MeinFATBike: Salamandre Cargo Fat Transport FATBike von Lukas

FATBikes sind Eure Leidenschaft? Dann seid Ihr hier richtig! Unsere Rubrik MeinFATBike stellt FATBikes unserer Leser vor und zeigt, mit wieviel Kreativität, Hingabe und Liebe so manches FATBike aufgebaut wird.

Lukas haben wir bei unserem FATBike Event Anfang 2019 kennengelernt, als wir zusammen mit über 30 weiteren FATBikern an einem Wochenende 2 wunderschöne Alpenhütten erklommen haben. Noch nie gehört? Hier geht’s zum Artikel.
Naja, jedenfalls fuhr da dieser lässige Typ mit dem genauso lässigen Riesenfatty vor: Lukas. Sein Bike: ein Custom Made Lasten-FATBike von Salamandre. Und wir so: begeistert! Die spannende Geschichte hinter dem Bike und warum Lukas es bei seiner Hochzeit dank seines FATBikes so richtig krachen lassen konnte, lest ihr hier. Ring frei!

(Text und alle Bilder: Lukas R.)

Der Wege zum Salamandre Cargo Fat

Angefangen hatte es im Dezember 2014. Auf dem Weg zu unserer Slowenienreise machten wir Zwischenhalt in einem Örtchen in Österreich und der Inhaber eines Fahrradgeschäftes hatte vor allem Fatbikes ausgestellt. Ich selbst habe schon immer dickere Reifen auf Mountainbikes bevorzugt und geliebt, aber so etwas hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Zeitgleich hatte ich über die Jahreswende ein Buch über das Pilgern auf dem Jakobsweg gelesen und es war mir direkt klar, dass ich genau dies mit einem Fatbike machen wollte.

Zuhause wieder zurück habe ich mich dann ausgiebig über die mir noch unbekannten Fatbikes informiert und ungefähr ein halbes Jahr recherchiert, bevor ich mich letztendlich für Salamandre Cycles entschieden hatte. Die Entscheidung kam insbesondere durch das Salamandre Cargo Fat „Jack Frost“, welches in folgendem Video zu sehen ist: 

Genauso ein Fatbike wollte ich auch.

Weiterhin gab es zu diesem Zeitpunkt nur drei Rahmenbauer weltweit, die Fatbikes auch mit Pinion Getriebe bauen konnten. Bei Nicolai war mir die Reifenfreiheit zu eingeschränkt, wenn schon Fat, dann richtig Fat. Den dritten Rahmenbauer weiß ich nicht mehr. Aber neben der angebotenen Cargo-Variante und des Pinion Getriebes baut er auch sehr hübsche Gepäckträger, die auf Wunsch auch demontierbar sind.

Salamandre Cargo Fat – Made in France

Die Kommunikation mit Yann von Salamandre war auf Englisch problemlos möglich, aber man merkt doch immer wieder, dass die Franzosen hier und da ein wenig freier interpretieren. Am Ende gab es am Rahmen doch einige Abweichungen zum Jack Frost, welche teils dann noch nachkorrigiert werden sollten. Das war wiederum nicht ganz einfach aufgrund der großen Distanz – und zumindest mein Fahrradenglisch war zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich gut.

Hier mal ein erstes Bild, was er mir zusandte, noch in Raw… (Foto: Yann / Salamandre Cycles)
…und dann später mit Mattschwarz überzogen! (Foto: Yann / Salamandre Cycles)

Hatte ich zuerst noch überlegt, es mir selbst oder zumindest in Deutschland aufbauen zu lassen, habe ich es dann doch kurzerhand von französischen Mitstreitern montieren lassen. Einmal die Laufräder von Rapahël von Marvel Cycles und die restliche Montage durch Frédéric von Cévènàvélo. Hier nun das fertige Endprodukt:

Zu dem Zeitpunkt, als mein Fahrrad fertiggestellt wurde, hatte Yann zu einer Tour in Ardèche unweit seines Ateliers eingeladen, da er gerade sein hundertstes Salamandre fertig gestellt hatte. So hatte ich Kontakt aufgenommen zu dem damals (und vielleicht noch immer) einzig anderen Deutschen, der auch ein Salamandre hatte und er bot mir an, mich mit nach Frankreich zu nehmen. Dort eben mein Fahrrad abzuholen und die Zweitagestour mitzufahren.

Erstkontakt

Natürlich bin ich noch nie vorher Fatbike gefahren, natürlich kenne ich auch die Pinion nur von Bildern und auch ein Cargo-Bike habe ich nie bewegt. Aber seis drum, ich hatte mich ganz auf meiner Recherche und mein Bauchgefühl verlassen und durfte es hier nie bereuen.

In Frankreich angekommen war ich natürlich der einzige, der weder Französisch spricht, noch versteht, so habe ich von den dortigen Gesprächen nicht viel mitnehmen können. Dann und wann hat mir aber mein deutscher Freund bei Übersetzungen geholfen. Jedenfalls weiß ich noch sehr genau, dass ich das Rad bereits seit dem 27.11.2015 habe.

So hatte ich es mir gewünscht!

Nach dem ersten Tag der wunderschön steinig-felsigen Tour saßen wir in der großen Gruppe noch zusammen, vielleicht auch etwa 30-40 (überwiegend Fat)Biker. Nach dem Abendessen hat Yann uns dann alle rausberufen. Mein Rad, sowie drei weitere anwesende, hatte er in einem Atemzug gefertigt. Er wollte nun durch ein Glücksspiel entscheiden, welches das 100. Salamandre wäre.

Der Hochzeitsretter

So hatte er durch eigene Experimente ein Laufrad gebaut, welches aus zwei zusammengeschweißten Fatbike-Felgen bestand. Soweit ich weiß zum Testen des damalig neu erschienenen VeeTire 2XL. Daraus hat er eine Art Glücksrad gebaut und uns 4 Salamandre-Bikes in eine Ecke des Zeltes gestellt. Derjenige, bei dem das Ventil stehen blieb, schied aus. Jedenfalls hatte ich tatsächlich gewonnen und kann mein Rad als 100. Salamandre bezeichnen.

Hier ein Bild von Yann und mir nachdem ich als Sieger gekrönt wurde (ich bin übrigens schon damals, wie eh und je, mit Jeans und Lederjacke geradelt ;-):

Glückwunsch zum 100.!

Was ich erst danach verstanden hatte (aufgrund der nicht vorhandenen Französischkenntnisse), ist, dass dem Gewinner der Preis für den kompletten Rahmen inkl. der Gepäckträger erlassen wurde!! Mir blieben nur die Kosten für den Pinion 1.12: 1400,- €!

Die eigens aufgebauten Laufräder und die Montierung all der restlichen Teile hat mich nochmal etwa 2000,- € gekostet. Insbesondere der Laufradbau schlug extrem zu Buche, aber da das Salamandre-Wochenende schon sehr nah war und ich mich entschieden hatte, es nun komplett in Frankreich fertigen zu lassen und ich keine anderen Optionen dort vor Ort kannte, habe ich dem trotzdem zugestimmt. Mit dem Erlass des Rahmens wiederum ist der Preis für ein maßgeschneidertes Bike ganz nach meinen Wünschen, mit Sonderanbauten und Pinion jedoch sehr akzeptabel.

Super oder Super Plus?

Es kam mir nur allzu recht, hatten sich doch durch den Fahrraderwerb meine Ersparnisse zu einem Großteil reduziert – und die Hochzeit stand noch bevor. 6 Monate später zur Hochzeit waren jedenfalls wieder ausreichend finanzielle Mittel vorhanden um es noch richtig krachen zu lassen.

Das Salamandre Cargo Fat im Alltag

Das Salamandre ist mein erstes komplett neues Rad und wurde, zu Hause angekommen, erstmal kritisch von den beiden Katern begutachtet:

Erstmal reinbeißen!

Wann immer eine Rundtour anstand, nutzte ich mein Salamandre. Nur für die normalen Stadtwege empfand ich es als absolut ungeeignet, da ich trotz Hochsicherheitsschloss nie ein wirklich gutes Gefühl hatte. Jedoch durfte die erste Fahrt mit Zelt und Schlafsack nicht lange auf sich warten lassen. Zelt einfach hinter das Sitzrohr und Schlafsack und Gepäck hinten auf den Gepäckträger und los geht die Mehr-Tages-Tour.

Ein echter Tourer!

Die jedoch wirkliche Tour, die ich mir seit Beginn gewünscht hatte – also mit dem Fatbike auf dem Pilgerweg entlang, konnten meine Frau und ich uns erst im Sommer letzten Jahres erfüllen.

Die Welt wie sie sein sollte!

In 13 Tagen radelten wir von Nürnberg aus über Gunzenhausen, Ulm, Ravensburg und Konstanz in Richtung Schweiz. Dann zum Kloster und Wallfahrtsort Einsiedeln über Luzern, Thun, Bern und Freiburg nach Lausanne und Genf und dann noch rüber nach Frankreich bis hin zu Lyon. Mit ein paar Umwegen kamen wir am Ende tatsächlich auf über 1000 km und haben dann Rückweg innerhalb von zwei Tagen von Lyon nach Nürnberg mit der Bahn angetreten.

Bikereise

Vor der Reise wurden dann noch jeweils Rahmentaschen durch Alpkit angefertigt, äußerst zu empfehlen, insbesondere bei geschwungenen Rohren und sehr großen benötigten Rahmentaschen.

Dazu noch endlich Schutzbleche bestellt und teils selbst gebastelt, als auch Gepäckträgertaschen bestellt und montiert, sowie eine Lenkertasche, wo ich für diese Reise das nunmehr kleinere und leichtere Zelt untergebracht habe.

Bei dem Canyon Dude meiner Frau musste auch alles umgebaut werden. Im vorderen Laufrad habe ich die SON-Nabe eingebaut, um zum einen die Lichtzufuhr zu garantieren und zum anderen das Smartphone während der Fahrt zu laden. So haben wir fast die gesamte Reise mit Komoot aufgezeichnet und uns nach deren Streckenabläufen gerichtet. Einen Gepäckträger und eben auch wieder Schutzbleche habe ich ihr auch montiert – auch wenn hier wohl der eigentliche Sinn des Canyon Dudes wieder etwas geschwunden sein muss. Aber egal – beides Bikes, vor allem natürlich mein Salamandre haben ihren Dienst zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt!

Was bleibt?

Das Salamandre Cargo Fat Transport FATBike ist sicher eines der außergewöhnlichsten Fatties, die wir bisher gesehen haben. Cooles Teil, und hat sich auf unserer Twin Top Tour bestens bewährt. Vielen Dank an Lukas, dass wir dieses Schmuckstück hier vorstellen durften!

Du möchtest Dein Bike hier vorstellen? Dann her damit! Dabei ist es völlig egal, ob Ihr auf einem lange ersehnten Bike im Serienzustand sitzt oder einen komplette Custom Aufbau habt! Schreib uns an mail@fat-bike.de

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