Woman’s FATBike – ein schwieriges Thema… Kaum ein Hersteller traut sich bisher daran, FATBikes  mit spezieller Geometrie für Frauen anzubieten; und nur allzu oft ist das dominante Männchen zu Hause fest davon überzeugt, FATBikes wären der größte Schwachsinn seit der Erfindung des Fahrrades.
Uns interessiert sowas wie üblich herzlich wenig, also haben wir getreu unserem alten Motto: “FAT-Bike.de – Überrollt Vorurteile!” die Einzigen gefragt, die hier eine brauchbare Aussage treffen können!

Women’s FATRide

Und wer könnte das sein – außer waschechte Bikerinnen? Also haben wir uns mit Specialized kurzgeschlossen, die mit der Hellga derzeit eines der seltenen echten Woman’s FATBikes im Programm haben, und einen “Women’s FATRide” organisiert. An dieser Stelle erstmal ein FATtes “Dankeschön!” an Moni und Sandra, die als Specialized Brand Ambassadors die Tour organisiert und professionell geführt haben.

1a Stimmung und von Erschöpfung keine Spur!

1a Stimmung und von Erschöpfung keine Spur!

So kamen neben den beiden Guides noch vier weitere Fahrerinnen, die allesamt noch nie auf so einem rollenden Teddybären gesessen haben, zu dem Vergnügen einer FATten Biketour. Unsere Tour, die praktischerweise direkt am Specialized Headquarter in Holzkirchen startete, hatte auf über 30 Kilometern dabei alles zu bieten, was man im Bikealltag so erlebt – von schnöden Transferstrecken auf Asphalt über leichte Forst- und Feldwege, rutschige Uphills, schlammige Bachdurchfahrten und verwinkelte Single Trails bis hin zu knackigen, wurzelgespickten Abfahrten.

Immer mitten durch...

Immer mitten durch…

Und wer jetzt glaubt, dass dabei die ganze Zeit über die Farben der Bikes und die aktuellste Bikemode diskutiert wurde, der hat sich geschnitten! Moni und Sandra haben sich auf ihren Hellgas abwechselnd daran gemacht, dem S-Works FatBoy auf den Single Trails ordentlich den durchtrainierten Hintern zu versohlen. Und auch sonst wurde keine Treppe, kein Schlammloch und kein Anlieger ausgelassen. Ganz klar: es lag gute Laune in der Luft!

Wir lassen in diesem Artikel vor allem die Damen selbst zu Wort kommen und Bilder sprechen. Nur eines können wir schon vorweg nehmen: es war eine extrem lässige Tour!

Die Stimmung zählt!

Gute Laune soweit das Auge reicht!

Gute Laune soweit das Auge reicht!

Wer ein FATBike hat weiß, dass technische Daten da eine untergeordnete Rolle spielen. Jaja, der Reifen wiegt X, das Innenlager ist soundso viele mm breit und der Lenkwinkel schön flach. Na und? Gut – das Bike muss passen, aber dann machen die Dinger einfach nur eins: unheimlich Spaß! Und das fiel uns, zurück im FAT-Bike.de Hauptquartier, als erstes auf: auf nahezu jedem der vielen Fotos, die wir gemacht haben, wurde von einem Ohr zum anderen gegrinst. Auch – oder gerade – auf Wurzeln, Treppen und Schlamm!

Mit-Bikerin Tabea hat es schön auf den Punkt gebracht: “Ich fand das FATBike fahren wirklich super interessant. Ich habe so die ersten paar Meter im Trail gebraucht, um mich dran zu gewöhnen, aber dann war ich echt begeistert. Und bin es immernoch. Gerade als wir dann noch bisschen weniger Druck in den Reifen hatten, hat es doppelt Spaß gemacht.”.

Gruppenzwang?!? Von wegen!

Gruppenzwang?!? Von wegen!

Wald- und Feldwege? Alles easy!

Ein großer Teil unserer Tour führte über Wald- und Feldwege. Das gängige Vorurteil: FATBikes sind langsam, der Rollwiderstand ist hoch. Und was sagen unsere Testerinnen?

Es tritt sich bergauf als auch in der Ebene nicht schwerer als ein “normales” Bike mit gleichem Gewicht. … Es fährt sich nicht wie ein sperriger Panzer, sondern ist für sein Aussehen sehr agil.

Test bestanden: auf Feldwegen überzeugt der geringe Rollwiderstand!

Test bestanden: auf Feldwegen überzeugt der überraschend geringe Rollwiderstand!

Für mich war es echt die größte Überraschung wie leicht die Bikes rollen, auch in der Ebene und sogar auf der Straße. Hab davor gedacht mich würde was sehr Schwerfälliges erwarten…

Für uns interessant: die Testbikes waren quasi einmal das gesamte Programm von Specialized. Neben Hellga und Hellga Comp waren auch die gängigen FatBoys am Start. Nach ein paar Gesprächen hat sich angedeutet, dass es gar nicht unbedingt eine Woman’s Geometrie sein muss – je nach Körpermaßen und Fahrstil kann auch eine “reguläre” Geometrie – ggf. in einer kleineren Rahmenhöhe – eine gute Wahl sein.

Überzeugt und überzeugend: Sibylle auf dem FatBoy Comp

Überzeugt und überzeugend: Sibylle auf dem FatBoy Comp

Kritik gabs jedoch am Gewicht. Speziell Hellga schleppt einige Pfunde zu viel auf den Hüften mit sich herum – das Interesse am Fliegengewicht S-Works FatBoy war entsprechend hoch… Woman’s FATBikes sollten also leicht sein!

Der Härtetest: steil bergauf

Die erste Nagelprobe kam, als wir nach einer Weile einen knackigen Anstieg vor uns hatten. Gute 15% Steigung auf feuchten Kieselsteinen sind natürlich eine Paradedisziplin der FATten Schluffen. Das Feedback war eindeutig:

Ich bin wirklich positiv überrascht worden, also auch bergauf. Mir war der 1×11 etwas zu wenig, aber mit 2×11 wäre es perfekt gewesen. Und aufwärts konnte man das FATBike auch wirklich gut hochtreten.

(R)Auf gehts!

(R)Auf gehts!

Das Bild oben sagt ja im Prinzip alles… Wenn jemand so gut gelaunt einen Berg rauf strampelt, dann MUSS es Spaß machen! Nachdem wir die Anstiege hinter uns hatten, stand eine ausgedehnte Single Trail Sektion an. Vorher gabs aber erstmal eine Pause. Zeit für Wasser, Energieriegel und ein paar gute Witze!

Kleine Pause vorm ersten Trail!

Kleine Pause vorm ersten Trail!

Fahrspaß pur: Treppen, Trails und Matsch für alle!

Und dann gabs kein Halten mehr! “Mit dem MTB bin ich eher ängstlich unterwegs, mit dem Fatty dagegen war die Angst nach der ersten Treppe vergessen. Ganz im Gegenteil, hat sogar so viel Spaß gemacht, dass ich freiwillig noch mal hoch gelaufen bin!
Noch Fragen? Wir haben ein paar Bilder gemacht, und die sagen wirklich mehr als tausend Worte…

Volle Pulle, Hellga!

Volle Pulle, Hellga!

Keine Treppe wurde ausgelassen…

Tabes und ihr FatBoy in Action!

Tabea und ihr FatBoy in Action!

…und auf den Trails wurden – selbst ohne Federgabel – alle Wurzeln ausgebügelt und sogar die gelegentlichen Sprünge wurden mitgenommen! Wer jetzt glaubt, alle Bilder wären gestellt und Bikes und Riderinnen hübsch hindrapiert, der irrt. Wir sind mit der Kamera kaum hinterher gekommen… Die Bilder sind echte Momentaufnahmen!

Musste nur für die Kamera kurz bremsen: Susi und Anja

Mussten nur für die Kamera kurz bremsen: Susi und Anja

Was gabs zu kritisieren?

Ganz besonders hat uns die Kritik am FATBike interessiert. Neben dem Gewicht und den Einschränkungen von 1×11 Schaltungen gab es durchaus noch ein paar Punkte.

Nach der Pause: nochmal ansetzen zum Treppen fahren!

Nach der Pause: nochmal ansetzen zum Treppen fahren!

Einziges Manko, für FATBikes ohne Federung/Dämpfung (welche dann wieder schwerer sind) sollte der Trail nicht zu rough sein. Die schicken fetten Reifen ersetzen Federgabel und Dämpfer (natürlich) nicht vollständig.

“…man muss das Rad schon etwas anderes fahren und zu denken, es fährt über alles drüber ohne Stress, ist finde ich gefährlich, denn man sollte schon gut aufpassen.

Es ist natürlich weniger wendig im Trail, aber es verzeiht dafür auch Fehler. Fand ich deshalb nicht störend.

Was bleibt?

So haben wir die FATBikerinnen recht oft gesehen...

So haben wir die FATBikerinnen recht oft gesehen…

Woman’s FATBikes… Zuerst mal müssen auch wir uns für die wirklich sehr schöne und spannende Tour bedanken! Und wir sind überzeugt, dass hier enormes Potential steckt. Hellga und Co. sind hoffentlich nur der Anfang: alle sechs Fahrerinnen waren von ihren FATten Untersätzen begeistert. Vor allem das einfache und sichere Handling überzeugt und vermittelt viel Sicherheit.
Es gibt aber auch noch einiges zu tun: vor allem müssen Woman’s FATBikes leichter werden. Wenn dein Bike mehr als ein Viertel deines eigenen Körpergewichts auf die Waage stemmt, läuft irgendwas mächtig schief! Und auch Federgabeln, bei FATBike-Puristen als Teufelszeug verschrien, waren bei unseren Testerinnen gern gesehenes Zubehör.
Als Fazit können wir alle nur ermutigen: die Bikerinnen dazu, sich auch mal mit dem Thema FAT zu beschäftigen. Und die Hersteller, entsprechende Produkte auf den Markt zu bringen.
Wir werden hier definitiv am Ball bleiben und haben mit Moni und Sandra schon ein paar Ideen im Hinterkopf. Stay tuned!

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