Salsa Blackborow im Test: muss sich nicht verstecken

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Surly und Salsa sind die Urgesteine, wenn es um FATBikes geht. Beide haben ihren Sitz vis-a-vis in Bloomington, Minnesota / USA. Es wird nun auch für uns endlich mal Zeit, die beiden Marken auch aus Praxis-Sicht unter die Lupe zu nehmen. Das Salsa Blackborow* macht hier als solider Einsteiger den Anfang.

Salsa Blackborow Test: Ende Gelände? Nicht für das Blackborow auf Surly Lou 4.8

Salsa Blackborow Test: Ende Gelände? Nicht für das Blackborow auf Surly Lou 4.8

Salsa Blackborow Test in der Theorie

Direkt beim Auspacken ist uns die sehr gute Verarbeitung aufgefallen. Top-Schweißnähte und sogar eine Carbongabel Namens Bearpaw mit 150mm Steckachse zieren das Schwarz-rot-gold dekorierte Salsa Blackborow. Bei den Kurbeln bedient sich Salsa bei RaceFace und schraubt echte FATte Turbine an das FATty. Mit einer ziemlich vollständigen SRAM GX wird in unserem Salsa Blackborow Test auf 2×10 geschaltet. Was allerdings beim ersten Blick auffällt sind die mechanischen Scheibenbremsen BB7 von SRAM, die keine Bremswunder erwarten lassen.

SRAM GX Schaltung und SRAM BB7 Scheibenbremse

SRAM GX Schaltung und SRAM BB7 Scheibenbremse am Salsa Blackborow

Die Anbauteile sind aus dem Hause Salsa, dazu gehören Vorbau, Lenker, Griffe und Naben, wobei letztere nach unseren Informationen von Formula gefertigt werden. Mit dem CaneCreek Steuersatz ist die Steuerzentrale komplettiert. Gesessen wird auf Truvativ Sattelstütze mit WTB Sattel.

Das Salsa Blackborow muss sich nicht verstecken.

Das Salsa Blackborow muss sich nicht verstecken.

Salsa Blackborow Test in der Praxis

Bereits die ersten Meter auf dem Salsa Blackborow zeigen im Test, das es sich hier um ein waschechtes FATBike handelt. Standesgemäß rollt der schwarze Ritter auf 4,8 Zoll traktionsstarken Surly Lou FATBike Reifen, aufgezogen auf FATten 100mm Surly ClownShoe Felgen, das merkt man zwar auch am Rollwiderstand, für den vor uns auftürmenden schlammigen Uphill aber genau die richtige Kombi.

Salsa Blackborow Test: echt scharf!

Salsa Blackborow Test: echt scharf!

Mit der SRAM GX rasten die Gänge doch recht gut und definiert ein. Etwas anfreunden muss man sich mit der Geometrie, nach den ersten Kilometern ist man aber verschmolzen mit dem scheinbar niemals stehenbleibenden Salsa Blackborow.

Wer hat mehr Grip: Fivetens auf NC17 Flat-Pedals oder Surly Lou im Schlamm?!

Wer hat mehr Grip: Fivetens auf NC17 Flat-Pedals oder Surly Lou im Schlamm?!

Kurbel ab oder fest

Gebremst hat uns im Salsa Blackborow Test immermal wieder die mechanische BB7 Scheibenbremse, wenn auch nur zögerlich. Viel spürbarer war hingegen ein hausgemachtes Problem. Das Salsa Blackborow hatte im Test ein 132mm breites asymmetrisches Innenlagergehäuse, sodass hier eine 190mm Achse verbaut wurde. Leider sind sie Distanzhülsen zu den Kurbel so daneben, das sich die Kurbel nach dem anziehen entweder nicht mehr dreht, oder sie alle paar Meter droht abzufallen. Unabhängig davon ist der erhöhte Q-Faktor spürbar, da wir selbst sonst meist mit 170mm Achsen unterwegs sind.

FATte Carbon Gabel mit Steckachse und RaceFace Turbine Kurbel am Salsa Blackborow

FATte Carbon Gabel mit Steckachse und RaceFace Turbine Kurbel am Salsa Blackborow

Vom Q-Faktor zur Kettenlinie am Salsa Blackborow

Eine weitere Besonderheit am Salsa Blackborow ist die Kettenlinie. Wo doch der Großteil an FATBikes mit 72mm klar kommt, baut das Blackborow mit 76mm ziemlich breit. Klar, das bei diesen Maßen am hinteren Ende auch eine 197mm Steckachse in das einstellbare Ausfallende gesteckt ist. Singlespeed und Rohloff Fans dürften sich freuen darüber, denn die Kettenspannung lässt sich mit dem verschiebbaren Ausfallende flexibel einstellen.

Verstellbares Ausfallende und Steckachse am Heck des Salsa Blackborow

Verstellbares Ausfallende und Steckachse am Heck des Salsa Blackborow

Einsatzgebiet: Taiga

Aber zurück zur Geometrie: Expeditionsfeeling statt Trailfieber ist die Devise in unserem Salsa Blackborow Test. Gutwillig wühlt sich das Salsa durch den Wald, verzeiht viel, und begnügt sich mit wenig. Das der Fokus beim Blackborow klar auf Expedition und Tour liegt, zeigt sich auch durch die zahlreichen Anlötösen für Gepäckträger zum Transport von Motorsäge, Zelt und Schlauchboot.

Adventure by Bike. Trifft zu!

Adventure by Bike. Trifft zu!

Was bleibt?!

Rund um stand das Salsa Blackborow im Test mit seiner tollen Verarbeitung gut da, wenn auch hier wieder die Bremsen zu bemängeln sind. Ein ganz klares No-Go allerdings müssen wir zur vorliegenden Innenlagermontage abgeben. Eine Kurbel, die sich nicht vernünftig fixieren lässt, ohne dabei die Lager in einen undrehbaren Zustand zu zerquetschen, führt aus unserer Sicht zur Unfahrbarkeit. Vom Importeur wurde uns allerdings Nachbesserung angekündigt. Ohne dieses Problem könnte klar auch eine Empfehlung ausgesprochen werden für alle Tourer und Abenteurer unter euch.

Salsa Blackborow im Test

Salsa Blackborow im Test

2 Responses

  1. KarlHeinz

    Cooler Bericht und schöne Fotos!

    Da ich nicht wirklich vom Fach bin, trotz dem aber schon mal paar Sachen selber zusammenschlüssle… Ich verstehe nicht ganz warum die Kurbel nicht gut zu montieren war. Was genau war das Problem? Ist etwas am Rahmen nichtpassend, liegt es am Lager oder ist die Kurbel nicht passend? Dachte bisher, Kurbel montieren sei idiotensicher.
    Gemäss RaceFace Anleitung müsste das doch recht gut einzustellen sein?

    Ich mag eure Seite sehr, macht bitte weiter so!

    Antworten
    • Dan

      Hallo „KarlHeinz“ 😉
      Danke für das Lob! Grundlegend stimme ich zu, die Montage der Kurbeln ist kein rocket science. Da es sich hier um ein Komplettbike handelt, war dies jedoch bereits montiert, aber leider nicht so wie man sich das ab Werk vorstellt. Es wurden hier schlichtweg die falschen Distanzhülsen verbaut. Da muss seitens Hersteller noch nachgebessert werden. Ich hoffe wir konnten deine Frage damit beantworten.
      FATte Grüße,
      Dan

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