Elektromotoren beflügeln derzeit die FATBikes dieser Welt, und das macht Spaß! Die kleine Nische der oft unterschätzten FATBikes bekommt entsprechenden Aufwind. Einer der Protagonisten in diesem Reigen ist das E-LOM 4point8 Powerline* mit Carbon Rahmen. Mit unserem E-LOM E-FATBike Test wollen wir das bereits vorgestellte 4point8 Powerline unter Strom gesetzt mal kräftig aufscheuchen.

E-LOM Powerline E-FATBike Test

E-LOM Powerline E-FATBike Test

Ready-steady-go: zum E-FATBike Test aufladen und einstellen

Bevor wir die Zügel des fast 500 Watt starken E-FATBike von E-LOM* loslassen, wird der Luftdruck der Reifen gecheckt und auf unseren Standarddruck von 0,5 Bar justiert. Auch die Manitou Mastodon Federgabel mit 100mm Federweg bekommt noch etwas Luft ab und fühlt sich für uns mit 125 PSI Druck perfekt an. Die Spacer am Steuerrohr tauschen wir von oben nach unten mit dem Vorbau, damit die Sitzhaltung etwas sportlicher wird.

Antriebsstrang des E-LOM Powerline E-FATBike im Test

Antriebsstrang des E-LOM Powerline E-FATBike im Test

Jetzt wird angelassen: Startknopf drücken, System hochfahren

Der 760 Wh Akku ist voll aufgeladen und bereit den MPF-Drive Motor kräftig zu befeuern. Was der Motor dann an Kraftentfaltung daraus macht, hängt von der eingestellten Fahrstufe ab. Zehn davon stehen zur Auswahl, damit ist eine feine Justierung der Unterstützungsleistung für alle Bedingungen möglich, obgleich große Leistungssprünge auch einen schnellen Daumen verlangen. Die Reichweitenanzeige glänzt in Fahrstufe 1 mit einer Restreichweite von 166km, das reicht wohl für einen ausgedehnten Test-Ride heute. Mit zunehmender Leistung sinkt die Reichweite aber logischerweise entsprechend. In Leistungsstufe 10 zeigt der Bordcomputer aber immer noch 65km, und das ohne den optionalen Range-Extender. Neben der wählbaren Leistungsstufe lässt sich in den Tiefen der Bordelektronik sogar das Drehmoment resp. dessen Agilität in 11 Stufen justieren. Wir starten auf Stufe 6, goldene Mitte.

Auf dem Display des E-LOM 4point8 Powerline lassen sich alle notwendigen Informationen zum Antrieb ablesen.

Auf dem Display des E-LOM 4point8 Powerline lassen sich alle notwendigen Informationen zum Antrieb ablesen.

Abgefahren anfahren!

Und so rollen wir nun los, durch die Stadt, durch den Park, über’s Feld, in den Wald. So schnell sind wir selten auf den Trails. Mit einem sehr runden und homogenen Lenkverhalten ohne überraschendes Kippen macht die Geometrie des E-LOM Powerline* mit der Manitou Mastodon richtig Spaß.

Am ersten steilen Anstieg sind wir erstmal sehr positiv überrascht, was die am E-LOM Powerline verbaute SRAM EX-1 Kettenschaltung drauf hat. Sie bietet zwar nur 8 Gänge, dafür rasten diese aber selbst unter Vollast zielsicher ein und absolvieren ein sauberes Schaltmanöver nach dem anderen. Mit dieser überragender Performance kommen andere Schaltungen am E-Bike kaum mit. Die Gänge werden einzeln gewechselt, mehr lässt der Schalthebel der SRAM EX-1 nicht zu auf einmal. Durch die recht große Abstufung zwischen den einzelnen Ritzeln ist das aber kein Problem.

8 robuste Gänge bringt die SRAM EX-1 Kettenschaltung für E-FATBikes mit.

8 robuste Gänge bringt die SRAM EX-1 Kettenschaltung für E-FATBikes mit.

Auch die Steigfähigkeit des E-LOM Powerline* überzeugt in unserem E-FATBike Test. Angeschoben vom kräftigen MPF-Motor geht es Höhenmeter für Höhenmeter nach oben, ohne dass das Vorderrad den Bodenkontakt verliert. Die mit reichlich Traktion und Grip gesegneten 4,8 Zoll breiten Schwalbe Jumbo Jim Reifen bieten viel Komfort in unwegsamen Gelände und Sicherheitsreserven trotz nasser Wurzeln und rutschigen Steinen. Bricht die rohe Kraft des Antriebs jedoch gar zu heftig über die Reifen herein zeigt sich, dass an dieser Stelle noch Optimierungspotential existiert.

In unserem E-FATBike Test stellen wir das E-LOM Powerline auf die Probe

In unserem E-FATBike Test stellen wir das E-LOM Powerline auf die Probe

Das E-LOM Powerline im Praxistest

Die erste der 10 Leistungsstufen am E-LOM Powerline kompensiert sehr gut das Mehrgewicht des E-FATBikes im Test, sodass einer Tour mit unmotorisierten Mitfahrern nichts im Wege steht. Die Abstufung der weiteren 9 Leistungslevels ermöglichen eine feine Justierung der Unterstützungsleistung und kompensieren auch die größeren Gang-Abstufungen der 8-fachen SRAM EX-1 Schaltung. Das Drehmoment zieht ebenfalls sukzessive an und glänzt mit gutem Durchzug. Und sollte es mal so steil werden, dass Fahren nicht mehr geht, dann hilft die Walk-Taste. Diese treibt das E-LOM Powerline mit 3-4 km/h neben einem den Berg hinauf, ohne das getreten werden muss.

Die Steuerung erfolgt bequem vom Lenker aus.

Die Steuerung erfolgt bequem vom Lenker aus.

Kleine Hindernisse

Die Agilität des Motors ist durch die Elektronik gut austariert. Mit dem einerseits sensiblen Ansprechverhalten und der andererseits geschmeidigen Abstimmung findet sich schnell ein runder Tritt. Nur bergab ist das für uns alles noch etwas gewöhnungsbedürftig. Ein kurzer Antritt vor dem nächsten Hindernis führt nicht selten zu hohem Geschwindigkeitszuwachs und das Hindernis liegt schneller vor’m Vorderrad als erwartet. Mit etwas Übung lässt sich das aber nach einigen Kilometern bergab als Vorteil nutzen. Unterstützt wird das satte Fahrverhalten im Downhill durch den tiefen Schwerpunkt. In Kombination zum FATBike Reifen am Heck stellt sich fast das Gefühl ein auf einem Fully zu sitzen.

Selbst dem 23kg Elektro-Hobel lässt sich das Fliegen beibringen

Selbst dem 23kg Elektro-Hobel lässt sich das Fliegen beibringen

Was bleibt?!

In unserem E-FATBike Test konnten wir das neue E-LOM Powerline mit dem fast 500 Watt starken MPF-Motor durch jedes erdenkliche Gelände scheuchen und waren sowohl bergauf als auch bergab schnell vom Geschwindigkeitsrausch erfasst. Die Harmonie zwischen Geometrie, Motor und Elektronik lassen die Vorurteile gegenüber der elektrischen Unterstützung verblassen. Schnell stellt sich purer Fahrspaß ein. Komfortabel lassen sich so entspannte Touren aber durchaus auch heftige Trails absolvieren. Ab 5.340 EUR wechselt das Powerline von E-LOM den Besitzer, zum Beispiel auch bei Alex im Shop*.

Bereit zum Absprung.

Bereit zum Absprung.

11 Responses

  1. peter

    Gut, ich werde meine Kritiken zurückfahren 😉

    Einen Technik-Hinweis muss ich aber leider doch noch für Leut anbringen, die sich mit elom anfreunden wollen.
    Gut auf den Akku aufpassen…

    Antworten
    • Matt

      Hallo Peter,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Wir haben den Hersteller auf Deine Anmerkungen aufmerksam gemacht und um eine Gegendarstellung gebeten. Da deine Aussagen durchaus Brisanz für den Hersteller haben, wir selbst sie aber nicht prüfen können, müssen wir hier der Gegenseite die Möglichkeit zur Äußerung geben.
      Bis uns diese vorliegt haben wir uns erlaubt den Inhalt zum Schutz aller Beteiligten zurück zu halten. Wir werden deinen Kommentar samt Gegendarstellung später vollständig veröffentlichen.

      Vielleicht kannst du uns noch per Email zukommen lassen, welcher Händler das war, das erleichtert uns die Überprüfung.

      Danke und FATte Grüße

      Matt

    • Karsten

      Krass. Wie kriegt man denn einen Akku zu Bruch?
      Ich gehe mal stark davon aus, dass es andere Elom-Modelle als das hier beschriebene Powerline sind, oder? Hier ist der Akku im Rahmen integriert, da hätte man also bei einem Akku-Bruch ziemlich sicher vorher noch einen Rahmenbruch gehabt 😉

      Kurzschluss ist was anderes, da würde ja Wasser reichen. Aber sind nicht genau dafür die Sicherungen an den Akkus verbaut? Selbst der sehr preiswerte Fremdhersteller-Akku den ich haben will hat eine.

      Der hohe Preis der Reparatur wundert mich, so weit ich weiss ist der Motor deutlich günstiger. Und der Austausch sollte recht fix gehen, jedenfalls gibt es auf Youtube ein Video, welches das anschaulich nahelegt („mpf drive motor replacement in 5 minutes“).
      Ist der Preis vielleicht für Akku und Motor zusammen? Das würde eher passen. Und es würde mich sehr wundern, falls diese Kombi bei einem anderen E-Fatbike signifikant günstiger wäre.
      Das Geschäft in Wien ist Yoom (yoom.eu), nehme ich an?

    • peter

      Nachtrag: da er (der Verkäufer-Mechaniker) meine Frage, ob Yoom noch Fat-Eloms verkaufen würde, weder mit nein noch mit ja beantworten wollte, er gab mir einfach keine.. gehe ich davon aus, das bei Yoom keine Eloms mehr erhältlich sein werden..
      Beste Grüße Peter

  2. Stefan

    Besten Dank für Eure Berichte. Ich lese hier seit einiger Zeit mit und finde die Webseite sehr informativ. Da ich vom 27,5+ auf >=4″ wechseln möchte bin ich froh um jede Meinung und Information.

    Antworten
  3. peter

    wie immer sind hier die Fakten spärlich verteilt.
    Hauptsache gesundbeten..
    Wo sind die Wattpedale mit denen man gegenrechnet und man dann weiß warum nach 500 Höhenmetern so und so viel Balken verbraucht sind,
    nichts..
    Wo sind die Belastungstests die den Motor – heiß geworden – an die Grenzen bringen und dieser rückregelt, wo ist der Punkt,,nichts..
    Wo steckt das enorm hohe Gewicht, trotz federleichtem Carbonrahmen und leichtem Achtfachritzel..nichts
    Motorlautstärke ? nichts..
    Servicenetz von einer Kleinserie, wie schaut’s da aus ? nichts.

    Konstruktive Kritik schaut anders aus..

    Antworten
    • Dan

      Servus Peter, Danke für deinen Kommentar. Wie immer sparst du nicht mit Kritik an unserem Artikel! Das E-LOM Powerline hatten wir im Sommer bereits vorgestellt, auch diesen Artikel hattest du bereits kommentiert, insofern haben wir uns hier auf die Ergebnisse unserer Fahrpraxis konzentriert. Solltest du noch weitere Informationen benötigen, wende dich bitte an den Hersteller. FATte Grüße, Dan

    • Karsten

      Wie immer hat Zufriedenheit viel mit den Erwartungen zu tun. Ich sehe fat-bike.de ja eher als unterhaltsames Lifestyle-Magazin für ein cooles Nischenhobby, weniger als Konkurrent für die Stiftung Warentest 🙂
      Bis Mitte diesen Jahres wusste ich nicht mal, dass es überhaupt Fatbikes gibt. Hier habe ich dann einen ersten Eindruck von etwas bekommen was mich gerade sehr interessiert: E-Fatbikes.
      Das habe ich nie als Ersatz für eigene Probefahrten vor einer Investition von mehreren Tausend Euro verstanden.

      Mittlerweile bin ich zwei verschiedene E-Fatbikes gefahren:
      – Haibike Fullfatsix (Fully, 4″ Reifen, Motor: Yamaha PW-SE, 1 Stunde in der Stadt)
      – Elom 4point8 Titanium RL (Hardtail mit Federgabel, 4,8″ Reifen“, Motor: MPF 6, 3 Wochen [!] bei mir zuhause im Bergischen Land)
      Beides sind tolle Räder.
      Zur weiteren Meinungsbildung bin ich noch ein nicht-fettes Riese & Müller Rad mit Bosch Performance CX gefahren.
      Für mich hat letztlich die Kombi aus Titan, Rohloff-Nabe und der Tatsache, dass man beliebige Akkus an den MPF-Motor anschliessen sowie an den Rahmen anbauen kann den Ausschlag gegeben: Ich bin gerade mit Daniel von Elom in der Planung für mein eigenes Rad.

      Thema Gewicht: Der MPF-Motor wiegt 4,7 kg (Angabe des Herstellers), der Akku den ich hatte ~3 kg (nicht gewogen). Addier dazu die beim Ebike notwendigen Extras (Motorbefestigung, Verkabelung, Display), Pedale, das Gewicht eines Canyon Dude (13,8 kg) sowie die 4,8″ Reifen und du bist da.
      Warum ist der MPF so schwer? Metall-Getriebe im Ölbad. Ich weiss das ist leise und wasserdicht und erwarte mir davon Effizienz & Rohloff-ähnliche Lebensdauer. Ist ein klassischer Zielkonflikt.

      Ich möchte aber ganz unabhängig von der Frage mal was zu Gewicht loswerden: Es wird imho stark überbewertet. Ich bin sicher nicht übermässig stark oder fit und habe trotzdem mein 24 kg Elom-Testrad mehrfach in den Kofferraum gepackt (nach Ausbau von Akku und Vorderrad) und Treppen hoch und runter getragen ohne ins Schwitzen zu geraten. Außerdem bin ich am ersten Test-Wochenende eine Tour fast komplett ohne Motorunterstützung gefahren. Geht. Und macht Spaß (stand hier auch so in einem anderen Elom-Artikel iirc).
      Verdammt, das Schweizer Militärrad welches laut Wikipedia von 1904 bis 1988 gebaut wurde wog 22,5 kg und hatte keine Gangschaltung! Damit sind auch Menschen in den Bergen gefahren und sicher hatten sie manchmal Spaß dabei (bergab vermutlich mehr) 😉

      Thema Servicenetz: Äpfel vs Birnen. Elom ist eine kleine Manufaktur die überwiegend individuelle Räder baut. Daniel ist seit über 10 Jahren im Geschäft, nimmt sich Zeit und kann verdammt stolz auf seine Arbeit sein. Ich behaupte, so lange er lebt wirst du nie Sorgen mit deinem Rad haben. Du wärst vermutlich mit einem Haibike von Fahrrad-XXL.de besser aufgehoben. Das ist nicht böse gemeint, nur eine Frage des Geschmacks.

      Konstruktive Kritik für Dich: Es klingt, als wärst du ein super Testredakteur. Ich würde deine Berichte gerne lesen. Fahr doch mal ein paar Räder und schreib drüber.

      Falls es weitere Fragen zu meinem hochgradig subjektiven und anekdotischen Empfinden von Elom und den verschiedenen E-Bike Motoren / Konzepten gibt: Schreibt sie hier rein. Ich schaue ab und zu mal wieder vorbei und werde gerne antworten.

    • Matthi

      Es ist mir jetzt schon öfters aufgefallen das sie lieber Peter hier immer versuchen Themen und Tests von den beiden madig zu machen. Meines Erachtens absolut sinnfrei und unnötig.

      Am besten eröffnen sie ihre eigene Website, stecken ein Haufen Zeit und Geld in dieses Projekt und machen es jedem recht!

      Zum Beitrag: Danke Jungs für den ausführlichen Bericht!

  4. Karsten

    Zum „schnellen Daumen“: Halt die Taste einfach eine Zeit lang gedrückt, dann geht die Stufe deutlich schneller hoch als durch mehrfaches Drücken 🙂

    Antworten
    • Dan

      Hey Karsten, Danke für den Tipp! Du hast natürlich recht, und das geht tatsächlich sehr schnell. Sorry, das wir das nicht erwähnt haben. FATte Grüße, Dan

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