Nun sind sie da, die Revoloop Blue FATBike Schläuche… Lange erwartet, heiß ersehnt und eigentlich wollten wir nun unsere Testergebnisse mit Euch teilen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aufgrund eines Leserkommentars gehen wir aber erstmal einen Schritt zurück und machen einen TechTalk Artikel zum Thema.

Was war passiert?

Erstkontakt

Nachdem wir die ultra leichten Revoloop Blue FATBike Schläuche vorgestellt haben (hier geht’s zum Artikel) lag FATte Spannung in der Luft. Sollten die Dinger wirklich die Lösung für so viele Probleme sein? Leicht, kleines Packmaß, hohe Pannensicherheit, geringer Rollwiderstand, minimale Kälteempfindlichkeit – defintiv keine Worte, mit denen man bisher einen FATBike Schlauch beschreiben würde.

Doch seit die fertigen Schläuche ab letzter Woche ausgeliefert werden (natürlich auch von Alex, unserem Partner – hier der Link*) gab es vermehrt Beschwerden darüber, dass sich der Schlauch nur widerwillig montieren lässt und vor allem die Ventile extrem schief stehen. Wir sind der Sache für Euch nachgegangen, denn mit den ersten Prototypen haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht und sie dem Hersteller, der TPU-Plus GmbH, als Feedback in’s Hausaufgabenheft geschrieben.

War das ein Tag…

Stein des Anstoßes: das Ventil, welches offenbar gern mal schief steht

Nachdem wir die Kritik von Lesern gehört haben, haben wir uns sofort mit Patrick von TPU Plus in Verbindung gesetzt und nachgefragt. Das Ergebnis war ein harter Tag mit tausenden WhatsApp Nachrichten, zig Telefonaten und rauchenden Köpfen. Wir haben die Kritikpunkte zusammengetragen und dann probiert, probiert, probiert. Denn eines lag auf der Hand: anders, als ein Butylschlauch, hat ein Revoloop Schlauch produktionsbedingt keine Krümmung: hier wird ein gerades Stück TPU Schlauch an den Enden verschweißt.
Ergebnis: Tennisarm angepumpt. Blöd. Und noch blöder: jedes Mal, wenn wir einen neuen REVOLOOP.Blue Fat (so die korrekte Schreibweise) in eine FATte Pelle gepresst habe, lief alles wie am Schnürchen. Außerdem gab es neben den Beschwerden auch viel Lob. Aber wo verdammt liegt der Fehler?!? Nach einer Weile dann der Verdacht: denken FATBiker vielleicht anders als Revoloop Ingenieure? Eines war aber auf jeden Fall klar: wie schon so oft sind FATBikes eben keine Mountainbikes. Mountainbike kann jeder, aber FATBikes wollen verstanden werden!

Houston, wir haben einen Verdacht!

Der mülltütenblaue Prototyp beim Einbau

Dann sind wir nochmal durchgegangen, was wir beim Erstkontakt gemacht haben. Damals, bei unserem ersten Test, haben wir die Revoloop Blue FATBike Schläuche so montiert, wie man es eben macht: Reifen einseitig auf die Felge, den Schlauch aufpumpen bis er Form hat, in den Reifen legen, Ventil in Position bringen, zweite Reifenflanke draufwursten und aufpumpen. So oder so ähnlich dürften wir alle unsere Schläuche montieren. Bei dieser Methode mussten wir den Schlauch aber regelrecht auf die Felge zerren und die Lage des Ventils war am Ende mehr Glück als Absicht… Alles richtig, alles falsch? Also haben wir genau DAS nochmal gemacht. Und siehe da: klappt nicht!

Wie man die Revoloop Blue FATBike Schläuche korrekt montieren kann

Damit haben wir, neben den ganz oben genannten Eigenschaften, noch etwas gefunden, das beim Revoloop anders ist als bei herkömmlichen Schläuchen: er muss luftleer montiert werden. Oder zumindest fast ohne Luft. Dabei muss man sorgfältig vorgehen, darum haben wir hier eine kurze Montageanleitung für Euch gebastelt:

Der Schlauch ist so gefaltet, dass das Ventil ab Werk mittig ausgerichtet ist.

 

Schritt 1: Reifen einseitig aufziehen.

 

Dann Ventil fest eindrücken.

 

Den luftleeren (!) Schlauch glatt einlegen…

 

…das sollte ohne Falten und Knicke gehen. Dann die zweite Reifenflanke komplett aufziehen.

 

Ventil festhalten beim Pumpe Anschließen…

 

…aufpumpen…

 

…und passt!

 

Nachkontrolle: der Revoloop liegt optimal in der Pelle.

Anschließend haben noch einen Härtetest mit einem der ersten Protos gemacht. Der ist nicht nur blau, sondern auch im Umfang ein gutes Stück kleiner als das weiße Serienmodell, welches nur noch “Blue” heißt. Und er lag eine ganze Weile lieblos zusammengeknüllt als Ersatz im Rucksack. Um den Schwierigkeitsgrad zusätzlich zu erhöhen haben wir außerdem noch ein paar Pumphübe mit dem JoeBlow Fat reingehauen. Nicht so viel, das er prall gefüllt war, aber eben auch nicht leer. Ergebnis: klappt problemlos!

Völlig verknüllter Ausgangspunkt.

 

Dennoch: legt man ihn flach hin, ist das Ventil immer noch in der Mitte.

 

Feste eindrücken das Teil!

 

Diesmal haben wir vorher ein paar Hübe reingepumpt. Geht genauso!

 

Wichtig wie im richtigen Leben: nicht aus Versehen einklemmen!

 

Aufgepumpt, und: steht da wie eine Eins!

Wenn nix mehr geht…

Was wir allerdings nicht ausschließen können ist, dass es bei den gefertigten Schläuchen minimale Toleranzen gibt. Außerdem konnten wir auch nicht alle denkbaren Felgen-/Reifenkombinationen testen. Ist also gut möglich, dass man in manchen Fällen wirklich keine sinnvolle Montage hinbekommt. In diesem Fall hat TPU-Plus angeboten, die Schläuche anstandslos zurück zu nehmen und den Kaufpreis zu erstatten. Faire Geste! Wenn Ihr also größere Probleme mit den Schläuchen habt wendet Euch bitte direkt an den Hersteller, Euch wird dort geholfen!

Außerdem wären wir Euch dankbar, wenn Ihr uns Euer Feedback schicken könntet: Matt@FAT-Bike.de. Niemand dreht so viele Test-Kilometer wie wir alle zusammen!

Was bleibt?

Das Endprodukt heißt “Blue”, ist aber weiß bzw. transparent

Auch, wenn man bei der Montage einige Dinge beachten muss: wir bleiben dabei, dass die Revoloop FATBike Schläuche* ein enormer Fortschritt für die FATBike Welt sind. Wir sind seit etlichen Wochen damit unterwegs und unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Es gibt Stärken und Schwächen, wie so oft. Einen ausführlichen Testbericht bringen wir in der nächsten Zeit. Aber soviel können wir schon verraten: Gummischläuche sind jetzt in etwa so zeitgemäß wie Frack und Zylinder – und ähnlich praktisch!

 

*Partnerlinks sind, wie immer, mit “*” gekennzeichnet

27 Responses

  1. Kevin Kaiser

    Hi,

    kann schon jemand was zur Pannensicherheit sagen? Ich suche wirklich verzweifelt nach Lösungen, die ordentlich was abkönnen.
    Ich fahre ein Mobster SX mit JJ4.8 bei 2Bar. Ich nutze das Rad täglich auf dem Weg zur Arbeit, und fahre 25km täglich durch die Berliner Lotterie: Glassplitter, Müll, Rollsplit oder doch mal freie Bahn? Versuchen sie ihr Glück. Besonders in der Ferienzeit nervig, wenn das Partyvolk einfach alles auf die Straße schmeißt – letzte Juliwoche: 4 Platte reifen in 5 Werktagen. Bin genervt. Aus Zeitgründen (muss ins Büro, oder will schnell nach Hause, ziehe ich halt jedes Mal schnell einen von zig Reserveschläuchen ein, die ich strategisch überall verteilt habe).
    Nach besagter Woche habe ich dann einen alten längs halbierten Feuerwehrschlauch + einen kaputten Schlauch zusätzlich mit reingezogen. Der Feuerwehrschlauch sollte dabei als Tireliner fungieren. Leider ließ er sich nicht passgenau mittig in den Reifen legen, und verzog sich auch beim Fahren. Das Rad eierte wie Sau und statt gemütlich cruisen war es mehr ein hoppeln auf dem Sattel. Das zusätzliche Gewicht von 980gramm pro Rad tat sein übrigens, dass diese Maßnahme wieder abgeschafft wurde. Aktuell fahre ich einen Standard Schwalbe Schlauch + einen zweiten Schlauch in jedem Rad. Ich habe einfach den Reifen innen längs aufgeschnitten, links und rechts vom Ventil etwa 1cm weg. Also ein etwa 2 cm breiter Streifen/Ring wurde entfernt. Das Ganze habe ich dann über den intakten neuen Schlauch gezogen. Jetzt habe ich schonmal die doppelte Wandstärke, aber ewig wird das auch nicht halten. Meine JJ’s sehen auch aus wie Schweizer Käse – ganz schöne viele reiskorngroße Schnitte drin. Vom Gewicht her gehts eigentlich, sind etwa 350gr pro Rad mehr, also zu vernachlässigen. Dennoch hätte ich nichts gegen leicht+stabil. Platte Räder nerven einfach, und Schläuche kosten ja auch. Tubeless hat mich bis jetzt von allem was ich so gelesen habe nicht so überzeugt. Ggf. wäre ja noch Dichtmilch in den Schlauch kippen eine Option. Darüber habe ich bisher auch nichts Gutes gelesen.

    TL; DR Platten nerven, suche stabile Schläuche bei 2Bar Reifendruck

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    • Matt

      Hi Kevin,

      danke für Deinen Kommentar. Eins vorweg: wie schon an anderer Stelle geschrieben raten wir DRINGEND von 2 bar Druck beim FATBike ab. Viele Felgen sind für solche Drücke gar nicht erst freigegeben da die Belastung auf dem Felgenhorn enorm ist. Heizt sich der Reifen in der Sonne zusätzlich auf besteht auch bei robusten Felgen akute Bruchgefahr.
      Abgesehen davon fällt uns zu Deinem Problem nur eine Lösung ein: Tubeless. Revoloops können Durchschläge ein wenig besser ab als Butylschläuche – bei deinem Druck hast Du das Problem aber höchstens wenn Du von einem Hochhaus fällst. Durchstechen lassen sich die Schläuche genau so leicht – lediglich der Luftverlust pro Zeiteinheit fällt geringer aus.
      Gegen Scherben, Splitter, Splitt, Nägel und ähnlichen Unbill hilft nur Dichtmilch. Im Schlauch macht die aber nur sehr selten Sinn, haben wir ausprobiert… Wir können, obwohl wir schon zig FATte Laufräder umgerüstet haben, nichts Negatives über Tubeless berichten. Derzeit gibt es kein System, welches auch nur annähernd die Pannensicherheit eines mit Dichtmilch gefüllten Reifens bietet.
      Wichtig ist aber nach unserer Erfahrung, keine Experimente zu machen. Sprich: Felgen (!!) und Reifen müssen für TLR konstruiert sein und es muss passendes Dichtband korrekt montiert werden. Die Montage ist ab und an tricky, aber lösbar.
      Und wenn die Löcher, wie in deinem Fall, reiskorngroß sind, dann nimm gleich Race Sealant von Stans, das dichtet auch größere Schnitte ab.
      Als letzten Ausweg kannst Du auch noch versuchen, grundsätzlich robustere Reifen zu verwenden. Surly Bud und Lou z.B. haben gut doppelt so hohe Stollen wie JJ’s, was den Abstand der Karkasse zum Boden erhöht. Der Rollwiderstand ist bei den Reifen trotzdem erträglich.
      Ach und nimm den Reifendruck zurück. Bei zwei bar steht die Karkasse unter extremer Spannung, nicht mit einem MTB zu vergleichen. Da reicht dann schon ein winziger Schnitt um die Karkasse flächig zu zerstören.

      Wir hoffen, das hilft Dir weiter!

      FATte Grüße

      Matt

  2. Bernd

    Servus,

    ich fahre jetzt die Revoloops seit 8 Wochen (ca.1000Km), mit schiefen Ventilen, aber sie halten!
    Egal ob Strasse, Waldautobahn oder verblockte Trails.
    Kein Ventilabriss oder andere Pannen, alles super.
    Das Fahrverhalten ist deutlich feinfühliger als mit den normalen Butylschläuchen.
    Leichteres Beschleunigen ist die logische Folgerung des geringeren Gewichts.

    Klar war ich skeptisch………aber jetzt gibt’s von mir eine klare Empfehlung

    FATte Grüße

    Bernd

    Antworten
    • Matt

      Hi Bernd,

      danke für Deinen Kommentar und Erfahrungsbericht. Trifft auch unsere Erfahrung, die Dinger halten, auch wenn mal ein Ventil nicht optimal steht.

      FATte Grüße

      Matt

    • Matt

      Hi Thomas,

      danke für Deinen Kommentar und das Feedback! Schön, wenn wir helfen konnten.

      FATte Grüße

      Matt

  3. Thomas Scheller

    Servus zusammen! Hat schon jemand Erfahrungen mit Flicken der Revoloops gemacht? Was nimmt man da idealerweise?
    Vg Tom

    Antworten
    • Matt

      Servus Thomas,

      wir haben einen Schlauch angestochen (tut immer wieder weh…) und dann mit Petec Profilgummikleber und einem Stück alten Fahrradschlauch (ca 3x3cm) geflickt. Wir haben den Revoloop und den Gummipatch leicht angeschliffen und den Petec Kleber nach Anweisung verarbeitet. Das Ganze hält seit ein paar hundert km trotz der aktuellen Hitze. Keine Ahnung, wie lange es noch hält. Aber aktuell macht diese Technik einen guten Eindruck.
      Unterwegs kannst du einfach einen Speed Patch drauf pappen (wer hat schon eine Tube Petec im Rucksack…). Hält bis du zu Hause bist.

      FATte Grüße

      Matt

  4. Tom

    Hallo Matt,
    ich habe jetzt schon ein paar “Probefahrten” hinter mir. Zum Teil auf sehr wurzeligen und verblockten Pfaden, bei denen die Reifen bzw. Schläuche schon stark beansprucht wurden. Die Ventile sitzen natürlich immer noch schräg, aber es hat sich m. E. nichts an der Ausgangssituation verändert. Soweit alles gut und ich hoffe das die Schläuche lange halten 😉

    Antworten
    • Matt

      Hi Tom,

      danke für Deinen Kommentar. Das Thema mit den schrägen Ventilen hat sich nach unseren bisherigen Erfahrungen und nach dem, was wir so hören, als wirklich unproblematisch gezeigt. Gut so! Mal sehen, wie die nächste Serie ausfällt!

      FATte Grüße

      Matt

  5. Stephan

    Hallo zusammen,

    Auch ich habe die Revoloops im Keller neben den neuen Sommerschluffen, bereit zum Einbau. Aber erstmal danke, für den Link. Ich bin froh, dass ich dadurch dank Euch auch bereits vier Stück dieser Innovation ergattern konnte. Bei mir in der Schweiz müssen fürs FATte sonst stets Kompromisse eingegangen werden, denn leider lebe ich nicht in der Nähe eines dafür versierten Händlers, und Ersatzteile sind eh nur online zu kriegen. Gerne habe ich euch auch einen Input.

    Das mit der physikalischen Form des Schlauches klingt zwar einleuchtend, aber wurde dort auch berücksichtigt, dass der Schlauch am Ende vom Reifen in seiner Expansion begrenzt wird? Meine Hoffnung ist, dass die beschriebenen Einflüsse dadurch vernachlässigbar werden. Ist es nicht doch einfach mehr das Problem, das Ventil gescheit zu fixieren?

    Wieso nicht mit einer, nicht zu stark festgestellten Schweißzange um das Ventil auf der Innenseite der Felge versuchen? Die soll während dem Einbau die sonst übliche Ventilschraube simulieren. Denn sobald Druck auf dem Schlauch ist, wird es doch sicher schwierig, das Ventil weiter von außen an der richtigen Stelle zu fixieren? Oder vielleicht kann auch vorsichtig ein Gewinde in den Kunststoff des Ventils geschnitten werden, und dieses dann versuchen, wie gewohnt zu fixieren?

    Ich selber will das erst in ein paar Tagen versuchen – aber danach kann ich dazu gerne Bericht erstatten.

    FATte Grüße und Prost Sonntag
    Stephan

    Antworten
    • Matt

      Servus Stephan,

      danke für Deinen Kommentar. Unter einem anderen Artikel zum Revoloop hat ein Leser den Tipp gegeben, den Schlauch mit doppelseitigem Klebenband zu fixieren. Geht in die selbe Richtung. Allerdings müssen wir, nach vielen Monaten Revoloop Erfahrungen, sagen, dass es keine nennenswerten Probleme gab. Die meisten Leser konnten die Schläuche problemlos installieren, viele von denen, die Probleme hatten, haben sie einfach mit schiefem Ventil drin gelassen. Was wir bisher so hören ist keines der Ventile abgerissen.
      Der Hersteller arbeitet trotzdem an einem Update, wir sind gespannt!

      FATte Grüße

      Matt

  6. Tom

    Hallo Matt,

    ich habe nochmal einen Versuch gestartet und die Schläuche wieder montiert. Von Alex / Fatbike24.de hatte ich vorher einen guten Tipp bekommen. Ich habe den Schlauch im Bereich des Ventil´s mit doppelseitigen Klebeband fixiert, luftleer montiert und dann langsam, unter druck auf das Ventil, bis ca. 1 bar aufgepumpt und kurz abgewartet. Den Druck habe ich anschließend auf 0,4 bar abgelassen und es hat funktioniert. Die Montage war zwar immer noch nicht so einfach wie gewohnt, aber die Ventile hat es zumindest nicht mehr in die Felge gezogen. Durch die größere Bohrung in meinen Felgen (für AV) stehen die Ventile natürlich immer noch etwas schief, aber wenn das keinen negativen Einfluss auf die Haltbarkeit des Schlauches hat, soll mir das recht sein. Hab noch keine größere Probefahrt machen können, das wird aber spätestens morgen passieren.

    Antworten
    • Matt

      Hi Tom,

      guter Tipp! Wir machen das inzwischen auch einfach so, dass wir den Reifen über dem Ventil fest auf die Felge drücken und dann aufpumpen. Ab und an steht mal ein Ventil schief, aber technisch hat das in unserem Fall bisher keine Auswirkungen da die Ventile nur ganz leicht unter Spannung stehen. Da reißt nichts ab, hat uns auch der Hersteller bestätigt.
      Wie war die Probefahrt?

      FATte Grüße

      Matt

  7. Andreas Geissmann

    Geissi
    Habe probiert die Revoloopschläuche nach Eurer Anleitung zu montieren, aber am Vorderrad stand das Ventil trotzdem total schief. Habe dann nachgeschoben + am Schlauch gedreht und das Ventil war dann fast gerade. Am Hinterrad wieder dasselbe, das Ventil total schief. Da frage ich dann meinen bikemech für Hilfe.
    Die 4 Stk. Revoloopschläuche die ich bestellt habe sind wirklich alle gleich schwer, nämlich 160g, also alle gleiche Qualität und nicht die grossen Abweichungen wie bei den Gummischläuchen.
    Mit dem Reserveschlauch und einem jetzt kleineren und leichteren Satteltäschchen konnte ich an meinem fatboy expert ganze 780g einsparen.

    Grüessle
    Geissi

    Antworten
    • Matt

      Servus Geissi,

      schön, mal wieder was von Dir zu hören! Wie geht’s? Danke für Deinen Erfahrungsbericht – wie wir schon an anderer Stelle geschrieben haben ist bisher, zumindest nach dem Feedback welches wir erhalten haben, keines der Ventile abgerissen. Es ist also vor allem ein ästhetisches Problem. Ein super Tipp war auch, den Schlauch mit ein paar Stücken doppelseitigem Klebeband zu fixieren. Probiere es mal!

      FATte Grüße in die schöne Schweiz

      Matt

  8. Erik Maurer

    Hallo Matt und Tom,

    habe unter den von dir beschriebenen “Laborbedingungen” einen Revoloop versucht zu montieren. Dafür habe ich einen nagelneuen Schwalbe JJ-Addix aus der Verpackung entnommen und mit einem jungfräulichen Revoloop gepaart. Das Ventil steht unter 45° schief zur Seite.

    Hier die Erklärung warum das nicht funktionieren kann.

    Vorweg: Die Revoloops werden als Endlosrohr (ähnlich eines Wurstdarms) hergestellt, danach zusammengefügt.

    Szenario 1: Angenommen der Hersteller produziert ein technisch PERFEKTES Rohr, mit allseits gleichmäßiger Wandstärke und homogenem Materialgefüge.
    a) Verschließt jedes offene Rohr-Ende für sich, füllt Luft hinein sodaß es gerade noch nicht unter Druck steht -> entsteht ein perfekter Zylinder. Pumpt man ihn auf, wird der Zylinder länger und größer im Querschnitt. Es bleibt aber ein Zylinder.
    b1) Verbindet man vorher seine Enden und füllt Luft hinein, sodaß es gerade noch nicht unter Druck steht -> entstehen wie in meinem Fall entweder zwei parallele Schläuche oder ein Dreieck aus GERADEN Zylindern geformt.
    b2) Steigert man nun den Druck, fängt der Schlauch an sich überall und in allen Raumrichtungen GLEICHMÄSSIG zu dehnen. Er besteht nun lokal aus immer kleiner werdenden GERADEN Zylindern (durch Falten dazwischen miteinander verbunden) und folgt der Gesetzmäßigkeit: gleicher Druck -> erzeugt in gleich dickem Werkstoff -> überall die gleiche Dehnung. Schafft man es genau jetzt das Ventil ausgerichtet zu halten und pumpt kräftig auf, gibt man vor was zum Innen- und was zum Schlauch-Außenduchmesser wird. Da sich bei ca. 0.5bar ein idealer Ring gebildet hat, bedeutet daß die Flächen des Schlauchs die sich jetzt am Außendurchmesser befinden, stärker gedehnt haben als die am Innendurchmesser. Zeitgleich wird das Material am Außenduchmesser dünner (leider auch weniger luftdicht und weniger durchstichfest – das ist blöd!) als am Innendurchmesser, wo es dick geblieben ist. Ergo haben wir vorgeben können, wo das Ventil liegen bleiben soll und haben es geschafft den Schlauch gezielt “vorzuformen”. …so dieTheorie.

    Szenario 2: In der realen Welt gibt es Dicken- und Material Beschaffenheitsabweichungen.
    a) Unter Druck wird sich als Erstes, die Stelle mit dem dünnsten Material überproportional stark dehnen, und somit die Rolle des Außendurchmessers übernehmen (das dünnste Material widersteht am wenigsten den durch Druck erzeugten Zugkräften im Schlauchmaterial -> längt sich am meisten).
    b) Kennt der Hersteller nicht die Position seiner dünnsten Wandstärke (oder vertraut “naiv” auf Szenario 1) und montiert im guten Glauben wahllos seine Ventile -> so entsteht das, wovon einige hier berichten. Wir haben Schläuche erwischt, deren Ventile in einem Bereich zwischen dickster und dünnster Wandstärke ab Werk platziert wurden. Das verursacht die Schiefstellung nach dem Bedrucken.

    Ich habe auch versucht gewaltsam den Schlauch zu richten (durch ihn in sich in Wunschposition verwinden), ihn so festzuhalten und dabei weiter aufzupumpen in der naiven Hoffnung einen neuen Außenduchmesser als der, der sich natürlich eingestellt hatte, zu generieren. Das ganze ohne Reifen und Felge. Es geht nicht -> die Physik läßt sich nicht veräppeln.

    Wenn nun der Hersteller es schafft einen Schlauch-Querschnitt zu erzeugen mit einem Innendurchmesser EXzentrisch zum Außendurchmesser angeordnet (d.h. im Schlauchquerschnitt eine dünnere und eine dickere Stelle strikt diametral gegenüberliegend) UND das Ventil präzise im dicksten Materialquerschnitt anzubringen, so besteht die Chance, daß wir das erhalten, was wir alle erwarten: ein Fahrradschlauch. Kein Schwimmring ;-).

    Hoffe ich konnte den technischen Zusammenhang anschaulich erläutern.

    Grüße, Erik

    Antworten
    • Bernd

      Danke Erik,

      das war die perfekte Beschreibung des Problems.
      Ich habe auch schon versucht etwas Luft in den Revoloop zu pumpen, bis er ein Dreieck bildet, Ventil nach innen ausgerichtet und über Nacht so belassen.
      In dieser Phase kann man den Schlauch noch drehen.
      Am nächsten Morgen eingebaut, sobald der Druck erhöht wird, dreht sich das Ventil wieder zur Seite.

      FATte Grüße

      Bernd

  9. Tom

    Heute wurden endlich meine Schläuche geliefert, aber ich habe das gleiche Problem. Das Ventil steht unter ca. 45 Grad seitlich weg. Die Schläuche lassen sich nicht montieren. Ich habe das Problem an den Lieferanten weitergegeben. Ich hoffe das es bald eine Lösung dafür gibt und wir diese Innovation “genießen” können.

    Antworten
    • Matt

      Hi Tom,

      Danke für deinen Kommentar. Blöde Frage, aber hast du den Schlauch wirklich komplett luftleer eingelegt und nicht vorher aufgepumpt? Also auch nicht zum ausprobieren wo das Ventil steht?
      Wir haben unsere Schläuche mal ohne Reifen drum herum aufgepumpt, da standen alle Ventile 45° weg. Trotzdem ließen sich alle korrekt einbauen. Wichtig ist vielleicht, dass wir weder Talkum noch Dichtmilch in den Reifen haben, sprich das Gummi ist normal klebrig.
      Wir werden mal versuchen, ob wir an ein paar reklamierte Schläuche rankommen um das Problem selbst in den Händen zu halten. Wir haben nur einen kleinen Testbestand und die funktionieren (man muss ja fast sagen “leider”) alle.

      FATte Grüße

      Matt

  10. Erik Maurer

    Kleiner Hinweis: Falls Ihr die Revoloop mit/trotz Matt’s Anleitung nicht zufriedenstellen montiert bekommt (Ventil steht schief), so möchte ich Euch mitteilen, daß Revoloop nach vorherigen Mailkontakt das Produkt kostenneutral zurücknimmt. Man erhält einen Paketaufkleber für den Rückversand.

    Ich finde es schön und anständig wenn Firmen nicht ausschließen, daß ihr Produkt unter bestimmten Gegebenheiten Unzulänglichkeiten aufweisen kann.
    Ich zumindest honoriere das mit bedingungsloser Treue.

    Grüße, Erik

    Antworten
    • Erik Maurer

      … oder Patches von Foss http://www.foss.com.tw/inner-tube.html

      Leider bieten weder Tubolino, noch Foss aktuell passende Schläuche für uns FAT-Biker.
      (Leider, weil die aktuell erhältlichen Revoloops – bei mir zumindest – nicht funktionieren.)
      Grüße, Erik

  11. Bernd

    Servus,
    top Timing………ich bekomme die Revoloops übermorgen.
    Euer Bericht erspart mir viel Gefummel.
    Ich berichte gerne von meinen Erfahrungen.
    Eigentlich wollte ich die Schläuche letzte Woche auf den Gardaseetrails testen, hat leider nicht geklappt. Die Hometrails werden es erstmal tun müssen.
    Erwarte gespannt Euren nächsten Bericht.

    FATte Grüße

    Bernd

    Antworten
    • Christian

      Hallo, wie sieht das eigentlich mit Flicken aus? Funktionieren herkömmliche für normale Schläuche, oder braucht es spezielle für die Revoloops?
      Gruß Christian

    • Matt

      Hi Christian,

      klare Antwort: jain. Man kommt mit Speed Patches nach Hause, dauerhaft hält aber kein herkömmlicher Flicken. Wir haben ein Patch aus Gummi (ein Stück alter Schlauch) mit einem Profilgummikleber aufgeklebt und das hält bisher recht gut.
      Soweit wir wissen ist da aber was in Arbeit!
      Mehr zum Thema Platten schreiben wir im Testbericht.

      FATte Grüße

      Matt

    • Matt

      Hi Bernd,

      danke für Deinen Kommentar. Bitte gib uns unbedingt Rückmeldung, wir beobachten das Thema gerade sehr genau und freuen uns über jeden Input!

      FATte Grüße

      Matt

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