Tune Fat Skyline FATBike Laufradsatz. Wenn Männer hyperventilieren…

Super skinny: so schlank sind unsere Models selten!

Super skinny: so schlank sind unsere Models selten!

For an English version click here!

Nun ist also soweit: das ist der letzte Teil unserer Serie über FATBike Systemlaufräder. Aber wir wären doch nicht Dan und Matt wenn wir uns für heute nicht etwas ganz besonderes aufgehoben hätten!
Statt also einfach nochmal einen weiteren, letzten Artikel zu tippen und dann zur Tagesordnung überzugehen, stellen wir Euch heute einen FATBike Laufradsatz vor, der sowas von out of this world ist, dass wir lange gar nicht so recht wussten, wie wir diesen Artikel überhaupt angehen sollen.
Wir reden also über Tune, die Leichtbau-Schmiede aus dem Schwarzwald, welche umgeben von Schwarzwälder Kirschtorte, Schwarzwaldeisbecher und der Schwarzwaldklinik (Hände hoch – wer kennt die noch?!?) allerfeinste Parts für super leichte Bikes baut. Also, Licht aus, Spot an für den Tune Fat Skyline Laufradsatz: es werde leicht!

Der Tune Fat Skyline Laufradsatz

Eurobike 2014: 9.1kg Version eines 9:zero:7 - tuned by tune

Eurobike 2014: 9.1kg Version eines 9:zero:7 – tuned by tune

Zu unserer großen Freude hat sich Tune auch des Themas FATBike angenommen und bereits auf der Eurobike 2014 ein für damalige Verhältnisse spektakulär leichtes FATBike auf Basis eines 9:zero:7 Carbon Rahmens ausgestellt. Und weil es bei Tune (außer dem Gewicht) nun mal keine halben Sachen gibt, haben die Mädels und Jungs rund um Uli Fahl ganze DREI FATBike Laufradsätze im Angebot: den Tune TSF (Alex Rims Alufelgen), den Fatburner (Tune Carbon Felgen) und eben den Fat Skyline mit edelsten Kuroshiro Carbon Felgen.

Kompatibilität

Fat Kong frisst alles - alle Achsen, alle Kassetten!

Fat Kong frisst alles – alle Achsen, alle Kassetten!

Tune baut alles! Punkt. Egal, was man an seinem FATBike plant, bei Tune gibt es die passende Antwort. So werden alle gängigen Nabenbreiten und Achsstandards angeboten, es gibt Freiläufe für Shimano, Sram und sogar Campagnolo (!) und selbst eine Lefty Nabe ist im Angebot.
Die einzige Grenze stellt die Bremsscheiben Aufnahme dar, welche auf den IS (6-Loch) Standard beschränkt ist. Wobei „Grenze“ hier auch wirklich übertrieben ist… Wirklich schade ist, dass die Naben nur sehr schwer umzubauen sind und daher beim Umbau auf eine andere Einbaubreite oder Achse Tune oder ein Tune Händler zu konsultieren ist.
Naja, kurz und knapp, mehr kann man eben nicht sagen: Tune baut alles!

Der technische Kram

Hier wurde wirklich an jeder Ecke Gewicht gespart

Hier wurde wirklich an jeder Ecke Gewicht gespart

Wir haben die Tune Fat King und Fat Kong Naben bereits seit einem Jahr im Dauerbeschuss in Dans FatBoy Expert und können hier aus einem ausgiebigen Erfahrungsschatz schöpfen. Außerdem spart es mir Arbeit: alle Infos zu den Naben findet ihr in unserem Artikel zu Tune Fat King und Kong!
Unser Zwischenfazit nach 12 harten Testmonaten: 1a! Man sagt Tune ja immer wieder nach, dass die Parts zwar leicht sind, aber nicht lange halten. Wir können bisher nichts beanstanden, wobei man sich besser an von Tune vorgegebene Gewichtsbeschränkungen hält und die Parts mit eingeschaltetem Hirn behandelt.

Messerscharfe Speichen: Sapim CX-Ray

Messerscharfe Speichen: Sapim CX-Ray

Wie auch immer, widmen wir uns dem Rest! Bei den Speichen setzt Tune auf edle schwarze geschmiedete Sapim CX-Ray Speichen im Messerdesign. Verzurrt werden die Teile mit Sapim Nippeln, die in allen Tune Eloxalfarben erhältlich sind.

Aus diesem Stoff sind Träume... Männerträume!

Aus diesem Stoff sind Träume… Männerträume!

Aber abseits von Naben und Speichen geht das Festmahl aus dem Schwarzwald erst so richtig los! Die Kuroshiro ENSO 685 Felgen sind absolute Leckerbissen! Mit schlappen 425 (!!!) Gramm Lebendgewicht nehmen sie es spielend selbst mit XC MTB Felgen auf. Dabei dient eine im Zickzack verlaufende Furche im Felgenbett den Nippeln als Bett und erhöht zusätzlich die Steifigkeit der Felgen. Die Bohrungen der Nippel Löcher sind angeblich so präzise, dass man kein zusätzliches Dichtband braucht sondern sofort Tubeless montieren kann! Dazu später mehr.

Felge? Zackig. Ventil? Rot. Fazit? Geil!

Felge? Zackig. Ventil? Rot. Fazit? Geil!

Anders, als z.B. die H.E.D. Felgen im Specialized S-Works FatBoy, werden die Kuroshiro ENSO 685 Felgen einteilig und nahtlos gefertigt, was sie praktisch wie aus einem Guss wirken lässt. Die relativ dicken Felgenhörner dürften auch mal einen Durchschlag überstehen ohne gleich die Kasse zu plündern. Das ist wichtig, denn bei über 800,- Euro Ladenpreis pro Felge entweicht bei einem Schaden am Felgenhorn das Geld schneller vom Konto als die Luft aus dem Reifen…
Kuroshiro kommt übrigens, wie einem der Name quasi unmittelbar ins Gehirn hämmert aus … richtig! Italien! Wer hat jetzt außer mir eigentlich noch an Japan gedacht?!?

Übrigens: auf Grund der sehr filigranen Bauweise limitiert Tune das Fahrergewicht auf 90kg.

Maße und Gewichte

Felgenbreite innen 78mm
Felgenbreite außen 83,5mm
Gewicht Vorderrad ~786 Gramm (ohne Felgenband)
Gewicht Hinterrad ~888 Gramm (ohne Felgenband)
Vordere Name 135mm QR / 142 & 150mm Steckachse / Lefty
Hintere Nabe 170/190mm QR / 177/197mm Steckachse
Anzahl Speichen F/R 32/32
Freilauf Aluminium, 10/11 Gang Shimano, oder SRAM XD, Campa
Preis ab 2.700,- Euro

Verarbeitung und Eindruck

Hier regiert alter Adel: Fat King.

Hier regiert alter Adel: Fat King.

So, jetzt lassen wir den technischen Kram mal beiseite! Bei einem Laufradsatz wie dem Tune Fat Skyline KANN man sich ja über sowas Gedanken machen. Aber es ist mal wieder Zeit für ein wenig Emotion! Denn wie schon gesagt, ist dieser Laufradsatz „out of this world“. Er stammt von einem anderen Stern, ach was, aus einem ganz anderen Universum als alles, was wir bisher hatten. Der Tune Fat Skyline wird von Hand aus edelsten Zutaten zusammengestellt und montiert. Alles an diesem Laufradsatz ist so edel und perfekt, dass ein leidenschaftlicher Biker (und dessen Bankberater leider auch) zwangsweise in Schnappatmung verfällt. Der Freilauf clickt präzise wie das Zahlenschloss eines Schweizer Tresors, die Felgen scheinen direkt einem Formel 1 Entwicklungszentrum entsprungen zu sein und die Lager laufen so leicht, dass sich die Räder, zu Weihnachten angestoßen, Ostern immer noch drehen. Die seidig matte Oberfläche der Kuroshiro Felgen haben eine so hohe Anfassqualität, so dass wir uns immer wieder dabei erwischen mit den Finger entlang der Zickzack-Furche zu gehen und die Haptik zu genießen.
Es gibt ja immer mal wieder FATBikes oder Parts bei denen wir darauf hinweisen, dass man sich ab und an einfach auch mal selbst belohnen sollte. Der Tune Fat Skyline Laufradsatz fällt definitiv in diese Kategorie!

Tubeless?

Alles dicht! Man beachte das herrliche Ventil!

Alles dicht! Man beachte das herrliche Ventil!

100%. Tja, soll man kaum glauben, aber es ist tatsächlich so. Reifen drauf, ein Schluck Milch dazu, Luft rein, losfahren. Der Tune Fat Skyline Laufradsatz kommt bereits mit sehr feinen, doppelt gedichteten American Classic Tubeless Ventilen und er braucht keinerlei Dichtband. Ein testweise (mit Schlauch) montierter 4.0er Schwalbe Jumbo Jim LS ist zwar schon bei sehr geringen 0,5 bar ins Felgenbett gerutscht, saß da aber sehr fest und ließ sich auch ohne Luft im Schlauch nur mit viel Kraft wieder aus seiner Position bringen. Da brauchen wir nicht lange um die heiße Dichtmilch zu reden: der Tune Fat Skyline Radsatz ist out of the Box startklar für schlauchlos! Mit einem Systemgewicht von nur 1.674 Gramm ist der Tune Fat Skyline Laufradsatz die perfekte Basis für einen ultra leichten FATBike Laufradsatz!

Pro and Contra

Kuroshiro. Italienisch für "kuro shiro". Oder so...

Kuroshiro. Italienisch für „kuro shiro“. Oder so…

+ Materialien, Technologie und Verarbeitung auf höchstem Niveau
+ unglaublich leicht
+ große Auswahl an Farben für Naben und Nippel
+ außerordentlich große Auswahl an Einbaubreiten, Freiläufen, Achssystemen, etc.
+ hervorragend für Tubeless geeignet
+ schmale Felgen für gutes Handling
+ breite Felgenhörner senken das Durchschlags- und Schadensrisiko
+ Handmade in Germany

– Irrwitziger Preis
– schwer zu warten
– limitiert auf 90kg Fahrergewicht

Was bleibt?

King Kong? War gestern!

King Kong? War gestern!

Wie schon gesagt, wir wussten lange nicht, wie wir diesen Artikel angehen sollen. Für den Tune Fat Skyline Laufradsatz versagen alle unsere sonst üblichen Beschreibungen. Ihn in Relation zu den bisher vorgestellten FATBike Laufradsätzen zu stellen, macht im Prinzip auch keinen Sinn.
Für einen wahnwitzigen Preis von ca. 2.700,- Euro aufwärts (je nach Nabe und Extras) erhält man einen Laufradsatz, der das derzeit technisch Mögliche umsetzt. Leichter kann man aktuell keinen FATBike Laufradsatz bauen. Bei der Diskussion am Stammtisch um den Preis muss man allerdings auch berücksichtigen, dass allein gut 1.700,- Euro für die Felgen auf der Rechnung stehen.
Dennoch – im Laden bekommt man für das Geld schon ein komplettes FATBike der oberen Mittelklasse. Und das kann man sogar fahren, wenn man mehr als 90kg wiegt.

Preistreiber: edle Kuroshiro ENSO 685 Felgen

Preistreiber: edle Kuroshiro ENSO 685 Felgen

Wozu also das Ganze? Naja, es ist wie immer: High End ist ein Spielplatz für wenige, die es sich leisten können (und wollen) und viele, die davon träumen. Tune verschiebt mit dem Fat Skyline Laufradsatz eigentlich alle bekannten Grenzen und schreibt FATBike Geschichte – und allein schon deshalb muss es ihn geben. Für uns ist er daher auch der perfekte Abschluss für unsere Serie über FATBike Laufräder. Er zeigt, was machbar ist und rundet das Bild nach (ganz weit) oben ab.
Und für alle, die sich selbst und ihren Bankberater vom Kauf überzeugen können, ist er ein feines Stück Technik das seines Gleichen noch sehr lange suchen wird.

8 Responses

  1. Hubert Eß

    Servus,
    habe mir auch eine neuen LRS von Tune mit Kuroshiro 685 Felgen und Sapim CX Ray Speichen mit Jumbo Jim 4.0 Tubless aufgebaut, beschleunigt mächtig schnell fast wie ein Cross Country Bike, der absolute Hammer.
    Leider machen die Speichen beim antreten und bremsen klingelnde und knirschende Geräusche, wahrscheinlich sind die Speichen zu weich, hat einer von Euch damit schon Erfahrung gemacht?
    Sollte ich die Speichen Spannung erhöhen?
    Gruß Hubert (FAT Bua)

    Antworten
    • Dan

      Wir werden in Kürze einen Reifen testen, diesmal auch auf den Kuroshiro Felgen mit Tune-Naben. Du hast den LFS ja sicher komplett gekauft? Speichenspannung würde ich erstmal nicht erhöhen. Wir geben aber nach unserem Testride mit dem o.g. Setup ein Feedback dazu. FATte Grüße, Dan

  2. Günter Liebscher

    Hy Fans
    Habe mir gerade die Zeit genommen den kompletten Laufradsatz von meinen Specialized Fatboy SE nachzuwiegen . Nach 7,8 kg blieb die Waage stehen . Es handelt sich um ein 2016er Modell mit einer Gewindeachse an der Hinterradnabe, also ohne Schnellspanner für den einfachen Ausbau des Hinterrades . Wer das Glück hatte ein 2015er Modell zu griegen, der bekam um einen Listenpreis von 1400euro noch ein Schnellspanner System für beide Laufräder. In Österreich liegt der 2016er Listenpreis laut meinen Specialized Händler bei 1600 !
    Der Dollarkurs ist in dem Fall deutlich spürbar.
    Zusätzlich werden ab Modell 2016 die Ground Control mit der Zusatzbezeichnung „Sport“ montiert . Die sind als Drahtreifen nochmal etwas schwerer, also etwa 70gramm pro Reifen .
    Zu guter letzt werden auch noch etwas schwere Schläuche verbaut.
    Nachdem ich wirklich fast täglich mit dem Fatbike fahre, habe ich mir wie bereits erwähnt den Kuroshiro Laufrradsatz sammt tune Naben zugelegt . Mit den originalen Ground Control Sport komm ich auf ein Gewicht von 5,7kg für den kompletten Laufradsatz fahrfertig mit Bremsscheiben und einer sram XX1 Kasette und 100gramm Dichtmilch pro Rad.
    Bleibt unterm Strich eine gewichtsreduktion von 2,1kg. Bei den erwähnten 3kg ist mir wohl bei der Umbaueuphorie ein ordentlicher Fehler unterlaufen. Hab mir beim „Freundlichen“ 2 Specialized Fasttrack 4″ breite Reifen bestellt. Sollen angeblich noch dieses Monat geliefert werden. Dann dürften die 3kg Gewichtsreduktion erreichbar sein .
    Eure Internetseite ist echt top, und mittlerweile haben auch Hersteller erkannt das ihr Unterstützung verdient habt .
    Grüsse aus Österreich near Melk

    Antworten
    • Matt

      Hi Günter,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und das nette Lob. Und natürlich für die Infos! Bzgl. dem Fast Trak sind wir mal extrem gespannt auf das Gewicht. Wir haben vor kurzem einen Satz Ground Control Fat 4.0 bekommen (waren auf Dan’s S-Works, meins kam noch mit 4.6ern) und da hat uns das Gewicht fast vom Stuhl gehauen: 1.460 Gramm standen auf der offiziellen FAT-Bike.de Waage. Und das war keine „Sport“ Version… Das kann man, auch wenn der GC vom Profil her ein Topreifen ist, auch deutlich leichter haben…
      Wir haben diesbezüglich übrigens auch den Vier-Nuller Reifenartikel angepasst und ein paar neue Infos zu Kenda und Specialized eingebaut: https://www.fat-bike.de/fatbike-reifen-4-zoll/.

      FATte Grüße

      Matt

  3. Günter Liebscher

    Hallo Matt
    Die 3kg ergaben sich aus der „Praxis“ !
    Ich habe die enso 685 Laufräder von Fatbike.at in Wien abgehohlt, da ich in Östereich wohne ( nähe Melk).
    Also mit den Tune Naben und fix und fertig eingespeicht . Laut dem Ladenbesitzer wurde der LRS in Italien von Hand eingespeicht, direkt bei „Mauro“ .
    Mit Mauro mein ich den Mann der maßgeblich an der Entstehung der Kuroshiros beteiligt war.
    Dies hat mich zwar erst verwundert, aber die Aussage wurde durch den Absender auf den Versandkarton bestätigt.
    Detaillierte Gewichtsangaben und „Herstelleradresse“ folgen in Kürze .

    Antworten
  4. Günter Liebscher

    Die Kuroshiros sind so genau verarbeitet das Ausfahrten auch ohne dichtmilch möglich sind.
    Dies liegt an den speichenlöchern die exakt im einspeichwinkel gebohrt sind. Selbst mit dem ground Control Reifen vom specialized se, die laut Hersteller nicht tubeless ready sind waren Ausfahrten bis zu 5 stunden möglich. Mit dichtmilch von schwalbe (je 100ml) hält sich der Luftdruck wochenlang konstant.
    Zusätzlich wog mein specialized se statt 16kg anschließend 13kg.
    Schluckfreudigkeit der Reifen nahm dabei deutlich zu! Natürlich wurde das Rad wesentlich agiler beim beschleunigen. Dennoch darf man keine xc Rakete erwarten, dennoch effektivste Tuningmassnahme für fatbikes.

    Antworten
    • Matt

      Hi Günter,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Du hast absolut Recht, einfacher und besser kann man kaum am FATBike tunen. Gut – zwei Kuroshiro kosten mehr als der FatBoy SE, in so fern ist das Verhältnis Euro/Gramm nicht direkt hervorragend. Aber das Ergebnis ist kaum zu schlagen. Wenn Du die Chance hast, probiere es mit einem Kenda Juggernaut Pro (siehe hier https://www.fat-bike.de/fatbike-reifen-4-zoll/), dann spartst Du nochmal deutlich über 1kg.
      Aber Frage: wie kommst Du auf 3kg Ersparnis? Ein Schlauch sind ca. 500 Gramm, Pro Felge sparst Du ca. 300 Gramm und Felgenband sind nochmal 60 Gramm oder so. Was hast Du noch gemacht?

      FATte Grüße

      Matt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.