DT Swiss Big Ride Laufräder. Nimm’s leicht!

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DT Swiss Big Ride Laufräder. Nimm’s leicht!

BR - Big Ride!

BR – Big Ride! 2250 verrät das Gewicht.

For an English Version click here!

So, unsere kleine Serie über FATBike Laufräder nähert sich dem Ende. Aber nicht, ohne heute und in einer Woche nochmal zwei nervenaufreibende Highlights vorzustellen! Heute schauen wir uns den DT Swiss BR2250 FATBike Laufradsatz an, welcher einer der ersten – wenn nicht DER erste – Tuning-Laufradsatz für FATBikes war. Zum ersten Mal sind uns die DT Swiss Big Ride Räder auf der Eurobike 2014 in einem Canyon Dude vor die Linse gerollt und sind später in den Handel gekommen. Zum Glück!
Wir verzichten mal wieder auf unsere hochamtlich unprofessionelle Tubeless-Skala. Ihr findet sie hier, hierhier und hier.
Und wir haben ein paar Links zu unserem Partner FatBike24* eingefügt, diese sind wie immer mit einem „*“ gekennzeichnet.

Der DT Swiss Big Ride Laufradsatz

First look: Eurobike 2014

First look: Eurobike 2014

Wie gesagt haben die DT Swiss Big Ride Laufräder die Bretter, die die Welt bedeuten, auf der Eurobike 2014 betreten. Damals haben uns die Gentlemen von Canyon gesagt, dass der Laufradsatz speziell für den neuen und leichten Dude entwickelt wurde. Keine Ahnung, ob das nun stimmt. Aber es macht Sinn, da der DT Swiss Big Ride Laufradsatz wirklich leicht ist.
Heute kann man den kaufen* ohne einen Dude dazu nehmen zu müssen. Grund genug für uns, Euch diesen technisch hoch gerüsteten Laufradsatz mal im Detail vorzustellen. Aber zuerst:

Kompatibilität

Go for SRAM!

Go for SRAM!

Die DT Swiss Big Ride Räder sind technisch auf dem neuesten Stand. Und du wirst ein genauso aktuelles Bike brauchen, um sie zu verbauen. Denn leider sind aktuell nur Einbaubreiten von 150mm vorn und 197mm hinten und ausschließlich Steckachsen im Angebot. Weder gibt es Schnellspanner noch andere Einbaubreiten.

Centerlock only? Nope! Just use the factory equipped adapter!

Nur Centerlock? Nope! Dank serienmäßigem Adapter ein lösbares Problem!

Ein sehr seltenes Feature gibt es bei den Bremsen. Die DT 350 Big Ride Naben haben Centerlock Aufnahmen aber für alle, die auf 6-Loch (IS) Scheiben anderer Hersteller als Shimano vertrauen, legt DT Swiss einen Adapter dazu. Großartig!

Add the disc of your choice and lock it. Nice!

Einfach eine Scheibe deiner Wahl einlegen und festziehen. Fertig!

Und für alle von Euch die es vorziehen, auf SRAM Kassetten einzutreten, legt DT Swiss sogar einen Sram XD Freilaufkörper ins Paket. Ohne Aufpreis! Wie geil ist das denn!

Der technische Kram

Now, THIS is amazing!

Also, das ist mal geil!

Jetzt aber! DT ist seit je her ein Spezialist für Laufradtechnik. Und zweifellos fackeln sie hier ein anständiges Feuerwerk an Technik ab! Die Naben (welche auch einzeln erhältlich sind inklusive 6-Loch IS Version) enthalten gedichtete Industrielager aus Taiwanesischer Fertigung. Sie messen 28mm im Durchmesser, was Gewicht einspart. DT verlässt sich auf die Dichtungen der Lager und verbaut lediglich am Freilauf zusätzliche Lippendichtungen.
Der Ansatz, Gewicht einzusparen, wurde auch bei den Achsen gewählt welche aus leichtem Aluminium gefertigt wurden.
Ein bemerkenswertes Highlight ist der Freilauf. Dieser setzt auf Zahnscheiben statt Sperrklinken. Dieses System kam in den frühen Neunzigern auf den Markt und hat seitdem hunderttausendfach seine Zuverlässigkeit bewiesen. Ich habe selbst 1995 mal einen DT Hügi Nabe gekauft, welche heute noch läuft!
Leider hat DT einigen Aufwand getrieben, den – früher – fantastischen Sound zu beschneiden. So bleibt heute nur noch ein laues „bzzzzz“ wo früher ein infernalisches Knattern war. Keine Ahnung ob wir empfehlen sollten, das Fett zwischen den Zahnscheiben zu entfernen um wieder das gute alte „Brrrrrrrrrrrrrrrrrrr“ zu bekommen… 😉
Natürlich kann man fast alle Wartungsarbeiten ohne zusätzliche Werkzeuge durchführen.

28mm Taiwanese bearings.

Einfach mal die Kappe abziehen und die Aussicht genießen: 28mm Lager aus Taiwan.

Um Naben und Felgen zu verzurren, verwendet DT Swiss ausschließlich hochwertige DT Competition Speichen, welche mittels Pro Lock Alunippeln verspannt werden. Leider verwendet DT keine Unterlegscheiben unter den Nippeln um späteres Zentrieren zu erleichtern. Aber wenn man mal davon ausgehen, was hier für hochkarätiges Material verbaut ist und wie gut die Räder gefertigt sind, kann man Nachzentrieren wohl eh in’s Reich der Fabeln verbannen.

My finger spots on the rims joint. Really, that's it!

Mein Finger zeigt auf den Felgenstoß. Wirklich, das ist alles!

Die Felgen selbst sind ebenfalls echte Meisterwerke. Obwohl völlig zerlöchert aber dafür mit Rillen für die Reifenflanken sind sie eigentlich gut für den Einsatz ohne Schlauch gerüstet, jedoch rät DT Swiss selbst davon ab. Der Grund: auf Grund des geringen Drucks kann nicht in allen Lebenslagen sicher gestellt werden, dass die Luft da bleibt, wo sie sein soll: IM Reifen.
Die Felgenhörner sind mit 2,5mm angenehm dick und schützen dank abgerundeter Form Reifen und Schlauch vor Durchschlägen.
Die Felgenstöße sind echt mal was fürs Auge: DT hat seine Technologie inzwischen so weit verfeinert, dass man sie kaum (ehrlich gesagt: eigentlich garnicht) mehr sehen kann. Die Felgen sehen aus, als hätte man sie aus einem riesigen Block aus Aluminium geschnitzt!

Here you see... Nothing. And the rim joint (in middle of the picture).

Hier sehr ihr: nichts. Und den Felgenstoß (in der Mitte des Bildes).

Egal, wo man hinschaut – die DT Swiss Big Ride Laufräder sind einfach großartig mit herausragender Qualität.

Maße und Gewichte

Felgenbreite (innen) 74mm
Felgenbreite (außen) 79mm
Gewicht Vorderrad ~1.070 Gramm (ohne Felgenband)
Gewicht Hinterrad ~1.180 Gramm (ohne Felgenband)
Vorderradnabe 150mm Steckachse
Hinterradnabe 190mm/197mm Steckachse**)
Anzahl Speichen v/h 32/32
Freilauf Aluminium, 10/11 Gang Shimano oder SRAM XD**)
Preis 859,- Euro

**) Umbaukits serienmäßig

Verarbeitung und Eindruck

Looks good. Feels good. Sounds good.

Sieht gut aus. Fühlt sich gut an. Klingt gut.

DT Swiss. Na, alles klar? Kommt aus der SCHWEIZ! Diese Räder stammen aus einem Land, welches Weltruhm erlangt hat für seine Uhren und Messer, mit denen du dir mitten im Dschungel den Blinddarm rausnehmen kannst. Ich meine, es gibt natürlich mehr in der Schweiz, aber immer geht es um Präzision und Qualität. Genau diese Werte findet man auch in allen Ecken der DT Swiss Big Ride Laufräder. Allein die eloxierten Oberflächen der Naben und Felgen (vielleicht hätten die gedruckten Logos gelasert sein können…), die seidenmatte Oberfläche der Nippel oder die fantastischen optisch nahtlosen Felgen sind einfach schön.
Oder der herausragende Freilauf! Oh, oder die wunderbare DT-eigenen Steckachse (kostet leider Aufpreis). Das alles ist großartig und wir können hier echt nichts zum meckern finden.
Wenn man einen Satz DT Swiss Big Ride Laufräder kauft, kauft man ein Stück Schweiz. Mit all ihren Werten!

Tubeless?

Grooves near the rim edges secure the tire.

Die Rillen an den Felgenflanken halten den Reifen fest.

75%. Es ist für uns etwas unverständlich, dass DT Swiss selbst davon abrät, die Räder schlauchlos zu fahren. Aber die DT 710 Felgen (gibt’s übrigens auch einzeln) verfügen über eines der wichtigsten Merkmale: Rillen, um den Reifen festzuhalten. Wir haben die Räder inzwischen mehrfach erfolgreich auf Tubeless umgebaut. Wie das am besten geht, lest ihr hier. Wenn man sich die sehr leichte Konstruktion der DT Swiss Big Ride Räder anschaut, schreien die förmlich danach ohne schweren Schlauch zu laufen!

Pro und Kontra

Sounds big, weights light. The DT 350 BR front hub.

Klingt groß, wiegt wenig. Die DT 350 BR Vorderradnabe.

+ high end Material an allen Ecken und Enden
+ hervorragende Qualität
+ großartiger Freilauf
+ sollte gut für schlauchlos Montage taugen
+ schmale Felgen verbessern Handling und Reifenauswahl
+ abgerundete Felgenhörner bieten Schutz gegen Durchschläge
+ leicht zu Warten
+ Umrüstkit für Freilauf im Lieferumfang
+ Sehr leicht
+ großartiger Gegenwert fürs Geld (ja, wir kennen das Preisschild!)

– Keine 135mm front oder 170mm rear Option

Was bleibt?

Born for nuke-proof AND light weight applications!

Geboren für knallharte UND leichtgewichtige Einsätze!

Nun… Nachdem wir uns schon durch eine ganze Menge FATBike Laufradsätze gewühlt haben, können wir sagen, dass der DT Swiss Big Ride aus der Masse heraussticht. Er spielt in einer anderen Liga: jedes winzige Details ist durchdacht und ganz weit vorn. Man kann die Qualität sehen, spüren und hören (aber bitte nicht daran lecken – sie schmecken wie alle anderen Laufräder!). Es ist wirklich schade, dass DT Swiss keine alternativen Einbaubreiten anbietet und damit eine ganze Menge FATBiker ausgrenzt.
Um diejenigen, die den Laufradsatz verbauen können, kümmert sich DT allerdings vorbildlich. So gehört ein Sram XD Freilauf bereits zum Lieferumfang.

Also, offensichtlich sind die DT Swiss Big Ride Laufräder teuer: stramme 859,- werden dafür aufgerufen. Aber es ist wie immer im Leben: man bekommt, was man verdient. Und diese Räder sind einfach fantastisch. Schon allein, wenn man das atemberaubende Gewicht von nur 2.250 Gramm (wir haben nachgewogen – es STIMMT!) nimmt.
Wenn man sie sich also leisten kann (der Straßenpreis liegt im Moment übrigens deutlich unter 859,-) sind die DT Swiss Big Ride Laufräder ein schöner Weg, sich und sein Bike zu verwöhnen und ein gutes Investment fürs hart verdiente Geld!

24 Responses

  1. Mirko

    Hallo, auch wenn der Thread schon etwas älter ist, wollte ich noch meine Erfahrungen mit dem Icusan Klebeband schildern. Vorderradumrüstung hat gleich beim ersten Mal geklappt. Alles lief perfekt. Das Hinterrad war nicht dicht, was aber vermutlich an der Montage des Ventils lag. Also musste ich den Reifen demontieren, wobei auch das Tape etwas verrutscht ist. Also beschloss ich das Icusan tape zu entfernen und neu aufzubringen. Dachte ich. Ja, das hält wirklich was es verspricht – nur für den Fahrradbau erscheint mir es nicht die richtige Lösung zu sein. Es reißt beim Entfernen sofort ab, die Klebefläche verbleibt dagegen auf der Felge. Selbst mit Bremsenreiniger, Waschbenzin und Spiritus – keine Chance. Google und alte Chemiekenntnisse haben mich schließlich zu Aceton gebracht (auf jeden Fall nur im Freien verwenden!). Aber selbst damit hat es mich an einem Rad 2 Stunden gekostet die verbliebene Klebeschicht wieder von der Felge zu rubbeln – ich hatte zwischenzeitlich aus lauter Verzweiflung in Erwägung gezogen mir eine neue Felge zu beschaffen. Ich kann also jedem nur raten, sich das mit dem Icusan vorher gut zu überlegen.

    Antworten
    • Matt

      Hi Mirko,

      danke für Deinen Kommentar. Wir haben inzwischen leider dieselben Erfahrungen gemacht – ohne den reichlichen Einsatz von Aceton und einem harten Pinsel (!!) bekommt man das Zeug nicht mehr runter. Daher haben wir den Tipp eigentlich überall gelöscht – nur nicht in diesem Artikel. Das haben wir dank Deines Hinweises umgehend nachgeholt. Die aktuelle Lösung mit Sun Ringle Dichtband ist auf Dauer zuverlässiger und wesentlich einfacher zu entfernen.

      FATte Grüße

      Matt

  2. Dirk

    Vergangenen Donnerstag habe ich die DT auf Tubeless umgestellt. Ich habe das Felgenbett mit Essig gereinigt, war nichts anderes zur Hand 😀
    Die Felgenbänder hab ich auf Normalmaß belassen und nicht gekürzt. Danach sauber das Icusan eingeklebt ohne es zu schneiden wie ihr auch. Nur am hinteren Laufrad habe ich nochmal mittig geklebt da ich eine fiese Falte rein gebracht habe (wenn das Icusan einmal klebt ist nichts mehr mit korrigieren). Als Ventil habe ich die Schwalbe genommen, da diese schwarz sind sieht das richtig edel aus an den DT. 120ml Stans Milch rein und per Kompressor aufgepumpt auf 1,5 Bar. Die Jumbo Jim habe ich vorher innen mit einem rauen Schwamm gesäubert. Einmal ordentlich geschüttelt und für einen Tag seitlich auf Eimern gelagert.

    Erster Drucktest sagte nach wie vor 1.5 Bar. Eingebaut und Druck runter auf 0.7 Bar. Kurze Proberunde gedreht und zufrieden. Nächsten Tag auf 0.5 Bar runter und 20km gefahren. Nach wie vor keinerlei Druckverlust, aber mir persönlich noch zu hart. Test mit 0.3-0.4 Bar folgt noch. Bin aber bis jetzt sehr zuversichtlich!

    Kurze Anmerkung zum Freilauf. Der ist wahnsinnig leise. Man wird nun nur noch vom sonoren brummen der JJ’s begleitet.

    Antworten
    • Matt

      Hi Dirk,

      danke für den Bericht! Wir denken, dass Icusan Tape eine echte Wunderwaffe ist. Unser Testlaufrad ist nun schon seit gut 2 Monaten dicht. Spätestens am Wochenden kommen die Maxxis Minions da drauf, dann schauen wir uns an, was die Dichtmilch mit dem Tape anstellt.
      Der leise Freilauf ist uns auch sozusagen ein Dorn im Ohr – wir kennen noch die guten alten DT Hügi Freiläufe mit identischer Technik, die haben sauber geknatter!!!

      FATte Grüße

      Matt

  3. Dirk

    So mein DT LRS trifft diese Woche ein.
    Icusan Tape liegt auch schon bereit 🙂
    Mal sehen wie es läuft mit den Snakeskin Jumbos 😉

    Antworten
    • Matt

      Hi Dirk,

      danke für Deinen Komentar. Schreib uns unbedingt mal, wie Dein Versuch ausgegangen ist!

      FATte Grüße

      Matt

  4. Albert

    Hallo tubeless und fat-bike.de Fans,

    upgrade für DT-Swiss BR2250 auf Einstufung nahezu 100 % Tubless-fähig

    Ich habe mein Specialized Fatboy Comp Carbon auf den DT-Swiss BR2250 Laufradsatz nach der Anleitung von Bernd (mit Tesa 4289 ) auf tubeless umgerüstet. Ergänzend kann ich euch noch ein paar Tipps geben, denn meine Laufräder waren sofort dicht und dass schon seit mittlerweile 3 Woche ohne Nachpumpen!

    Vorgehensweise:
    1. Felge mit Isopropanol (gibt es in der Apotheke) an den Innenflanken reinigen
    2. Den Innenrand der Felge mit sehr feiner Stahlwolle oder 400er oder 600 er Wasserschleifpapier leicht anschleifen damit die Oberfläche sauber und leicht angeraut ist (aber Vorsicht wirklich nur leicht nicht dass ihr die Eloxalschicht abschleift)
    3. Das DT-Swiss Felgenband habe ich beidseitig um ca. 10 mm auf insgesamt 50 mm verschmälert und so montiert.
    4. Felge wieder mit Isopropanol reinigen und nicht mehr berühren.
    5. Wie von Bernd beschrieben ca. 4 -5 Reihen Tesa 4289 (je nach Breite des Klebebandes und der Felge – ich habe 4 Reihen mit 30 mm Band benötigt) straff aufkleben und am Felgenrand fest andrücken (zum festrubbeln habe ich ein altes T-Shirt verwendet)
    6. Ich hab dann noch ergänzend zur Anleitung von Bernd zwei Reihen (einmal vom linken Rand zur Mitte und dann vom rechten Rand) eines wirklich leichten transparenten Klebebandes, sozusagen als Decklage, ebenfalls straff draufgewickelt (Scotch Gewebeband Supreme, 48 mm x 18.2 m, transparent, Ultra Strong, Duct Klebeband, Panzertape, 41041848 > gibt es bei Amazon)
    7. Das Ventilloch habe ich mit einem heißen Schraubenzieher eingeschmolzen (aufpassen damit innen kein großer Wulst entsteht)
    8. Tubeless-Ventil montieren (Ventileinsatz herausschrauben damit ist der Luftdurchlass größer)
    9. Reifenwulst und Innenseite der Felgenflanke (dort wo der Reifen sitzt) mit Seifenwasser (oder Spülmittel mit wenig Wasser vermischt) einstreichen. Durch diese Maßnahme springt der Reifen schon bei ca. 1 Bar Druck, oder weniger, ins Felgenbett. Ich habe gelesen, dass manche einfach 2 Bar Druck benötigen bis der Reifen sitzt > würde ich nicht machen, denn DT-Swiss gibt als Maximaldruck 1,2 Bar!!!
    10. Reifen Montieren und 2 Kappen tubeless-Milch (ca. 100 ml) rein
    11. Luft mit Kompressor einpumpen bis der Reifen im Felgenbett sitzt (bitte auf max. zulässigen Druck der Fege achten ist besonders bei Reifen größer 4 Zoll extrem wichtig)
    12. Ventileinsatz einbauen > funktioniert am einfachsten wenn ihr den Einsatz in Griffnähe habt und mit dem Finger, gleich nach dem Abziehen der Kompressor-Pistole, die Ventilöffnung abdichtet > Ventileinsatz schnell einschrauben damit nicht wieder zu viel Luft entweicht.
    13. Luft auf ca. 0,8 Bar nachpumpen > Montage ist somit fertig.
    14. Zwecks sofortiger Dichtheitsprobe (wer möchte) so viel Wasser in die Badewanne einlassen bis der Ventilsitz unter Wasser steht > bei mir kamen nur im Bereich des Ventil leichte Luftbläschen raus > Reifen mehrfach seitlich schütteln > Dicht

    – Material außer der Felge:
    – 1 Rolle Klebeband Tesa 4289
    – 1 Rolle Scotch Gewebeband Supreme
    – ca. 200 ml NoTubes Reifen Dichtmilch
    – 2 Stk. Tubeless-Ventile
    – 1 Flasche Isopropanol (oder anderes Fettlösemittel)
    – Sehr feine Stahlwolle oder 400er Wasserschleifpapier

    Mein Laufradsystem wurde um insgesamt 1.300 Gramm leichter:
    Einsparung Felge (DT-Swiss gegenüber Specialized) minus 665 Gramm
    Einsparung gegenüber Schlauch unterm Strich minus 640 Gramm

    Das Fatbike fährt sich insgesamt wesentlich agiler als vorher und mit dem Wechsel auf leichtere Reifen (ich habe den original specialized ground control in 4 Zoll drauf gelassen) wäre sogar noch Potential vorhanden.

    Danke an Bernd und das fat-bike.de Team (für die tollen Berichte und Infos)

    Gruß und viel Erfolg beim Umrüsten
    Albert

    Antworten
  5. Bernd

    Hallo zusammen,

    ich habe mein Canyon Dude mit dem BR2250 Laufradsatz im Juli 2015 auf tubeless umgerüstet und kann die Laufräder nach etlichen Trail-km und verschiedenen Reifen ohne Einschränkungen für den tubeless Umbau empfehlen!
    Für den Umbau habe ich mir eine Rolle Tesa 4289 25mm Breite besorgt (gibt’s z.B. Bei eBay oder Amazon). Das Band ist aus dem gleichen Material wie sündteure Felgenbänder (z.B. Notubes) und kostet einen Bruchteil. Je nach Angebot bekommt ihr eine 60(!)m Rolle für unter 15€.
    Für den Umbau müsst ihr die Felgen und das Original Felgenband gründlich mit Spiritus oder Isopropanol reinigen. Dann zieht ihr jeweils eine Lage Tubeless-Band STRAMM auf jede Felgenflanke und lasst das Band ca. 10cm überlappen. Wichtig! Das Band muss sauber bis zum Rand der Felge geklebt werden. Anschließend klebt ihr eine weitere Lage Tubelessband in Richtung Felgenmitte. Die Lage sollte mit der äußeren ca. 5mm überlappen. Das gleiche widerholt ihr auf der anderen Seite. Zum Schluss klebt ihr eine Lage in die Mitte der Felge, die -wenn ihr sauber gearbeitet habt- auch wieder ca. 5mm überlappt.
    Letztlich habt ihr die Felge so mit 5-Lagen Band komplett abgedichtet.
    Das Ventilloch habe ich mit einem heißen 5mm Bohrer (Schaftseite) eingeschmolzen. Als Ventil verwende ich ein Tune Alu tubeless Ventil.

    Für das aufziehen der Reifen braucht ihr einen kompressor oder eine Pumpe mit CO2 Kartusche. Am besten klappt es wenn ihr den Reifen zunächst mit Schlauch montiert. Anschließend EINE Seite von der Flanke lösst, den Schlauch entfernt, das tubeless Ventil einbaut und dann die Felge mit der „offenen“ Seite nach unten waagerecht auf den Boden legt. Ventileinsatz entfernen, kompressor (oder CO2 Pumpe) ansetzen und Reifen „aufploppen“ lassen. Dann tubeless-Milch über das Vetil einfüllen und Ventileinsatz einschrauben. Fertig!

    Das Dude wurde im 2015 mit Jumbo Jim in der liteskin version ausgeliefert. Bis die Dinger dicht sind, braucht es ein paar Tage. Aber es klappt! Bei mir haben 120ml Milch und ca. 2…3 Touren ausgereicht.
    Im Winter bin ich auf den 45NRTH Vanhelga umgestiegen. Der hält fast ohne milch dicht. Fahre ihn seit einigen Wochen mit 60ml.
    Einer meiner Bike-Buddys fährt das Dude mit dem Surly Nate tubeless.

    Traut euch einfach, das klappt!

    Antworten
    • Matt

      Hi Bernd,

      vielen Dank für Deine ausführliche Anleitung, die wir sehr gern veröffentlichen (und ausprobieren)!

      FATte Grüße

      Matt

  6. Michael

    Hallo zusammen und FATTE Weihnachten mit wenig Rutsch und gutem Grip!

    Also ich schätze Eure Test sehr und die vielen nützlichen Informationen daraus!
    Auch ist mir bewusst, daß dieser tolle Service von Euch immer auch ein Stück subjektivität hat. Was nicht schlecht ist, sondern wunderbar die Emotion des Fatbikens auch zeigt.

    Jedoch komme ich nicht umher, diesmal etwas kritisch zu schreiben in Bezug auf die Tubeless Skala von DT Swiss.
    75% Tubless halte ich doch mehr für ein reines Wunschdenken. Klar würde man gerne diese leichten und auch schönen Laufräder tubeless fahren wollen. Geht aber halt nicht. Vor allem, wie könnt ihr das so sagen, ohne es getestet zu haben? Das ist der Punkt, wo ich doch etwas irritiert bin. Selbst DT Swiss winkt ab.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es nicht geht. zumindest bekam ich es nicht gebacken dass es länger hält als paar Tage.

    Die grossen Cut Outs sind das eine, die Beschichtung der Felge das andere. Eine regelrechte Teflonpfanne….Alle Tapes hielten nicht wirklich lange.
    Egal ob Panzertape, Gorilla Tape, Orange Seal, gewebeverstärktes Industrietape, einfach, zweifach, kombiniert gewickelt und geklebt….whatever… hielt einfach nicht.
    Die Klebeflächen neben den Cut Outs sind zu schmal und die Beschichtung zu sehr Trennmittel.

    Nach dem Bericht hier über das leichte MAXX Fully mit 12,6kg sah ich mir genau dieses Bike an auf der Eurobike. Da ja dieser Laufradspezialist bei MAXX es wohl geschafft haben solll. Jedoch hing das Bike dort mit platten Reifen am Haken.
    Nachgefragt am Stand zum Thema erhielt ich die Antwort, daß sie es auch nicht wirklich geschafft haben, es nur wenige Tage hält.
    Sie basteln an einem eigenen, speziellen Tubeless Tape…sagten sie. schau mer mal.

    Insofern ist so ein schwieriger Fall sicher keine 75% wert.
    Vor allem, wenn man bei richtigen Tubeless Felgen (z.B. Mulefüt) 100% ansetzt und keine Probleme damit hat.

    Was bleibt?
    Die spannende Frage ob es jemand zuverlässig schafft und wie?

    Antworten
    • Matt

      Hi Michael,

      danke für Deinen Kommentar, das Lob und die Kritik. Und Du triffst damit auch ziemlich genau den Nerv: das ist der Grund, warum wir so lange nichts zum Thema schlauchlos geschrieben haben. Es ist einfach wahnsinnig schwierig, beim FATBike reproduzierbare Ergebnisse zu bekommen. Unser DT Radsatz (der aus dem Maxx Fully) ist das beste Beispiel: beide Räder wurden vom selben Mech auf dieselbe Art für Tubeless vorbereitet. Eines wurde nicht dicht (hast Du auf der Messe gesehen), das andere war perfekt dicht bis vor ein paar Tagen, als wir das Dichtband (eine Art Panzertape) für diesen Artikel abmachen mussten. Bei dem Rad mussten wir die Kleberreste sogar mit Bremsenreiniger von der Felge machen, so fest hat das gepappt.
      Und so lesen sich auch die Mails, die wir von Lesern bekommen. Die einen kriegen ihre Räder auf Teufel komm raus nicht dicht, andere fahren die gleichen Räder tausende Kilometer ohne Probleme und Schlauch.
      Wir experimentieren gerade mit Silo Tape, bzw. in unserem Fall Icusan. Das ist elastisch, sehr dünn und klebt wirklich abartig fest. Leider hat der erste Versuch mangels Ventilen (die waren beim Maxx Aufbau noch nicht optimal, im S-Works haben wir z.B. andere mit größerer Dichtfläche verwendet) nicht geklappt. Holen wir aber gleich nach Silvester nach!
      DT winkt übrigens nicht ab, weil die Räder nicht dicht werden, sondern aus Sicherheitsgründen (haben wir mit DT während der Eurobike diskutiert): aufgrund des geringen Drucks kann der Reifen bei hoher seitlicher Belastung aus dem Felgenbett springen und schlagartig seine Luft verlieren. Die steilen Reifenflanken verstärken das Risiko noch deutlich, so dass es – im Gegensatz zum MTB – ein sehr riskantes Spiel sein kann, z.B. ein FR FATBike schlauchlos zu fahren. Der schlagartig praktisch völlige Kontrollverlust ist selbst für sehr routinierte Piloten kaum beherrschbar und die Chance, sich mal so richtig weg zu tun (oder schlimmer) ist verdammt groß. Wir werden daher auch erstmal nur das DT Hinterrad umbauen, das Risiko ist uns definitiv zu groß.
      Am S-Works FatBoy ist das was anderes, da fahren wir mehr Druck und meistens mehr oder weniger gerade aus. Aber am Fully kann im Downhill schnell eine Konstellation zusammenkommen, die dir den Reifen von der Felge zerrt und dann Hallelujah! Und genau das will DT vermeiden.

      Mal sehen, wie das ausgeht.

      Bis dahin noch schöne Weihnachten und eine Guten Rutsch!

      Matt

  7. Johannes

    Hi Matt,

    danke für die Antwort. Den Artikel hatte ich schon gelesen und auch schon gemessen es sind 197,2mm.
    Es sollte also passen. Ich hatte mich nur an den Begrifflichkeiten X12 und E-Thru gestoßen wenn das aber das gleiche meint sollte es ja passen.

    Grüße

    Antworten
  8. Jörg

    Ergänzung: Die 170/177er Laufräder wären dann allerdings nicht mit DT Swiss-Naben sondern mit Fun Works (Hausmarke), nennt sich dann „Fun Works Fat Pro IS disc DT Swiss Big Ride BR 710 Fat Bike Laufradsatz 26er“ und spart noch mal 100€, wiegt aber auch mit 2350 gr etwas mehr….

    Nabe: Fun Works Fat Pro schwarz
    Bremsscheibenaufnahme: IS 6Loch
    Felge: DT Swiss BR 710 Big Ride schwarz
    Speiche: DT Swiss Competition schwarz
    Nippel: DT Swiss ProLock Alu schwarz

    Antworten
  9. Micha

    Hi Matt,
    das die Reifen vermutlich nicht richtig sitzen gab mir am Anfang auch ein schwummriges Gefühl. Bis jetzt ging´s gut, obwohl ich gern mit wenig Druck fahre und mit 90kg auch nicht gerade der Leichteste bin.
    Durch den Schlauch wird der Felgendurchmesser ja quasi größer, vielleicht ist der Reifen dadurch besser geklemmt.
    Viel Überstehen tut der 24er Schlauch nicht, reicht gerade so für die Breite Felge und die paar Millimeter hab ich erstmal stehen lassen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich sowieso noch ein paarmal Montieren muss.

    Grüße

    Antworten
  10. Johannes

    Hi Leute von Fat-bike.de,

    diese Laufräder hab ich schon länger auf meiner Wunschliste stehen.
    Bei dem HR Laufrad wird mir aber schwindelig wie soll man bei den ganzen Bezeichnungen noch
    den Überblick behalten. Ich selber fahre ein Stevens Mobster XL welches an der Hinterachse den
    E-Thru Standard verwendet. Dieser soll 12 x 197mm sein würden die Laufräder nun passen oder
    lass ich mich da ins Boxhorn jagen.

    Fatte Grüße aus dem Sauerland
    Johannes

    Antworten
    • Matt

      Hi Johannes,

      danke für Deinen Kommentar. Normalerweise sind alle modernen Hinterbauten mit Steckachse 197mm. Die ersten Steckachsen hatten teilweise noch 190mm, was aber ein mords Gefummel war da die Nabenachse in 190er Rahmen keine Führung hat. Genau diese Führung bringt die zusätzlichen 7mm EInbaubreite. Lies mal unseren Artikel zu FATBike Naben https://www.fat-bike.de/tech-talk-fatbike-naben/ da steht alles drin.
      Bei Deinem Stevens sollte der DT Swiss eigentlich passen – zur Sicherheit kannst Du ja einfach nochmal nachmessen!

      FATte Grüße

      Matt

  11. Micha

    Hallo erstmal,
    ich fahre die BR2250 in meinem Dude schlauchlos und bin jetzt zufrieden, ab und zu mal nachpumpen und gut.
    Problematisch ist die behandelte Oberfläche des Alus, dadurch wirkt sie extrem „schleimig“ und das Tape haftet nicht darauf.
    Deswegen hab ich einen 24er Schlauch aufgeschnitten und eingelegt, dann spart man sich auch das Ventil.
    Bist jetzt bin ich über 1000km so gefahren.

    Grüße und frohe X-mas

    Antworten
    • Matt

      Hi Micha,

      super Tipp mit dem Schlauch! Wie hast Du das mit der Breite des Schlauchs gelöst? Nach Reifenmontage vorsichtig die Überstände abgeschnitten?

      Wir experimentieren gerade, wie unten geschrieben, mit dem Tape für Dachfolien. Das klebt selbst auf einer offenen Wasserfläche. Mal sehen, ob das zum Erfolg führt!

      FATte Grüße

      Matt

  12. Jörg

    Moin zusammen,

    hab mal grad etwas gegoogelt und gesehen, das es den Laufradsatz bei Actionsports noch ne Runde günstiger gibt, auch mit alternativer Nabenbreite (135mm front oder 170/177mm rear)

    Fatte Weihnachten!

    Antworten
    • Matt

      Moin Jörg,

      danke für den Tipp! Wie geschrieben, die Räder kriegt man z.T. deutlich unter Listenpreis. Die Optionen sehe ich da aber nicht – da gibt es aber auch nur 150 und 190. Anders baut es DT Swiss unserer Info nach auch garnicht.

      FATte Grüße

      Matt

  13. HILDGEN Paul

    Hallo Matt,
    Mich würde brennend interessieren mit welchem Dichtband und mit wieviel Milch ihr die DT BR2250 auf schlauchlos umbebaut habt, ich hab diese Räder ja auch in meinem Canyon Dude. Also bitte berichten wenn Ihr soweit seid.
    Euch allen frohe Weihnachten und ein fattes neues Jahr!
    Paul (der vom Roc d’Azur)

    Antworten
    • Matt

      Hi Paul,

      da arbeiten wir gerade dran. Was wir so hören sind die Meisten mit 100 bis 150ml Milch unterwegs. Eine ähnliche Menge legt ja auch Sun Ringle ab Werk zu seinen Mulefüt Laufrädern.
      Bzgl. Dichtband ist auf jeden Fall der Tipp von Micha sehr gut, wenn auch etwas fummelig. Wird aber dicht! Allerdings sitzt der Reifen damit nicht wir geplant in seinem Bett. Wir experimentieren gerade mit diesem Tape mit dem man die Dichtfolien (Dampfbremse) in Hausdächern verklebt. Das ist dünn, breit, sehr elastisch und klebt wie Hölle! Was wir noch nicht wissen ist, ob es auch der Dichtmilch und ihren Lösungsmitteln dauerhaft Stand hält. Wenn alles klappt baue ich heute mal ein Rad (mit Specialized Ground Control) testweise um.

      FATte Grüße

      Matt

  14. Dirk

    Was ich etwas vermisse ist ein Fahrbericht. Auch Einzelgewichte Felge/Nabe wären interessant zu wissen.

    Bin momentan am überlegen mir die BR710 zu gönnen. Kommt halt einfach günstiger als der Satz BR2250.
    Alternative wäre noch ein Mulefut TL Setup 🙂

    Antworten
    • Matt

      Hi Dirk,

      danke für Deinen Kommentar. Fahrberichte machen bei den Laufrädern unserer Erfahrung nach wenig Sinn, da man sich die einzigen wirklichen Unterschiede an einer Hand abzählen kann. Leichte Felgen verbessern Beschleunigung und Handling, breitere Felgen machen das Bike tendenziell eher träger und das Einlenkverhalten zäh. Auch die Steifigkeit macht kaum einen Unterschied – um einen ist die bei allen uns bekannten, einigermaßen hochwertigen FATBike Rädern enorm und zum anderen macht da fast ausschließlich der Reifen die Musik, wobei Steckachsen natürlich mehr Steifigkeit bringen als QR.
      Wir fahren die DT BR2250 aber ab sofort in einem unserer Bikes. Frag mich in ein paar Wochen nochmal.

      Die einzelnen Werte zu Naben und Felgen hat DT auf seiner Homepage. Da wir die Felgen praktisch aufs Gramm genau mit Werksangabe gewogen haben, würde ich sagen, dass man sich auf die Angaben von DT verlassen kann. Wir würden die Räder ja glatt ausspeichen und nachwiegen, aber so viel Aufwand so kurz vor Weihnachten… 😉

      In diesem Sinne FATte Grüße und frohe Weihnachten

      Matt

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