noch leichter als Aluminium und je nach Konstruktion extrem stabil und steif, Titan ist langlebig und komfortabel aber auch selten und sehr teuer

Das alte Vorurteil, dass Carbonbikes anfällig und nach einem Sturz nicht mehr sicher sind, gehört heute in’s Reich der Legenden. Aber nur wenn Rahmen und Gabel aus einer qualitativ hochwertigen Quelle stammen. Dann kann man sagen: was ein hochwertiger Carbonrahmen nicht überlebt, hätte auch ein Alurahmen nicht gepackt.

Definitiv ein Grund zum Feiern: der Dude CF 8.0

Aber nicht nur auf die Sitzposition und den Einsatzzweck hat der Rahmen großen Einfluss, sondern auch auf die gewünschte Reifenbreite sowie den sogenannten Q-Faktor, der nichts anderes ist als der horizontale Abstand zwischen den beiden Füßen. Beides bedingt sich durch die Achsbreiten, einmal die der Räder und einmal die des Innenlagers.

Es gibt 170 und 190mm Schnellspannachsen sowie 177 bzw. 197mm Steckachsen am Rahmen eines FATBikes. 170 sowie 177mm Achsen am Hinterrad beschränken meist die Reifenbreite auf maximal 4,6 Zoll, weil darüber die Kette im 1. Gang am Reifen schleift. Bei den 190iger Breiten laufen bis über 5 Zoll. Je nach Achsbreite ist auch auf Grund der Kettenlinie (hier erklären wir die technischen Details) die Innenlagerbreite unterschiedlich. Und auch in der Montage der Innenlager gibt es ähnlich zu den Radachsen unterschiede, nämlich geschraubte Innenlager (BSA) oder eingepresste Innenlager (PressFit).

Weit außen liegende Innenlagerschale

Natürlich hat auch das Vorderrad eine Achse, wobei es da beim FATBike 135mm Schnellspannachse oder 142 sowie 150mm Steckachse gibt.
Für alle, die eine unkomplizierte Aufrüstung ihres Bikes planen, ist folgendes wichtig: Standard beim Hinterbau ist heute 197mm Steckachse, Vorderräder drehen sich üblicherweise um 150mm Steckachsen. Entsprechend gibt es in diesen Maßen auch das meiste Zubehör.

Tune Fat King Vorderradnabe im Skyline FAT Laufradsatz
Tune Fat King Vorderradnabe im Skyline FAT Laufradsatz

Abschliessend zum Thema FATBike Rahmen vielleicht noch eine Ergänzung zur Geometrie: sollte ein gekauftes FATBike dann doch irgendwie zu lang oder kurz, und die Sitzposition nicht ganz perfekt sein, dann lässt sich mit anderen Vorbauten und Lenkern etwas nachjustieren. Selbst über die Form der Sattelstütze kann auch der Sitzwinkel noch leicht optimiert werden. Besser ist natürlich, gleich einen passenden Rahmen zu kaufen. Bei dem Ziel, mit dem FATBike längere oder gar Mehrtagestouren zu absolvieren, ist auf ausreichend Befestigungsmöglichkeiten für Zubehör zu achten.

Topeak Bikepacking Taschen am Nicolai Argon FAT
Topeak Bikepacking Taschen am Nicolai Argon FAT

Schaltung: 12-fach, 2×10 oder Nabenschaltung?

Wie die meisten anderen Bikes auch, haben FATBikes natürlich auch eine Gangschaltung. Nichts Besonderes also. Dennoch bringt ein FATBike teilweise andere Anforderungen mit, die auch Auswirkungen auf die Schaltung haben und eine Kaufberatung sinnvoll macht.

Leicht und unkompliziert in der Wartung sowie der Bedienung soll es sein. Da sind vor allem moderne 1×12 Antriebe wie die SRAM GX Eagle oder eine Shimano XT bzw. XTR zu nennen. Diese haben bei geringem Gewicht eine große Übersetzungsbandbreite von bis zu 520 %. Teilweise etwas günstiger aber auch schwerer und aufgrund der zusätzlichen Teile anfälliger sind meist 2×10 Antriebe mit zusätzlich vorderem Umwerfer und entsprechendem Schalthebel, die es allerdings nur noch bei Shimano gibt. Alles bewährte Systeme mit Kettenantrieb.

12-fach SRAM GX Eagle am 2018er Canyon Dude CF 9.0 EX
12-fach SRAM GX Eagle am 2018er Canyon Dude CF 9.0 EX (Quelle: canyon.com)


Wenn maximale Unempfindlichkeit und minimaler Wartungsaufwand im Vordergrund stehen, z.B. für Expeditionen, sind Riemenantrieb und Nabenschaltung erste Wahl. Dabei kommt man an einer Rohloff-Nabenschaltung mit 14 Gängen und 528% Übersetzungsbandbreite oder einem im Rahmen integrierten Pinion-Getriebe nicht vorbei. Diese Systeme sind passend zu einem Riemenantrieb ebenfalls bis auf den jährlichen Ölwechsel wartungsfrei, Waage und Geldbeutel werden allerdings etwas stärker strapaziert. Sowohl Rohloff als auch Pinion sind alternativ auch mit Kettenantrieb erhältlich. Während das Pinion Getriebe einen speziellen Rahmen benötigt und nicht nachgerüstet werden kann, können viele FATBikes mit Kettenschaltung nachträglich auf Rohloff umgebaut werden.

Rohloff SPEEDHUB XL mit 14 Gängen
Rohloff SPEEDHUB XL mit 14 Gängen

Wichtig zur Entscheidung für die richtige Schaltung sind also die Kriterien Preis, Gewicht, Übersetzungsbandbreite sowie Verschleiß und Wartungsintervalle. Eines lässt sich aber definitiv festhalten: mit 1×12 Systemen hat die Kettenschaltung zu Getriebeansätze hinsichtlich Wartung und Unkompliziertheit erheblich aufgeholt.

Das P1.18 Getriebe von Pinion, schön verpackt in einer Schlammpackung
Das P1.18 Getriebe von Pinion, schön verpackt in einer Schlammpackung

Bremsen: hydraulische oder mechanische Scheibenbremsen?

FATBike Reifen haben wesentlich mehr Traktion, aber auch eine etwas höhere Rotationsmasse als herkömmliche Mountainbike Reifen. Das bringt auch besondere Anforderungen für die Bremse mit sich. Für ausgiebige Touren sind einfachere hydraulische 2-Kolben Scheibenbremsen mit Bremsscheiben ab 160mm Durchmesser ausreichend. Wenn es im Gelände mit steilen Abfahrten und vielleicht noch höherem Fahrergewicht etwas rabiater zugeht, dann ist eine 4-Kolben-Bremse mit größeren Bremsscheibendurchmessern ab 180mm ratsam.
Insgesamt sind hydraulische Systeme ausgereift und funktionieren sehr zuverlässig. Je nach Budget variieren die Gewicht natürlich stark und werden mithilfe von Titanschrauben oder Carbonhebeln bei hochwertigen Systemen auf ein Minimum gedrückt.
Etwas unkomplizierter in der Wartung und für extrem eisige Abenteuer in sibirischen Gefilden geeignet sind mechanische Scheibenbremsen. Diese funktionieren mit einem einfach Bodenzug, so können keine Dichtungen einfrieren. Darüber hinaus sind besonders einfache mechanische Scheibenbremsen vor allem an sehr günstigen FATBikes zu finden, die bis auf Ausnahmen nicht zu empfehlen sind.

Ne anständige Bremse. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht…

E-FATBike: Akku und Motor für alle!

Über das Thema „e-Bike“ wird ja bereits an allen Ecken grundsätzlich diskutiert. Das wollen wir hier weglassen und uns auf die Frage konzentrieren, worauf es ankommt. Denn gerade FATBikes werden oft unter extremen Bedingungen wie Tiefschnee oder als Zugbikes eingesetzt – da ist jedes zusätzliche Watt gern gesehen. Wir haben in unserer Kategorie FAT-E diverse Bikes mit verschiedenen Motoren getestet, u.a. Maxx mit Brose, Elom mit MPF, Mondraker mit Bosch, Silverback mit Bafang oder Haibike mit Yamaha. Selbst Exoten wie die BionX Nachrüstlösung, das brutal schnelle Steiner Ultra Fat Fully oder das vielseitige Ego Kit haben wir probiert. Die Themen sind immer dieselben: e-Fatties schieben (mehr oder weniger) gnadenlos voran und machen enorm viel Spaß. Diesen Spaß bezahlt man mit teils extremem Gewicht und natürlich deutlich erhöhtem Wartungsaufwand. Außerdem werden Flugreisen aufgrund der Akkus unter Umständen deutlich komplizierter – ein wichtiges Thema für Weltenbummler. Apropos: heute (Mitte 2020) sind Akkus um 600Wh Kapazität Stand der Technik, Stromtanks mit um oder über 700Wh tauchen bereits am Horizont auf.

Just relax!

Neben allen bekannten Vor- und Nachteilen von e-Bikes hat sich für uns vor allem gezeigt, dass e-FATBikes vor gerade als Full Suspension gut funktionieren. Prinzip bedingt sind FATBike Reifen anfälliger für Durchschläge als dünne, mit hohem Druck befüllte MTB Reifen. Da der schwere Antrieb Zusätzlich auf dem Hinterrad lastet und beim Überfahren von Hindernissen nur schwer vom Fahrer auszugleichen ist wirkt die hintere Federung hier Wunder – und rettet wieder und wieder den Schlauch.

E-LOM Powerline E-FATBike Test
E-LOM Powerline E-FATBike Test

Zubehör: Gepäck und Sicherheit

FATBikes werden gern als Expeditionsvehikel hergenommen, aber auch wetterunabhängige Mehrtagestouren und Overnighter ganz im Bikepacking-Stil sind der ideale Einsatzzweck für FATBikes. Dabei spielen die gegebenen Befestigungsmöglichkeiten für Zubehör eine entscheidende Rolle, zum Beispiel für Flaschenhalter, Gepäckträger* oder gar Anhänger für Kinder oder Ausrüstung. Hier kommt es auf vorhandene Befestigungsösen an Rahmen und Gabel an.

Einige Hersteller bieten allerdings auch spezielle Bikepacking Taschen an, die per Klettband an Rahmen, Lenker oder Sattelstütze befestigt werden, das ist etwas flexibler. Rahmentaschen benötigen allerdings eine eher klassische Geometrie, da diese sonst nicht in das große Rahmendreieck passen. Zur Verwendung eines Anhängers ist die verbaute Achse am Hinterrad entscheidend. Schnellspannachsen sind normalerweise gut geeignet, bei Steckachsen mangelt es schlicht an der Auswahl von Kupplungen der Hängerhersteller.

VAUDE Bikepacking Taschen Set
VAUDE Bikepacking Taschen Set

Für Unerschrockene, die sich mit ihrem FATBike auch gern mal in die dunkle Nacht stürzen, sind Lichtsysteme erhältlich, mit StVZO-Zulassung für die Stadt und den öffentlichen Verkehrsraum, auf Trails dann eher stärkere Systeme. Unser Lichttest hilft sicher zur ersten Orientierung, auch wenn dieser schon etwas älter ist.

Ausritt des Nachts
Ausritt des Nachts

Kaufpreise und Tuning

Was kostet so ein FATBike? Oft eine der ersten Fragen. Wie bei allen anderen Bikes ist auch hier die Preisspanne recht breit, aber bitte, Finger weg vom Baumarkt-Bomber für 300 EUR. Vernünftige FATBikes wie das Silverback Scoop Delight starten preislich bei unter 1.000 EUR, Top-Modelle mit Carbon-Rahmen und edlen Anbauteilen kosten auch gern bis 5.000 EUR. Über 6.000 EUR teuer wird es dann bei E-FATBikes als vollgefederte Variante oder mit Titanrahmen, elektronischer Nabenschaltung und Riemenantrieb wie dem ELOM*. Wichtig ist beim Kauf darauf zu achten, dass in Serie ein vernünftiger Laufradsatz verbaut ist, das erleichtert später das Tuning. Rahmen und Gabel sollten vernünftig verarbeitet sein, so bleibt der Spaß auch langfristig garantiert.

Da sind (fast) alle drauf!

3 Responses

  1. Chris

    Nachdem ich seit 2017 einen Bergamont Deer Hunter zum Einstieg gefahren bin, habe ich mir in 07/2019 ein Maxx Huraxdax EL zugelegt. Beide Räder bringen viel Spaß. Das Huraxdax ist ein vollkommen alltagstaugliches und agiles Rad, das ich nicht mehr missen möchte. Selbst im Winter reicht der Akku bei Unterstützung durch eigene Körperkraft (meist ECO-Modus) mehr als 50 km und 1.000 HM.

    Antworten
  2. Karsten

    Feiner Artikel!
    Ein paar Ergänzungen aus meiner Sicht:
    – Akkus haben natürlich 600-700 „wh“ (Watt-Stunden), nicht „ah“ (Ampere-Stunden) 😉
    – An einem Bike mit Steckachse was damit keine Anhänger ziehen könnte kann man das evt auch über die Ständer-Halterung lösen. Mein Elom 4point8 zieht so zB einen Croozer-Anhänger für 2 Kinder an der Pletscher 18 Befestigung. Dank einer coolen Kombination ist sogar trotzdem noch ein Ständer dran. Weber hat da Kupplungen für verschiedenste Anforderungen im Angebot und die Anhänger kann man entweder direkt so kaufen oder in einer kompetenten Werkstatt entsprechend umbauen lassen.
    – Bei den meisten E-Fatbikes lässt sich ein zweiter Akku bequem am Rad, also ohne Rucksack, transportieren. Entweder auf dem Gepäckträger oder, falls dieses halbwegs gerade ist, mit einer Halterung auf/unter dem Oberrohr. Das funktioniert auch bei einem Fully wie dem abgebildeten aktuellen Huraxdax ELS. Die Halterung mit der ich sehr zufrieden bin hat inkl. Versand 70 € gekostet und wird individuell 3D-gedruckt womit sie auch auf exotische Rohr-Querschnitte wie mein Focus Jam2 passt. Bei Interesse: Sucht „Halterung Ersatzakku Zweitakku“ bei ebay-Kleinanzeigen.
    – Nochmal zum E-Fatbike: Da Akkus effektiv Verschleissteile sind (auch wenn sie länger halten als Bremsen oder Reifen) habe ich mir vor dem Kauf diese Frage gestellt: “Welchen Akku kriege ich in 10 Jahren noch?”. Das brachte mich zu 2 komplett verschiedenen Antworten: Für mein Fatbike habe ich einen externen Akku mit Hailong-Gehäuse (fantastisches Preis-/Leistungs-Verhältnis, mittlerweile bis zu 1100 wh in einem Akku für ~530 €! Auf der ganzen Welt von verschiedensten Anbietern verfügbar, könnte man theoretisch sogar selbst zusammenbauen). Für mein Plusbike setze ich auf Bosch (afaik 40% Marktanteil, Akkus für die letzte Generation immer noch einfach erhältlich).

    Antworten
    • Matt

      Servus Karsten,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Den Typo mit den Ah haben wir natürlich sofort geändert, danke für den Hinweis :). Deine anderen Kommentare sind ebenfalls sehr hilfreich, vielen Dank dafür! Die Unwissenheit zum Thema FATBike ist ja nach wie vor ein großes Problem für Interessenten – jede Info, die wir (alle) hier geben können, ist hilfreich.

      Dafür nochmal danke und FATte Grüße

      Matt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.