Vor einigen Monaten hat uns schon die 45NRTH Reifen Kombination aus Flowbeist und Dunderbeist auf dem Nicolai Argon FAT begeistert. Umso gespannter waren wir auf den 45NRTH Dillinger 5*, den wir bisher noch nicht in freier Wildbahn testen konnten. Also, die MuleFüt am Salsa bespannt, Druck angelegt, und Feuer frei.

Niedrige Stollen am 45NRTH Dillinger 5 mit wenig Seitenhalt

Niedrige Stollen am 45NRTH Dillinger 5 mit wenig Seitenhalt

Die Fakten zum 45NRTH Dillinger 5

45NRTH Reifen stehen hierzulande in starker Konkurrenz zu den großen FATBike Reifen Platzhirschen der Erstausrüster wie Schwalbe oder Specialized. Sicher liegt das auch an den eher höheren Preisen, die 45NRTH zum Beispiel mit 159 EUR auch für den 4,8 Zoll fetten Dillinger 5* aufruft, nicht für den Satz, für einen Reifen, und ohne Spikes. In diesem Setup bringt der 45NRTH Dillinger 5 knapp 1.500 Gramm auf die Waage. Mit seiner 120TPI Karkasse ist dieses Gewicht schon oberes Drittel im Vergleich zu anderen FATBike Reifen dieses Kalibers. Die zusätzlich erhältliche Spikeversion mit 258 Nägelchen macht dich übrigens nochmal 120 EUR ärmer. Auf einer 80mm breiten Felge spannt sich der 4,8er Dillinger ziemlich genau 11cm auf. Die Tubeless Montage funktioniert übrigens auch.

Surly Felge, da fühlt sich der 45NRTH Reifen wohl

Surly Felge, da fühlt sich der 45NRTH Reifen wohl

Drauf los gerollt

Jetzt aber genug der Theorie, interessant wird es doch eigentlich immer erst im Gelände, und macht vor allem mehr Spaß! Die ersten Meter des Testrides in den hiesigen Wald rollen so dahin. Mit Schlauch montiert walzt sich der 45NRTH Dillinger 5 über den Waldboden, und jetzt wird’s fein schottrig. Überrascht schrecke ich in der Kurve zusammen, schon wieder hell wach. Etwas unerwartet hält der Dillinger 5 im Richtungswechsel nicht gerade die Spur, zumindest auf feinem Schotter. Das hätten wir nicht gedacht. Der 45NRTH Flowbeist hat da einen ganz anderen Charakter gehabt. Etwas vorsichtiger tasten wir uns langsam an den maximalen Neigungswinkel heran, der unter Vermeidung von Stürzen nicht besonders flach ausfällt. Offensichtlich ist die Anordnung der Stollen auf dem 45NRTH Dillinger 5 eher was für geradeaus Fahrten.

Für sein Gewicht bringt der Dillinger ein gutes Abrollverhalten mit

Für sein Gewicht bringt der Dillinger ein gutes Abrollverhalten mit

Abhilfe schaffen im Winter auf Schnee und Eis sicherlich auch die Spikes, bei jenseits der 30 Grad Celsius haben wir aber wie gesagt auf die Spikes verzichtet. Beim Vortrieb macht der 4,8er eine gute Figur, ganz gleich auf welchem Untergrund. Das funktioniert auch auf Schotter gut, auch wenn im direkten Vergleich der Dunderbeist überlegen ist. Verzögern klappt auch wunderbar, solange der Boden einigermaßen fest ist, und nicht aus feinem Split besteht. Gedacht ist der 45NRTH Dillinger 5 im Zusammenhang mit den optionalen Spikes wohl eher als Winterreifen. Doch auf Schnee müssen wir wohl noch ein paar Monate warten, zum Glück!

Salsa Mukluk NX1 kann auch Trail

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Was bleibt?!

Das relativ hohe Gewicht, und trotzdem keine überragende Traktion bei sommerlichen Temperaturen und losen Untergründen erweckt den Anschein, man sollte lieber einen Bogen um den 45NRTH Dillinger 5 machen. Wir glauben, und das müssen wir in einem entsprechenden Test noch nachholen, das der Reifen auf Schnee seine eigentlichen Stärken ausspielen kann. Denn auch ein VeeTire Snowshoe ist im Hochsommer sicher nicht die erste Wahl.

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