Wahnsinn, dass sich das alles so lange hingezogen hat. Aber nachdem wir während des Aufbaus des Nicolai Argon FAT erfuhren, das FatLab eine überarbeitete Version ihrer UpsideDown Gabel mit zweiter Luftkammer bringen würde, haben wir uns entschlossen zu warten. Und heute ist es nun endlich soweit, das Aufbauprojekt dieses aggressiven FATBikes konnte abgeschlossen werden und der erste Test beginnt.

Neugeboren noch etwas scheu

Neugeboren noch etwas scheu

Wir präsentieren, das Nicolai Argon FAT in Vollendung

Zum ersten Mal zeigen wir hier nun das Nicolai Argon FAT in seiner vollen Pracht. Die ziemlich Trail-orientierte Geometrie des Argon FAT bildet eine aggressive Grundlage für unser kompromissloses FATBike. Gerade einmal 67,5 Grad misst der Lenkwinkel an unserem Rahmen in Größe M. Zum Aufbau selbst und den verwendeten Teilen haben wir ja schon detailliert berichtet.

Von der Waldwiese mitgebracht

Von der Waldwiese mitgebracht

Nun doch schlauchlos

Auf Grund eurer Anregungen und unserer mittlerweile gesammelten Erfahrungen im Bezug auf Tubeless haben wir uns kurzfristig noch dazu entschlossen, auch am Nicolai umzurüsten bevor es ins Gelände geht. Damit kommen wir im Gesamtgewicht nun auf 15 kg mit dem Vorteil, höheren Luftdruck bei gleichbleibendem Komfort fahren zu können, gerade bei den schmalen 4,0 Zoll Reifen sicher ein Vorteil im harten Gelände. Ob wir noch auf 4,6 Zoll oder mehr aufsatteln, behalten wir uns nach den nächsten Testkilometern noch vor. Ein Favorit für den geplanten Einsatzzweck des Argon FAT wären an dieser Stelle die erst kürzlich getesteten 45NRTH Dunderbeist und Flowbeist mit 4,6 Zoll, die ebenfalls Tubeless Ready sind und mit sehr niedrigem Luftdruck auskommen, ohne sich dabei teigig anzufühlen.

Kleines, feines, leichtes Detail, der Schraubwürger

Kleines, feines, leichtes Detail, der Schraubwürger

Praktisch, aber fummelig

Noch eine Ergänzung zum Aufbau selbst. Uns ist aufgefallen, das die Konstruktion zumindest für Standard-Bremssattelschrauben nicht besonders gut geeignet ist. Durch die Aufnahme im IS2000 Standard können nur sehr flachköpfige Schrauben zur Befestigung des Bremssattels respektive des Adapters verwendet werden, da die Schraubenköpfe ansonsten stören, um das Ausfallende fest zu ziehen und dieses zu verstellen. Eine Bremssattelaufnahme im Postmount-Standard wäre da wohl angebrachter.

Direkter geht's nicht: Der Antrieb am Argon FAT

Direkter geht’s nicht: Der Antrieb am Argon FAT

Ready, steady, GO!

Aber jetzt ab in den Wald, und das macht richtig Laune. Mit unserer recht straff abgestimmten FatLab UpsideDown Federgabel und den 4.0er JumboJims ist alles sehr direkt, schon beim Beschleunigen. Lediglich die Gabel hat in Mittelstellung des Lenkers eine Bauart-bedingt geringe Steifigkeit, die aber dann schlagartig auf ein hohes Niveau ansteigt, bewegt man den Lenker um wenige Grad. Langsam fahren geht nicht. Ständig will man spielen auf dem Bock, springen, bremsen, lenken, alles ist auf Spaß ausgelegt. Die Gabel arbeitet sehr geschmeidig, ist sie einmal abgestimmt und harmoniert mit dem gewählten Reifendruck.

Die neue FatLab kommt ganz in schwarz

Die neue FatLab kommt ganz in schwarz

Das Übersetzungsportfolio der Rohloff SPEEDHUB XL Nabe in Kombination mit unseren gewählten Riemenscheiben stellt sich als gute Wahl heraus. Zwar könnte es fast noch einen ticken länger sein, aber für krachtige Anstiege hat man so noch etwas Reserve. Der Riemenantrieb arbeitet geräuschlos. Am Eingang in den ersten Trail geht der linke Daumen an den Hebel für die DropperPost, zack, erster Sprung. Wenn ich nur einen schönen TableTop könnte!

Rohloff SPEEDHUB XL mit 14 Gängen

Rohloff SPEEDHUB XL mit 14 Gängen

In den Kurven fühlt sich das Nicolai Argon FAT extrem wohl, es schnippt förmlich um die Ecken. Die Traktion des Vorderrades ist extrem, die Laufrichtung äußerst Spurtreu. Doch auf dem Hinterrad bewegen geht auch, Wheelie, Surfen, Manual, alles easy.

Mit so viel Speed sind die SRAM Guide RSC Bremsen schnell eingefahren und verzögern gewohnt gut, vier Kolben eben! Die großen Scheiben tun ihr Übriges. Wenn man nicht gerade selbst lenkt, dann lenkt das wunderschöne Cockpit des Nicolai Argons FAT gern mal ab. ChrisKing Steuersatz und Easton Haven Lenker/Vorbau mit 30iger Klemmung sind eine Macht und geben sich unzerstörbar. Die Easton LockOn Grips fest umschlungen, geht’s schon wieder in die nächste Kurve.

DTSwiss BigRide Laufräder

DTSwiss BigRide Laufräder

Was bleibt?!

Wir finden, es ist ein sehr stimmiger Aufbau geworden. Die Anbauteile harmonieren gut, der Antritt durch den extrem steifen Rahmen und die Carbon Kurbel sehr direkt, die Lenkung agil und dennoch laufruhig. Bis auf den Rahmen ist alles in schwarz gehalten, das hebt den Rahmens in knalligem sky blue nochmal mehr hervor. Passt farblich perfekt zu unseren Schuhen 😉

Steht wie ne 1

Steht wie ne 1

Wir haben damit also ein robustes und Abfahrtsorientiertes Trail-FATBike mit Tour-Qualitäten. Zugegebener Maßen ist der Preis nicht alltagstauglich, aber das hat man davon, will man keine Kompromisse eingehen.

2 Responses

  1. Dirk

    Schönes Fatty habt ihr da gebaut! Gefällt mir sehr gut!

    Woher kommt das hohe Gewicht? Für ein Fat HT sind 15kg trotz DT LRS@4.0 Tubeless doch schon ne ganze Hausnummer!

    Antworten
    • Dan

      Hi Dirk, Danke für dein Comment zum Aufbau. Das relativ hohe Gewicht hat vorallem folgende Gründe: DropperPost, Rohloff, Rahmen. Ginge alles leichter, aber, wir wollten ein Heavy-Duty Trail FATBike aufbauen, das sich möglichst sorgenfrei durch’s Leben schlägt, Gewicht war zwar auch wichtig aber zweitrangig. Natürlich hast du recht, trotz Carbonkurbeln, Carbonlenker, Tubeless und Gates insgesamt kein Leichtgewicht, Spaß macht’s trotzdem ohne Ende. FATte Grüße, Dan

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