Mit dem 2017er Cube FATBike Modell Nutrail Pro haben wir bereits das mittlere der drei Cube FATBikes vorgestellt und sind euch noch den ausführlichen Fahrbericht schuldig. In der Klasse FATBike um die 2.000 EUR startet das Nutrail Pro wie schon beschrieben auf 1×11 Antrieb und wird von einer 100mm RockShox Bluto stabilisiert. Nun aber mal Tacheles!

RaceFace Kurbeln am Cube FATBike Nutrail Pro

RaceFace Kurbeln am Cube FATBike Nutrail Pro

Rauf, runter oder beides?

Auf unseren Testtour hat das Cube FATBike eine zweigeteilten Eindruck hinterlassen. Das Nutrail von Cube kommt mit einer eher Race-orientierten Geometrie daher und legt seinen Schwerpunkt daher auf hohe Effizienz und entspannte Fahrbarkeit. Schon am ersten Anstieg hat der Bolide dann auch seinen bissigen Charakter gezeigt. Ohne murren und knurren zog das Nutrail seine Bahn gen Gipfel. Das Vorderrad machte nicht auch nur einen Anschein von aufsteigen und hatte Bodenkontakt bis zum letzten Grad Steigung. Das Kurbeln fällt trotz 1×11-fach SRAM GX leicht. Verantwortlich dafür ist der racemäßig steile 73 Grad Sitzwinkel, der für den Vortrieb optimale Krafteffizienz garantiert.

Will getreten werden, das Cube Nutrail Pro

Will getreten werden, das Cube Nutrail Pro

Auf dem bergab orientierten Trail macht das Nutrail grundsätzlich eine solide Figur, kann aber gefühlt hinsichtlich Wendigkeit nicht mit den wirklich aggressiven FATBikes mithalten. Schnelle Kurven, enge Spitzkehren und steile Absätze nimmt das Nutrail zwar gelassen und vermittelt dem Fahrer ein hohes Maß an Sicherheit. Wirklich verspielt wirkt es dabei aber nicht. Gut möglich, dass hier eine kleinere Rahmengröße (das Testbike kam in 19 Zoll Rahmengröße) nochmal eine Schippe Fahrspaß drauflegt.
(K)Eine Spaßbremse ist auch die verbaute Shimano Scheibenbremse, die zwar zuverlässig stoppt, hohen Belastungen aber bestenfalls kurzzeitig gewachsen ist. Wir empfehlen wie immer zumindest den Umbau auf eine große 200mm Bremsscheibe vorn.

Ausreichend Platz haben die 4,4 Zoll Reifen im Hinterbau des Cube Nutrail Pro

Ausreichend Platz haben die 4,4 Zoll Reifen im Hinterbau des Cube Nutrail Pro

Rollt leicht, und könnte noch mehr

Obwohl das Cube FATBike trotz der dank Sun Ringle Mulefüt Laufrädern gegebenen tubeless Kompatibilität serienmäßig mit Schläuchen aufgebaut ist, hat man während der Fahrt nicht das Gefühl durch Reibung gebremst zu werden. Da aber sowohl die Sun Ringle Felgen als auch die 4,4 Zoll Schwalbe Jumbo Jim tubless-ready sind, empfiehlt sich ein Umbau – der bis zu 300 Gramm pro Laufrad und rotierender Masse spart. Entsprechend leichtfüßiger dürfte sich das Cube FATBike nach einem Umbau anfühlen.

Stimmiges Farbkonzept, auffällig unauffällig!

Stimmiges Farbkonzept, auffällig unauffällig!

10cm gibt’s selten serienmäßig.

Einen dicken Pluspunkt sammelt das Cube FATBike Nutrail Pro mit der Federgabel. Die RockShox Bluto ist mit dem verbauten Remote PopLoc nicht nur rennkompatibel, sondern mit satten 100mm Federweg auch hungrig nach Hindernissen. Das bringt eine extra Portion Sicherheit und Komfort ins Spiel des Tour- und Race-orientierten Cube FATBikes.

Satte 100mm Federweg bringt die RockShox Bluto mit Remote PopLoc am Cube FATBike

Satte 100mm Federweg bringt die RockShox Bluto mit Remote PopLoc am Cube FATBike

Die bereits erwähnten 4,4 Zoll Schwalbe Reifen bringen unabhängig von der gefederten Front sensibles Ansprechverhalten und ausreichend Reserven auch für größere Wurzeln und Steinbrocken im Weg. Das eigenwillige Maß gibt es derzeit ausschließlich bei Cube. Jedoch finden die 4,4er JJ’s langsam den Weg in den Einzelhandel, was den bisher sehr schwierigen Ersatz vereinfacht.

Was bleibt?!

Mit einem der Cube FATBikes bekommt der Käufer ein rundes Paket an guter Ausstattung, durchdachtem Setup und durchgezogener Optik. Speziell das Nutrail Pro, welches das mittlere der drei verfügbaren Ausstattungsvarianten darstellt, bietet sich an als ein minimalistisch aussehendes, aber dennoch für alle Tücken des Waldes gewappnetes FATBike für gerade 2.000 EUR.

Ein FATBike steht im Walde, ganz still und stumm.

Ein FATBike steht im Walde, ganz still und stumm.

Für mehr Wendigkeit empfiehlt sich allerdings eine eher kleinere Rahmengröße, auch wenn die nackten Zahlen der Rahmengeometrie eigentlich eine andere Sprache sprechen. Den schon angesprochenen Umbau auf tubeless werden wir am Cube FATBike noch vollziehen, einfach um den Effekt auch nochmal in Kombination mit den Fahreigenschaften zu erfahren. Dazu berichten wir selbstverständlich.

5 Responses

  1. Bernd

    Hi Dan,

    welche Körpergröße hatte denn der Testfahrer. Ich stehe auch vor der Entscheidung, ob 17″ oder 19″. Bei meinen 1,75 m tendiere ich zu 19″, dann evtl. mit kürzerem Vorbau ( so ein 110mm Serienteil ist schon recht lang und unwendig, wenn man sonst mit 50mm am Enduro fährt).

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    • Dan

      Hi Bernd, Danke für deine Frage. Ich bin 1,86m groß, und für meinen Geschmack hätte das Cube Nutrail für mich nicht größer sein dürfen. Aber wir fahren die Bikes tendenziell auch immer etwas kleiner. Bei 1,75m würde ich aber zumindest mal ein 17 Zoll ausprobieren an deiner Stelle, oder mal irgendwo drauf setzen. Du kannst dich da an den Cube 29er orientieren, die haben die gleiche/ähnliche Geometrie. FATte Grüße, Dan

  2. Florian

    ja stimmt das Ding steigt wie die Sau, der Sitzwinkel,ist recht steil, der Lenkwinkel aber recht flach was für Laufruhe sorgt. engste Kehren aufm Trail bekommt man auch hin wenn man sich mal dran gewöhnt hat, der Vorbau ist recht sportlich (ich beziehe mich auf das Nutrail Race). wenn man vom XC Carbon 29er kommt wie ich dann passt das Teil gut. ich fühle mich auf meinem in Größe 21″ im Vergleich zum XC 29er entspannt komm aber auch den letzten Trail hoch wo das Normalo Racehardtail schon Traktions Schwierigkeiten haben kann. Die Lenkung hat wie beschrieben eher mehr Laufruhe man fängt das Teil aber auch gut wieder ein, ein Carbon XC 29er mit leichten Crossmax SLR ist natürlich wieder fundamental anders, vor allem wenn dann auch noch reinrassige XC Reifchen drauf sind. Der Lockout an der Bluto passt da ganz gut zum Konzept und die 100mm bringen schon was (Frage die Bluto hat die Freigabe für die 200mm Disc? und passt das von Euch getestete Bluto Tuning auch für ne Gabel mit Lockout?). Die Shimano XT Discs an meinem Race sind ganz OK, auch mit 180mm Scheiben, extrem lange Abfahrten wie im Hochgebirge hab ich jetzt aber mit denen noch nicht gemacht. Die Race Face Affect bauen recht breit aber das hattet Ihr ja auch bei Euren Mondraker angemerkt. Letztlich hoffe ich das bald die JJ 4,4″ auch Retail in die Shops kommen.

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