Einfach schön: das FATBike Enduro Rennen in Wort und Bild.

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Einfach schön: das FATBike Enduro Rennen in Wort und Bild.

Ums schon mal vorweg zu nehmen: alle haben überlebt. ALLE!

Ums schon mal vorweg zu nehmen: alle haben überlebt. ALLE!

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Ihr denkt Euch auch manchmal, dass es nervt, ein Außenseiter zu sein? Hm, ja, stimmt… Als FATBiker wird man ja hin und wieder als hirntoter Zombie wahrgenommen, der stumpf über den Trail rumpelt. Aber das ist unsere Mission! Nein, nicht hirntote Zombies zu sein – allen zu zeigen, wer FATBiker wirklich sind: ein Haufen leidenschaftlicher Biker mit einem ausgeprägten Hang zu Spaß und Abenteuer.

Um diese Leidenschaft zu zeigen haben wir die Idee vom FATBike Enduro entwickelt: ein Team aus FATRidern haut bei einem Enduro Rennen mal ordentlich auf den Putz! Und um es kurz zu machen: wir hatten Erfolg!
Nach den drei Musketieren und den Fantastischen Vieren haben wir uns für die FAT Five, ein Team mit fünf Fahrern, entschieden. Lest hier und hier wer mit uns angetreten ist. Und natürlich war Barny, unser legendärer FATBike Transalp Fotograf wieder mit von der Partie.

Kurze Ruhepause...

Ihr wollt schmutzige Details? Kein Problem…

Natürlich nützt so ein hochkarätiges Team nicht viel ohne passendes Equipment. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch Specialized standen uns die neuesten Specialized FatBoys zur Verfügung. Alle ausgerüstet mit einer Rock Shox Bluto und getunt mit bissigen 200mm XT Bremsen.

Der Trainingslauf

FAT Five. Hier noch zu fünft.

FAT Five. Hier noch zu fünft.

So machen wir das normalerweise: eine gute Idee haben – aber keinen Plan worauf wir uns eigentlich einlassen. Also gehen wir los und machen es einfach. Wozu sollten wir das ändern? Also hatte am Ende nur einer der FAT Five überhaupt Erfahrungen im Enduro Rennen. Aber wozu könnte ein Trainingslauf schon da sein wenn nicht um Dinge herauszufinden? Also sind wir mit Barny bei schönem Wetter losgezogen, um ein wenig Spaß zu haben. Und Abenteuer… Die Trails der Rennstrecke waren wirklich geil. Vielleicht ein bisschen ausgefahren, „End-of-season-Style“, aber das hat sie eigentlich nur noch interessanter gemacht.

Speedjunky Tobi beim abbiegen.

Speedjunky Tobi beim abbiegen.

Natürlich hatten wir im Training ein paar kleinere Stürze – leider hat dabei Franks Pedal ein fettes Loch in seinen rechten Unterschenkel gebohrt. Da der Typ aber aus Hartholz geschnitzt ist, ist er die gesamte Runde mit uns abgefahren – ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Angesichts des miserablen Wetterberichts (und der daraus folgenden gefährlichen Streckenbedingungen) und seiner doch recht soliden Verletzung hat Frank jedoch entschieden, nicht am Rennen teilzunehmen und stattdessen Barny zu unterstützen.

Alles richtig gemacht! Harter Renntag für Frank ;)

Alles richtig gemacht! Harter Renntag für Frank 😉

Insgesamt war der Trainingstag ein echter Spaß, auch wenn wir uns ab und an wie von einem anderen Stern gefühlt haben. Das hat uns aber ein paar lässige Gespräche eingebracht und wir haben einen Haufen sehr korrekter Biker getroffen.

Am Anfang war die FATBike Etappe

Jäger und Gejagter? Nope! Das FATteste Enduro Team beim Training!

Jäger und Gejagter? Nope! Das FATteste Enduro Team beim Training!

Und so ging es los: Regen. Es hat geschüttet! Das war das Erste, was ich aus meinem warmen, bequemen Bett gesehen habe. Ehrlich, ich hasse es, auf diese Weise aufzuwachen… Die Strecke, die schon am Vortag stellenweise echt rutschig war, musste höllisch glatt sein!
Also im Prinzip sprechen wir über perfekte Bedingungen für einen Satz fieser 4.6er FATBike Reifen! Und was wir auf der 1. Etappe vorgefunden haben, war FATBike Country! Mit Wurzeln übersäte Trails, Schlamm, nasse Felsen, eine Downhillsektion über eine nasse Alpenwiese und ein steiler, heftig verwinkelter Single Trail in einem Waldstück.

Etappe 1: Matt hat es auf Barny abgesehen!

Etappe 1: Matt hat es auf Barny abgesehen!

Da haben sich die FatBoys gleich mal zu Hause gefühlt! Die Specialized Ground Control Fat Reifen haben konkurrenzlosen Grip abgeliefert und während die anderen verzweifelt darum gekämpft haben, nicht abzufliegen hieß es bei uns: VOLLGAS VORAUS! So kamen wir zu einem fulminanten Start: unter 111 Finishern konnten wir die sechstbeste Zeit einfahren – und das trotz eines Sturzes, der gut 20 Sekunden gekostet hat!

Etappe 2 und 3, besser bekannt als „X-Line“

Etappe 3: hübsch anzuschauen aber knallhart!

Etappe 3: hübsch anzuschauen aber knallhart!

Der Transfer zur nächsten Etappe ging über die „Milka Line“ runter nach Saalbach und ab dort weiter per Seilbahn rauf auf den Berg. Und die Aussicht ließ nichts Gutes ahnen… Es war so neblig, dass sogar IN der Kabine sichtbar Nebel war. Extra fies: Etappe 2 begann mit einem der schnellsten Abschnitte überhaupt. Sicht: 25 Meter. Top Speed laut GPS: 55km/h. Das sagt dir: wenn du es siehst, triffst du es! Das und das Wissen um die Millionen scharfkantigen Steine hat uns gezwungen, etwas vom Gas zu gehen und das Feld den Fully-Fahrern mit ihren zwar dünn bereiften aber meistens schlauchlosen Bikes zu überlassen. Ehrlich gesagt waren Etappe 2 und 3, die praktisch der legendären X-Line entsprachen, nicht das optimale Terrain für FatBoy Hardtails.

Gorilla - äh - MARK im Nebel.

Gorilla – äh – MARK im Nebel.

Der größte Nachteil sind klar die Reifen. Die Mischung aus mittelalterlichen Gummischläuchen in Kombination mit dem extrem geringen Druck ist der größte Feind beim schnell-fahren auf solchen Strecken. Vielleicht hätte ein anderer Reifen mehr Durchschlagsreserven gehabt – der Ground Control Fat baut ja recht flach. Aber wir müssen uns damit abfinden: nur ein funktionierendes Tubeless System würde hier weiterhelfen.

Ein Freund, ein guter Freund... Tobi pumpt Matts Reifen auf.

Ein Freund, ein guter Freund… Tobi pumpt Matts Reifen auf.

Zum Glück hatten wir bis hier keinen Crash. Auch, wenn einer von uns von einer Frau überholt wurde. Natürlich werden wir nicht verraten, WER der Gentleman war, der einer Dame den Vortritt gelassen hat. Aber Ihr könnt Euch sicher sein, dass dieser jemand ab sofort das Mädchen in unserem Team war!

Die dritte Etappe, praktisch der untere Teil der X-Line, war teilweise so glitschig, dass interessanter Weise sogar der Ground Control die Kontrolle verloren hat. Manchmal haben sich die Bikes einfach eigenen Linien gesucht – die nicht immer mit dem Weg im Einklang standen… Danke Oma fürs Wäsche waschen!!!!

Etappe 4: Hangman I

Matt im Hangman I

Matt im Hangman I

Als wir am Eingang zu Etappe 4 angekommen waren, hatte der Regen endlich aufgehört und es war deutlich wärmer als auf dem letzten Berg (dort war es nur 1°C über null). Und nun sollten wir „Hangman I“ fahren. Er ist gespickt mit Wurzeln. Er ist eng. Er ist kurvig. Er ist schnell. Er ist hoch technisch. Oder, in zwei Worten: sch**ß geil!
Und er ist ein Reifen fressendes Monster. Ich sag Euch was: hätte ich für jedes Mal, dass ich in meinem Leben einen Platten hatte, einen Euro bekommen – ich wäre heute ein verdammt reicher Mistkerl! ABER! Mit diesem speziellen Talent im Hinterkopf habe ich meine Linie und meine Geschwindigkeit mit Bedacht gewählt und konnte den Hangman so in seiner vollen Schönheit genießen.

Was'n? Gestern erst geduscht!

Noch mehr schmutzige Details… Was’n? Gestern erst geduscht!

Anders Dan. Willkommen in meiner Welt! Er hat seinen Vorderreifen bereits wenige Sekunden nach dem Start getötet. Aber wir waren vorbereitet: jeder von uns hatte mindestens 2 Ersatzschläuche dabei. Also hat Dan in Rekordtempo sein Rad repariert und ist weitergebolzt. Dummerweise kam er nur ein paar Meter weiter bis sein Hinterrad dasselbe Schicksal erlitten hat… Also hat er sich seinen FatBoy geschnappt und ist losgerannt wie der Roadrunner auf der Flucht vor Coyote!
So gesehen erscheint sein Ergebnis (Platz 110 von 111 im 4. Lauf) in einem völlig anderen Licht: er war trotz eines erfolgreich reparierten Reifens und der Tatsache, fast den gesamten Trail gerannt zu sein, immer noch schneller als ein anderer Biker. FAT!
Also an alle, die behaupten, FATBikes seien schwer: ihr seid Mädchen! 😉

Zu guter Letzt: ein bisschen North Shore

Leider gestellt: der linke Teil gehört nicht zur Rennstrecke...

Leider gestellt: der linke Teil gehört nicht zur Rennstrecke…

Ahhhh… North Shore… Diese zwei Worte machen uns echt sentimental… Die letzte Etappe entlang des „Bongo Bongo“ Trails war ein wenig so wie in diesem einzigartigen Bikerevier nördlich von Vancouver zu biken.
Hier geht es vom Start weg über ein paar Holzbrücken, man fliegt über ein paar Wurzeln und Steine, schwebt einige kleinere Drops runter und mäandriert auf dem Trail durch die herrliche Landschaft den Hang runter. Die 5. Etappe hat sich gar nicht nach Rennen angefühlt. Eher wir ein frisch gebackener, warmer Brownie mit einer Tasse Kaffee. Oder wie mit Freunden Marshmallows am Lagerfeuer zu grillen. Der Stress war weg, und wir irgendwie zu Hause.

Rennt fast so schnell, wie er bikt: Tobi.

Rennt fast so schnell, wie er bikt: Tobi.

Aber es war ja immer noch Rennen also haben wir nochmal alles gegeben! Vollgas in die erste Gerade, vor der Kurve hart angebremst, rumziehen, kurz das Vorderrad lupfen um den Drop weich zu landen und dann wieder Vollgas! Leider war Tobis Vorderrad seiner unbändigen Kraft nicht gewachsen und so musste auch er mit Platten in den Per-Pedes-Sprintmodus wechseln. Bedenkt man, dass er trotzdem nur ca. 9 Minuten länger gebraucht hat, als der Schnellste von uns, muss man sagen: verdammt schnell gerannt!!!!
Dennoch hätte ein Tubeless System hier wieder deutlich bessere Ergebnisse gebracht.

Und hier die Ergebnisse

And the winner is... FAT Five!

And the winner is… FAT Five!

Ernsthaft, wir waren nicht beim FATBike Enduro Rennen um zu gewinnen. Und es gibt einige gute Gründe, warum das so ist. Aber wir haben großspurig angekündigt, ein paar Fullyhintern versohlen zu wollen. Also war es uns am wichtigsten zu beweisen, dass wir nicht nur heiße Luft labern.
Leider haben es am Ende nur Mark und ich (was extrem untypisch ist) geschafft, ohne Defekte durch das Rennen zu kommen. Jedoch war das beste Ergebnis die sechstschnellste Zeit in der ersten Etappe.
Unter 111 Finishern konnte Mark den 80. Platz erkämpfen, während ich mich auf Platz 60 durchgeschlagen haben. Das ist ganz okay für so massive Bikes, welche auf Reifen im Format eines Elefantenbeins rollen!

Immer schön Vollgas geben!

Immer schön Vollgas geben!

Und auch, wenn es nur Theorie ist: ohne die Platten wären auch Dan und Tobi gut in den 60er Platzierungen gelandet. Das wäre nicht nur ein fantastisches Team Ergebnis gewesen sondern hätte auch die gleichmäßige Leistung von Bikes und Fahrern unterstrichen.

Was bleibt?

Die Aussichten: neblig mit Chancen auf einen FATten Tag!

Die Aussichten: neblig mit Chancen auf einen FATten Tag!

Vielen haben uns gefragt: „FATBike und Enduro Rennen – wie passt das zusammen?“. Und auch wenn die Antwort vielleicht nicht auf den ersten Blick offensichtlich ist, liegt sie doch auf der Hand: Enduro Rennen sind am nächsten dran am täglichen Biken. Ein Haufen Typen fährt einen Berg rauf, unterhält sich und hat Spaß. Dann geht es einen Downhillsektion runter oder einen schönen Trail entlang. Wieder und wieder. Okay, diesmal ist eine Stoppuhr im Spiel. Aber wen interessiert das? Am Ende war das Ganze für uns fast wie ein normaler FATBike Tag – mit einem großen Unterschied: wir haben wesentlich mehr korrekte Leute getroffen!

Bein kaputt? Nebensache! Frank auf der X-Line

Bein kaputt? Nebensache! Frank auf der X-Line

Allerdings haben wir auch schonungslos ein paar Nachteile unserer Bikes gefunden. Zum einen sind das auf jeden Fall die Reifen. Wenn deine Formel lautet „Gummischläuche + wenig Druck + hohe Geschwindigkeit + Steine/Wurzeln“ dann such dir was anderes oder stelle sicher, einen großen Vorrat Schläuche und Flickzeug dabei zu haben.
Das zweite Problem sind die Bremsen. Im Training waren Dan und ich mit 180mm XT „Stoppern“ unterwegs. Kannst vergessen, außer du hast vor, dich umzubringen. Für schnelle und anspruchsvolle Rides tue dir und deinem Bike einen Gefallen und kauf die dickste Bremse die Geld kaufen kann.

Abgesehen davon konnten die FAT Five einmal mehr beweisen, dass FATBikes alles sind außer langsam und unhandlich. Sie geben dir die volle Freiheit, zu fahren und racen was du willst. Genau nach unserem Motto: FAT-Bike.de – überrollt Vorurteile!

Und was das Team von der ganzen Aktion gehalten hat, verraten wir Euch nächste Woche!

7 Responses

    • Dan

      Niemand hat etwas gegen Mädchen, im Gegenteil! Wir fanden es schade, das wir keine weiblichen Bewerbungen hatten für unser Team.

  1. Jörg

    Hey Jungs,
    geiler Bericht von der verrückten Idee mit den Dicken an einem Enduro teilzunehmen!
    Ich hoffe das ihr das nochmal wiederholen könnt oder auch auf anderen Events vertreten seid, denn die Fat-Bike Gemeinde wächst kontinuierlich….
    Nächstes Mal klappt es auch besser mit der Hardware

    Fatte Grüße,
    Jörg

    Antworten
  2. Andreas Geissmann

    Hallo
    danke Euch, dass Ihr uns FAT-biker so würdig vertreten habt und ebenfalls Gratulation zu den tollen
    Leistungen. In der Schweiz würden wir sagen : „ir sid huerre geili Sieche“ , was auf Hauchdeutsch
    etwa heisst : “ Ihr seid extrem geile Kerle“ .
    Viele Grüsse aus der Schweiz
    Geissi

    Antworten
  3. Mario

    Mannomann, net schlecht, was ihr da gemacht habt.
    Das gefällt 🙂
    Respekt und Gratulation!

    Fatte Grüße
    Der Mario

    Antworten
  4. Stephan

    Hey Leute,
    erst mal herzlichen Glückwunsch für eure eingefahrenen Platzierungen. Wirklich wahr, ihr seit echt GEIL/FAT drauf, Hut ab, Daumen rauf!!!!
    Macht auf jeden Fall weiter so!!!

    Gruß Stephan

    Antworten

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