FATBiken in Finale Ligure… Wie kommen wir nun gerade auf dieses Thema? Ganz einfach: es ist Urlaubszeit. Und wie Ihr vielleicht an der aktuell recht überschaubaren Anzahl von neuen Artikeln seht, sind auch wir intensiv mit Reisen beschäftigt. Und wenn wir schon sonst nichts von uns hören lassen, wollen wir Euch wenigstens daran teilhaben lassen. Denn Finale Ligure gilt nicht nur als einer der schönsten und spannendste Bike-Orte Europa’s.

„Briga“ – was schnelles für nach Feierabend.

Auch – oder GERADE – mit dem Fatty kann man sich dort so richtig austoben. Aus der kaum überschaubaren Anzahl von Trails aller Art – solche, die dich streicheln bis solche, die dir den Hintern versohlen – haben wir einen absoluten Klassiker ausgewählt: „H“. Dieser Artikel ist quasi die Geschichte davon, wie ein einziger Buchstaben unfassbar viel Spaß machen kann!

H. Ohne Militär viel schöner.

Eine Militärbasis, wie sie uns am besten gefällt: ohne Militär

„H“ startet ein ganze Stück entfernt in den Bergen im Hinterland von Finale. Dort, weit oben auf einen einsamen Gipfel und abseits jeglicher Zivilisation liegt ein schon in sich spannender Ort: „Base NATO“, ein verlassener Militärposten, welcher vom, der Legende nach recht rüpelhaften, 509ten Signal Battalion der US Arme errichtet, betrieben und vor langer Zeit verlassen wurde. Das Beste am Militär ist eben doch, wenn es geht. Peace! Und gut für uns: die Base ist leicht zu finden und weit oben. Der dortige Helikopter Landeplatz ist Start der Trail-Legende: „H“ wie „Helikopter“. Daher der Name. Ebenfalls gut für uns: leicht zu merken! Wir werden ja auch nicht jünger.

Style-Shot. Hat was!

Natürlich wäre Finale Ligure kein Bike-Hotspot, wenn du jetzt nicht mindestens 5 Shuttle Services finden würdest, die dich und deine Maschine für eine Hand voll Euros da rauf schleppen.

H. FATBiken in Finale Ligure auf seine herausfordernste Art.

Sonne, Serpentinen und Asphalt

Echte Genießer(innen), harte Kerle und Ladies und zähe Kämpfer wählen jedoch die sprichwörtlich harte Tour: 1.000hm bergauf. Am Stück. Und wenn man unsere Tour wählt: auf Asphalt in praller Sonne. Es gibt zwar auch Aufstiege im Wald, auf der Straße bist du aber einfach schneller. Und die üppigen ca. 20km Anfahrt kosten so schon gute 2 Stunden. Wir haben ein wenig geschummelt und stattliche 0,5-0,6 bar in die Surly Edna des Mondraker Panzer gepresst. Wir wollen es ja nicht übertreiben mit der Qual. Von Finale aus geht es weiter über das wunderschöne Finalborgo in Richtung Orco Feligno. Die genaue Route gibt’s bei Trailforks, in diversen Bikeguides, auf Webseiten, etc. Für uns ist an dieser Stelle nur eins wichtig: dieser Anstieg ist eine Qual! In endlosen Kurven windet sich das schwarze Band vor dir bergauf, es gibt kaum Schatten. Die Sonne brennt und der Wunsch nach einem kalten Bier steigt mit jeder Kurve.

Grün ist gut. Blau auch. Irgendwie.

Dafür gibt’s Aussicht, die man nicht kaufen kann. Mal hast du den Blick in die Ligurischen Berge, mal schweift das Auge ins Tal, an dessem Ende das Meer in der Sonne glitzert. Leben, wie es sein soll. Qual ist relativ.

H. Lebe die Legende!

Auch, wenn die letzten paar Höhenmeter heftig steil sind und nochmal wie Peitschenhiebe in die Beine schlagen – oben angekommen fühlst du dich besser. Allein der Wind, der durchs Trikot weht, und dann diese unfassbare Aussicht. „Base NATO“ ist schon für sich genommen ein Traum.

So sieht’s da oben aus…

Für das „Adventure on H“ braucht es ein paar Vorbereitungen. GoPro ans Bike, Knieschützer an die Beine. „H“ hat seine Schrecksekunden. Außerdem reichen uns ab hier 0,3 bar Reifendruck, mehr ist eher schädlich. Die Druckstufe der Mastodon Pro kann sowohl in High- als auch Low Speed komplett geöffnet werden. Helm auf, Handschuhe festzurren und Leinen los. Die Legende liegt vor unseren Rädern!

H beginnt als wunderbarer Flow Trail, schmal, kurvig, schnell – und immer perfekt zu befahren. Vertrocknete Kiefernzapfen knirschen unter der FATten Schlappen, hier und da ein kleiner Sprung, Anlieger links, Rechtskurve. Die Ednas beißen wie ein aufgeschrecktes Wiesel um sich. Im Staub der Ligurischen Wälder macht damit einfach alles mehr Spaß. Vollgas, Kurven hart anbremsen, um’s Eck schnippen, Vollgas. So geht gute Laune!

Einstieg in die Legende

Auch, wenn es im unteren Teil ein paar steilere Stellen und technisch anspruchsvollere Passagen gibt: H ist nichts für blutige Anfänger aber für alle fortgeschrittenen Biker durchweg gut befahrbar. Auf seinen insgesamt ca. 1,4km rollt „H“ durch meistens lichten Wald etwa 250hm Richtung Tal und zeigt dabei eindrucksvoll, was „Flow“ in Finale Ligure bedeutet. Ach würde er doch nie zu Ende gehen…

Qual der Wahl.

Aber alles hat ein Ende, und an genau diesem wirft „H“ dich zurück auf den Asphalt. Ab hier schlängelt sich der Single Trail mal links, mal rechts der Straße weiter bergab Richtung Feligno. Und man hat die Wahl – soll das FATty locker flockig in’s Tal rollen? Für diese wunderbare Alternative gibt es Trails, die dich nahezu ohne Gegenanstieg 10km bergab nach Finale führen. Eine Offenbarung, deren genauen Verlauf man im Netz findet. Ooooooder aber…

Typisch Finale: Biken mit Aussicht, hier auf dem „DH Men“

…man folgt dem Ruf des Single Trails und wählt kurz oberhalb von Feligno den Abzweig auf „Ca Bianca“ oder „Little Champery“ (beide auf Trailforks zu finden). Ca Bianca ist, frei nach 45NRTH, das FlowBiest während Little Champery das DonnerBiest ist. Beide Trails sind nichts für schwache Nerven, wobei Little Champery eindeutig was für ausgecheckte Fahrtechniker mit Nerven aus Stahl ist.

Little Champery – FATBiken im Nahkampfmodus

Hard-Rock.

Wir haben beide probiert aber im Champery unsere Liebe gefunden. Ein enger Trail voll nackter Felsen, kleinen Sprüngen, hohen Absätzen, hautengen Kurven und hoch technischen Passagen. Statt mit einem Fully über all das einfach drüber zu brennen, kannst du mit dem Fatty jeden Meter in vollen Zügen auskosten. Die Ednas krallen sich in den Boden wie ein Adler in seine Beute. Obwohl die Aussicht teilweise gigantisch ist, fehlt die Zeit zum Schauen – volle Konzentration wird hier zum (Über)Lebenselixier.

Panorama pur.

Trotz des staubigen Bodens lassen sich die Reifen zielsicher durch den Trail zirkeln. Wird eine Kurve zu eng, reicht ein beherzter Griff in die Vorderbremse, Hinterrad ein Stück versetzen, weiter! Die Mastodon arbeitet mit der Geradlinigkeit einer Dampfmaschine sämtliche Einschläge ab, während die FATten Reifen „Reinbeißen“ und „Rausfiltern“ im Akkord betreiben. Trails wie dieser fordern alles von Bike und Rider und belohnen dich dafür mit einem Spaß, den du für Geld nicht kaufen kannst.

Kein Spaß, aber lustig. In Finale geht es oft grob zu

Bevor es von Feligno, wo eine kleine Pause zur Feier des eigenen Überlebens zwar nicht nötig aber mitunter angemessen ist, weiter ins Tal geht, klopfen wir den Staub von Bike und Klamotten und stellen fest: auch, wenn FATBikes nicht dafür erfunden wurden, auf den Trails von Finale Ligure läuft der Mondraker Panzer zu Höchstform auf.

Was bleibt?

Ein Panzer in Finale.

Traumziel Finale? Absolut. Auch, wenn bereits die Reise von unserem südlichen Stützpunkt bei Rosenheim gut 700km ausmacht, lohnt die Fahrt – auch, oder gerade, für FATBiker. Die von uns hier vorgestellten Trails gehören zu unseren Lieblingen – und sind doch nur ein blasses Beispiel für das, was die Region zu bieten hat. Und auch, wenn Schnee und Schlamm im Sommer nicht weiter weg sein könnten als in Finale Ligure, ist das FATty das perfekte Spaßgerät um auf den felsigen, staubigen Trails sorgenfrei Spaß zu haben. Von den kulinarischen Genüssen, dem guten Bier und dem kristallklaren Mittelmeer ganz zu schweigen. Wir kommen zurück. Bald!

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