Iditarod Trail in Alaska: Geburtsort der FATBikes

In den letzten Tagen hatten wir oft Kontakt zu Kathi. Sie ist ITI race director und somit Initiatorin sowie Organisatorin des Iditarod Trail Invitational. Sie gibt uns einen tollen Einblick in die Geschichte des FATBikes, und wie sie zu dem Rennen gekommen ist. Aber nun hat sie das Wort, Katharina Merchant.

Kathi am Iditarod Trail

Kathi am Iditarod Trail (Quelle: Katharina Merchant)

Entjungferung des Iditarod Trail in Alaska

Die erste Mountainbike Expedition von 1600 Kilometern von Knik nach Nome auf dem Iditarod Trail fand im Jahr 1989 statt. Unter den vier Alaskanern, Roger Cowles. Mit dem “Six Pack” vorne und hinten dreifach Felgen und Reifen nebeneinander. Steve Baker mit Icycle Bicyles hatte dieses Gefährt entwickelt, um eine breitere Auflage im Schnee zu erreichen.

Um das Jahr 2000 rollten die ersten Prototypen von FATBikes mit dicken Felgen und Reifen auf dem Iditarod Trail, dem berühmten Schlittenhundepfad in Alaska. Damals hieß das Rennen noch Iditasport und Iditabike.

Joe Redington senior, der Vater des Iditarod hat auch dieses Human Powered Event in 1987 ( Iditabike) ins Leben gerufen , um den Iditarod Trail und die Benutzung dieses Mail Trails für die Zukunft zu sichern, zu einer Zeit in der Schlittenhunde reduziert und diese mit Schneemobilen ersetzt wurden.

Endlose Weiten in der Wildnis von Alaska

Endlose Weiten in der Wildnis von Alaska (Quelle: Katharina Merchant)

Simon Rakower in Fairbanks entwickelte schon Mitte der 90’er Jahre die ersten Snowcat Rims, 44 mm breit. Ray Molino aus New Mexico entwicklete für das Iditasport Rennen Mitte der 90’er in Alaska die ersten 82 mm Remolino Felgen und Reifen. Die Produktion dieser Reifen und Felgen war in Mexico City in Mexico.

Kathis Start in Alaska

Nach meinem ersten Besuch in Alaska kurz nach dem Abitur 1996 war ich von diesem unberührten, großen und wilden Land so fasziniert, dass ich dorthin auswandern wollte.

Mit dem Gewinn einer Green Card (Aufenthaltsgenehmigung) in der Green Card Lotterie im Jahr 2002 bin ich nach Alaska ausgewandert. Ich binmit 4 jüngeren Geschwistern im Alpenvorland im Chiemgau auf einem Bauernhof aufgewachsen. Freizeit war knapp, auf dem Hof gab es immer Arbeit.

Mit dem FATBike im Winter 1600 Kilometer einmal quer durch Alaska bei -40 Grad und Renndirektorin für dieses extreme Winter Ultra Rennen. Das hätte ich in meiner Schulzeit nicht zu Träumen gewagt.

Frostbeule Kathi

Frostbeule Kathi (Quelle: Katharina Merchant)

Aber so kam es…

Mein erstes FATBike war ein Wildfire FATBike. Damit bin ich die gesamte Iditarod Strecke von Knik nach Nome gefahren, als erste Frau im Jahr 2008 mit meinem Mann Bill.

Wildfire FATBike aus Alaska

Wildfire FATBike aus Alaska (Quelle: Katharina Merchant)

 2005 und 2006 fuhr ich die “kurze” Strecke von Knik bis McGrath über 560 Kilometer.

Bill hat in 2001 auf Anfrage anderer Teilnehmer das Iditasport Rennen übernommen und es in Iditarod Trail Invitational umbenannt, mittlerweile als kurz “ITI” bekannt. Die Teilnahme war nur per Einladung möglich, daher der Name. Alaska Pioniere wie Steve Baker,Simon Rakower, Mark Gronewald brachten FATBikes mit Wildfire Bikes seit 2000 mit New Mexican Ray Molina und Remolino Rims ins Leben. Erst 2005 kam der erste größere Hersteller Surly Bikes unter Quality Bikes mit dem FATBike Surly Pugsley und 3.7 Endomorph Reifen und 65 mm Large Marge Felgen um die Ecke . 2007 gründete Alaskaner Gret Matyas Speedway Cycles und nannte sein FATBike Fatback. Das Fatback hat 13 Siege im ITI Rennen auf der 350 Mile und 1000 Mile Strecke eingefahren. Mittlerweile gibt es über 100 Hersteller von FATBikes. Die FATBike Welle hat allerdings erst vor wenigen Jahren in Europa eingeschlagen. FATBiking boomt weltweit.

Wer sein FATBike liebt...

Wer sein FATBike liebt… (Quelle: Katharina Merchant)

Die Prototypen dieser FATBikes gibt es heuer zum 15. Jubilaeum des Iditarod Trail Invitational Ultra Marathons im FATBike Museum auf Alaskas erster FATBike Messe zu sehen. Die sogenannte Fat Bike Expo findet statt am 26. und 27. Februar, in der mit ca. 300,000 Einwohnern und damit 40% der Bevölkerung größten Stadt Alaskas, Anchorage. Das Fat Bike Museum ist von Speedway Cycles gesponsort.

Als besonderes Side-Event kommt am Samstag dem 27. Februar 2016 um 14:00 Uhr Ortszeit der Weltrekordversuch mit mindestens 1.000 FATBikern  im “Big Fat Ride” zum Fur Rondy hinzu. Angeblich gibt es in Anchorage Alaska über 8000 FATBikes.

Erinnerungsfoto für Abenteuer-Suchende

Erinnerungsfoto für Abenteuer-Suchende (Quelle: Katharina Merchant)

Der Start zum Rennen

Das offizielle Rennen  gibt es seit 1997 für die 350 Meilen lange Strecke und seit dem Jahr 2000 die Langstrecke über 1.000 Meilen sprich 1.600 KM, den gesamten Iditarod Trail. Bis 2001 hieß dieser Wahnsinn Iditasport Extreme und Iditasport Impossible. Bekannt wurde das Iditasport Rennen in der Mountain Bike Hall of Fame (Marin County Kalifornien) durch John Stamstad.

Dieses Jahr startet das Invitational am Sonntag den 28. Februar am Knik Lake. 65 Teilnehmer aus 13 Landern sind am Start, darunter 14 Frauen. Die Distanzen sind 130 Meilen, 350 Meilen und 1.000 Meilen. Seit 2005 leite ich zusammen mit meinem Mann Bill Merchant ein jährliches 5 Tage Winter Fat Bike Training CampAuch hier kommen die Teilnehmer aus aller Welt, um durch das Trainings Camp einen Startplatz im Rennen zu erlangen. Die Anzahl der Teilnehmer ist limitiert. Die erste Woche vom 1.-7.April jeden Jahres gehört den ITI Race Veterans. Danach (ab dem 8. April) können sich Rookies ( Neulinge) anmelden, die mindestens 3 ITI Qualifier Rennen davor schaffen müssen.

Start beim Iditarod Trail Invitational

Start beim Iditarod Trail Invitational (Quelle: Katharina Merchant)

In den 5 Tagen am Flathorn Lake auf dem Iditarod Trail wird Winter Camping praktiziert: Schnee schmelzen, draussen im Schlafsack Bivakieren, Feuer machen und proben, wie man die ganze Winterausrüstung für das Rennen auf’s FATBike packt. Mit erfolgreichem Abschluss und Übergabe des Zertifikates bekommen die Teilnehmer dann im folgenden Jahr einen Startplatz im 350 Meilen/560 KM langen Rennen.

Der Iditarod Trail existiert nur im Winter während den zwei Monaten Februar und März in der Gesamtheit und muss zugefroren sein. Die Strecke folgt Sümpfen, Seen und Flüssen. Jeden Frühling verschwindet und schmilzt der Trail, im folgenden Jahr wird er wieder neu gebaut, von der Trail Crew mit Schneemobilen. 

Der Trail ist nie der selbe Trail, er wird jedes Jahr neu geschaffen und verläuft zum Teil nicht genau auf der selben Strecke, je nachdem wie die Flüsse zufrieren oder wer zuerst den Trail navigiert.

Winter FATBiking vom Feinsten

Winter FATBiking vom Feinsten (Quelle: Katharina Merchant)

Was bleibt?!

Ich sehe großes Potential für FATBike Tourismus in Alaska und weitere Qualifier Rennen für das ITI. Auch sicher für Fans spannend, die nach Alaska kommen, um sich dort das Event selbst live anzusehen, miterleben, auf eine FATBike Tour gehen oder zu einer Lodge auf dem Iditarod Trail mit einem Buschflieger rausfliegen. Auf der WinterLake Lodge (Meile 130, der 3. Check point und 130 Mile Finish) gibt es bereits FATBikes zur Miete.

FATBikes zur Miete in Alaska

FATBikes zur Miete in Alaska (Quelle: Katharina Merchant)

Im Winter gibt es in Alaska wesentlich mehr Trails als im Sommer. Dazu kommt die Magie des Iditarod Trails, Nordlichter, ein Gebiet, wo die Zeit noch still zu stehen scheint, Gebiete die man nur im Winter erreichen kann, wenn alles gefroren ist, mit dem Hauch von Abenteuer – nicht nur für Extremsportler.

Eure Katharina Merchant
Iditarod Trail Invitational Race Director & Guide

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