Die FATBike Eurobike 2014

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EuroBike 2014 goes FATBikes.

Surly Speedhub Rohloff

Rohloff Speedhub XL im Surly

Die Eurobike 2014 ist in vollem Gange und steht im Zeichen der FATBikes – darum nennen wir sie mal die FATBike Eurobike! Die Übermacht der 29er, eBikes, Fullies und 29er eBike Fullies ist ungebrochen. Aber man konnte ihnen kaum noch ausweichen: FATBikes. Zwar würden wir uns nicht soweit aus dem Fenster lehnen zu behaupten, dass kaum ein namhafter Hersteller nicht mindestens ein FATBike auf der Eurobike zeigt. Dennoch hat im Vergleich zu 2013 eine erstaunlich Aufholjagd stattgefunden und zur „FATBike Eurobike“ 2014 haben mehrere Hersteller zum Teil ziemlich beeindruckende FATBike Projekte aus dem Boden gestampft. Hier eine kurze Übersicht, was es zu bestaunen gibt.

Get on Board!

Es juckt in den Fingern doch die Kasse ist Klamm? Oder es steckt bereits der Gegenwert eines Mittelklassewagens in der Bikegarage und Schatzi droht mit Scheidung falls noch ein Nobelbike einzieht? Kein Problem! Dank immer größerer Stückzahlen sinken die Preise fast so schnell wie die Titanic. So haben wir auf der FATBike Eurobike unter anderem bei Felt, Stevens, Corratec, Maxx und KTM grundsolide Fatties entdeckt, die bereits für unter 1.500,- Euro den Eigentümer wechseln. Ein extrem interessantes Thema, über das wir in den kommenden Wochen nochmal ausführlich berichten werden.

Preisbrecher von Felt: das QX65

Preisbrecher von Felt: das DoubleDouble

Saugünstig, aber leider auch streng limitiert: Corratec Roar

Saugünstig, aber leider auch streng limitiert: Corratec Roar

Keine 1.300,- Euro teuer: Stevens Mobster

Keine 1.300,- Euro teuer: Stevens Mobster

Und wenn ein Einstiegsfatty nicht ausreicht? Wenn es edles Carbon und eine Federgabel sein sollen? Die nächste gute Nachricht: auch kein Problem! Wir haben einige beeindruckende Vertreter der beliebten Klasse zwischen 2.000,- und 2.500,- Euro gefunden, die genau das bieten. Die Eurobike 2014 zeigt FATBikes, die im letzten Jahr noch völlig undenkbar waren!

Schön. Punkt. KTM Fat Rat.

Schön. Punkt. KTM Fat Rat.

Innovativ: Nicolai FATBike mit Pinion Antrieb

Innovativ: Nicolai FATBike mit Pinion Antrieb

Dasselbe in grün...

Dasselbe in grün…

Karte in den Rucksack und los. Nicht nur für echte Pilger!

Karte in den Rucksack und los. Nicht nur für echte Pilger!

Das Scott Big Ed. Irgendwie schon jetzt ein Klassiker.

Das Scott Big Ed. Irgendwie schon jetzt ein Klassiker.

War auf den Bildern irgendwie schöner. Das Blizzard von Rocky Mountain.

War auf den Bildern irgendwie schöner. Das Blizzard von Rocky Mountain.

Aber Vorsicht: ein vermeintlich günstig und als Dritt-, Viert- oder Fünftbike angeschafftes Fatty avanciert schnell zum Lieblingsride und macht alle anderen Bikes überflüssig. Nur gut, dass Bikes – anders als Schatzi – nicht eifersüchtig sind…

Etwas sperriger Name aber dafür um so agiler zu fahren: Surly Ice Cream Truck

Etwas sperriger Name aber dafür um so agiler zu fahren: Surly Ice Cream Truck

Apropos „Schatzi“…

Und wo wir gerade bei unseren besseren Hälften sind. FATBike Naben in Pink, violette Kurbeln, rosa Felgenbänder. Da ist was im Busch! Einige namhafte Hersteller haben uns – teilweise auch schon vor der Eurobike – geflüstert, dass auch Lady FATBikes nicht mehr tabu sind. Größe spielt eben doch eine Rolle. Leider können wir hier noch nicht ins Detail gehen weil wir sonst „Besuch“ bekommen. Aber spätestens im nächsten Jahr wird es auch für Ladies FATte News geben! Natürlich hier bei uns!

For Kids only: S'Chool Kids FATBike

For Kids only: S’Chool Kids FATBike

Eine Skulptur aus Carbon: das FATBike der Berliner Schmiede Konstructive

Eine Skulptur aus Carbon: das FATBike der Berliner Schmiede Konstructive

Mach es stark! Mach es schön! Mach es DEINS!

Klingt wie eine platte Baumarktwerbung? Hm, stimmt. Wir waren schon kreativer… Egal. Es passt einfach und es geht um Teile. Und da geht richtig was vorwärts auf der „FATBikes Eurobike“! FATBike Naben gibt es inzwischen in allen Formen, Farben und Einbaubreiten. Nicht neu, aber immer wieder traumhaft schön sind z.B. die Naben von Hope oder Tune, welche neben einer atemberaubenden Optik auch noch das liebliche Geknatter einer Maschinengewehrs ans Bike bringen. Wer als Kind beim Fahrradfahren mit dem Mund Motorengeräusche imitiert oder sich einen Bierdeckel an die Sitzstrebe geklebt hat, kann heute auch beim FATBike auf diese deutlich massenkompatibleren und wesentlich praktischeren Soundgeneratoren zurückgreifen.

Hope Fatsno? FAT YES!!!

Hope Fatsno? FAT YES!!!

Reich gedeckter Tisch: Tune FATBike Zubehör

Reich gedeckter Tisch: Tune FATBike Zubehör

Aber nicht nur Naben gibt es inzwischen in riesiger Auswahl, sondern auch Kurbeln, Federgabeln, Nabendynamos, Reifen, Schläuche, Felgen, und, und, und. Als Highlights sind uns vorallem die Rohloff Speedhub XL Nabenschaltung, der allgegenwärtige und erstaunlich leichte Jumbo Jim FATBike Reifen von Schwalbe und superleichte Carbonfelgen von Kuroshiro in die Augen gestochen.

4.0 oder 4.8. "Jumbo" ist der Schwalbe Jumbo Jim in jedem Fall!

4.0 oder 4.8. „Jumbo“ ist der Schwalbe Jumbo Jim in jedem Fall!

Smoking hot: Salsa Beargrease mit Kuroshiro Carbonfelgen

Smoking hot: Salsa Beargrease mit Kuroshiro Carbonfelgen

Und gerade bei Felgen haben wir noch zwei weitere Entwicklungen aufgeschnappt: an einigen Bikes konnten wir stabile Hohlkammerfelgen entdecken und immer wieder fiel das Wort „Tubeless“. Letzteres scheint zwar noch nicht serienreif aber zumindest der Jumbo Jim ist schonmal in einer „Tubeless Easy“ Version verfügbar.

Ziemlich hohl. Wurde auch Zeit!

Ziemlich hohl. Wurde auch Zeit!

Ach ja, und noch ein Highlight: die Jungs von Canyon haben es tatsächlich geschafft, nicht nur in Rekordzeit ein leckeres Carbonfatty auf die Räder zu stellen, sondern eben jene Räder auch noch als Systemlaufradsatz von DT Swiss entwickeln zu lassen. Wir sagen: GEIL! Der Radsatz wiegt angeblich nur 2,3 kg bei 197mm/150mm Einbaubreite (Steckachse). Leider wird dieser Leckerbissen 2015 den Canyon Fatties vorbehalten bleiben, aber die Richtung ist klar!

Design Award verdächtig: das FATBike von Canyon

Design Award verdächtig: das FATBike von Canyon

Auch in der Sektion Parts werden wir in den kommenden Wochen einige detaillierte Berichte zu Herstellern und/oder Teilen schreiben.

Wenig kreativer Name aber innovative Technik: Schmidt's Original Nabendynamo

Wenig kreativer Name aber innovative Technik: Schmidt’s Original Nabendynamo

Swing low.

Last but not least haben sich, wie oben schon kurz erwähnt, auch die Macher unserer geliebten Fatties pünktlich zur „FATBike Eurobike“ den Themen Full Suspension und – wohl heutzutage leider unvermeidbar – e-Antrieben gewidmet.

Das wippt: FATBike Fully von Maxx

Das wippt: FATBike Fully von Maxx

Schluckspecht: das Salsa Bucksaw

Schluckspecht: das Salsa Bucksaw

Für eine konkrete Meinung zu beiden Konzepten ist es zu früh. Die Fullies von z.B. Salsa und Maxx machen optisch viel her und die Abstimmung berücksichtigt angeblich, dass die Federung erst in Aktion tritt wenn der Reifen am Ende seiner Möglichkeiten ist. Wie die Bikes sich in der Praxis fahren und die Arbeitsteilung zwischen Reifen und Federung klappt werden wir hoffentlich bald testen können.

Keine Kondition? Kein Problem. eFATBike von Haibike

Keine Kondition? Kein Problem. eFATBike von Haibike

Die eFatties sehen wir vor allem – oder eigentlich ausschließlich – im Tiefschnee bzw. tiefem Schlamm als sinnvolle Sache. Leider (oder eigentlich zum Glück – immerhin ist offiziell immernoch Sommer) können wir das im Moment nicht testen, werden aber auch dieses schnellstmöglich nachholen.

Was bleibt?

Was uns als Resumee im Erinnerung bleibt ist das gute Gefühl, dass die FATBike Welt bereits ein hohes Maß an Ordnung und Standardisierung erreicht hat. Statt mit einzelnen Bikes einen Platz in der Nische zu erhaschen setzen viele Hersteller auf komplette FATBike Linien welche mehrere Preisbereiche und teilweise mit Non Suspended, Hardtail und sogar Full Suspension mehrere Einsatzbereiche abdecken. Und auch die Zubehörindustrie bietet ein grundsolides Sortiment an Ersatz- und Zubehörteilen um das eigene Fatty noch besser, schneller oder schöner zu machen.

9.1kg Version eines 9:zero:7 - tuned by tune

9:zero:7 9:point:1 – tuned by tune auf beachtliche 9.1kg

Modell "5000" von KHS. Mehr Carbon geht nicht.

Modell „5000“ von KHS. Mehr Carbon geht nicht.

Allen Skeptikern zum Trotz zeigt die „FATBike Eurobike“, dass FATBikes zum Sprung aus der Nische angesetzt haben und auf dem besten Weg sind, sich als eigenständige Bikegattung zu etablieren.

Oder, um es mit einem Wort zu sagen: YEAH!!!

6 Responses

  1. Markus Winter

    Euer Bericht ist toll, aber wenn ihr den Mund wässrig macht: Wo kann man den die vorgestellten Bikes und Produkte kaufen? Könnt ihr eine Bezugsliste anfangen und zugänglich machen, wo man jeweils nachsehen kann? Z.B. Bikes von KHS: Wo soll man die herkriegen? Es ist aktuell ja schon utopisch, sowas einfaches wie ein fatboy zu bekommen, bis da mal was lieferbar ist, hängt der Bart in der Kette. Gruß
    Markus

    Antworten
    • GrossMatt

      Hi Markus,

      da sprichst Du ein wirklich kritisches Thema an. Derzeit ist die Lieferbarkeit so eingeschränkt, dass selbst die Importeure nicht sagen können, ob bzw. wie viele Bikes 2015 zum freien Verkauf bei den Händlern stehen werden. Beispielsweise sind offenbar alle 2015er Trek Farleys bereits ausgeliefert und nur mit Glück kann man beim Händler eines ergattern. Andere Marken, wie Scott und Felt beginnen in Kürze die Auslieferung, soweit wir aber hören sind auch die viele Bikes bereits von Kunden vorbestellt. Von daher klingt eine Bezugsliste zwar verlockend, aber hilft am Ende auch nicht weiter.

      Abgesehen von Specialized und Surly scheint der Markt wie leer gefegt. Hersteller und Importeure halten sich im Moment bzgl. Mengen und Verfügbarkeiten insgesamt auch sehr bedeckt. Das zeigt, wie beliebt FATBikes aktuell sind. Es zeigt aber auch, dass die meisten Hersteller noch sehr zaghaft mit dem Thema umgehen.

      Fazit: gehe Deinem Bikedealer geduldig auf den Wecker und denke schonmal über eine Rasur nach 😉

      Grüße

      Matt

  2. winkler

    Nach 3Jahren mit Surly und Fatboy habe ich mir das Bulls Monster mit E-Antrieb gekauft. Ich fahre mit dem Teil Strecken hoch die mit keinem anderen Bike möglich wären. Das ist die Zukunft, man kann wirklich Trail wie mit dem Motorrad fahren, einfach Wahnsinn. Das Rentnerimage wird schnell verblassen.

    Antworten
    • Schneiderlai

      Hi „Winkler“,
      Danke für deinen Kommentar. E-Antrieb am FATBike macht definitiv Sinn, da wird sich noch einiges tun. Wir stehen momentan mit einem sehr interessanten Kontakt zum Thema im Gespräch. Mehr dazu später…
      Viele Grüße,
      Daniel

  3. sebastian

    Hi,

    tolle Auflistung! Ich bin gerade auf der Suche nach dem Felt QX65, aber das gibt es in einer Millionen verschiedenen Ausführungen und ich kann es als Fatty gar nicht finden. Gibts dazu noch nähere Infos oder gar Bezugsquellen?

    lg Basti

    Antworten
    • Schneiderlai

      Hi Basti,
      Danke für deinen Kommentar. Wir haben bereits Informationen zu den drei FATBike Varianten von Felt und werden in den nächsten Tagen auch endlich den Artikel dazu fertig schreiben. Wir melden uns nochmal bei dir mit weiteren Details. Übrigens kann ich dir sogar einen Händler empfehlen, der die Bikes bereits vorgeordert hat. Aber dazu später mehr.
      Viele Grüße,
      Daniel

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