In unserer Kategorie „Mein FATBike“ kann jeder seine eigene FATBike Geschichte erzählen und damit andere teilhaben lassen und natürlich auch dazu motivieren, auf zwei breiten Rädern raus in die Natur zu rollen. Heute erzählt Marcus (32) aus Gummersbach / NRW, wie er auf's FATBike kam und warum es ihn nicht mehr loslässt.

Fahrradfahren ist für mich nichts Neues.

Seit meinem 4. Lebensjahr saß ich auf dem Fahrrad, durchgehend bis zu meinem 18. Wind, Wetter, Stock und Stein, alles kein Problem, das Fahrrad war immer dabei. Dann kam das Auto und nu..ihr wisst bestimmt wie das ist. Das Zweirad verstaubt, wird erstmal unwichtig, schliesslich kann man ja deutlich bequemer unterwegs sein.

2020 wars dann aber wieder soweit – dieses Jahr hats mich wieder gepackt, nachdem ein paar Kumpels mit den E-Bikes durchgestartet sind. E-Bike? Nicht mit mir. Ich brauchte was anderes, etwas worauf ich stolz sein konnte, wenn ichs mit schmerzenden Beinen irgendwo hinauf geschafft habe. Ich hatte dazu vereinzelt Leute mit diesen ominösen, dick bepellten Bikes gesehen. Oftmals irgendwo spontan unterwegs gesichtet und ich hab mich des öfteren gefragt, was das für Geräte sind. Internet angeschmissen, Recherche betrieben, unter anderem Eure tolle Seite gefunden und mich schlau gelesen.

Marcus seins: Bottecchia Senales FATBike
Marcus seins: Bottecchia Senales FATBike (Quelle: Marcus L.)

Der FATte Moment

Dann ging auch alles recht schnell. Ich hatte ein begrenztes Budget, habe mich bei Kleinanzeigen dumm und dämlich gesucht, Infos reingeholt, Hersteller zusammengetragen, abgewägt und zugeschlagen.

Am Ende wurde daraus –  ein Bottecchia Senales 140 mit 48er Rahmengröße, knallig orange, nur im Kölner Verkehr genutzt, von der Vorbesitzerin wegen des eigensinnigen Fahrverhaltens zum Verkauf angeboten. Ich hatte mich im Vorfeld über den Hersteller Bottecchia belesen, speziell über das Senales Fatbike. Traditioneller Fahrradhersteller aus Italien, kann ja nicht so schlecht sein. 🙂 Die Schalt- und Bremskomponenten am Senales sind durchweg Shimano (abgesehen von den Tektro Bremsscheiben) , kein High-End, aber Shimano. Bekanntermaßen solide, funktioniert, tut was es soll.

Ich hatte mich schwer in dieses Fatbike verknallt, wissentlich, dass es aufrüstbar ist und ich bei Bedarf auch an andere Komponenten kommen kann. Letztendlich hab ich's gekauft, ins Auto verladen und zurück ins Oberbergische geschafft, wo ich es auch direkt mal austesten musste.

Liebe auf den ersten Ride

Was soll ich sagen – es hat direkt überzeugt. Die Fahreigenschaften im Wald, lockerer Boden, auch längere Strecken – wunderbar. Ich fühlte mich gegenüber meinen Kumpels auf ihren 29er Fully E-Bikes schon fast überlegen, was Wurzelwerk und schlüpfrigen Boden anging. Die Bestätigung kam schon fast auf dem Fusse, als wir einen Trail hinuntergefahren sind und einer meiner Kumpels aufgrund einer Wurzel den Waldboden mit seinem Gesicht vermessen hat. Er zeigte mit dem Finger aufs besagte Wurzelwerk, ich entgegnete nur, dass ich dieses bescheidene Gehölz ohne Probleme überfahren konnte.

Panaracer FatBNimble am Bottecchia Senales FATBike
Panaracer FatBNimble am Bottecchia Senales FATBike (Quelle: Marcus L.)

1:0 für das Fatbike.

Mittlerweile fahren wir regelmäßig unsere Touren, suchen ortsansässige Trails und haben auch schon den einen oder anderen Mitstreiter kennengelernt. Es ist Wahnsinn, wieviele Leute mit dem Fahrrad unterwegs sind. Fatbikepiloten sind rar gesät. Wenige kennen diese Gattung Zweirad, viele schauen skeptisch, andere haben eins in der Sammlung, nutzen es aber nicht regelmäßig. Bisher es ist nur bei einem Fatbiker geblieben, den ich unterwegs auf seinem Cube Nutrail getroffen habe.

Bremse gut, alles gut.
Bremse gut, alles gut. (Quelle: Marcus L.)

Aus einem wird Mein FATBike

Wie es auch immer ist – es bleibt ja selten bei der Serienausstattung, aus dem Grund habe ich schon einige Anpassungen am Senales vorgenommen. Da wäre zum einen die ab Werk zu lange Übersetzung. Hier im Oberbergischen haben wir viele Hügel, steile An- und Abfahrten, Wälder und Wiesen. Die Übersetzung war für dieses Gelände eher ungeeignet. Durch etwas Recherche hab ich mich dazu entschieden die ab Werk montierten Kettenblätter (38/24) gegen 36/22 zu tauschen. Die Kasette hinten (34/11) wich einer 36/12. Alles in allem eine deutlich angenehmere Übersetzung. Dadurch habe ich nun mehrere niedrige Gänge, die ich für steile Strecken nutzen kann, ohne dass der darauffolgende Gang schon wieder zu lang übersetzt ist. Geschaltet wird mit der Shimano Alivio – kein Wunderwerk, aber nachdem ich sie nochmal feinjustiert habe, funktioniert sie für meine Zwecke einwandfrei.

Marcus auf Herbsttour mit seinem Bottecchia Senales FATBike
Marcus auf Herbsttour mit seinem Bottecchia Senales FATBike (Quelle: Marcus L.)

Weiterhin habe ich den Serienlenker gegen einen 800mm breiten Lenker von Pro FRS mit 40mm Rise ersetzt. In Zuge dessen wurden die vom Vorbesitzer angebrachten grauen Handgriffe gegen schwarze, wunderbar weiche ODI Subliminal Griffe ersetzt. Da der Seriensattel ebenfalls sehr hart gestaltet ist, habe ich diesen gegen einen nahezu baugleichen, deutlich weicheren Sattel ersetzt. Eine Wohltat.

Die Pedalen aus Kunststoff flogen direkt zum Anfang in den Keller. Montiert wurden XLC PD-M09, sehr flach, aus Aluminium, großflächig, gut gelagert und man steht fest mit beiden Füßen auf dem Bike – die Nieten tun hier wahrlich ihr Bestes.

Als ich auf eurer Seite den Artikel zum Panaracer Fat B Nimble gelesen hatte, wusste ich, welchen Reifen ich mit großer Wahrscheinlichkeit als nächstes aufziehen werde. Der VeeTire funktioniert zwar recht gut, hatte für meinen Geschmack auf lockerem Boden aber zu wenig Seitenhalt.
Internet auf, Reifen bestellt, aufgezogen und ausgetestet. Begeisterung machte sich breit. Die von euch angesprochene Leichtläufigkeit kann ich nur bestätigen. Ein Wechsel auf Revoloop V2 steht noch an, da ich nicht gänzlich tubeless fahren möchte.

Zur Bremse – die Shimano BR-M355 verrichtet ihren Dienst bisher ohne Probleme. Die verbauten 180mm/ 160mm Tektro Bremsscheiben habe ich dennoch gegen 203er Quaxar Lynx mit semimetallischen Belägen vom gleichen Hersteller ersetzt. Der erste Gedanke, den ich hatte, war die Sättel und Griffe gegen eine Shimano Deore BR-M6000 oder XT BR-M8000 zu wechseln. Den Gedanken habe ich aber schnell verworfen, da ich erstmal den Durchmesser vergrößern wollte. Währenddessen habe ich auch die Bremsflüssigkeit erneuert, da dies für mich zum Serviceumfang gehört.
Die Bremsleistung ist top, packt deutlich griffiger zu, der Leerweg hat abgenommen und die Dosierbarkeit ist wunderbar.

Auf der Kettenstrebe prangt bereits der FAT-Bike.de Sticker. Danke, Marcus!

Während ich hier diesen Artikel schreibe ist schon ein passendes Paar Schnellspanner von HOPE auf dem Weg in den heimischen Briefkasten. Auch hier gab es aufgrund der Kunststoffhülse aussen Verbesserungsbedarf, schliesslich möchte ich gerne die Räder am Bike behalten, auch wenn die bereits verbauten Schnellspanner bisher keine Probleme bereitet haben.

Für die Zukunft gibt es noch Pläne im Bereich der Kurbel und der Schaltung. Evtl. auch ein Wechsel auf noch FATtere Reifen – die 4.0 soll hier nicht das Ende der Fahnenstange sein. Wie man bei einer großen Baumarktkette zu pflegen sagt –  es gibt immer was zu tun.

Das bewegt mich

Lange Rede, kurzer Sinn – ich bin mehr als zufrieden mit dem Senales. Es war definitiv ein guter Kauf. Ich habe es meinen Bedürfnissen angepasst, auch wenn diese Änderungen teilweise nicht nötig gewesen wären. Ob es mein einziges Fatbike bleibt? Bezweifel ich. Die Artikel auf eurer Seite machen Laune auf mehr. Fakt ist, etwas anderes möchte ich nicht mehr fahren, da ich mich voll und ganz dem Fatbikefahren hingegeben habe. Ich liebe die Einfachheit, die Optik und die Eigenschaften. Mehr braucht es nicht.

Was bleibt?!

Ein glücklicher FATBiker und viele Inspirationen für ein eigenes FATtes Leben. Danke Marcus für deine Geschichte!
Wer auch gern seine FATte Geschichte erzählen möchte, der schreibt uns einfach per Mail an mein@fat-bike.de. Wir freuen uns drauf!

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